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Veröffentlicht am 15.09.2016

✎ Verena Wermuth - Die verbotene Frau

Die verbotene Frau
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Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Frau, die dieses Buch geschrieben hat, ziemlich sehr naiv finde - aber das muss jeder für sich selbst wissen..
Ich dachte, ich bekomm in diesem Buch nochmals aus einer ...

Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Frau, die dieses Buch geschrieben hat, ziemlich sehr naiv finde - aber das muss jeder für sich selbst wissen..
Ich dachte, ich bekomm in diesem Buch nochmals aus einer anderen Sicht die Schwierigkeit geschildert, die Verliebte aus sehr unterschiedlichen Kulturkreisen haben. Stattdessen bekam ich hier ein Märchen aufgetischt, was ich 1. nicht recht glauben kann / mag und 2. vor Naivität wirklich nur so strotzt.
Das ganze Buch über gibt Verena Wermuth an, dass sie nicht mit den Sitten und Bräuchen der arabischen Kultur vertraut ist. Gab es in den 80ern (und 90ern) keine Bücher, in denen man das hätte nachlesen können? Zeit genug hatte sie doch!
Auch versteh ich nicht, dass sich ein Mann aus diesem Land zu solcherlei Sachen hinreißen lässt. Er war ihr ja schon irgendwie hörig, kam immer wieder zu ihr,.. Und er will sie wirklich heiraten? Ohne das Wissen seiner Familie?
Von der (angeblichen) Liebe zwischen den beiden habe ich auch überhaupt nichts gespürt. Weder von ihr, die das Buch ja geschrieben hat und somit Gefühle eigentlich sehr leicht transportieren konnte. Noch von ihm.
Sehr schön waren die Landschaften beschrieben - das einzige, was mir an diesem Buch wirklich gefallen hat. Ansonsten war es eher mühselig für mich zu lesen, weil ich ja doch immer nur mit dem Kopf geschüttelt habe..
Was ich ihr zugute halte, ist, dass sie nicht alles schlecht macht - also die Sitten, das Land und Khalid an sich. Da habe ich schon ganz andere Bücher gelesen. Aber so recht mag ich ihr eigenes Märchen auch nicht abnehmen, denn es klingt alles manchmal ein wenig unglaubwürdig..

©2016

Veröffentlicht am 22.04.2026

✎ Sarah Wade - Mein Diamant-Stickerheft 1 Meerjungfrauen

Mein Diamant-Stickerheft – Meerjungfrauen
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Dieses Stickerheft kam als Geschenk bei uns an und sorgte zunächst für echte Begeisterung. Die Idee, es bei Restaurantbesuchen als kleine Beschäftigung einzusetzen, klang alltagstauglich - etwas Ruhiges ...

Dieses Stickerheft kam als Geschenk bei uns an und sorgte zunächst für echte Begeisterung. Die Idee, es bei Restaurantbesuchen als kleine Beschäftigung einzusetzen, klang alltagstauglich - etwas Ruhiges und Kreatives, das Wartezeiten überbrückt. Mit genau dieser Erwartung sind wir gestartet.

Die Ernüchterung kam schnell. Schon nach der ersten Seite war das Interesse praktisch verschwunden. Der Ablauf ist sehr schlicht: Steinchen werden auf vorgegebene Punkte gesetzt, ohne großen Anspruch. Was anfangs noch neu wirkt, verliert dadurch rasch seinen Reiz.

Einige Motive sind wirklich niedlich gestaltet, die Illustrationen haben durchaus Charme. Gleichzeitig fällt die einseitige Darstellung auf. Auf den 16 Seiten dominieren fast ausschließlich weiblich gelesene Meerjungfrauen, ergänzt durch nur eine männlich gelesene Figur. Auch optisch ähneln sich die Charaktere stark: lange Haare, ähnliche Körperbilder, kaum Unterschiede. Vielfalt, wie man sie heute erwarten würde, fehlt hier nahezu komplett. Gerade bei Kinderprodukten wirkt das wie eine verpasste Chance.

Praktisch ist immerhin, dass die Seiten perforiert sind und sich herauslösen lassen. Nur bleibt offen, wofür genau. Als einzelne Bilder erfüllen sie für uns keinen wirklichen Zweck. In einem kleineren Format, etwa als Postkarten, hätte man ihnen vielleicht noch eine zweite Funktion geben können. So wirken sie nach dem Bekleben eher wie lose Einzelteile ohne echte Funktion.

Auch die Stickeranzahl überzeugt nicht. Insgesamt gibt es 891 runde Sticker und 60 Blumensticker, was rechnerisch auf etwa 59 Elemente pro Seite hinausläuft. In der Praxis reicht das jedoch nicht aus, da viele Motive deutlich mehr Punkte vorgeben. Am Ende fehlen Sticker und Bilder bleiben unvollständig - das sorgt schnell für Frust.

Im Gesamtbild bleibt für uns wenig Substanz. Die anfängliche Freude weicht schnell Langeweile, die eingeschränkte Gestaltung schmälert den Eindruck zusätzlich, und auch der praktische Nutzen überzeugt nicht. Die Idee ist nett, die Umsetzung bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Für uns ist klar, dass wir diese Reihe nicht weiterverfolgen werden. Es fehlt der Mehrwert, der über e einen kurzen Beschäftigungseffekt hinausgeht.

©2026 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 09.02.2026

✎ Alina Bronsky - Und du kommst auch drin vor

Und du kommst auch drin vor
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In „Und du kommst auch drin vor“ von Alina Bronsky begleiten wir Kim, eine Ich-Erzählerin, die fest davon überzeugt ist, dass jemand ein Buch über ihr Leben geschrieben hat - mit dem unausweichlichen Ergebnis, ...

In „Und du kommst auch drin vor“ von Alina Bronsky begleiten wir Kim, eine Ich-Erzählerin, die fest davon überzeugt ist, dass jemand ein Buch über ihr Leben geschrieben hat - mit dem unausweichlichen Ergebnis, dass am Ende jemand sterben muss. Diese Grundidee klang für mich zunächst vielversprechend. Der Klappentext versprach eine »schräge, witzige und hintergründige Geschichte direkt aus dem Teenageralltag«. Genau mit dieser Erwartung bin ich an das Buch herangegangen. Was mich dann tatsächlich erwartet hat, war etwas völlig anderes.

Kim ist 15 Jahre alt, das Buch wird vom Verlag für Lesende ab etwa zwölf Jahren empfohlen. Dennoch fühlte sich weder ihre Sprache noch ihr Verhalten authentisch jugendlich an. Der Stil ist extrem einfach, teilweise fast schon banal, und die permanenten Wiederholungen ihrer Gedanken und Beobachtungen wirken nicht stilistisch gewollt, sondern schlicht ermüdend. Statt Nähe zur Figur aufzubauen, hat mich diese Ich-Erzählerin zunehmend auf Distanz gehalten. Ihre starke Ich-Bezogenheit mag realistisch gemeint sein, wurde für mich aber zur Belastung beim Lesen.

Der im Klappentext angekündigte Humor blieb für mich komplett unsichtbar. Ich habe kein einziges Mal gelacht. Was als schräg oder witzig verkauft wird, wirkte auf mich bemüht oder schlicht leer.

Auch die übrigen Figuren bleiben auffallend blass. Dabei wäre gerade im familiären und schulischen Umfeld viel Potenzial vorhanden gewesen. Statt Entwicklung gibt es Momentaufnahmen ohne Konsequenz. Die Charaktere bleiben Skizzen, keine Menschen, und genau so fühlen sich auch ihre Beziehungen an.

Am stärksten geärgert hat mich die Auflösung rund um den angekündigten Tod. Als klar wurde, worauf es hinausläuft, war ich nicht bewegt, sondern wütend. Die Parallelen zu einem sehr bekannten, zutiefst traurigen Film sind kaum zu übersehen. Statt dieser Thematik mit Ernst oder Sensibilität zu begegnen, wird sie in meinen Augen ins Lächerliche gezogen. Was emotional hätte treffen können, wirkte am Ende billig und respektlos gegenüber der eigenen Idee.

Die Handlung selbst empfand ich - ebenso wie die Figuren - größtenteils als unglaubhaft. Viele Entscheidungen erscheinen konstruiert, Konflikte entstehen und lösen sich ohne innere Logik. Der Plot trägt seine Themen nicht, sondern streift sie nur. Tiefe entsteht weder durch Sprache noch durch Handlung.

Unterm Strich hat mir dieses Buch nichts gegeben. Keine neuen Gedanken, keine emotionale Resonanz, keinen nachhaltigen Eindruck. Ich habe lange überlegt, wem ich „Und du kommst auch drin vor“ empfehlen könnte, und bin zu keinem Ergebnis gekommen. Für mich bleibt es eine vertane Chance mit einer interessanten Idee, die weder sprachlich noch inhaltlich ausgeschöpft wurde.

©2026 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 26.01.2026

✎ Marie Matisek - Marita 1 Sonnensegeln

Sonnensegeln
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Ich habe „Sonnensegeln“ von Marie Matisek völlig anders erlebt, als es Cover und Titel nahelegen. Was nach sommerlicher Urlaubslektüre aussieht, entpuppt sich für mich als Roman, der mehr irritiert als ...

Ich habe „Sonnensegeln“ von Marie Matisek völlig anders erlebt, als es Cover und Titel nahelegen. Was nach sommerlicher Urlaubslektüre aussieht, entpuppt sich für mich als Roman, der mehr irritiert als trägt. Die Grundidee - eine Krankenschwester, die auf eine Anzeige für eine Privatpflege in Südfrankreich reagiert - wirkt auf dem Papier durchaus reizvoll. In der Umsetzung verliert sie jedoch schnell an Glaubwürdigkeit.

Mein Unbehagen setzt früh ein: Eine etwa fünfzigjährige Frau bewirbt sich über eine ausländische Stellenanzeige - in einer deutschen Zeitung (!) - und spricht kein Wort Französisch. Es erfolgt lediglich ein 4-wöchiger Intensivkurs. Dass sie als ausgebildete Krankenschwester trotzdem problemlos arbeitet und Gespräche führt, erscheint mir unrealistisch. Gerade in diesem Beruf ist Sprache kein Beiwerk, sondern Voraussetzung. Aus eigener Erfahrung mit dem Auswandern weiß ich, wie anspruchsvoll selbst einfache Alltagskommunikation sein kann - hier wird sie erstaunlich beiläufig behandelt.

Im weiteren Verlauf häufen sich Logiklücken, die sich nicht mehr überlesen lassen. Ein Charakter verbringt regelmäßig stundenlang Zeit in einem verqualmten Zimmer, angeblich während einer Dialyse, und niemand bemerkt Geruch oder äußere (fehlende) Veränderungen. Ebenso irritierend ist, dass Aussagen über die Selbstständigkeit eines gelähmten Menschen widerspruchslos hingenommen werden, obwohl sie offenkundig Fragen aufwerfen müssten. Auch die Episode mit dem fremdsprachigen Navigationssystem wirkt konstruiert, weil naheliegende Lösungen schlicht ignoriert werden. Diese Details summieren sich und untergraben zunehmend das Vertrauen in die Erzählung.

Hinzu kommen die romantischen Verstrickungen. Die Beziehung zwischen Marita und Lucien folgt bekannten Mustern und bleibt für mich vorhersehbar. Problematischer ist jedoch, dass nahezu jeder männliche Kontakt sofort romantisch aufgeladen wird. Dadurch verliert die Geschichte weiter an Bodenhaftung, und meine emotionale Distanz zur Hauptfigur wächst, statt sich zu verringern.

Grundsätzlich schätze ich Romane mit mehreren Handlungsebenen. In „Sonnensegeln“ trägt die zweite Ebene jedoch nichts zur Entwicklung der Hauptgeschichte bei. Ihr Ende wirkt konstruiert und steht für mich in keinem Verhältnis zu dem, was zuvor aufgebaut wurde. Hier hatte ich den Eindruck, dass Erwartungen geweckt werden, die sich am Ende nicht einlösen.

Zwar gibt es atmosphärisch schöne Beschreibungen der südfranzösischen Landschaft, doch sie können die erzählerischen Schwächen nicht ausgleichen. Am Ende bleibt ein Roman, der bei mir keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Entsprechend werde ich auch den Folgeband „Mirabellensommer“ nicht zur Hand nehmen.

©2026 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 17.09.2025

✎ Peter Forrest - Kap Hoorn: Sturm und Leidenschaft

Kap Hoorn
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Ich habe „Kap Hoorn - Sturm und Leidenschaft“ von Peter Forrest schon vor langer Zeit zugeschickt bekommen, vermutlich direkt bei Erscheinen. Da mich der Klappentext damals nicht besonders ansprach, wanderte ...

Ich habe „Kap Hoorn - Sturm und Leidenschaft“ von Peter Forrest schon vor langer Zeit zugeschickt bekommen, vermutlich direkt bei Erscheinen. Da mich der Klappentext damals nicht besonders ansprach, wanderte das Buch ungelesen auf meinen SuB und hatte dort nie echte Priorität. Erst durch eine Leseaktion habe ich es wieder in die Hand genommen und mir gedacht: Ein Kapitel kann ich ihm wenigstens geben. Am Ende habe ich es tatsächlich durchgelesen - doch wirklich mitgenommen hat es mich nicht.

Die Sprache war für mich von Anfang an schwer zugänglich. Schon der Klappentext wirkte verschachtelt und umständlich, zudem wird der Leser konsequent gesiezt. Das schafft eine förmliche Distanz, die mich eher an ältere Reiseliteratur erinnerte als an einen Roman, der Emotionen wecken soll. Ich empfand diesen Stil zu gestelzt mit zu wenig Nähe. Das hat sich beim eigentlichen Text leider bestätigt. Lange Schachtelsätze und detailverliebte Beschreibungen haben das Geschehen immer wieder ausgebremst. Manche Formulierungen wirkten dabei so antiquiert, dass ich mich fragte, wer heute noch so spricht.

„Bis zum festlichen Dinner blieb noch etwas Zeit zur Erholung.
Er nutzte sie zur ausgiebigen Körperpflege und besonders auffälliger textiler Ausstattung.“ (S. 25)

„Hastig umgab er sich mit sommerlicher Kleidung, […]“ (S. 30)

Die Figuren haben es mir zusätzlich schwer gemacht. Der namenlose Passagier, der im Mittelpunkt der Handlung steht, blieb mir unsympathisch und undurchsichtig. Seine Gefühle für die Passagierin wirkten für mich nicht nachvollziehbar, eher obsessiv als romantisch. An manchen Stellen ging sein Verhalten deutlich in Richtung Stalking, was eher Unbehagen als Spannung auslöste. Gerade weil die Passagierin nicht einmal frei ist, erschienen mir seine Annäherungen aufdringlich und fehl am Platz. Empathie konnte ich dafür nicht aufbringen. Die Hauptfigur schaffte es einfach nicht, bei mir Bindung oder Mitgefühl auszulösen.

Was mich ebenfalls irritiert hat, war die Diskrepanz zwischen Ankündigung und Inhalt. Im Klappentext wird versprochen, dass das Buch Einblicke in Land und Leute sowie Naturereignisse rund um Kap Hoorn geben soll. In der Realität begegneten mir jedoch hauptsächlich lange Passagen über gesellschaftliche Gepflogenheiten und Preise bei den Ausflügen. Die erhoffte Atmosphäre von Abenteuer und gewaltiger Natur habe ich kaum gespürt.

Mein Eindruck ist, dass Peter Forrest hier vielleicht eigene Erfahrungen oder Erinnerungen verarbeitet hat. Wäre das Buch klarer als autobiografisch gekennzeichnet gewesen, hätte man es vermutlich mit anderen Erwartungen gelesen und vielleicht auch anders bewertet. So blieb es für mich ein distanziertes Werk, das mich trotz Durchhaltevermögen nicht berühren konnte.

©2025 Mademoiselle Cake