Einen Neuanfang
Septembermeerwollen Svea und Daniel auf einer kleinen Insel - die ehemals im Osten Deutschlands lag, das kristallisiert sich im Handlungsverlauf als wichtiges Detail heraus - wagen und zwar mit der Gründung einer Buchhandlung. ...
wollen Svea und Daniel auf einer kleinen Insel - die ehemals im Osten Deutschlands lag, das kristallisiert sich im Handlungsverlauf als wichtiges Detail heraus - wagen und zwar mit der Gründung einer Buchhandlung. Dies spielt am Anfang eine Rolle, dann aber nicht mehr - ebenso wie Svea und Daniel selbst und auch weitere Akteure, deren Schicksal irgendwann einfach im Sande verläuft, nebensächlich wird, in Beiläufigkeit ertrinkt oder wie auch immer.
Fahrig und unkonzentriert - so ist aus meiner Sicht der Erzählstil, so sind auch die Figuren, finde ich. Ein stimmungs- und kraftvoller Sommerroman mit ordentlich Schmackes und Aussagekraft? Nichts weniger als das, zumal eine Menge von Charakteren - bspw. Sveas Eltern - irgendwann kurz auftauchen, um dann nie mehr eine Rolle zu spielen. Auch die Namen Svea und Daniel versickern irgendwann, um durch Protagonisten wie Jeannette und Madsen und viele, viele weitere ersetzt zu werden und nur noch am Rande aufzutauchen.
Also ist die Insel die eigentliche Hauptdarstellerin - ein interessanter Ansatz, der aber aus meiner Sicht nicht konsequent umgesetzt wird, auch das wird nicht klar durchgezogen. Es fehlt einfach die Stringenz, ein roter Faden, der sich durch die Handlung zieht, EINE Geschichte. Finde ich.
Auch dem Schreibstil kann ich nichts abgewinnen, auch den empfinde ich als ausgesprochen sprunghaft. Die zwei Sterne vergebe ich für die gut recherchierten und recht interessanten historischen Details, das war das Einzige, was mir an dem Werk zugesagt hat!