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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2018

Ein Lesehighlight

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
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Suzy ist 12 Jahre alt und am Ende der Sommerferien erfährt sie von ihrer Mutter, dass ihre Freundin Franny tödlich verunglückt ist, ein Schwimmunfall. Aber wie kann das sein? Franny konnte doch so gut ...

Suzy ist 12 Jahre alt und am Ende der Sommerferien erfährt sie von ihrer Mutter, dass ihre Freundin Franny tödlich verunglückt ist, ein Schwimmunfall. Aber wie kann das sein? Franny konnte doch so gut schwimmen.
Erzählt wird das Buch aus der Perspektive von Su; in kursiver Schrift erfährt man rückblickend immer mehr über die Jahre der Freundschaft zu Franny, über die Höhen und auch die Tiefen. Den größten Teil nimmt jedoch die Erzählung aus der Gegenwart ein, wie Su mit dem Tod von Franny umgeht. Warum sie sich dazu entschließte nicht mehr zu sprechen und warum sie auf einmal Quallen so faszinierend findet. Die Quallen werden zu einem Projekt, eher zu einer Obsession.

Eine wunderbare Geschichte mit einem traurigen Thema, die jedoch auch Mut zur Hoffnung gibt. Eine Geschichte über das Leben, über Familie und Freundschaft. Und über Naturwissenschaften, vorrangig über Quallen, aber nicht nur. Erstaunliche Fakten hat die Autorin hier geschickt in die Geschichte eingebunden. Ein sehr poetisches Buch mit einem wunderbaren Schreibstil und einer tollen Aufmachung.

Veröffentlicht am 27.06.2018

Wunderschönes Buch

Sag den Wölfen, ich bin zu Hause
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June ist erst 15 Jahre als ihr gelieber Onkel Finn stirbt, mit dem sie so viel verband und mit dem sie so viel unternommen hat, der sie verstanden hat. Aber dann stirbt er einfach an AIDS. Und dann muss ...

June ist erst 15 Jahre als ihr gelieber Onkel Finn stirbt, mit dem sie so viel verband und mit dem sie so viel unternommen hat, der sie verstanden hat. Aber dann stirbt er einfach an AIDS. Und dann muss June feststellen, dass es da noch jemanden gab, der ihren Onkel geliebt hat. Der Roman spielt in den 1980er Jahren, in denen das Thema AIDS groß rauskam, aber man es nicht offen angesprochen hat. So hat auch Junes Schwester schon Probleme damit nur den Namen auszusprechen.
Die Geschichte einer Familie, die Geschichte einer Jugendlichen, aber kein typischer Jugendroman, sondern einer, der zurecht in der Erwachsenenabteilung zu finden ist, auch wenn er sicher auch für Jugendliche ist, aber es steckt mehr Anspruch dahinter als hinter einem typischen Jugendroman.
Ein wunderbarer Schreibstil, eine Geschichte, in die ich versunken bin und auch ich habe mit jeder Seite Finn mehr vermisst. Aber auch eine Geschichte, die manchmal ihre lustige Seite zeigt, die jedoch immer "leise" daherkommt und sich so in mein Herz geschlichen hat. Dieses Buch empfehle ich uneingeschränkt allen, die etwas Besonderes suchen, das sich von der Masse abhebt.

Veröffentlicht am 27.06.2018

Hochaktuell

Das Eis
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Eine Expedition reicher Touristen in die Arktis; Frust breitet sich aus, das Wetter ist nicht wie versprochen und vor allem wurde immer noch kein Eisbär gesichtet. Dann schickt die Besatzung verbotenerweise ...

Eine Expedition reicher Touristen in die Arktis; Frust breitet sich aus, das Wetter ist nicht wie versprochen und vor allem wurde immer noch kein Eisbär gesichtet. Dann schickt die Besatzung verbotenerweise eine Drohne los und das Schiff ändert den Kurs, die Urlauber erhalten den Blick auf den Eisbären. Dann werden sie auch noch Zeugen eines Naturschauspiels: der Gletscher kalbt. Wahnsinn. Aber dann taucht auf einmal eine Leiche aus dem Wasser aus. Der vor vier Jahren verunglückte Polarforscher und ehemaliger Greenpeaceaktivist Tom Harding.
Schnitt. Sean Cawson auf seiner morgendlichen Joggingrunde in London erhält einen Anruf und erfährt so, dass die Leiche seines Freundes gefunden wurde.
Ausgehend aus der Gegenwart und der Vergangenheit erfährt der Leser die Geschichte von Sean und auch Tom, aber immer wieder im Vordergrund steht die Arktis und wie bedroht sie ist, was die Erderwärmung und die Menschheit dort angerichtet hat.
Dieses Buch ist so viel mehr als ein Thriller, es ist ein Appell an die Menschen besser mit den Ressourcen der Erde und der Umwelt umzugehen. Das Buch zeigt uns nicht nur die Schönheit und die durch Menschen verursachte Bedrohung, sondern auch die Tierwelt und zu Beginn des jeweiligen Kapitels gibt es passende Zitate aus Expeditionen etc.
Das Buch nimmt am Ende nochmal ordentlich an Spannung auf, wird politischer und stimmt nachdenklich.

Veröffentlicht am 26.06.2018

Etwas Besonderes

Die letzte Reise der Meerjungfrau
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Wir schreiben das Jahr 1785 und der Kaufmann Jonah Hancock kommt durch seinen Kapitän in den Besitz einer Meerjungfrau. Dies öffnet ihm Türen und Tore und er steigt in die hohe Londoner Gesellschaft auf. ...

Wir schreiben das Jahr 1785 und der Kaufmann Jonah Hancock kommt durch seinen Kapitän in den Besitz einer Meerjungfrau. Dies öffnet ihm Türen und Tore und er steigt in die hohe Londoner Gesellschaft auf. Er verkauft die Meerjungfrau und wird sehr reich, doch nur eines kann er nicht kaufen, was er jedoch begehrt....
Mir war lange nicht klar, wohin es auf dieser "Reise" gehen wird und ich kann nur die Empfehlung geben, sich auf diesen Roman einzulassen, nicht in Konventionen oder Schubladen zu denken, sondern sich einfach in dieses Leseereignis zu stürzen. Ein wunderbarer Schreibstil und eine verschlungene, phantasievolle Geschichte haben dieses Buch für mich zu einem Leseerlebnis auf hohem Niveau gemacht. Schon auf den ersten Seiten bin ich in aufgrund des wunderbaren Schreibstils in die Geschichte eingetaucht, fühlte mich zurück versetzt ins späte 18. Jahrhundert.

Veröffentlicht am 24.06.2018

Geschichte einer Sucht

Clean
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„Sucht ist wie eine geladene Waffe, lassen wir uns nicht täuschen, aber so lange sie niemand in die Hand nimmt, ist sie ungefährlich. Alkohol, Drogen, Essen, Sex…- all das ist nicht von sich aus schädlich. ...


„Sucht ist wie eine geladene Waffe, lassen wir uns nicht täuschen, aber so lange sie niemand in die Hand nimmt, ist sie ungefährlich. Alkohol, Drogen, Essen, Sex…- all das ist nicht von sich aus schädlich. In einer Welt, in der die meisten Leute sich an ihre Verschreibungen halten, illegale Drogen meiden und eine gesunde Beziehung zu Essen und Alkohol pflegen, müssen wir davon ausgehen, dass wir selbst das Problem sind.“ (S. 65)

Lexi Volkov, Tochter eines reichen russischen Hotelkettenbesitzers, wird von ihrem älteren Bruder auf eine Insel gebracht, auf der sich eine Entzugsklinik für Reiche befindet. Sie ist voll gepumpt mit diversen Drogen. Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt und ist unterteilt in die 10 Schritte, die Suchtkranke in dieser Einrichtung durchlaufen müssen, angefangen von der Tatsache zuzugeben, dass man ein Problem hat über, bis hin zur Anerkennung, dass man ein Problem hat, zur Wiedergutmachung und letztendlich die Genesung als lebenslanges Engagement zu begreifen. Doch dieser Weg ist nicht immer linear und nicht jeder schafft ihn. Wichtig ist, dass der Süchtige es möchte und schafft, sich selber zu lieben.
Dadurch, dass die Geschichte aus Sicht der 17jährigen erzählt wird, die ein Leben wie aus dem Bilderbuch führt, in einem Luxushotel wohnt, Geld kein Problem ist, einen Beruf zu erlernen nicht auf der Tagesordnung steht und die professionelle Partygängerin ist, wird klar, dass Geld allein eben nicht glücklich macht oder alle Probleme löst. Dass es wichtigeres gibt, nämlich den Rückhalt der Familie, echte Freunde und nicht nur solche, die nur dein Geld möchten.
Interessanterweise haben alle Jugendliche in dieser Klinik ein anderes Suchtproblem und der Leser erfährt auch wie Lexi erst nach und nach, wer welche Süchte bekämpft. Die Erzählerin wird im Laufe des Buches erwachsen, übernimmt Verantwortung, aber es ist ein steiniger, harter Weg.
Ein Buch, das Mut macht, einen schweren Weg zu gehen, der sich jedoch lohnt. Am Ende des Buches werden Internetseiten angegeben, an die man sich wenden kann und auf die schon zu Beginn hingewiesen wird. Ein Buch, das aufrüttelt, jedoch nicht nur problembeladen ist. In dem es auch um Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Co-Abhängigkeit, London, Pferde,… geht. Ein Buch, das mich begeistern konnte, ein Buch, das wichtig ist.