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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.07.2018

Liebe, Verantwortung und mehr

Mein Leben im Hotel Royal - Warum mein Dackel mehr Follower hat als ich
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Die 14jährige Flick, kurz für Felicity, führt eigentlich ein traumhaftes Leben. Ihre Mutter leitet eines der angesehensten Hotels in London. Flick lebt unter demselben Dach wie etliche Prominente, und ...

Die 14jährige Flick, kurz für Felicity, führt eigentlich ein traumhaftes Leben. Ihre Mutter leitet eines der angesehensten Hotels in London. Flick lebt unter demselben Dach wie etliche Prominente, und sie kann einige von ihnen kennenlernen. Die Hotelangestellten sind wie eine große Familie für sie, aber sie wünscht sich ihre Mutter wäre nicht ganz so streng.

Als ihre Mutter einem prominenten Hotelgast ihr Selfie-Stick leiht, möchte sie es sich zurückholen, denn die vielen Followers ihres Dackels warten doch auf das tägliche Update. Das geht aber schief, und Flick bekommt Hausarrest. Außerdem erwartet ihre Mutter von ihr, dass sie im Hotel mithilft.

Dazu ist Flick gar nicht bereit, und sie versucht ihren Aufgaben zu entkommen. Als sie sich mit einer berühmten Sängerin anfreundet, die ebenfalls Gast im Hotel ist, ändert sich ihr Leben. Zuerst bekommt sie erst recht Ärger mit ihrer Mutter, aber nach und nach lernt Flick Verantwortung zu übernehmen. Dabei entdeckt sie auch was echte Freundschaft ausmacht.

Es macht Spaß dieses Buch zu lesen. Anfangs wirkt Flick überheblich und egoistisch, aber im Laufe der Geschichte wächst sie über sich heraus. Sie kümmert sich selbstständig um eine große Herausforderung, und beweist so auch ihrer Mutter, dass sie nicht nur Flausen im Kopf hat. Ihre Freundschaften und Liebesinteressen wirken authentisch und altersgemäß. Obwohl Flick als Hotelerbin von sich eingenommen ist, erlebt sie lustige und peinliche Situationen, in denen sie sich wie ein typischer Teenager verhält. Das alles lässt sie dem Leser ans Herz wachsen.

Ein lustiges Buch, an dem vor allem jüngere Teenager Freude haben werden. Zum Glück wird der Leser in einer Fortsetzung erfahren, wie es mit Flick weitergeht!

Veröffentlicht am 21.07.2018

Träume werden manchmal wahr

Mehr als nur ein Traum
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Felicitas, ein jüdisches Mädchen, wurde im Zweiten Weltkrieg versteckt. Voller Angst, musste sie oft lange in ihrem Versteck verharren. Dieses traumatische Erleben prägt sie.

Nach dem Krieg kann sie ...

Felicitas, ein jüdisches Mädchen, wurde im Zweiten Weltkrieg versteckt. Voller Angst, musste sie oft lange in ihrem Versteck verharren. Dieses traumatische Erleben prägt sie.

Nach dem Krieg kann sie sich ein eigenständiges Leben aufbauen, aber sie fühlt sich in Deutschland nie wirklich Zuhause.

Als sie in den 60er Jahren erfährt, dass sie ein Anwesen in den Südstaaten Amerikas geerbt hat, scheint ihr das einen guten Neuanfang zu bieten. Obwohl sie die verstorbene Frau nicht kannte, entschließt sie sich in den Vereinigten Staaten neu anzufangen.

Schnell lebt sie sich in der neuen Heimat ein. Da sie sich nicht nur mit den weißen Bewohnern der Kleinstadt versteht, sondern auch Freundschaften mit den außerhalb lebenden schwarzen Bewohnern schließt, wird sie zur Zielscheibe des Klu-Klux-Klans. Mutig versucht sie zu entlarven, wer sich hinter diesen weißen Kutten versteckt. Mit aller Kraft setzt sie sich auch dafür ein, dass ihre Freunde gerecht und mit Würde behandelt werden.

Der Kontakt zu ihrer deutschen Freundin bleibt bestehen. Diese Freundin hat einen festen Freund, der in Vietnam stationiert ist, ein gefährlicher Ort in den Jahren des Vietnamkriegs. So wechselt der Schauplatz dieses Romans zwischen Amerika, Deutschland und Vietnam. Fast scheint es, als wären diese Schauplätze verbunden, so unwahrscheinlich das erscheint. Unter Lebensgefahr versucht Felicitas für Gerechtigkeit zu sorgen, ihren Freunden zu helfen, und die rätselhaften Todesfälle aufzuklären.

Gut recherchiert, spannend und detailreich geschrieben, ist dieses Buch sehr zu empfehlen! Eine ausführlichere Rezension findet sich bei strickleserl.com.

Veröffentlicht am 20.07.2018

Auch die schlimmsten Kindheitswunden können heilen

Veronika beschließt zu leben
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Veronika und Susan werden beide im Jahr 1947 geboren. Veronika wächst in einem lieblosen Zuhause in Hamburg auf. Sie sehnt sich vergeblich nach Zuwendung und Liebe. Ihre Mutter macht ihr deutlich, dass ...

Veronika und Susan werden beide im Jahr 1947 geboren. Veronika wächst in einem lieblosen Zuhause in Hamburg auf. Sie sehnt sich vergeblich nach Zuwendung und Liebe. Ihre Mutter macht ihr deutlich, dass sie ungewollt war, und dass sie die Schuld an die schwierige Ehe ihrer Eltern trägt. Veronika zerbricht fast unter dieser Last, und schließlich versucht sie sich das Leben zu nehmen.

Susan hingegen wächst in einem liebevollen Elternhaus auf. Sie ist hübsch und begabt, und wird vor allem von ihrem Vater verwöhnt. Sie möchte berühmt werden, was ihr auch zuerst mit ihrem Gesang, und später als Schauspielerin gelingt. Doch obwohl sie bessere Voraussetzungen hatte als Veronika, zerbricht schließlich alles, was sie sich aufgebaut hat. Sie muss erkennen, dass die Liebe, die ihr entgegengebracht wurde, teilweise nicht ihr galt, sondern ihren Leistungen und ihrer Karriere. Auch sie verliert jeden Lebensmut.

Während Veronikas Geschichte die Erlebnisse der Autorin wiedergeben, beruht die Beschreibung von Susans Lebens auf bekannte Eckdaten einer prominenten Frau, der Rest ist fiktiv. Das Buch verfolgt das Leben beider Frauen abwechselnd, von 1947 bis 1976. Beide hören von Jesus und überlegen umzukehren, aber nur eine der beiden Frauen trifft diese Entscheidung.

Der Titel dieses Buchs ist wohl eine Anspielung auf das bekannte Buch „Veronika beschließt zu sterben“. Es will aufzeigen, dass die Umstände zwar einen Menschen formen, aber dass trotzdem jeder die Möglichkeit hat etwas aus seinem Leben zu machen. Walter Nitsche, Leiter der Arbeitsgemeinschaft seelsorgerlicher Berater, greift in seinem Nachwort noch einmal typische und entscheidende Verletzungen in Veronikas Leben auf, und betont, dass wie hilfreich Seelsorge sein kann.

Auch wenn manches an den beiden Lebensgeschichten ein bisschen zu konstruiert wirkt, ist dieses Buch ein wertvolles und hilfreiches Buch, das durch den flüssigen Schreibstil und der interessanten Geschichte schnell gelesen ist.

Veröffentlicht am 18.07.2018

Eine lange, emotionsgeladene Suche

Dhanyavaad Mama
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Isabel wird, zusammen mit ihrer Zwillingsschwester, als Baby von deutschen Eltern adoptiert. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind, reisen ihre Eltern nach Delhi, um die Geschwister in einem Kinderheim ...

Isabel wird, zusammen mit ihrer Zwillingsschwester, als Baby von deutschen Eltern adoptiert. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind, reisen ihre Eltern nach Delhi, um die Geschwister in einem Kinderheim der „Missionaries of Charity“ abzuholen, einer Organisation, die auf Mutter Theresa zurückgeht.

Isabel realisiert als Kind, dass sie aus einem anderen Land adoptiert wurde. Im Gegensatz zu ihrer Schwester, möchte sie mehr über ihre Herkunft erfahren. Als junge Erwachsene macht sie sich auf die Suche. Ihre liebevollen Adoptiveltern unterstützen sie dabei. Im Laufe von mehreren Reisen nach Indien kann sie nach und nach die Frage nach ihrer Abstammung beantworten. Obwohl es bei dieser emotionsgeladenen Suche viele Hindernisse und Schwierigkeiten gibt, lernt sie schließlich ihre indische Familie kennen.

Dem Leser wächst die hübsche Isabel schnell ans Herz. Offen berichtet sie in diesem Buch von ihrer Suche, und auch von ihrer Gefühlswelt bei dem Auf und Ab ihrer abenteuerlichen Suche. Das Buch liest sich stellenweise wie ein Krimi, zu gerne möchte der Leser gemeinsam mit der Autorin aufdecken, was tatsächlich im Jahr 1989 in Indien geschah.

Aber es geht nicht nur um die Adoption. Isabel lässt den Leser dieses bunte Land mit ihren Augen sehen. Mehrere abenteuerliche Zugfahrten, festliche Paraden, das ständige Verkehrschaos, und nicht zuletzt das gelegentliche Gefühl als Westler ausgenutzt zu werden, runden diesen faszinierenden Adoptionsbericht ab. Zahlreiche Bilder ergänzen den Text. Stellenweise erinnert die Erzählung zum Schluss ein bisschen zu sehr an Tagebucheinträge, was aber auch verständlich ist.

Insgesamt ein gut lesbares und empfehlenswertes Buch, vor allem für Menschen, die sich für das Thema Auslandsadoption oder für das Leben in Indien interessieren.

Veröffentlicht am 16.06.2018

Es gibt keine größere Liebe …

Weil du es ihm wert bist
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Max Lucado gehört zu den beliebtesten Autoren Amerikas. Es ist nicht nur der Autor von fast 100 Büchern, sondern auch Pastor einer Gemeinde in Texas. In diesem Buch geht es in fünfzehn kurzen Kapiteln ...

Max Lucado gehört zu den beliebtesten Autoren Amerikas. Es ist nicht nur der Autor von fast 100 Büchern, sondern auch Pastor einer Gemeinde in Texas. In diesem Buch geht es in fünfzehn kurzen Kapiteln um den Tod Jesu am Kreuz. Die einzelnen Kapitel beginnen mit einigen passenden Bibelversen, und dann folgt meistens ein Erlebnis des Autors, z.B. sein einschüchternder Besuch einer Damenabteilung, weil er seiner Frau ein Geschenk kaufen wollte. An diesem Beispiel zeigt er, wie viel größer Gottes Liebe ist, weil er für uns Mensch wurde.

Er betrachtet nacheinander die einzelnen Szenen vor der Kreuzigung und unter dem Kreuz. Von dem Speichel der Soldaten, der Dornenkrone und den Nägeln, bis hin zu den Leichentüchern und dem leeren Grab, bringt er dieses weltverändernde Geschehen hinein in unseren Alltag. Er schreibt mit Humor von seinen Erlebnissen, und malt immer wieder dem Leser Gottes große Liebe vor Augen.

Diese Ausgabe ist eine Neuauflage der deutschen Ausgabe, die erstmals im Jahr 2001 erschienen ist. Schade, dass das Bild auf dem Cover in dieser Ausgabe verändert wurde, denn der Autor erwähnt in seinem Vorwort ein Kreuz aus Nägeln, aus einer verfallenen Kirche in Russland, das ihm geschenkt wurde, und das auf dem Einband zu sehen sein sollte.

Nicht nur in der Passionszeit, eignet sich dieses Buch für die tägliche Andacht, oder um besser zu verstehen, welche Bedeutung der Tod Jesu für uns heute hat.