Profilbild von Lilli33

Lilli33

Lesejury Star
online

Lilli33 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lilli33 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine Anthologie von Que(e)rdenkern

Unicorns don't swim
0

Broschiert: 256 Seiten
Verlag: AvivA (16. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3932338823
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Preis: 14,90€

Eine Anthologie von Que(e)rdenkern

Antje Wagner ...

Broschiert: 256 Seiten
Verlag: AvivA (16. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3932338823
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Preis: 14,90€

Eine Anthologie von Que(e)rdenkern

Antje Wagner hat in diesem Band 20 Erzählungen von 16 Autorinnen zusammengestellt, die sich alle um Mädchen bzw. junge Frauen drehen, die in irgendeiner Weise aus der typischen Mädchenrolle fallen, oder um Mädchen in besonderen Lebenssituationen. Dazu kommen ein Vorwort der Herausgeberin und am Schluss eine Übersicht der verschiedenen Autorinnen samt literarischem Werdegang und O-Ton. Besonders der O-Ton hat mir sehr gut gefallen, schafft er doch eine gewisse Nähe zwischen Leser und Autor.

Die einzelnen Erzählungen sind zwischen 3 und 23 Seiten lang und vom Inhalt her sehr unterschiedlich, wenngleich es immer in irgendeiner Form um die Geschlechterrolle geht. Mal handelt die Erzählung von der Geschlechtsidentität, mal von mädchenuntypischem Verhalten. Mal sind die Geschichten realistisch, mal phantastisch. Aber ich kann sagen, alle 20 Erzählungen haben es geschafft, mich zu fesseln, die eine mehr, die andere weniger. Manche habe ich geradezu verschlungen, bei manchen blieb mir eine zu große Distanz zu den Protagonisten.

Aber lesenswert fand ich jede einzelne dieser Erzählungen. Weil sie den Blick über den eigenen Tellerrand ermöglichen. Weil sie zum Nachdenken anregen. Weil sie zum Teil verblüffen. Weil sie zum Teil spannend erzählt sind. Weil sie von interessanten Menschen handeln.

Dies ist ein wichtiges Buch, da es zeigt, dass es durchaus erlaubt ist, anders zu sein. Dass es vielleicht ein „Normal“ gar nicht gibt und somit auch kein „Anders“. Dass jeder das Recht haben sollte, so zu leben, wie er sich fühlt. Und dass wir alle nicht Mädchen und Jungen, Lesben und Schwule, Transgender und Cisgender sind, sondern einfach Menschen.

★★★★☆

Vielen Dank an den AvivA Verlag und Literaturschock, die mir freundlicherweise ein Leseexemplar zur Verfügung stellten.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Berührende Geschichte - locker zu lesen

Alles, was ich sehe
0

Format: E-Book
Dateigröße: 3779 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Königskinder (18. März 2016)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The One Thing
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: ...

Format: E-Book
Dateigröße: 3779 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Königskinder (18. März 2016)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The One Thing
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 10,99€
auch als gebundenes Buch erhältlich

Berührende Geschichte – locker zu lesen

Inhalt:

Die 17-jährige Maggie ist seit einem halben Jahr blind und tut sich alles andere als leicht mit ihrer neuen Situation. Als sie sich durch ein Missgeschick den Kopf anschlägt, kann sie plötzlich einen Jungen vor sich sehen, den 10-jährigen Ben. Warum sieht sie ausgerechnet ihn? Als sie sich dann noch in Bens großen Bruder Mason verliebt, ist das (Gefühls-) Chaos komplett.

Meine Meinung:
Ich war sehr gespannt auf dieses Jugendbuch, nachdem die Bewertungen fast durchweg bei 5 Sternen liegen. Vielleicht waren dadurch meine Erwartungen etwas zu hoch, oder meine Ansprüche sind einfach höher als die anderer Leser.

Das Buch ist toll und lässt sich super lesen, keine Frage! Der Schreibstil hat mich mitgerissen. Die Geschichte ist eigentlich ziemlich ernst, aber durchsetzt mit humorvollen Dialogen und Gedanken. Hierfür ist die Protagonistin Maggie mit ihrem Sarkasmus verantwortlich. Als Ich-Erzählerin zieht sie den Leser ganz nah an ihre Seite. Sie war mir sofort sympathisch und ich konnte ihre, gelinde gesagt, Unzufriedenheit mit ihrer Blindheit und ihr leicht rebellisches Wesen absolut gut nachvollziehen.

Aber es geht in diesem Buch noch um viel mehr, um das Verhältnis zu ihren Eltern und zu ihren Freundinnen, das seit der Erblindung doch sehr gelitten hat. Dieser Aspekt wurde zwar immer wieder aufgegriffen, wurde aber doch recht schnell und oberflächlich abgehandelt.

Auch mit der Liebesgeschichte kam ich nicht ganz klar. Das ging mir zu hoppladihopp. Die Entwicklung war mir etwas zu sprunghaft. Vor allem blieb Mason für mich ziemlich unscheinbar. Was bei ihm den großen Reiz ausmachen soll, sodass ihm die Mädchen in Scharen zu Füßen liegen, ist leider nicht zu mir durchgedrungen.

Aber den kleinen Ben mit seiner großen Klappe und seinem noch größeren Herzen muss man einfach mögen. Mal wirkt er ganz kindlich, dann wieder so reif und altklug, dass es einen schier von den Socken haut. Sein Frohsinn ist furchtbar ansteckend und so musste ich während der Lektüre ganz oft vor mich hin schmunzeln.

Trotz kleiner Kritikpunkte empfehle ich das Buch gerne weiter, denn es sorgt ganz sicher für ein paar schöne Lesestunden und auch etwas Stoff zum Nachdenken. Als Zielgruppe werden Jugendliche ab 14 Jahren angegeben. Ich denke aber, dass auch 12-Jährige schon gut damit klarkommen.

★★★★☆

Herzlichen Dank an NetGalley und an Königskinder, ein Imprint des Carlsen Verlags, die mir ein Gratis-E-Book zukommen ließen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Tolle Idee, viel Spannung, aber eine Protagonistin zum Abgewöhnen

Rain – Das tödliche Element
0

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (19. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737351553
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The Rain 1
Preis: ...

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (19. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737351553
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The Rain 1
Preis: 16,99 €

Tolle Idee, viel Spannung, aber eine Protagonistin zum Abgewöhnen

Inhalt:

Ruby ist 15 und lebt mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihrem kleinen Bruder in Dartbridge, England. Sie ist ein typischer Teenager. Ärger mit den Eltern bzw. dem Stiefvater ist an der Tagesordnung. Ansonsten dreht sich Rubys Leben hauptsächlich um Jungs, um Coolness und gutes Aussehen. Bis es eines Tages zur Katastrophe kommt. Es regnet, und der Regen enthält tödliche Bakterien aus dem Weltall. Wer damit in Berührung kommt, stirbt relativ schnell und qualvoll. Von heute auf morgen gibt es kein Trinkwasser mehr. Die Seuche ist hochgradig ansteckend. Ruby ist plötzlich auf sich allein gestellt, muss ums Überleben kämpfen und versucht, sich zu ihrem Vater nach London durchzuschlagen.

Meine Meinung:
Eigentlich hat mir „Rain. Das tödliche Element“ super gefallen … eigentlich. Wenn da nicht diese nervige Protagonistin Ruby gewesen wäre. Ruby ist eine Person, um die ich im richtigen Leben einen großen Bogen machen würde. Es hat den Anschein, als würde sie sich mit ihrem Stiefvater immer rein aus Prinzip anlegen. Daneben ist für sie am wichtigsten, dass sie gut aussieht oder von anderen für cool gehalten wird. Das mag ja noch angehen, wenn die Zeiten gut und normal sind. Aber wenn ich fast allein auf der Welt bin und vor Durst fast umkomme, habe ich doch andere Probleme, als mir die Haare zu färben und immer wieder das Make-up aufzufrischen, weil es ja sein könnte, dass doch ein Bekannter überlebt hat und mich auf der Straße erkennt. Und wenn der Regen so gefährlich ist und ich noch extra eingetrichtert bekomme, dass ich nachdenken soll, bevor ich etwas tue, dann schaue ich doch auf jeden Fall nach, ob es regnet, bevor ich das Haus verlasse. Ruby dagegen hat nur ihr Aussehen im Sinn. Sorry, aber so viel Oberflächlichkeit ist mir zu blöd.

Zum Glück erzählt Virginia Bergin aber so spannend und atmosphärisch dicht, dass ich Rubys unverständliches Verhalten schließlich weitgehend ausblenden konnte. Ich verfolgte die Geschichte wirklich gebannt und fieberte sogar mit Ruby mit. Sie ist ja zum Glück nicht wirklich unsympathisch, obwohl sie teilweise schon ziemlich arrogant wirkt. Mir hat auch ihre Entwicklung im Verlauf des Buches sehr gut gefallen. Sie wird um einiges reifer und verantwortungsbewusster.

Die Sprache wirkt sehr jugendlich und flapsig. Das passt einerseits natürlich zu einer fünfzehnjährigen Ich-Erzählerin, andererseits ist es etwas mühsam zu lesen, vor allem weil viele Wörter oder Sätze in Blockbuchstaben geschrieben sind, wenn Ruby etwas betonen will oder schreit. Dieses Mittel wird für meinen Geschmack etwas zu häufig eingesetzt. Gut gefallen hat mir dagegen die Idee, Fluch- und Schimpfwörter durch Schmetterlingszeichnungen zu ersetzen. Ich finde, gerade in Jugendbüchern gibt es im Allgemeinen viel zu viele Kraftausdrücke. Man kann sie sich zwar auch hier denken, aber es ist eben doch etwas anderes, wenn sie ausgeschrieben sind.

Das Buch endet mit einem kleinen Cliffhanger, der natürlich neugierig auf den 2. Band macht.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Was wäre, wenn?

Das gibts in keinem Russenfilm
0

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: S. FISCHER; Auflage: 3 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3100022981
Preis: 19,99 €

Was wäre, wenn?

Ich muss gestehen, ich habe mich vor dem Lesen ...

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: S. FISCHER; Auflage: 3 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3100022981
Preis: 19,99 €

Was wäre, wenn?

Ich muss gestehen, ich habe mich vor dem Lesen nicht groß über dieses Buch informiert, auch nicht über den Autor, von dem ich bisher nichts kannte. Ich habe also ganz unbedarft angefangen zu lesen.

Aha, eine Autobiographie, locker und flott geschrieben, sehr unterhaltsam. Der Autor wuchs in der DDR auf und schildert seine Erlebnisse mit den dort gegebenen Zwängen und seine ungewollten Zusammenstöße mit der Obrigkeit. Seine ersten Versuche als Autor. Hm, die Rechtschreibreform scheint an ihm abgeprallt zu sein. Ständig dieses „daß“ und „mußte“ und andere Seltsamkeiten von vor der Reform. Aber okay. Weiterlesen …

Ähm, was? Wir sind mittlerweile schon in den 1990er Jahren angelangt, und Thomas Brussig darf nicht in den Westen ausreisen? 2000, und er bekommt immer noch Ärger mit der Stasi? Hier stimmt wohl etwas nicht!

Jetzt habe ich es kapiert. Es handelt sich bei diesem Roman um eine fiktive Autobiographie, in der Thomas Brussig sich selbst spielt, für die DDR aber ein Szenario entwickelt, das sie bis heute bestehen lässt. Eine Wiedervereinigung hat es nie gegeben. Und folglich auch keine Rechtschreibreform.

Eine tolle Idee! So hätte es sein können, wenn es nicht anders gekommen wäre. Mit viel Humor, Ironie und Sarkasmus entwirft Brussig sein Bild von einer parallelen Entwicklung der DDR. Er lässt jede Menge bekannte DDR-, aber auch BRD-Bürger auftreten, wie Egon Krenz, Sarah Wagenknecht, Wolfgang Schäuble, Gregor Gysi und Udo Lindenberg. Nicht alle kommen gut weg, und nicht immer ist ersichtlich, ob Brussig ihr Verhalten als positiv oder negativ ansieht. Seine Rundumhiebe sind auf jeden Fall genial. Dabei fürchte ich, dass mir viele Anspielungen entgangen sind, weil ich mich mit der Materie nicht wirklich auskenne.

Brussig schreibt eigentlich sehr kurzweilig, also unterhaltsam. Trotzdem hätte ich mir an einigen Stellen eine straffere Erzählung gewünscht, da waren mir die Ereignisse dann doch zu lang ausgeführt. Insgesamt hat mir das Buch aber wirklich gut gefallen und bekommt gute vier Sterne von mir. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Brussig „Helden wie wir“, der im vorliegenden Roman immer wieder erwähnt wird und der sich glücklicherweise schon auf meinem SUB befindet.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Solider Krimi

Mörderische Angst
0

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 2 (20. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596032402
Originaltitel: The Dead will tell
Preis: 9,99 €

Solider Krimi

Inhalt:
Painters ...

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 2 (20. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596032402
Originaltitel: The Dead will tell
Preis: 9,99 €

Solider Krimi

Inhalt:

Painters Hill, 1979. Ein missglückter Raubüberfall kostet eine ganze Amisch-Familie das Leben, nur der 14-jährige Sohn Billy überlebt. Das Verbrechen wird nicht aufgeklärt.

Painters Hill, 2014. Ein Mann wird erhängt in seiner Scheune aufgefunden. Selbstmord? Mord? Chief of Police Kate Burkholder ermittelt. Schon bald finden sich bedrohliche Nachrichten an verschiedene Leute und weitere Tote folgen …

Meine Meinung:
„Mörderische Angst“ ist bereits der 6. Teil der Reihe um Kate Burkholder. Ich kenne die vorhergehenden Bände nicht, was ich aber nicht als störend empfand. Burkholders berufliche und private Entwicklung spielt keine so große Rolle, dass man sie unbedingt von Anfang an mitverfolgen müsste. Und der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen.

Mir gefiel der Schreibstil ganz gut. Der Roman lässt sich gut und flüssig lesen. Dadurch dass Kate Burkholder als Ich-Erzählerin fungiert, ist man natürlich ganz nah an dieser Protagonistin dran und bei den Ermittlungen hautnah dabei. Allerdings werden einige Abschnitte auch aus einer anderen Perspektive erzählt. So weiß der Leser immer mehr als die Polizistin. Das fand ich weniger gelungen, denn es nimmt doch sehr viel von der Spannung. Überhaupt hätte ich von einem Thriller mehr Spannung erwartet, atemberaubende Spannung, die meinen Adrenalinspiegel ansteigen lässt. Die habe ich hier leider nicht gefunden. Ich will damit nicht sagen, dass das Buch nicht spannend ist, aber es fehlte mir eben der Thrill.

Aber die Geschichte ist gut konstruiert und hält einige Überraschungen parat, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Charaktere wirken authentisch. Vor allem die Amischen werden sehr gut dargestellt. Die Atmosphäre des Misstrauens zwischen den Amischen und den „Englischen“ kommt deutlich heraus.

Fazit:
„Mörderische Angst“ ist ein solider Krimi ohne große Mängel, aber nicht wirklich herausragend. Das gewisse Etwas hat mir einfach gefehlt.

Kate Burkholder-Reihe:
1. Die Zahlen der Toten
2. Blutige Stille
3. Wenn die Nacht verstummt
4. Tödliche Wut
5. Teuflisches Spiel
6. Mörderische Angst

★★★★☆