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Veröffentlicht am 02.07.2018

Warum wir nur sehen, was wir sehen wollen

Der Sommer der Pinguine
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Der Sommer der Pinguine ist ein kleines Schmuckstück mit Ecken und Kanten.

Autor Thomas Montasser hat sich bei seinem Werk von einem Bild inspirieren lassen, was beim Lesen schnell augenfällig wird. Denn ...

Der Sommer der Pinguine ist ein kleines Schmuckstück mit Ecken und Kanten.

Autor Thomas Montasser hat sich bei seinem Werk von einem Bild inspirieren lassen, was beim Lesen schnell augenfällig wird. Denn neben dem Inhalt stechen besonders die Illustrationen hervor.
Schon das Cover zeigt wohin die Reise geht und die Zeichnungen im Inneren unterstreichen den charmanten Charakter der Geschichte. Einer Geschichte die sich liest wie ein modernes Märchen im schicken Gewand. Sprachlich raffiniert und nicht ganz einfach zu lesen, inhaltlich in verschiedene Bereiche gegliedert. Teilweise sachlich aus Sicht der niedlichen Pinguine, teilweise verschroben aus Sicht der Protagonistin Mrs. Robington. Leider manchmal auch überheblich auf beiden Seiten, was den Lesegenuss etwas trübt.
Der Haupterzählstrang ist wirklich unterhaltsam, doch durch eine überflüssige Liebesgeschichte am Ende wird er sogar eher lahm.

Trotzdem kann man sich in dieses kleine Büchlein verlieben.
Es entführt den Leser aus dem Alltag und zeigt ihm die kleinen magischen Momente im Leben, für die man meist kein Auge hat. Es regt dazu an, seine Umwelt wieder bewusster wahrzunehmen und darüber nachzudenken wie ich mit ihr im Einklang leben kann.

Fazit:
Ein charmantes und nachdenkliches Büchlein, was den Leser verzaubern kann, wenn man ihm die Chance dazu gibt. Buchsüchtige die es gerne besonders realistisch mögen, sollten Abstand halten.

Veröffentlicht am 28.06.2018

Schokolade überwinder Grenzen oder Integration leicht gemacht

Sprichst du Schokolade?
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In Sprichst du Schokolade von Cas Lester geht es um die 12 jährige Josie und ihre neue Mitschülerin Nadima aus Syrien. Beide sprechen die Sprache der Anderen nicht, schaffen es aber trotzdem schnell auf ...

In Sprichst du Schokolade von Cas Lester geht es um die 12 jährige Josie und ihre neue Mitschülerin Nadima aus Syrien. Beide sprechen die Sprache der Anderen nicht, schaffen es aber trotzdem schnell auf kreativen Wegen Freundschaft zu schließen.

Und genau das ist eins der zentralen Themen des Buches. Es dreht sich alles um Freundschaft, Toleranz, Offenheit, gegenseitige Hilfe und natürlich Schokolade. Eingebunden in den Alltag von 12 jährigen Kids rund um Schule, Cliquen und Familie.

Das aktuelle Thema der Flüchtlingskrise ist auf sanfte, aber doch deutliche Weise eingebunden und kindgerecht verarbeitet worden.
Die Autorin schafft es dabei wunderbar, die kindliche Unvoreingenommenheit darzustellen. Eine Lebensspanne, in der es noch nicht so wichtig ist, welche Hautfarbe jemand hat oder welche Sprache er spricht. Natürlich gibt es auch unter Kindern schon Mobbing, allerdings ist die Kennenlernbereitschaft doch deutlich höher. Gewünscht hätte ich mir, dass die Kinder noch ein bisschen jünger wären, da sie manchmal nicht wie 12 wirken.
Nichtsdestotrotz gefallen mir die freche Josie und die intelligente Nadima. Sie geben ein herziges Gespann ab. Auch die Nebencharaktere sind glaubhaft und gut entwickelt, sodass man Cas Lester hierfür nur loben kann.

Der Schreibstil hat mir größtenteils auch gut gefallen, war mir nur manchmal zu möchtegern hip. Ansonsten liest sich das Buch wirklich nett, sowohl für junge, als auch für ältere Leser.

Fazit:
Ein schönes Kinderbuch über ein aktuelles und wichtiges Thema, von dem vor allem Erwachsene noch was lernen können.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Schwarz und Weiß

Dark Canopy
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Mit Dark Canopy nimmt Jennifer Benkau uns mit in eine Welt, bei der alles nur Schwarz oder Weiß zu sein scheint, obwohl vieles grau ist.

Eine klassische Geschichte Gut gegen Böse und die Frage wer überhaupt ...

Mit Dark Canopy nimmt Jennifer Benkau uns mit in eine Welt, bei der alles nur Schwarz oder Weiß zu sein scheint, obwohl vieles grau ist.

Eine klassische Geschichte Gut gegen Böse und die Frage wer überhaupt der Böse ist. Der Mensch der die Percents, extra für den dritten Weltkrieg gezüchtet hat und nun von ihnen unterjocht wird? Oder jene Elitesoladen, die nach dem Krieg nun ihrerseits über ihre Schöpfer herrschen?
Denn beide Seiten fühlen sich im Recht und haben gute Argumente.

Stellvertretend für die beiden Geschlechter lernen wir Joy, ein Rebellenmädchen und Neel, einen Percent kennen. Als Joy bei einem Streifzug durch die Stadt in die Hände des Feindes gerät, kommt ihr Weltbild ins Wanken.

Meinung:
Diese Geschichte wird vor einem dystopischen Hintergrund erzählt und erinnerte mich ein wenig an die Tribute von Panem und Co. Die ein oder andere Paralle ist halt gegeben, trotzdem haben wir auch viel eigenständiges, das diese Geschichte ausmacht. Die Percents zum Beispiel sind interessante Geschöpfe. Sie wirken fast menschlich haben aber sehr spannende Eigenheiten.
Auch das namensgebende Dark Canopy ist eine interessante Erfindung, die zusätzlich noch einen Umweltfaktor ins Spiel bringt, was mir gut gefallen hat. Um hier nicht zu spoilern, würde ich aber sagen lest selbst, denn es lohnt sich. Die Geschichte ist spannend, der Hintergrund gut durchdacht und die Schreibe gefällig.
Die Charaktere haben mir im großen und ganzen alle zugesagt, wobei ich hin und wieder Probleme mit der Protagonistin hatte, die für mich nicht immer logisch gehandelt hat. Neben ein paar Längen im Buch ist das für mich aber auch die einzige Schwäche, sodass ich darüber gut hinwegsehen konnte.
Mein absolutes Highlight am Buch ist der sehr spannende Cliffhanger am Ende, sodass ich mich auf den zweiten und abschließenden Teil schon sehr freue. Sowieso etwas was mir gut gefällt, das es keine klassische Trilolige ist.

Fazit:
Gute Geschichte, mit nur kleinen Mängeln. Von mir gibts für Fans von Panem und Co. auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 07.04.2018

Ein würdiger Abschluss, mit zu viel Hin und Her

GötterFunke 3. Verlasse mich nicht
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Der Kampf der Götter um die Weltherrschaft ist in vollem Gange. Agrios will den Ehrenstab, mit dessen Hilfe er Zeus endgültig stürzen kann. Doch so schnell geben die Götter in Monterey nicht auf. Jess ...

Der Kampf der Götter um die Weltherrschaft ist in vollem Gange. Agrios will den Ehrenstab, mit dessen Hilfe er Zeus endgültig stürzen kann. Doch so schnell geben die Götter in Monterey nicht auf. Jess gerät dabei immer wieder zwischen die Fronten, obwohl sie eigentlich die Nase voll hat von ihren göttlichen Freunden, allen voran Cayden. Sie ist immer noch tief verletzt, über seinen Vertrauensmissbrauch. Gibt es für die beiden noch eine Chance? und wie wird das Schicksal der Welt entschieden?

Mit dem Abschlussband der Triologie knüpft Marah nahtlos an den zweiten Band an. Sowohl stilistisch als auch inhaltlich. Leser dürfen sich also wieder über ihren gewohnt angenehmen Schreibstil und ihre humorvolle Art freuen. Auch die Zickereien in Sachen Liebesdingen sind wieder mit dabei, hier allerdings in einem Ausmaß, was mir deutlich zu viel ist. Daher muss ich diesmal schweren Herzens einen Punkt abziehen.
Mehr an Kritik muss ich aber zum Glück nicht üben, denn die Geschichte gefällt mir wieder sehr gut. Besonders die Vorstellung anderer Götter hat mir sehr gefallen. Alleine Aphrodite ist klasse gezeichnet und was es mit Pandoras Büchse wirklich auf sich hat, wollte ich auch schon immer mal wissen
Es gibt also wieder viel Neues zu entdecken und die Charaktere sind wirklich toll. Sie halten sich nicht immer an die offiziellen Legenden, was ich aber eher positiv finde. So ist etwas mehr Überraschung dabei. Auch die sterblichen Figuren wie u.a. Josh und Leah sind wieder mit von der Partie und bilden ein tolles Team hinter Jess, wenn die Götter sie mal wieder verrückt machen.
Und das tun sie oft. Immer wieder lassen sie sich etwas Neues einfallen, so das keine Langeweile in der Geschichte aufkommt. Besonders gefallen hat mir dabei das Ende. Ein wirklich würdiger Abschluss für diese tolle Göttergeschichte.

Fazit:
Ein schöner Abschlussband, mit zu viel Liebesduselei. Ansonsten toll gemacht.

Veröffentlicht am 27.03.2018

Eine spannende Zukunftsvision mit holprigem Stil

Hologrammatica
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Mit Hologrammatica entführt uns Tom Hillenbrand in eine Zukunft, die vorallem Fassade ist. Nichts ist mehr wie es scheint, jeder kann sein, wer er schon immer sein wollte und sterben wird für manche nur ...

Mit Hologrammatica entführt uns Tom Hillenbrand in eine Zukunft, die vorallem Fassade ist. Nichts ist mehr wie es scheint, jeder kann sein, wer er schon immer sein wollte und sterben wird für manche nur noch zu einer nebensächlichen Erfahrung.

Erzählt wird diese Geschichte von Galahad Singh. Er arbeitet als Quästor (ähnlich einem Kopfgeldjäger) und wird beauftragt, nach einer verschwundenen Computerexpertin zu suchen, die an wichtigen Verschlüsselungstechniken arbeitet. Während seiner Recherchen zu diesem Fall entdeckt er, das er über seine Welt nicht so viel weiss, wie er zu wissen glaubte. Je tiefer er hinter die Fassade guckt umso erstaunlichere Tatsachen fördert er zu Tage.
Das ganze macht er in einer Mischung aus klassischem Detektivroman und actionreichem James Bond Abenteuer. Kämpfe, Alkohol und Sex spielen dabei ebenso sehr eine Rolle, wie trockenes Faktensammeln. Eine Mixtur die mir eigentlich gut gefallen hat, auch wenn es leider zwischendurch ordentliche Durststrecken gab. Besonders im Mittelteil hat er geschwächelt, dafür wurde der Leser mit einem guten Schlussteil versöhnt.

Wichtiger noch als die Geschichte empfand ich bei diesem Buch aber den Schreibstil. Dieser ist speziell und nicht ganz einfach zu lesen. Besonders wenn man Sci-Fi nicht oft liest, kann man hier ins Straucheln kommen. Hillenbrand wirft mit Fachbegriffen nur so um sich und hat dazu noch einen Faible für aussergewöhnliche Namen.
So stolpert man doch immer wieder im Lesefluss, weil man erstmal recherchieren muss, worum es sich bei manchen Begriffen handelt.
Dies ist nicht Jedermanns Sache, aber Sci-Fi Fans werden es lieben.

Fazit:
Wer Lust hat sich in einer hochtechnisierten Zukunftsvision umzuschauen und Detektivromane mag, wird mit diesem Buch glücklich werden. Wen Technik und Fachbegriffe abschrecken, sollte hier besser die Finger davon lassen. Entscheidet also selbst. Ich wurde gut unterhalten.