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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2018

Mittelmässig und vorhersehbar

Atlanta Bad Boys – Hard
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Nachtclubbesitzer Ryder Cole ist auf der Suche nach Jamie McEntire. Der schuldet ihm Geld und Ryder ist nicht bereit, sich länger vertrösten zu lassen. Er stürmt Jamies Haus und findet dort dessen Schwester ...

Nachtclubbesitzer Ryder Cole ist auf der Suche nach Jamie McEntire. Der schuldet ihm Geld und Ryder ist nicht bereit, sich länger vertrösten zu lassen. Er stürmt Jamies Haus und findet dort dessen Schwester Cassie vor. Sie ahnt nichts von den Schulden ihres kleinen Bruders und ist bereit, diese als Buchhalterin in Ryders Firma abzuarbeiten. Die gegenseitige Anziehung versucht sie zunächst abzustreiten und ihm zu widerstehen. Denn sie hat noch nicht mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen. Und sie ist nicht bereit, Ryder davon zu erzählen.

Selten habe ich von einem Paar gelesen, dass mich weniger beeindruckt hat. Cassie ist eine nette Person, die versucht, ihrem Bruder zu helfen. Und das nicht zum ersten Mal. Dabei ist sie gutgläubig und naiv, hat zu wenig Durchsetzungskraft. Manches Mal hätte ich sie schütteln mögen und ihr zurufen „Mädel, wehr Dich!“. Ihre letzten Jahre, die sie in England verbracht hat, belasten sie und sie versucht, dem zu entkommen.

Ryder hingegen ist nicht wirklich ein Bad Boy. Ja, er hat eine Vergangenheit als Fighter hinter sich, aber das macht ihn nicht zu einem schlechten Menschen. Obwohl er spürt, dass Cassie etwas vor ihm verbirgt, insistiert er nicht genug, als es um ihre Vergangenheit geht. Er gibt sich mit dem zufrieden, was Cassie nur gezwungenermassen preisgibt.

Mehr als die Protagonisten hat mir das Netzwerk an Freunden imponiert, das Ryder und Cassie haben. Sie stehen ihnen zur Seite, als es brenzlig wird und geben ihre volle Unterstützung. Über den ein oder anderen wird es wohl weitere Teile geben.

In einem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil mit teils merkwürdig gestalteten Sätzen erzählt Jagger mehr oder weniger abwechselnd aus beider Perspektive. Dabei überwiegt Cassies Teil deutlich. So kurz und knapp manche Kapitel formuliert sind, so viel Raum nehmen ihre Gedanken ein. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Lücken in Bezug auf Inhalt und Logik. Ich bin ja immer froh, wenn ein Buch keine unnötigen Längen aufweist, aber diesem Buch hätten 50 oder mehr Seiten gutgetan.

Selten ärgere ich mich über die Gestaltung von Covern bei Büchern. Hier aber gibt es einen stark tätowierten Helden und das Covermodel verfügt über eine makellose Haut. Da hätte der Verlag etwas Passenderes auswählen können.

Insgesamt wird hier keine neue Story erzählt. Ehemaliger Fighter wandelt sich zum Retter des Mädchens. Das ist insofern in Ordnung, wenn daraus eine innovative und spannende Geschichte wird. Die aber hat Eve Jagger leider nicht geschrieben. Ihr Buch ist vorhersehbar und wenig kreativ. Schade.

Herzlichen Dank an die Lesejury, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte. Man kann unschwer erkennen, dass es meine ehrliche Meinung nicht beeinflusst hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erotik
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 18.09.2018

Leider nicht besser als der erste Teil der Reihe

Turbulentes Verlangen
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Notfallkrankenschwester Lindsey ist nach einem Überfall in der Notaufnahme traumatisiert. Zwei Kollegen kamen dabei ums Leben, sie selber wurde schwer verletzt. Maverick Armstrong, mit dem sie bei der ...

Notfallkrankenschwester Lindsey ist nach einem Überfall in der Notaufnahme traumatisiert. Zwei Kollegen kamen dabei ums Leben, sie selber wurde schwer verletzt. Maverick Armstrong, mit dem sie bei der Hochzeit ihrer besten Freundin Stormy einen One-Night-Stand hatte, kennt die Problematik eines PTBS aus eigener Erfahrung und will ihr helfen, die schreckliche Tat zu bewältigen. Nachdem er sie geheilt hat - so sein fester Vorsatz - wird er sie verlassen. Denn er ist kein Mann für nur eine Frau und für monogame Liebe und Ehe nicht gemacht.

Melody Anne bringt ein schweres Thema in ihr Buch. Opfer von Überfällen leiden nicht selten ein Leben lang unter den Folgen der Tat. Die Bewältigung eines PTBS kann man nicht mal eben in ein paar Seiten unterbringen und mit einer derart seichten Romanze verknüpfen. Und Heilung, wie sie Maverick vorschwebt, ist in meinen Augen nicht in dieser Form möglich. Er ist übrigens einer der Protagonisten, die mich beim Lesen einfach nur nerven und unglaubwürdig wirken. Lindsey wurde demgegenüber deutlich komplexer dargestellt, bleibt aber auch seltsam flach.

Fast noch störender als im ersten Teil fand ich die wirklich schlimmen inhaltlichen Fehler. Maverick bricht sich einen Arm, spielt anschließend Baseball, geht im Meer schwimmen und schafft noch mehr solch unglaublicher Dinge. Was für ein Kerl…Und von solchen Beispielen gibt es leider noch mehr.

Natürlich ist Melody Annes Stil nicht zu verkennen. Trotz aller Mängel liest sich die Geschichte flüssig und schnell. Die erotischen Szenen sind wohldosiert, bringen aber mein Kopfkino nicht wirklich in Gang. Ob ich den dritten Teil noch lesen werde? Vermutlich, da der Cliffhanger am Ende des Buches natürlich reizt. Skeptisch werde ich dennoch darangehen.

Ich bedanke mich herzlich bei NetGalley und dem Verlag für das Rezensionsexemplar. Man merkt wohl, dass es meine ehrliche Meinung nicht beeinflusst hat.

Veröffentlicht am 10.09.2018

Eine lange, sehr lange, ruhige Geschichte ohne Höhen und Tiefen

CAKE - Die Liebe von Casey und Jake
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Jake, ein gefeierter junger Rockstar, lernt auf der Hochzeit seines Bruders die Collegestudentin Casey kennen. Jake ist ein wortkarger Einzelgänger, der sich von anderen Menschen distanziert. Casey hingegen ...

Jake, ein gefeierter junger Rockstar, lernt auf der Hochzeit seines Bruders die Collegestudentin Casey kennen. Jake ist ein wortkarger Einzelgänger, der sich von anderen Menschen distanziert. Casey hingegen ist eine übersprudelnde, witzige und redefreudige junge Frau, die wenig Scheu vor dem berühmten Sänger hat. Sie verbringen auf dieser Hochzeit viel Zeit miteinander und versuchen, einander näher zu kommen. Nicht einfach, denn Jake befindet sich gerade auf Welttournee und muss am nächsten Tag wieder abreisen.

Vermutlich ziehe ich mir hier den Zorn einiger begeisterter Leser zu, aber ich fand das Buch größtenteils langweilig, sterbenslangweilig. Einerseits ist es natürlich eine zu Herzen gehende Romanze. Kleinstadt-Studentin trifft auf Weltstar mit einer schrecklichen Vergangenheit - keine wirklich neue Idee, nebenbei. Jake wurde als Dreizehnjähriger von einem Serienmörder entführt und musste schreckliche, unaussprechliche Dinge erleiden. Casey mit ihrer leichten, humorvollen Art behandelt ihn wie einen normalen Menschen und nimmt ihn damit für sich ein. Und sie steht unerschütterlich an seiner Seite, gegen Neider, gegen die Presse, gegen alle und Alles. Haben wir das noch nie gelesen? Doch, natürlich. Und nicht nur einmal.

Es gibt keine Höhen und Tiefen in dieser Story. Die Geschichte plätschert auf hunderten Seiten so dahin, mit vielen - zugegeben - witzigen Dialogen, aber auch mit vielen langen inneren Monologen. Und da aus der Perspektive beider erzählt wird, gibt es auch etliche Wiederholungen. Immer wieder fallen die gleichen Formulierungen ohne Abweichungen, so dass ich oft dachte, ich hätte diesen Teil doch schon mal gelesen.

J. Bengtsson hat dieses Erstlingswerk geschrieben, weil sie sich einmal über eine wirklich schlechte Rockstar-Romanze geärgert hat. Aber in meinen Augen hat sie es nicht besser gemacht. Dem Buch fehlt es an Kreativität, an Schwung und Finesse und vor allem an Spannung, um mich daran zu fesseln. Erst kurz vor dem Ende passiert etwas Dramatisches, so dass ich schon fürchtete, es könnte mit einem Cliffhanger enden. Im Epilog wird dann aber doch das erwartete Ende ersichtlich.

Und das kam nun wirklich unerwartet. Da kämpfe ich mich durch so viele Seiten ohne Action, um dann auf wenigen Seiten so abgefertigt zu werden. Ernsthaft? Die Kapitel, die vorher überflüssig waren, haben vor dem Epilog gefehlt. Immerhin hat mir das Cover gut gefallen. Statt der momentan gern verwendeten, tätowierten und bärtigen Muskelmänner (klar, die sehe ich auch gerne an) sieht man den Musiker nur von hinten, was ihm - durchaus passend - etwas Geheimnisvolles verleiht.

Ich bedanke mich herzlich beim LYX Verlag und bei NetGalley für das Rezensionsexemplar. Man kann vermutlich erkennen, dass es meine ehrliche Meinung nicht beeinflusst hat.

Veröffentlicht am 01.08.2018

Stellenweise wirklich witzig, aber auch langatmig und nicht sexy wie gewohnt

Dating you, hating you - Hoffnungslos verliebt
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Evie und Carter, beide Agenten in verschiedenen Künstleragenturen in L.A., treffen sich auf einer Kostümparty bei gemeinsamen Freunden. Sie fühlen sich sofort voneinander angezogen, nicht nur rein körperlich, ...

Evie und Carter, beide Agenten in verschiedenen Künstleragenturen in L.A., treffen sich auf einer Kostümparty bei gemeinsamen Freunden. Sie fühlen sich sofort voneinander angezogen, nicht nur rein körperlich, sondern auch auf mentaler Ebene. Ihre Hingabe an ihren Job verbindet sie ebenso wie der gemeinsame Humor. Nach einer heissen Nacht stellt sich aber heraus, dass ihre Firmen fusionieren und beide als Konkurrenten in derselben Abteilung landen. Nur einer von ihnen allerdings wird den Job am Ende behalten. Das führt zu einem erbitterten Kampf zwischen Evie und Carter. Evie muss umso härter kämpfen, da es ganz offensichtlich ist, dass ihr idiotischer Macho von Chef sie raushaben will.

Deshalb legen sie einander in Form von teilweise hinterlistigen, teilweise wirklich witzigen Streichen Steine in den Weg. Beide hassen die Situation und müssen ihre aufkommenden Gefühle begraben. Denn eigentlich sorgen sie sich umeinander und wollen sich nicht wirklich verletzen.
Trotzdem sieht es zunächst so aus, als würde die Verliebtheit auf der Strecke bleiben.

Ich habe mit diesem Buch des Autorenduos Christina Lauren wirklich meine Schwierigkeiten gehabt. Die Beautiful-Reihe hat mich begeistert, so dass ich hohe Erwartungen in dieses neue Buch gelegt habe. Diese wurden nicht komplett enttäuscht, denn nach wie vor haben sie einen tollen Stil, liefern Sätze und Kapitel auf den Punkt, lassen keine Logikfehler aufkommen und jeder Schlagabtausch zwischen den Protagonisten ist witzig und pointiert. Auch die Nebenfiguren sind toll kreiert und verdienen eigene Stories.

Und eigentlich sollte man sich nicht beschweren, wenn ein Buch mal mehr geistreichen Inhalt hat als andere Romanzen. Wenn man als Leserin aber nicht in dieses Business Künstler und Hollywood involviert ist, verliert man schnell den Überblick und leider auch das Interesse. Es tauchen unglaublich viele Namen auf, von denen ich nicht nicht wusste, ob ich sie mir für den Fortgang der Story merken muss. Die Arbeit in einer Künstleragentur ist DAS vorherrschende Element im Buch. Das macht es langatmig und für Nichtkenner der Branche auch langweilig. Dabei bleibt zudem die Sexyness der vorherigen Bücher deutlich auf der Strecke. Und die wenigen erotischen Szenen haben nicht mal mein Kopfkino anspringen lassen. Zeitweise hatte ich das Gefühl, einen Erstlingsroman zu lesen.

Im Nachwort schreiben die Autorinnen, welche Schwierigkeiten sie mit dem Verfassen hatten und erst mit viel Hilfe des Lektorats das Buch herausgeben konnten. Ich wünschte, ich hätte die erste Version lesen können. Vielleicht wäre es mehr Christina Lauren-Stil gewesen.

Herzlichen Dank bei Harper Collins und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Man kann wohl erkennen, dass es meine ehrliche Meinung nicht beeinflußt hat.

Veröffentlicht am 10.07.2018

Enttäuschender Auftakt in eine neue Reihe

Turbulente Absichten
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Die Armstrong-Brüder sind ein wildes und zügelloses Quartett. Autorennen, Schlägereien, Frauengeschichten - sie lassen nichts aus. Ihr im Sterben liegender Vater verfügt in seinem Testament, dass sie ihr ...

Die Armstrong-Brüder sind ein wildes und zügelloses Quartett. Autorennen, Schlägereien, Frauengeschichten - sie lassen nichts aus. Ihr im Sterben liegender Vater verfügt in seinem Testament, dass sie ihr Erbe erst vollständig erhalten werden, wenn sie heiraten. Seine unreifen und verwöhnten Söhne sollen sich ihren Lebensunterhalt verdienen und Werte schätzen lernen.

Bei einer Hochzeit treffen sich Cooper und Stormy. Die gegenseitige Anziehung führt zu einem berauschenden One-Night-Stand, aber am nächsten Morgen verschwindet Stormy heimlich. Eher zufällig treffen sie sechs Jahre später wieder aufeinander und stellen fest, dass die Faszination füreinander unverändert ist. Aber beide verheimlichen etwas voreinander…

Zunächst scheint das Buch ein typisches Werk von Melody Anne zu sein: liebenswert, romantisch, humorvoll und mit einem guten Schuss Erotik. Auch hier gibt es wieder einen älteren Herrn - Onkel Sherman - der seine Neffen mit reizenden Frauen verkuppeln will. Dafür muss er ab und zu zu einem Trick greifen, um das Ganze zu forcieren.

Und da ist auch schon der erste Kritikpunkt: letztlich ist der Plot einfach zu ähnlich zur Milliardärsreihe. Es macht den Anschein, als tausche die Autorin nur Namen und Berufe und kreiert daraus eine neue Geschichte. Bei der Anderson-Reihe war das ok - bis alle Männer unter der Haube waren. Aber wenn eine neue Reihe startet, würde ich mir auch neue Ideen wünschen.

Ausserdem schien das Buch „mal eben hingeschrieben“ zu sein. Der Plot ist nicht ausgefeilt, erhält etliche Fehler im Hinblick auf Logik und Stringenz und öfter glaubte ich, ein Kapitel einfach überlesen zu haben. Falsch, diese Kapitel waren schlicht nicht vorhanden. Ich vermag nicht zu sagen, ob dies an der Übersetzung liegt oder bereits im Original so mangelhaft ist.

Natürlich kann man auch dieses Buch gut an einem verregneten Nachmittag lesen, aber ich habe leider nicht denselben Spass dabei gehabt wie bei anderen von Melody Annes Büchern. Ich setze meine Hoffnungen mal in den zweiten Teil.

Herzlichen Dank bei NetGalley und dem Verlag für das Rezensionsexemplar. Wie man unschwer erkennen kann, hat es meine ehrliche Meinung nicht beeinflusst.