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Veröffentlicht am 22.10.2016

Römische Verdächtigungen

Römische Verdächtigungen
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Commissario Alessandro Caselli wird zu einem Tatort gerufen und findet eine auf brutalste Art und Weise entstellte Leiche einer Frau vor. Es handelt sich bei der Leiche um eine junge Kunststudentin, die ...

Commissario Alessandro Caselli wird zu einem Tatort gerufen und findet eine auf brutalste Art und Weise entstellte Leiche einer Frau vor. Es handelt sich bei der Leiche um eine junge Kunststudentin, die nur anhand ihrer sehr außergewöhnlichen Ohrringe identifiziert werden kann. Bei der Identifizierung ist ihr Cousin behilflich und mischt sich fortan intensiv in die polizeilichen Ermittlungen ein. Diese führen alle Beteiligten quer durch Rom, durch die Kunstszene und die ein oder andere mysteriöse Gestalt gerät in den Fokus der Polizei.

Ich muss zugeben, dass ich mit all den italienischen Namen teilweise Probleme hatte und die Personen zeitweise kaum auseinander halten konnte. Das Buch an sich lässt sich gut lesen, jedoch darf man hier keinen vor Spannung triefenden Krimi erwarten. Es ist eine unblutige Story, die man gut bei dem derzeit ungemütlichen Wetter auf der Couch genießen kann. Die Spannung ist zu Beginn noch da, doch diese verflüchtigt sich leider, da sehr viele Nebenschauplätze und andere Handlungsstränge beleuchtet werden, die den Leser die ursprüngliche Story aus den Augen verlieren lassen. Man hat das Gefühl, dass die Ermittlungen hier nur zweitrangig sind.

Ich liebe Rom und es ist schön in dem Buch durch die Straße von Rom zu laufen und diverse Orte zu besichtigen, doch hätte ich mir ein wenig mehr Spannung und eher einen Krimi und weniger einen Roman gewünscht. Für Zwischendurch ist das Buch völlig in Ordnung, aber eingefleischte Krimifans werden denke ich eher enttäuscht sein.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Alle meine Kinder

Alle meine Kinder
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Friederike Beaufort, Ende 60, hat sich nach vielen Überlegungen dafür entschieden ihr geliebtes Haus mit Garten zu verkaufen und gegen eine Wohnung in einer netten Hausgemeinschaft einzutauschen. Der Sohn ...

Friederike Beaufort, Ende 60, hat sich nach vielen Überlegungen dafür entschieden ihr geliebtes Haus mit Garten zu verkaufen und gegen eine Wohnung in einer netten Hausgemeinschaft einzutauschen. Der Sohn ihrer besten und leider schon verstorbenen Freundin hat sie dazu überredet, indem er ihr die Vorzüge des Lebens in der Stadt und die Risiken des einsamen Lebens einer ältere Frau in einem großen Haus auf dem Lande aufgezeigt hat.

Nun sitzt sie vor all den Klamotten, Fotoalben, Tagebüchern, dem Geschirr und den Bettbezügen und versucht so gut es geht auszumisten und ihren Besitz auf drei Zimmer aufzuteilen. Sie erstellt sich Listen, damit nichts vergessen oder übersehen wird, möchte diese strikt abarbeiten, doch die Erinnerungen, die sie mit dem Haus und all ihrem Hab und Gut verbindet, hindern sie hin und wieder daran und versetzen sie in ihre teils schmerzhafte Vergangenheit.

Ihre Vergangenheit war eine bewegte und doch von hauptsächlich einem Thema bestimmt: dem Wunsch nach einem Kind. Friederike engagierte sich in Frauenbewegungen, führte leidenschaftlich gerne Diskussionen über Gott und die Welt, machte Karriere und heiratete Ernst, einen Professor, der allerdings nicht ihr einziger Geliebter war. Doch schwanger zu werden und ein gesundes Kind zur Welt zu bringen war ab einem gewissen Zeitpunkt ihr größter Wunsch, der einfach nicht in Erfüllung gehen wollte. Verbissen, verzweifelt und blind von dem Wunsch nach einem Kind wurde sie zur „Stammpatientin“ im Krankenhaus, überredete ihren Mann an diversen Untersuchungen teilzunehmen und sich medikamentösen Therapien zu unterziehen. Von Monat zu Monat ging es nur noch darum den passenden Moment abzupassen, um Follikelbildung und um Insemination. Während die Geschwister, die Freundinnen und andere Bekannte um Friederike herum schwanger wurden, wurde sie immer depressiver, schwermütiger und freudlos.

Herrad Schenk hat in dem Buch „Alle meine Kinder“ ein schwieriges Thema angesprochen, welches jedes Paar beschäftigten könnte, das plant Kinder zu bekommen. Schwanger zu werden ist schließlich nicht für jede Frau einfach und es bedarf oft medizinische Hilfe, um schwanger zu werden und das gewünschten Kind zur Welt zu bringen. Das diese Prozedur und die bedrückende Wartezeit, das ständige Hoffen und Bangen eine Frau bzw. das Paar auf eine harte Probe stellt, versteht sich von selber.

Mir gefielen die Zeitsprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit und die damit verbundene Erzählweise. Ich kann nachvollziehen, dass das Thema Kinderwunsch sehr stark im Vordergrund des Buches stehen soll und dies wurde auch entsprechend umgesetzt. Doch meines Erachtens war es besonders im Mittelteil des Buches zu viel des Guten. Ich fand diesen Teil anstrengend zu lesen und musste das Buch hin und wieder zur Seite legen, da mich der Inhalt depressiv gestimmt und ein wenig genervt hat. Hier hätte ich mir gewünscht noch ein wenig mehr von Friederikes Vergangenheit was ihre Freunde, Arbeit, Hobbies etc. angeht kennenzulernen, da ich sie als eine sehr interessante Person empfinde. Die letzten Kapitel haben mich glücklicherweise versöhnlich gestimmt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Duft der Träume

Der Duft der Träume
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In dem Buch von Care Santos begleitet der Leser eine Schokoladenkanne auf Ihrer Reise durch mehrere Jahrhunderte.

Zu Beginn des Buches befindet sich diese im Besitz von Sara und ihrem Mann Max. Sara ...

In dem Buch von Care Santos begleitet der Leser eine Schokoladenkanne auf Ihrer Reise durch mehrere Jahrhunderte.

Zu Beginn des Buches befindet sich diese im Besitz von Sara und ihrem Mann Max. Sara ist Inhaberin einer Confiserie und Spezialistin für Pralinen und diverse Schokoladenvariationen. Sie ist Mutter von zwei Kindern und mit ihrem Eheleben nicht wirklich zufrieden, denn immer wieder flüchtet sie sich in die Arme eines anderen Mannes, der ausgerechnet der beste Freund von Max ist.

Im zweiten Abschnitt lernen wir Aurora kennen. Sie lebt im 19. Jahrhundert und ist ein frommes Dienstmädchen. Ihre Mutter, ebenfalls ein Dienstmädchen, hat sie nie kennenlernen dürfen, hat aber das große Glück von der Herrin und dem Herrn des Hauses geduldet und erzogen zu werden. Der Lebensweg von Aurora wird beschrieben, ihre Entwicklung aufgezeigt und ihr Bezug zu der Schokoladenkanne dargestellt.

Der letzte Abschnitt des Buches reicht noch weiter zurück in der Zeit. Hier spielt Mariana eine tragende Rolle, da sie als Frau gerne Schokolade produzieren möchte, jedoch an den damaligen vorherrschenden Gesetzen scheitert. Damals war dieser Beruf nur den Männern vorbehalten. Ihr verstorbener Ehemann hat ihr jedoch alle Tipps und Tricks zur Herstellung von Schokolade verraten, so dass sie das Geschäft eigentlich alleine weiterführen könnte. Doch mehrere Instanzen versuchen ihr das Leben schwer zu machen und an die Schokoladenmaschine ihren Gatten heranzukommen. Diese ist aber Marianas teuerster und wertvollster Besitz.

Als ich den Klapptext gelesen hatte, dachte ich an eine Geschichte von drei Frauen, die durch irgendetwas Besonderes miteinander verbunden sind. Ich dachte da zum Beispiel an eine Familiengeschichte/Verwandtschaft, jedoch stellte sich heraus, dass die einzigen Gemeinsamkeiten der Wohnort Barcelona und die besagte Schokoladenkanne sind. Somit sollte man als Leser nicht erwarten eine in sich verbundene Geschichte zu lesen. Jeder Abschnitt steht für sich und stellt eine Geschichte für sich dar. Diese Art und Weise ein Buch zu strukturieren ist außergewöhnlich und kommt sicher bei dem ein oder anderen Leser nicht gut an, da zu viele Fragen offen bleiben, doch auf der anderen Seite lässt dies viel Platz für Spekulationen und die eigene Phantasie.

In dem Buch werden unterschiedliche Epochen, Schicksale und Sachlagen mal gut und mal weniger gut beleuchtet. Mir haben beispielsweise die ersten beiden Abschnitte des Buches sehr gut gefallen, doch der dritte Abschnitt sagte mir überhaupt nicht zu. Die dort benannten Protagonisten sind farblos geblieben und erweckten keine richtigen Gefühle in mir. Die Art diesen Abschnitt in Briefform zu schreiben finde ich hingegen gut, doch die Briefe bzw. deren Inhalte waren mir ein wenig zu kitschig und die Ausführungen zu übertrieben. Weiterhin habe ich beim Lesen versucht in mir das richtige "Feeling" zu schaffen und mir vor meinem geistigen Auge die Stadt Barcelona so stark vorgestellt, dass ich gar nicht richtig gemerkt habe wie wenig über diese Stadt und das Flair eben dieser geschrieben wurde und die Lust auf Schokolade kam auch nur bedingt auf.

Der Schreibstil ist je nach Abschnitt anders, aber vorzugsweise gut. Beim Lesen sollte man allerdings Geduld mitbringen, da nicht alle Kapitel einfach zu lesen oder nachzuvollziehen sind. Man muss sich darauf einlassen, dass viele Charaktere eine Rolle spielen und versuchen hier den Überblick zu behalten.
Ich fand die Geschichte und die Idee der Autorin nicht schlecht und war eher nur von dem letzten Abschnitt enttäuscht. An der Umsetzung der Geschichte hätte man an der ein oder anderen Stelle noch etwas feilen können.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Mieses Karma hoch 2

Mieses Karma hoch 2
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Auf das neue Buch von D. Safier war ich sehr gespannt, da ich ein großer Fan von „Mieses Karma“ bin. Die Fortsetzung hat mich leider nicht auf ganzer Linie überzeugen können, da das Konzept sehr ähnlich ...

Auf das neue Buch von D. Safier war ich sehr gespannt, da ich ein großer Fan von „Mieses Karma“ bin. Die Fortsetzung hat mich leider nicht auf ganzer Linie überzeugen können, da das Konzept sehr ähnlich zum ersten Buch ist und somit für nicht allzu viele Überraschungen gesorgt hat.

Daisy, Anfang 30, eine chaotische, wenig erfolgreiche und völlig bankrotte Schauspielerin, die in einer WG lebt und noch nie jemanden richtig geliebt hat und der reiche, arrogante Hollywood-Schauspieler und Schönling Mark Barton treffen sich am Set zum neuen James Bond Streifen. Leider läuft alles nicht so wie geplant und am Ende ist der geliebte Hund des Schauspielers tot und Daisy ist schuld. Sie will sich bei Barton entschuldigen und steigt völlig übereilt zu ihm in seinen Sportwagen, in dem beide leider kurze Zeit später verunglücken und gemeinsam als Ameisen wiedergeboren werden, da sie in ihren Leben einfach zu viel schlechtes Karma angesammelt haben. Der gute alte Bekannte aus dem ersten Buch Buddha erklärt den beiden kurz und knapp wo sie sich befinden und warum und schon kann das große Abenteuer für Daisy und Marc beginnen. Sie können sich absolut nicht leiden, wollen jedoch die Karma-Leiter nach oben steigen. Gleichzeitig haben sie noch wichtige persönliche Anliegen, die sie auf jeden Fall erledigen wollen und das heißt nichts Gutes.

Ich fühlte mich bei der Lektüre dieses Buches gut unterhalten, einige Lacher waren dabei und ich habe das Buch relativ schnell durchgelesen, aber es ist leider doch nur mittelmäßig. Ich hatte mehr Neuerungen und Überraschungen erwartet, vielleicht auch eine völlig neue Wendung, aber dies bleib aus. Der Schreibstil ist wirklich angenehm und einfach, aber mir fehlte in der Story der gewisse Pepp. Für Zwischendurch ist das Buch sehr zu empfehlen, aber es ist nichts Besonders und leider eher Durchschnitt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Überläufer

Der Überläufer
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„Der Überläufer“, in dem sich S. Lenz mit dem Krieg und all seiner Wucht und Sinnlosigkeit befasst, wurde nun erst Jahrzehnte nach seiner Fertigstellung veröffentlicht.

Der Hauptprotagonist Walter Proska ...

„Der Überläufer“, in dem sich S. Lenz mit dem Krieg und all seiner Wucht und Sinnlosigkeit befasst, wurde nun erst Jahrzehnte nach seiner Fertigstellung veröffentlicht.

Der Hauptprotagonist Walter Proska ist „Der Überläufer“, der dadurch versucht sein Leben zu retten und merkt, dass im Krieg sowieso alle gleich sind. Egal auf welcher Seite man sich im Krieg befindet, man findet überall den Tod, leidet Hunger, sieht den Menschen die Verzweiflung an, verliert Kameraden und weiß nicht, ob der nächste Schritt nicht der Letzte sein wird. So beschreibt Lenz authentisch und düster das Leben der Männer, die im Krieg kämpfen müssen, obwohl dieser doch schon längst verloren ist. Philosophische Fragestellungen und eine depressive Grundhaltung durchziehen das Buch, so dass selbst die kleine Liebesgeschichte am Rande keine Chance hat gegen all das Elend anzukommen.

Beim Lesen hat man das Gefühl bei Proska zu sein, leidet mit ihm, riecht den Schmutz, die Nässe, spürt die Kälte und Angst, die ihn tagtäglich umgibt und ist dankbar, dass man solch einen Zustand nicht erleben muss.

Das Buch hat auch einige Längen, durch die sich der Leser kämpfen muss, doch diese zeigen auch gut den Alltag eines Soldaten / eines Partisanen, der meistens aus nervenaufreibender Langeweile und Warterei besteht. Auch einige Charaktere bleiben blass, doch wahrscheinlich auch, weil diese in Kriegszeiten zu „gesichtslosen Männern“ werden, die in Massen regelrecht abgeschlachtet werden. Manche Szenen wirken leider auch etwas zu aufgesetzt. Wer sich von der Langatmigkeit nicht abschrecken lässt und ein paar geschichtliche Hintergrundinformationen parat hat, kann sich an dieses Buch heranwagen. Insgesamt ist das Buch von S. Lenz zwar lesenswert, aber meines Erachtens nicht herausragend.