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Venatrix

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Veröffentlicht am 07.06.2018

Das Leben ist eine Baustelle

(G)LEICHENFEIER
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(G)Leichenfeier ist der zweite Fall für den Detektiv Marco Martin aus Wien.
Bei einer unangekündigten Überprüfung einer Baustelle durch die „Einsatzgruppe gegen Sozialbetrug“ stürzt ein illegaler Bauarbeiter ...

(G)Leichenfeier ist der zweite Fall für den Detektiv Marco Martin aus Wien.
Bei einer unangekündigten Überprüfung einer Baustelle durch die „Einsatzgruppe gegen Sozialbetrug“ stürzt ein illegaler Bauarbeiter zu Tode. Niklas Felder, Chef der Einsatzgruppe gegen Sozialbetrug wird verdächtigt, den Arbeiter gestoßen zu haben. Anja Felder bittet Marco Martin Recherchen aufzunehmen. Obwohl dieser Auftrag seiner üblichen Klientel widerspricht, beginnt der Detektiv mit seinen Nachforschungen, denn Anja ist seine Schwester, mit der er vor längerer Zeit jeglichen Kontakt abgebrochen hat.
Gleichzeitig plagen Marco Martin noch andere Sorgen: Erstens sein Gesundheitszustand. Wegen seiner Vorliebe für gutes Essen und Trinken ziemlich übergewichtig, aber dafür kurzatmig, wird er von seinem Hausarzt auf Diät und Bewegung gesetzt. Zweitens: Martin hat sein Auto an einen jungen Mann verkauft, der blöderweise mit Falschgeld und einem ungedeckten Scheck bezahlt hat.
Noch während Martin mit seinen Vorermittlungen beschäftigt ist, werden weitere Männer aus der Baubranche brutal ermordet.
Da diese aus dem ehemaligen Jugoslawien kommen, ermittelt das zuständige Polizei-Team eher lauwarm. Man hält die Todesfälle für das Ergebnis bandeninterner Machtkämpfe. Doch nicht nur unter den ehemaligen Gastarbeitern gibt es Intrigen. Auch auf der Polizeiinspektion herrscht dicke Luft zwischen Gruppeninspektor Krasberger und seinem Vorgesetzten Grasmugg.

Wird Marco Martin die Unschuld seines Schwagers beweisen können?

Meine Meinung:

Christian Klinger hat mit Marco Martin einen Ermittler geschaffen, der zwiespältige Gefühle in mir auslöst. Einerseits muss ich über seine körperlich nicht berauschende Konstitution schmunzeln, andererseits ist mir sein schnöselige Gehabe ein wenig zuwider. Wieso schnöselig? Es scheint, dass Marco Martin sich für etwas Besseres hält, sich daher lieber in feinen Zwirn (hier eher feines Leinen) hüllt und sich eher mit der leicht snobistischen High-Society aus Döbling beschäftigen möchte. Zu seinem Leidwesen ist der aktuelle Fall genau das Gegenteil: Ehemalige Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien, miefige und ärmliche Wohnungen, Sicherheitsschuhe und Blauzeug sowie Dreck und Unrat wohin man schaut.
Marco stolpert eher in seinen Fällen herum, als klassische Spurensuche zu betreiben. Dazu passt dann der Vorfall im Bad sehr gut, als er ein Kind vor dem Ertrinken retten will und ihm dabei ein Bein bricht.

Gut gefällt mir, dass die Wiener Schauplätze so richtig originalgetreu beschrieben sind. Seien es die Tschocherln in der Favoritner Quellenstraße oder die alten Winzerhäuser, die nach und nach der Baulobby und deren Spitzhacken zum Opfer fallen. Wobei wir wieder beim Thema wären: Das ganze Leben ist eine Baustelle.

Herrlich wieder die Dialoge im breiten Wiener Dialekt und die Schilderung der Charaktere. Besonders amüsiert habe ich mich über Dr. Lichtenfels, seines Zeichens (Winkel)Advokat, der überall dort zu finden ist, wo Beziehungen und juristische Winkelzüge gefragt sind.

„Martin wurde bewusst, dass er eben ein juristische Privatissimum erhalten hatte, und zwar in jenem Fach, das auf keiner Uni gelehrt wurde, denn die Vorlesung ‚Wie lege ich täglich die Welt aufs Kreuz?‘ hatte noch keinen Eingang in den akademischen Lehrplan gefunden.“ (S.331)

Wieder hervorragend gelungen ist das Cover. Wie schon der Vorgänger „Winzertod“ (und auch Nachfolger „Bühnentod“ und „Blutschuld) ganz in weiß gehalten, bietet es dadurch einen perfekten Wiedererkennungswert. Der typische Arbeitshandschuh lässt gleich auf einen blutigen Inhalt schließen.

Die Dissonanzen zwischen dem Arbeiterbezirk Favoriten und dem Nobel-Bezirk Döbling sind perfekt herausgearbeitet, auch wenn sich der Autor vieler Klischees bedient. Immerhin, die kommen ja nicht aus heiterem Himmel.


Fazit:

Ich habe mich wieder gut unterhalten gefühlt. Wer gerne Krimis mit buntem Lokalkolorit und Wiener Dialekt lesen möchte, ist in dieser Reihe gut aufgehoben. Gerne gebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 06.06.2018

Von Strahelnsuchern und Strahlenflüchtern ..

Die geheime Kraft aus der Erde
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Dr. Hans Gasperl, seines Zeichens praktischer Arzt in Eben im Pongau (Salzburg) hat wieder ein recht interessantes Buch geschrieben.
Diesmal beschäftigt er sich mit „der geheimen Kraft aus der Erde“. ...

Dr. Hans Gasperl, seines Zeichens praktischer Arzt in Eben im Pongau (Salzburg) hat wieder ein recht interessantes Buch geschrieben.
Diesmal beschäftigt er sich mit „der geheimen Kraft aus der Erde“. Nun, so geheim ist die Radiästhesie ja nicht. Denn seit Jahrhunderten beobachten Menschen Tiere und Pflanzen. Je nach deren verhalten, teilen sich die einen in „Strahlensucher“ oder „Strahlenflüchter“. Der Lieblingsplatz der Hauskatze wird vermutlich immer eine Störzone sein und sollte von empfindlichen Menschen gemieden werden. Dort, wo sich Hunde gemütlich niederlassen, ist auch der richtige Wohlfühlplatz für den Hundebesitzer.

Einbildung? Na, dann probieren Sie es einmal aus. Auf Katers Ruhekissen lässt sich schlecht schlafen, in Hündchens Körbchen gleich viel besser.

In leicht verständlichen Sätzen erklärt Hans Gasperl was „Radiästhesie“ eigentlich ist. Dass Wasseradern und Erdstrahlen unser Leben beeinflussen und, dass wir in unserem hoch technisierten Haushalten die Nähe zur Natur ein wenig verloren haben.

Anhand von einigen Fallbeispielen wird erklärt, dass schon kleine Eingriffe, wie das Umstellen eines Bettes, große Wirkung erzielen lassen.

Ganz deutlich möchte er sich vor esoterischen Scharlatanen abgrenzen, die den Leuten durch den Verkauf von unwirksamen Mittelchen das Geld aus der Tasche ziehen. So findet sich häufig der Einschub „Wirkung und Nebenwirkung“ – da schlägt der Arzt durch!
Ein großes Anliegen ist ihm auch der Respekt vor Kraftplätzen. Unsere Vorfahren haben dieses Gespür dafür gehabt. Die meisten christlichen Kirchen sind auf heidnischen Kraftplätzen errichtet, wenn man von neuen Kirchen im dicht verbauten Gebiet absieht. Wenn man sich ehrlich eingesteht, haben alte Landkirchen oder Kapellen eine besondere Ausstrahlung. Da ist es wieder, das Wort „Strahlung“.

Ein Kapitel ist der „Gerätekunde“ und wie man „Wünschelrutengänger“ wird, gewidmet. Hans Gasperl kommt zum Schluss, dass beinahe jeder „muten“ (also Wasseradern u.ä. aufspüren) kann. Ob die Einschätzung richtig ist, braucht aber viel Übung. Anhand von Skizzen lassen sich Störzonen und Wasseradern darstellen. Wie Gitternetze umspannen sie die Erde, manchmal kreuzen sie sich.
Hans Gasperl ist das, was man als „Landarzt“ bezeichnet. Er sieht sich den Menschen und die Natur an. Für ihn ist klar, ein Leben im Einklang mit der Natur zu führen ist möglich und kann helfen, die Gesundheit zu erhalten.

Fazit:

Wie lässt schon William Shakespeare seinen Hamlet in gleichnamigen Drama sagen:
"Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio." (Hamlet, 1. Akt, 5. Szene)
Dem ist, außer 5 Sternen, wenig hinzuzufügen.

Veröffentlicht am 06.06.2018

Bastelspaß für die ganze Familie

Das große Bastelbuch für Kinder
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Die Autorin schenkt großen und kleinen Bastelfreunden ein tolles Buch mit vielen, vielen Vorschlägen und Anleitungen.

Die Anleitungen sind nach den vier Jahreszeiten gegliedert.

15 für den Frühling ...

Die Autorin schenkt großen und kleinen Bastelfreunden ein tolles Buch mit vielen, vielen Vorschlägen und Anleitungen.

Die Anleitungen sind nach den vier Jahreszeiten gegliedert.

15 für den Frühling
13 Für den Sommer
13 für den Herbst
17 für den Winter

Im vorangestellten Index finden sich die Anleitungen nach Themengruppe geordnet auch wieder.

Doch lassen sich die Badeperlen (S. 62), die für den Muttertag gedacht sind, auch herrlich als Weihnachtsgeschenk oder zum Geburtstag verschenken.

Zu jedem Vorschlag gibt es eine Stückliste und eine kleine Legende, die z.B. den Schwierigkeitsgrad angibt. Dann begleiten schöne Fotos die Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Die Autorin legt viel wert auf Naturmaterial, was in einer Großstadt vielleicht das eine oder andere Mal problematisch sein kann. Das Weidenzelt (S. 48) ist ja wunderschön, kann aber nur im (eigenen) Garten verwirklicht werden. Oder vielleicht als Gemeinschaftsprojekt in einem Kindergarten.

Auffallend ist, dass hier Bastelarbeiten angeführt sind, die gleich kleine Experimente beinhalten (Das Wasserrad, S.78). Bei einigen Arbeiten ist Hilfe eines Erwachsenen nötig. Doch welcher Eltern- oder Großelternteil nimmt nicht wieder gerne Laubsäge oder Bohrmaschine in die Hand, um kleine Werkstücke herzustellen?
Sehr nett habe ich die Ausschneidebögen für die „Ankleidepüppchen“ gefunden. Das, bekommt man schon lange nicht mehr zu sehen (zu kaufen).
Die dicken Papierseiten greifen sich angenehm an und sind auch für Kinderhände gut geeignet zum Umblättern.

Fazit:

Ein tolles Buch aus dem Servus-Verlag, das Lust macht, mit seinen Kindern individuelle Geschenke und Dekorationen zu erschaffen. Gerne gebe ich 5 Sterne

Veröffentlicht am 05.06.2018

Fronturlaub - ein Reisebericht

Fronturlaub
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Bislang war mir das Wort „Fronturlaub“ nur aus den diversen Kriegsberichten als Urlaub „weg von der Front“ bekannt. Doch in diesem Buch von Enno Lenze bekommt dieser Terminus Technicus eine neue Bedeutung: ...

Bislang war mir das Wort „Fronturlaub“ nur aus den diversen Kriegsberichten als Urlaub „weg von der Front“ bekannt. Doch in diesem Buch von Enno Lenze bekommt dieser Terminus Technicus eine neue Bedeutung: Urlaub nehmen, um in ein Kriegsgebiet zu fahren.

Wer ist nun dieser Enno Lenze, der seinen Urlaub lieber mit Stahlhelm und Splitterschutzweste im „Wilden Kurdistan“ als mit einem Cocktail unter Palmen verbringen will?

Enno Lenze ist in einer ungewöhnlichen Familie aufgewachsen. Der Vater Journalist, der vornehmlich als Kriegsberichterstatter in (Nord)Irland tätig war. Nachdem es ihm dort dann doch zu blutig geworden ist, übersiedelt die Familie nach Ruanda, um als Entwicklungshelfer zu arbeiten. Auch nicht unbedingt ein anheimelndes Fleckchen Erde. Als dort der Bürgerkrieg ausbricht, kehren die Lenzes mit drei Kindern nach Deutschland zurück. Enno hat Anpassungsschwierigkeiten, weil er den Luxus von fließendem Wasser oder Elektrizität nicht kennt. Er wechselt häufig die Schule, schmeißt sie dann letztendlich und wird mit Mitglied im ComputerChaosClub. Er schließt sich der Piratenpartei an, ist Aktivist und gründet einen Verlag. In einem alten Bunker betreibt er ein Museum.

Doch seine größte Leidenschaft gilt den Kurden, nachdem ihn ein Freund auf deren Situation aufmerksam gemacht hat.
2011 bereist er das erste Mal dieses Gebiet, das zwischen Syrien, dem Irak, Iran und der Türkei liegt kennen.
Seit dem, kehrt er, sobald es seine Zeit erlaubt wieder in diese „Autonome Region Kurdistan“ so der offizielle Titel zurück.
Vorsicht oder Zurückhaltung ist sind unbedingt seine große Stärke. Lenze will der Sache auf den Grund gehen. Er begibt sich in unwirtliche Gegenden, wird von Freund zu Freund, von Clan-Chef zu Clan-Chef weitergereicht. Er lernt hochrangige Politiker wie Masud Barzani kennen und Betroffene des Völkermords an den Jesiden.
Enno Lenze zeigt nicht nur die Zerstörung ganzer Dörfer und Landstriche, sondern Menschen, die zwischen den Trümmern ihrer alten Existenz darangehen, eine neue aufzubauen. So werden mitten der kargen Wüstenlandschaft zwischen Sulaimaniyya und Halabscha Emus gezüchtet und recht erfolgreich Tomaten und Gurken angebaut (S. 171). Die Menschen sind gastfreundlich und teilen das Wenige, das sie haben, mit Flüchtlingen, die seit dem Syrien-Konflikt zu ihnen kommen. Derzeit sind nach Schätzungen 2 Millionen Kriegsflüchtlinge in Kurdistan untergebracht. Man bemüht sich um bestmögliche Betreuung und richtet für die Kinder in den Flüchtlingslagern Schulen ein. Von manchen dieser Einrichtungen könnten wir Europäer einiges lernen. Ja, natürlich wird viel improvisiert. Doch genau das macht für Enno Lenze die Faszination von Land und Leuten aus.

So ganz richtig an die Front, kommt er nicht, doch immer wieder geraten er und seine ortskundigen Begleiter in brenzlige Situationen.

Meine Meinung:

Das Buch liest sich flott und flüssig - ein bisschen wie Karl Mays „Im Wilden Kurdistan“. Ich habe es an einem Wochenende durchgelesen.
Hin und wieder muss ich mich über die Sorglosigkeit mit der Enno Lenze in umkämpfte Regionen reist, wundern. Natürlich wird nicht überall gekämpft. Die Diskrepanz zwischen der touristisch erschlossenen Stadt Erbil und dem Hinterland, muss gewaltig. Enno Lenze berichtet ja von diesem „Kulturschock“.

Interessant sind auch seine Schilderungen vom täglichen Leben. Z.B., dass zur Streitbeilegung oft ein Angehöriger der Peshmerga geholt wird, dessen Urteil dann als quasi letzte Instanz gilt.

Außerdem berichtet er über seine guten Kontakte zu deutschen Politikern wie Frank-Walter Steinmeier oder Ursula von der Leyen, die ihm zuhören, wenn er Details aus Kurdistan erzählt. Hier darf dann ein bisschen Humor auch nicht fehlen. Er verspricht, die Verteidigungsministerin nicht mehr „Flinten-Uschi“ zu nennen.
Schmunzeln muss ich über Ako und seinen gepanzerten 7er BMW, der ziemlich durchlöchert nach wie vor seinen Dienst tut. Ako hat mit seinem „Armored vehicle“ (wie ein gepanzertes Fahrzeug korrekt heißt) rund 70 Menschen während der Kämpfe in Kirkuk das Leben gerettet, weil er sie aus dem Gefahrenbereich holte.

Ein Seitenblick auf die Waffenlobby und ihre Umgehungsgeschäfte darf auch nicht fehlen. Aufgrund selbst auferlegter Beschränkungen dürfen bestimmte Schutzwesten nicht direkt nach Erbil geliefert werden. Man behilft sich, indem man genehmigte direkt anliefert und die Bestandteile, die sie noch schussfester machen, nach Amman (Jordanien) liefert. Wenn dann die beiden Komponenten zusammengebaut werden, tja, das ist eine andere Geschichte. Eine Geschichte der Improvisation und davon gibt es in Kurdistan genug.

Fazit:

Ein interessanter Einblick in eine Welt, die, obwohl sie beinahe täglich in unsere Wohnzimmer flimmert, sehr fremd für uns ist.

Veröffentlicht am 01.06.2018

Ein eindrucksvoller Roman

Der Flügelschlag einer Möwe
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Der ungewöhnliche Titel lässt eher auf einen Liebesroman schließen, als auf einen Kriminalroman.
Die Geschichte beginnt in der Gegenwart mit dem Fund eines Skelettes auf einer Baustelle in Triest.
In ...

Der ungewöhnliche Titel lässt eher auf einen Liebesroman schließen, als auf einen Kriminalroman.
Die Geschichte beginnt in der Gegenwart mit dem Fund eines Skelettes auf einer Baustelle in Triest.
In vielen, jeweils mit Jahreszahlen versehenen Rückblenden, erfährt der Leser was damals 1980 geschehen ist.

Eine Gruppe Wiener Gymnasiasten feiert die bestandene Matura (=Abitur) in der altösterreichischen Hafenstadt Triest. Tati wird unfreiwillig Zeugin eines Mordes an einer Tankstelle. Der Täter flieht erschrocken. Wenig später stoßen Willi und Georg beim Tanken auf einen leblosen Mann. Heimlich nimmt Willi das Päckchen, das sich bei dem Mann befindet, an sich, ohne Georg etwas zu sagen. Es enthält eine große Menge Bargeld.
Die Gruppe kehrt nach Wien zurück. Die Unbeschwertheit der Jugendlichen hat ein Ende. Tati wird von Alpträumen geplagt, Willi kommt zu Ansehen und Wohlstand.
Während wir das weitere Leben der Wiener verfolgen, spielt sich zeitgleich das Drama rund um minderjährige Rosanna ab. Von ihrem kriminellen Freund missbraucht und gequält, kreuzt sie die Wege der Maturanten. Sie klaut einem die Brieftasche. Rosannas Leben ändert sich schlagartig, als ihr Freund nicht mehr nach Hause kommt, aber seine Bosse ein Päckchen mit einer Menge Bargeld vermissen.

In einer kirchlichen Betreuungsgruppe versucht man Rosanna zu helfen und die Leiterin schickt sie zu einem Pizzabäcker nach Wien.

Meine Meinung:

Ich finde diesen Kriminalroman, in dem nicht ermittelt wird, äußerst spannend. Die Schreibweise erinnert mich ein wenig an Arthur Schnitzlers “Reigen”. Immer wieder treffen die Protagonisten aufeinander. Letztlich begegnen Tati und die anderen ehemaligen Maturanten der nun ebenfalls in Wien lebenden Rosanna.

Jeder der damaligen Reiseteilnehmer hat Erinnerungen an die Zeit von 1980 in Triest. Ganz subtil und unterschwellig sind die Ereignisse aus der Vergangenheit immer präsent.
Am Ende der Geschichte, das wieder in der Gegenwart liegt, erhält Rosanna einen Anruf aus Italien. Sie soll sich um einen straffällig gewordenen Jungen kümmern …
Damit schließt sich der Kreis abermals.

Der eindrucksvolle Roman zieht den Leser in den Bann, so es kaum möglich ist, das Buch vor dem Ende wegzulegen. Auch ich habe es de facto in einem gelesen.

Die Quintessenz des Titels ist der so genannte „Butterfly-Effekt“. Der besagt, dass es theoretisch möglich ist, dass unter bestimmten Umständen, winzig kleine Veränderungen zu Beginn eines Ereignisses enorme Auswirkungen in der Zukunft haben können.

Fazit:

Spannende Unterhaltung. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus und vergebe 5 Sterne.