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Veröffentlicht am 02.09.2018

Christen sind Erwählte

Erwählt vor Grundlegung der Welt
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Es gibt zwei grundsätzliche Sichtweisen bei der Frage, warum ein Mensch sich entscheidet mit Jesus zu leben. Die einen sagen, dass Gott schon vor Grundlegung der Welt Menschen erwählt hat, die anderen ...

Es gibt zwei grundsätzliche Sichtweisen bei der Frage, warum ein Mensch sich entscheidet mit Jesus zu leben. Die einen sagen, dass Gott schon vor Grundlegung der Welt Menschen erwählt hat, die anderen sagen, jeder Mensch trifft selbst die Entscheidung. Es gibt für beide Meinungen gute Argumente, und auch Bibelstellen, die für die jeweilige Meinung sprechen.

Charles Spurgeon war davon überzeugt, dass Glaubende Erwählte sind. In diesem kleinen Buch sind sechs Predigten Spurgeons zum Thema Erwählung zu finden. Er erklärt, warum er der Meinung ist, dass diese Sichtweise richtig ist, und er greift Argumente seiner Gegner auf und entkräftet sie.

Diese Predigten sind Niederschriften von Ansprachen, die Spurgeon Mitte des neunzehnten Jahrhunderts gehalten hat. Ort und Zeit sind jeweils angegeben. Die Gedanken wiederholen sich teilweise, was nicht verwunderlich ist, da es in diesem Buch um ein zentrales Thema geht. Der Schwerpunkt der einzelnen Predigten unterscheidet sich aber. Es geht z.B. um Gottes Souveränität, darum, ob die Lehre der Erwählung dazu führt, dass ein Christ erst recht sündigt, oder um die Frage, ob Erwählung ungerecht ist.

Die Sprache ist manchmal etwas umständlich, denn der Herausgeber hat sich bemüht die Predigten möglichst wortgetreu wiederzugeben. Das ist kein Nachteil, aber man braucht Zeit zum Lesen. Die Argumente sind nicht immer überzeugend – es spricht schon auch einiges für eine andere Sichtweise.

Erwählung oder Entscheidung? Vielleicht stimmt ja beides. Im christlichen Glauben gibt es ja einige scheinbare Widersprüche, die wir einfach nicht begreifen können, z.B., dass Jesus ganz Gott und ganz Mensch ist.

Fazit: Ein interessantes Buch, vor allem für Menschen die Argumente für die Lehre der Erwählung suchen. Es ist schön, dass diese Predigten neu aufgelegt wurden, auch wenn Spurgeons Argumente nicht immer überzeugen.

Veröffentlicht am 24.08.2018

Ein Klassiker, neu aufgelegt

Friede mit Gott
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Dieses Buch wurde ursprünglich im Jahr 1953 geschrieben, 1984 überarbeitet, immer wieder neu aufgelegt, und in viele Sprachen übersetzt. Mit einfachen Worten erklärt Graham die Grundlagen des Glaubens. ...

Dieses Buch wurde ursprünglich im Jahr 1953 geschrieben, 1984 überarbeitet, immer wieder neu aufgelegt, und in viele Sprachen übersetzt. Mit einfachen Worten erklärt Graham die Grundlagen des Glaubens. Die drei Teile des Buchs beschäftigen sich mit dem Problem der Menschheit, der Lösung und den Folgen.

Im ersten Teil spricht Graham über die suchende Sehnsucht der Menschen, und er erklärt, dass Sünde zwischen den Menschen und Gott steht. Der Leser erfährt warum die Bibel zuverlässig ist, was sie über den Zustand des Menschen sagt, über das Böse und den Teufel, und über den Tod.

Im zweiten Teil erklärt Graham den Weg zu Gott. Wichtige Begriffe wie Buße und Wiedergeburt werden erklärt, und der Leser erfährt warum Jesus in diese Welt gekommen ist.

Im dritten Teil geht es um das Leben als Christ. Graham geht auf Gefahren ein, er erklärt wie das veränderte Leben aussieht, und wie wichtig Gemeinschaft ist. Er zeigt auch wie oft in der Bibel über das Ende der Welt und Jesu Wiederkunft gesprochen wird, um anschließend noch einmal zusammenzufassen warum es so wichtig ist Frieden mit Gott zu haben.

Obwohl dieses Buch vor über 60 Jahren geschrieben wurde, ist es immer noch aktuell. Einiges hat sich natürlich geändert; die Atombombe und der Kommunismus haben z.B. nicht dieselbe Bedeutung wie in den 50er Jahren. Graham scheut sich nicht über Sünde, den Teufel und Verlorenheit zu schreiben. Das ist gerade heute erfrischend. Es ist interessant, wie Entwicklungen, die Graham beobachtet, mittlerweile stark zugenommen haben. Er schreibt z.B. über die Langeweile der Menschen, und wie sie versuchen sich mit allerlei Zerstreuungen und Vergnügungen abzulenken. Diese Leere sei ein Hinweis darauf, dass wir Gott brauchen.

Seine klaren Worte sind nötiger denn je, auch wenn sie der allgemeinen Meinung heute widersprechen. Er schreibt über Sexualität, „Entblößt von der gegenseitigen Liebe, Achtung und dem aufrichtigen Wunsch, dem anderen Menschen Freude und Erfüllung zu schenken, wird das Geschlechtsleben einfach ein tierischer Akt, vor dem uns die Bibel in aller Deutlichkeit warnt.“

Seine Aussagen sind positiv und aufbauend. Über das christliche Leben schreibt er, „… das ist das Geheimnis. Du bist so erfüllt von den Dingen Christi, so begeistert von den Dingen Gottes, dass du keine Zeit für die sündigen Freuden dieser Welt hast.“

Fazit: Klare und deutliche Worte, die genau erklären wie ein Mensch neues Leben durch Christus findet, und wie man als Christ lebt. Manche Wahrheiten würde man heute anders ausdrücken, trotzdem ist dieser Klassiker sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 18.08.2018

Täter und Opfer

Nur Versöhnung kann uns retten
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Nicht nur, dass Burundi eines der ärmsten Länder der Erde ist; in den letzten Jahrzehnten gab es in diesem kleinen, ostafrikanischen Land immer wieder politische Turbulenzen und schwerwiegende Konflikte. ...

Nicht nur, dass Burundi eines der ärmsten Länder der Erde ist; in den letzten Jahrzehnten gab es in diesem kleinen, ostafrikanischen Land immer wieder politische Turbulenzen und schwerwiegende Konflikte. Unzählige Opfer wurden in den Bürgerkriegen brutal niedergemetzelt, teilweise von Menschen, mit denen sie jahrelang friedlich zusammengelebt hatten.

In diesem Buch porträtiert Angela Krumpen Erzbischof Simon Ntamwana, der sich in dieser bewegten Zeit in seiner Heimat für Versöhnung einsetzt. Obwohl die Autorin am Anfang des Buchprojekts nicht nach Burundi reisen konnte, da das zu gefährlich gewesen wäre, traf sie den Erzbischof und mehrere seiner Mitarbeiter in einem abgelegenen Haus im benachbarten Ruanda. In vielen Gesprächen sammelte sie Informationen über das Blutvergießen in Burundi, vor allem interessierte sie sich dafür wie Täter und Opfer Versöhnung erleben. Die Aufzeichnung dieser Gespräche bildet den Hauptteil dieses Buchs. Kurz wird auch über eine spätere Reise berichtet, bei der die Autorin die Armut dieser Menschen hautnah miterlebte. Eine schöne Ergänzung sind die farbigen Bilder in einem kurzen Bildteil.

Schon als Kind hörte der Erzbischof von seinem Vater, „Sich zu versöhnen, bedeutet, sich anders zu erinnern, sich so zu erinnern, dass alle eine Zukunft haben.“ Mit seiner ganzen Kraft setzt er sich nun dafür ein, dass Menschen in seinem Land sich versöhnen. Er ist davon überzeugt, dass alle Menschen miteinander verbunden sind, und er sagt, „Und, das ist das Entscheidende, diese Menschlichkeit als Ganzes nimmt Schaden, wenn irgendeines seiner Mitglieder in seiner Würde beschädigt ist, genauer, sich selbst durch seine Tat beschädigt hat.“

Aus diesem Grund fordert der Erzbischof die Opfer auf, sich mit den Tätern zu versöhnen. Das kann sogar bedeuten, dass das Opfer sich zuerst entschuldigt. Ein Mitarbeiter Simons erklärt es so; er würde jemandem, der ihn bestohlen hat, sagen, „… ‚Mein lieber Freund, wie kann ich dir helfen aufzuhören, als Dieb in der Welt zu sein? Wenn du weitermachst, wird man dich ins Gefängnis bringen. Wie kann ich dir helfen, diese schlechte Gewohnheit aufzugeben?“

Neben der Beschreibung von abscheulichen Taten und schlimmen Erfahrungen durch lieblose Angehörige, sprechen Opfer und Täter immer wieder darüber, wie sie Versöhnung erlebt haben. Die Autorin kann das Gehörte kaum fassen. Wie ist Versöhnung, angesichts solcher Schandtaten, überhaupt möglich? Die Spannung zwischen konsequenter Versöhnungsbereitschaft und der Unbegreiflichkeit einer solchen Liebestat bleibt bis zum Schluss des Buchs bestehen.

Der Schreibstil ist gut und fesselnd, auch wenn die Erzählweise ungewohnt ist. Es werden überwiegend Gespräche und Erinnerungen von Erzbischof Simon und seinen Mitarbeitern weitergeben. Durch die wechselnden Gesprächspartner ist es manchmal etwas schwer zu folgen, und einiges wird wiederholt.

Das Buch bietet einen spannenden Einblick in die Konflikte eines Landes, über das in der Weltöffentlichkeit nur wenig berichtet wird. Die Gedanken über Versöhnung sind sehr herausfordernd. So bewundernswert diese umfassende Versöhnung ist, frage ich mich, ob Menschen aus eigener Kraft überhaupt dazu fähig sind. Versöhnung wird hier als notwendige Tat im Rahmen der Menschlichkeit betrachtet, der Glaube spielt dabei keine große Rolle.

Veröffentlicht am 13.08.2018

Gott führt auf wunderbare Weise

Dann sorge ich für dich
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Tricia Seaman ist schon lange Krankenschwester. Sie arbeitet auf der Krebsstation. Fürsorglich kümmert sie sich um die wechselnden Patienten. Mit einer Patientin fühlt sie sich von Anfang an verbunden. ...

Tricia Seaman ist schon lange Krankenschwester. Sie arbeitet auf der Krebsstation. Fürsorglich kümmert sie sich um die wechselnden Patienten. Mit einer Patientin fühlt sie sich von Anfang an verbunden. Trish ist eine alleinerziehende Mutter eines 8jährigen Jungen. Als diese Mutter erfährt, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, fragt sie Tricia ob sie sich nach ihrem Tod um den Jungen kümmern kann. Tricia ist zuerst entsetzt. Wie kann diese Frau ihr ihren Sohn anvertrauen, obwohl sie sich erst seit wenigen Tagen kennen? Später sagt die sterbende Trish, dass sie bei der ersten Begegnung schon gespürt hat, dass Tricia eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen wird.

Tricia hat schon vier Kinder, drei Mädchen im Teenageralter und einen 10jährigen Jungen. Sie und ihr Mann hatten schon eine Adoption in Erwägung gezogen, denn sie hätten gerne noch ein Baby oder Kleinkind, am liebsten einen Jungen. Aber sie werden das Gefühl nicht los, dass Gott diese beiden Familien zusammengeführt hat. Kann es sein, dass Gott den perfekten Jungen für ihre Familie bereits ausgesucht hat?

Tricia und Trish werden Freundinnen. Tricia und ihre Familie entscheiden sich Wesley zu adoptieren, denn trotz aller Hoffnungen, wird Trish nicht wieder gesund werden. Aus Liebe zu diesem Jungen nehmen sie Mutter und Sohn auf, und kümmern sich monatelang aufopfernd um die sterbende Mutter.

Es ist berührend zu lesen, wie Gott diese zwei Frauen zusammengeführt hat. Die Kraft des Glaubens, die sich in liebevolle Taten äußert, wird am Beispiel von Tricia und ihrer Familie deutlich. Sie beschreibt viele schöne Erlebnisse der beiden Familien, aber sie verschweigt nicht gelegentliche Schwierigkeiten. Das Zusammenleben ist nicht immer einfach, es gibt manchmal Konflikte, aber dann auch Versöhnung. Besonders schön ist, wie Tricias ganze Gemeinde die beiden Familien unterstützt, z.B. mit Fahrdiensten und vorbereitete Mahlzeiten.

Eine bewegende Geschichte darüber, wie Gott in einer entscheidender Situation Menschen zusammenführt, damit sie füreinander da sein können.

Veröffentlicht am 07.08.2018

Neues Leben in einem neuen Land

Die leise Erweckung
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In großen Wellen strömten in den letzten Jahren Flüchtende in unser Land. Von vielen Menschen wurden sie liebevoll willkommen geheißen, andere ärgerten sich über den großen Zustrom dieser fremden Menschen. ...

In großen Wellen strömten in den letzten Jahren Flüchtende in unser Land. Von vielen Menschen wurden sie liebevoll willkommen geheißen, andere ärgerten sich über den großen Zustrom dieser fremden Menschen. Inzwischen ist es an den Grenzen ruhiger geworden. Was ist aber aus diesen vielen Menschen geworden? Inwieweit konnten sie in unsere Gesellschaft integriert werden? Und wie haben sie den christlichen Glauben wahrgenommen?

Dieses Buch ist eine Sammlung von vielen einzelnen Erfahrungsberichten, sowohl von Helfern als auch von Menschen, die geflüchtet sind. Einige Berichte sind ausführliche Lebenszeugnisse, andere sind kurze Streiflichter. Die Themen sind vielfältig. Es wird von der Berührungsangst deutscher Helfer berichtet, und von der wunderschönen Gastfreundschaft der Flüchtlinge. Einige Muslime finden durch den Glauben an Jesus Christus den Sinn ihres Lebens, andere staunen nur über die Hilfsbereitschaft der Christen, wagen aber nicht den Schritt der Nachfolge. Glühbirnen spenden auf wunderbare und unerklärliche Weise Licht, ein Engel übergibt eine Bibel, und ein Feuer schafft die Gelegenheit, dass eine große Gruppe von Flüchtlinge sich taufen lassen können.

Viele der Neuankömmlinge leiden schwer unter den traumatischen Erlebnissen in ihrer Heimat und auf der Flucht. Sie sind einsam, und sehr dankbar für jede kleine Begegnung mit ihren deutschen Besuchern. Einige Helfer beschreiben ihre Angst vor der ersten Begegnung, ihre Erschöpfung, und frustrierende Erlebnisse. Diese offenen Berichte machen Mut auf die Fremden zuzugehen, denn der Leser spürt, jeder kann irgendetwas dazu beitragen, dass diese Gäste sich in ihrem neuen Zuhause wohl fühlen.

Einige schwarz-weiß Bilder am Schluss des Buchs lockern den Text auf, dazu gibt es Hinweise auf unterstützende Angebote für Menschen, die sich für Flüchtlinge einsetzen wollen. Einige der Autoren dieser Zusammenstellung werden am Schluss des Buchs aufgezählt; es wäre aber hilfreicher gewesen, wenn zumindest einige Angaben zu den Autoren bei den Berichten gestanden hätten, z.B. Geschlecht, Alter und Nationalität der Erzähler.

Besonders schön sind die Zeugnisse der Menschen, die durch den Glauben an Jesus neue Hoffnung gefunden haben. Man sieht, dass Gott auf wunderbare Weise unter diesen Menschen wirkt. Viele haben Fragen über das Christentum, denn durch die Kämpfe in ihrer Heimat, sind sie vom Islam enttäuscht. Ich hoffe, dass dieses Buch viele Menschen ermutigt sich für Flüchtlinge einzusetzen, und so teilzuhaben an dieser leisen Erweckung.