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Veröffentlicht am 17.08.2018

Einfach schön!

Im Galopp zum Hochzeitstag
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Dies ist die ultimative Fortsetzung der 4 Hufe + 1 Serie die im Thienemann/Planet! Verlag erschienen ist. Damals waren Maxi(me) und ihre Freunde 13/14/15 Jahre alt und sie ist als Stadtkind von ihren ...

Dies ist die ultimative Fortsetzung der 4 Hufe + 1 Serie die im Thienemann/Planet! Verlag erschienen ist. Damals waren Maxi(me) und ihre Freunde 13/14/15 Jahre alt und sie ist als Stadtkind von ihren Eltern aufs Land verpflanzt worden. Mit dem Schicksal hat sie die Liebe zu den Pferden, zu Fußballer Vic, dem 2 Jahre älteren Bruder ihrer besten Freundin Carolin versöhnt.
Inzwischen ist Maxi 27, führt auf dem Grund ihrer kreativen Eltern ein Gestüt, bietet Kurse an und kommt gerade von einer 3 monatigen Fortbildung aus Kanada zurück, um rechtzeitig noch die letzten Vorbereitung zu Carolins und Max Hochzeit zu treffen. Sie selbst hat sich von ihrer großen Liebe Vic schon vor Jahren getrennt, dem Wiedersehen zur Hochzeit sieht sie mit gemischten Gefühlen entgegen. Wie gut, daß sie nicht viel Zeit zum Grübeln hat. Denn Carolins 13 jährige Cousine Rebecca soll ihr den Sommer über zur Hand gehen und sie in bessere Gesellschaft kommen. Ihre Eltern stecken mitten in einer Ehekrise und Rebecca kam in falsche Kreise und begann zu stehlen. Maxis 14 jähriger Bruder Justus ist nach einem Reitunfall traumatisiert und spielt nun Golf, doch Rebecca scheint ihn zu faszinieren. Maxis Mutter ist inzwischen erfolgreiche Regionalkrimiautorin, hat aber derzeit nicht nur mit ihrer Abgabedeadline, sondern auch mit einer Schreibblockade zu kämpfen. Und das sind noch nicht alle Personen in diesem turbulenten All-Age- Liebesroman nicht nur für Pferdeliebhaberinnen.

Anfangs war ich von der Flut der Personen etwas erschlagen, weil ich die Vorgängerbände nicht kannte und weder Vic noch Vonni mir was sagten. In einigen Romanen ist es kein Problem, hier fühlte ich mich zu Beginn etwas geplättet. Da mir aber der locker flockige Schreibstil zusagte las ich weiter und plötzlich wurde alles ganz klar und einfach! Das irritierende fand ich wahrscheinlich, daß Maxi ihre Eltern beim Vornamen nennt, weshalb ich erstmal nicht wußte, wer denn nun Nick und Stella sind.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der zwei Hauptpersonen, Maxi in der 3. Person und die jüngere Rebecca erzählt aus der Ich-Perspektive, was ich sehr reizvoll fand. Dieser Erzählkniff ermöglicht es der Autorin, ein größeres Altersspektrum anzusprechen.

Ladendiebinnen sind ja erstmal nicht die klassischen Buchheldinnen, denen mein Herz zu fliegt, aber in Rebeccas Fall war es anders. Man merkt von Beginn an, daß sie sich im Ehezwist ihrer Eltern allein gelassen fühlt, hilflos. Als Einzelkind hat sie auch keine Geschwister, mit denen sie das Leid teilen könnte und die, mit denen sie Abhängt, sind eher Gesellschaft als Freundinnen. Daher ist es leicht sie zu Taten zu verleiten, die sie eigentlich nicht möchte, von denen sie erhofft, eine innere Leere zu füllen. Ob ihr dies auf dem Land gelingt, so wie sich Maxi damals auch in die Wieselberger Jugend einfügte? Und was ist mit dem super süßen Justus, weiß der schon Bescheid darüber, was sie ausgefressen hat? Warum mußte sie den Start mit ihm auch so vermasseln!

Maxi und ihre Freunde und Familie leben mittlerweile vegan und so wird auch die Hochzeit vegan gefeiert. Ich war ja bisweilen noch nie auf einer vegetarischen Hochzeit, das Menü hätte mich hier doch wirklich interessiert. Wir dürfen zwar mit Maxi zwar eine Menge Milch-Alternativen aufschäumen, aber diese Info bleibt sie uns schuldig. Normalerweise finde ich Menüschilderungen ja eher öde, wenn man kein Rezept dazu erhält, aber hier wäre ich dann ja doch neugierig geworden. Maxi ist mittlerweile mit Marcel, dem Bruder ihrer Ex-Erz-Rivalin zusammen und findet das Leben in Wieselberg perfekt, für sie könnte alles so bleiben. Ihr ist nie langweilig, dazu hat sie während der Hochzeitsvorbereitungen aber auch wirklich keine Zeit. Maxi scheint perfekt zu sein, sie kann fast alles und geht extrem entspannt auf Rebecca zu, trotz der Kenntnis ihrer Verfehlungen. Zu gut kann sie sich an ihren Neustart auf dem Land erinnern und ihre Gespräche mit Rebecca, sowie Carolins Umgang mit der jüngeren Cousine empfand ich als sehr angenehm und offen. Da verzeiht man Maxi gerne, daß sie nicht nur beliebt, sondern auch schön und eine begnadete Pferdefrau ist, immerhin kann sie nicht kochen und im Styling ist sie auch nicht so bewandert. Aber dafür hat man ja Freunde, mit denen man sich ergänzt. Maxi hat also genug Macken, um sympathisch zu sein, ohne als Dumpfbacke zu nerven, dabei ist sie nicht nur bei Pferden sehr einfühlsam. Nur die Sache mit der Liebe ist bei ihr nicht unkomplizierter als bei Rebecca. Wenn sie doch wenigstens wie diese wüßte was sie will und nur nicht wüßte wie?

Es ist aber kein reiner kitschiger Liebesroman. Bic Vic, der ehemalige Fußballstar bringt Glamour und auch den Pressealbtraum ins Dorf und sorgt damit für jede Menge Trubel.

Autorin Chantal Schreiber ist Österreicherin und lebt mit Mann, Tochter, Hund und Pferd in der Nähe von Wien und ist auch auf Island anzutreffen (das kann mir ja nicht mehr passieren). Auch wenn mich die Cover ihrer Bücher nicht ansprechen, so mag ich ihre Bücher sehr gerne. Wer sich also von dem Cover nicht angesprochen fühlt, macht nichts, das heißt nicht, daß einem der Inhalt nicht gefällt.

Ein herrlicher Feel-Good-Roman fürs Herz und die Seele, den ich sehr gerne gelesen habe, auch wenn ich sogar deutlich älter als Maxi bin. Nicht nur für Teens und Pferdemädchen ein Buch, daß ein Lächeln ins Gesicht zaubert, auch wenn ich meinen Kaffee noch immer mit Bio-Kuhmilch trinke ;)

Veröffentlicht am 15.08.2018

Da wird geblubbert, daß das Herz aufgeht!

Kuschelflosse - Die mächtig magische Glitzerbohne
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Kuschelflosse und seine Freunde sind schon sehr aufgeregt: an Glitzermond hat Herr Kofferfisch, der liebenswert, stoffelige Chaot, der in seinem Kofferbauch immer allen möglichen Krimskrams bei sich führt, ...

Kuschelflosse und seine Freunde sind schon sehr aufgeregt: an Glitzermond hat Herr Kofferfisch, der liebenswert, stoffelige Chaot, der in seinem Kofferbauch immer allen möglichen Krimskrams bei sich führt, Geburtstag. Sie planen gerade ihre Geburtstagsüberraschungen für ihn, als Herr Kofferfisch anruft: Zu seinem morgigen Geburtstag hat er von Herrn Krims eine Wundertüte geschenkt bekommen, die er erst morgen öffnen darf, aber so lange kann er natürlich nicht warten, also hat er sie öffnet, etwas fiel heraus und schon wuchs dort eine riesige Pflanze: eine magische Glitzerbohne. Jede Glitzerbohne, die man pflückt stellt eine neue spannende Aufgabe, die man lösen muß und sobald man sie gelöst hat, ist die nächste Bohne dran. Sobald alle Bohnen geerntet und alle Aufgaben gelöst sind, wächst die eigentliche Überraschung! Herr Kofferfisch ist begeistert, daß klingt nach jeder Menge Aufregung und nie wieder Langeweile. Obwohl Kuschelflosse und seine Freund noch soviel für die Party vorzubereiten haben, wollen sie Herrn Kofferfisch, die Freude nicht verderben, doch die Aufgaben, die da auf Kuschelflosse, Sebi, Emmi, Krawallo und Herrn Kofferfisch warten haben es in sich und sind auch etwas gefährlich!

Für uns gehören Kuschelflosse und seine Freunde schon quasi zum Urlaub dazu! Stets kommt die neue Geschichte kurz vor unserem Urlaub heraus. Dabei sind die Geschichten ab 4 Jahren und eigentlich unsere Kinder zu alt für sie, aber Ralf Schmitz erzählt die Geschichte so witzig und drollig, daß auch die 11 Jährige noch echt Spaß an dem Unterwasserabenteuern rund um Freundschaft und Zusammenhalt hat. Er spricht jedes Lebewesen mit einer eigenen Stimme und gerade bei Donnerkofferblitz Herrn Kofferfisch, vergisst man bisweilen, daß es sich bei diesem drögen Knötterkopf um ein und denselben Sprecher handelt, wie bei der quirligen Schwimmerdbeere Emmi, dem pfiffigen Seebrillchen Sebi mit den vielen Ideen oder dem verschmusten, flauschigen Kuschelflosse.

Dabei können sich Kinder sehr gut mit den verschiedenen Charakteren identifizieren: Herr Kofferfisch kann alles gebrauchen, sammelt alles, wirft nichts weg und kann Aufräumen nicht leiden. Deswegen versucht er sich auch davor zu drücken und statt seinen Garten für die Party aufzuräumen, beginnt er dann lieber mit der Glitzerbohnenrallye. Deren Herausforderungen an die Mitspieler erinnert schon sehr an eine Spielshow, mit echt kniffeligen Spielen, bei denen man als Team zusammen halten muß und jeder seine besonderen Talente mit einbringen muss. Alleine sind die Runden ansonsten nicht zu schaffen. Dabei geht es auch echt originell und verblüffend vor, egal ob es ein Wettrennen mit einer Wasserschnecke oder eine Flugrennen mit Wasserkäfern ist, die Lösung finden sie nur gemeinsam. Doch schaffen sie es auch, alle Rätsel zu lösen, ehe die Party beginnt, oder verpasst Herr Kofferfisch etwa seinen eigenen Glitzermondgeburtstag? Pädagogisch fragwürdig, aber sehr sympathisch finde ich, wie Herr Kofferfisch sich vor dem Aufräumen drückt und die Probleme dabei immer größer und die Zeit immer knapper. Dass es dennoch klappt, ist dabei nur seinen Freunden zu verdanken, die auch noch helfen, wenn es eigentlich schon 5 nach 12 ist. Dabei spürt die Geschichte vor originellen Ideen und Einfallsreichtum, die sich auch in der Liebe zum Detail zeigt, ohne daß sich die Geschichte in Details verliert oder langatmig wird.

Wie auch bei den Vorgängerbänden kann man das Cover aufklappen und man findet den Steckbrief von Kofferflosse, Sebi, Emmi und Herrn Kofferfisch, natürlich mit Bild! So fällt es noch leichter auch mit diesem 4. Band einzusteigen, ohne die Vorgängerbände zu kennen. Die Illustrationen von Nina Müller sind aber auch wirklich klasse, so daß es sich besonders lohnt, diese im Cover, auf den Tonträgern und unter diesen anzuschauen.

Dieser Band ist zwar spannend und lustig, aber nicht gruselig, so daß dieses Hörbuch auch wirklich gut zum Einschlafen geeignet ist und trotz der Altersangabe ab 4 Jahren, macht es auch Eltern wirklich Spaß Ralf Schmitz Stimmakrobatik zuzuhören. Ralf Schmitz ist sowohl als Comedian aus dem Fernsehen, als auch den 7-Zwerge-Kinofilmen, aber auch seinen Soloprogrammen und Bestesellern wie „Schmitz' Katze“, „Schmitz' Mama“ und „Schmitz' Häuschen“ bekannt.

Nina Müller ist Jahrgang 1977, studierte Design in Wiesbaden und Sydney bevor sie viele Jahre lang als Artdirector in einer renommierten Werbeagentur arbeitet. Heute genießt sie es Kinderbücher zu schreiben und wunderbar zu illustrieren!.

Auch wenn wir eigentlich dem Kuschelflosse-Alter entwachsen sind, können wir uns Donnerkofferblitz aber noch nicht von diesen fantasievollen Unterwasserabenteuern verabschieden und hören sie immer wieder gerne.

Veröffentlicht am 07.08.2018

Flätschermäßig spannend und witzig!

Flätscher (4)
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Flätscher, das coolste und schlauste Stinktier der Stadt ist zurück! Diesmal ist er in argen Nöten! Spitzenkoch Bode, der Vater seines Detektiv Assistenten Theo und zuverlässiger Lieferant von Flätschers ...

Flätscher, das coolste und schlauste Stinktier der Stadt ist zurück! Diesmal ist er in argen Nöten! Spitzenkoch Bode, der Vater seines Detektiv Assistenten Theo und zuverlässiger Lieferant von Flätschers Leibspeise Semmelknödeln ist verreist und das ohne den von seinem Sohn erbetenen Semmelknödelvorrat da zu lassen! Flätschers Magen knurrt, er ist der Verzweiflung nahe, wie soll ein Detektiv so denken können? Doch auch Theo hat es nicht leicht, immer wenn sein Vater verreist, behält Haushälterin Hannelore ihn stets im Auge. Keine Semmelknödel, keine Freiheit! Äußerst schlecht gelaunt begibt sich Flätscher auf den Wochenmarkt, wo er sich früher auch mit Lebensmitteln versorgt hat. Während er die Reste von Hildas-Fischköppe-Stand verspeist macht der gerissene Detektiv, ohne aktuellen Auftrag, eine Entdeckung: immer mehr Wochenmarktbesucher vermissen ihr Portmonnaie und ihre Schlüssel. Als sich auch Hannelore und Theo dem Stand eines windigen und höchst verdächtigen Wunderpastenverkäufers nähern, wird Flätscher misstrauisch und versteckt sich unter dem Stand. Dabei fällt sein Blick auf eine Kiste mit unerwartetem Inhalt! Ein klarer Fall für den Meisterdetektiv und seine Helfer!

Flätscher is back! Und das ist auch gut so! Autorin Antje Szillat und Illustrator Jan Birck sind ein eingespieltes Team. Da stimmt einfach das Zusammenspiel von Text und Bild auf jeder Seite dieses Comic-Romans für junge Lesemuffel und Jungdetektive. Denn dies ist einer von Flätschers spannendsten Fällen und er und Theo machen dabei eine ganz unglaubliche Entdeckung, die wahrscheinlich den Fortgang der nächsten Bände erheblich beeinflussen wird. Aber psst, streng geheim!
Sehr schön finden wir als weibliche Leser, daß die Rolle von Cloe der Zwergwieseldame, die nicht nur eine begnadete Sängerin, hinreißend schön und lieblich ist, sondern auch die Sekretärin und gute Seele der Detektei, immer mehr zum heimlichen Star aufsteigt. Während Flätscher versucht sie zu beschützen, rettet sie ihn. Herrlich! Hierdurch gewinnt die Reihe dicke Sympathiepunkte bei den weiblichen Lesern. Die garstige Knesemeier und Haushälterin Hannelore eignen sich ja nicht wirklich als Identifikations-Figuren für weibliche Leser.
Außerdem lernen alle Leser, egal welche Alters und welchen Geschlechts noch einen Trick, um Angst abzubauen, den Theo verrät. Woher er den Trick hat? Na, aus den Comic-Romanen der Rick-Reihe der Autorin. Wem das Konzept gefällt und nach 4 Bänden noch nicht genug hat, aber immer noch keine Lust auf „normale“ Bücher ohne Anleihen aus der Comic-Sprache und Sprechblasen und lustigen Illustrationen, dem wird somit empfohlen einfach mit die Rick-Reihe der Autorin weiter zu lesen (geschickte Eigenwerbung im Buch, Frau Autorin!)
Das Konzept dieser Reihe? Flätscher ist ein echtes Großmaul und so spricht und denkt er „verträufelt nochmal“. Er hat seine ganz eigene, liebenswert großspurige Sprache, ist ja wohl logissimo! Schon an seinen charakteristischen Sprachschöpfungen ist Flätscher eindeutig zu erkennen. Meine Töchter lieben das und sprechen fast schon mit, ist ja wohl stinkologisch! Wegen der vielen farbigen Illustrationen von Jan Birck in der Buchvorlage waren wir ja sehr skeptisch, ob das Konzept als Hörbuch eigentlich aufgeht. Wie soll der Sprecher Erkki Hopf denn bloß den Comic-Style von Jan Birck und eine unschlagbaren Illustrationen umsetzen. Na ja, so ganz ohne weiteres geht es tatsächlich nicht. Das Buch wurde für audiolino mit Antje Szillat umgeschrieben, um die Illustrationen hörbar zu machen. Erkki Hopf ist es tatsächlich auch gelungen, den großmauligen Knödelgierigen Ermittler zum Klingen zu bringen. Facettenreich bringt der Ohnesorg-Theatermime die verschiedenen tierischen Helden plus Theo und die fiese Knesebeck zum Leben. Zwergwieseldame Chloe natürlich mit französischen Akzent n’est-ce pas! Sehr lebendig und lustig, finden wir.
Wer möchte, daß die Kinder nur sprachlich ausgefeilte Sätze lesen, die sie eins zu eins in Schulaufsätze übernehmen könnten, sollte wohl andere Geschichten wählen. Wer aber möchte, daß sein Lesemuffel endlich mal Spaß am Geschichtenerzählen hat, der ganz gewiss sein, freudiges Gegiggel der Kinder zu hören. Es könnte passieren, daß die Kinder anschließend anders reden und eventuell auch noch nach dem Comicroman fragen, um ihn zu lesen. So soll es ja sein, diese Reihe ist spannend, lustig und soll Lust auf Bücher wecken!

Veröffentlicht am 05.08.2018

Auch Freundschaft braucht Regeln

Bim, die Zauselmaus: Das Freundschaftsfest (Lesenlernen mit Spaß + Bim 2)
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Bim die Zauselmaus ist ein Ableger der Abenteuerreihe „Im Zeichen der Zauberkugel“ in der Bim sich zum heimlichen Liebling der Kinder entwickelt hat. Daher eine eigene Reihe mit Bim für jüngere Kinder, ...

Bim die Zauselmaus ist ein Ableger der Abenteuerreihe „Im Zeichen der Zauberkugel“ in der Bim sich zum heimlichen Liebling der Kinder entwickelt hat. Daher eine eigene Reihe mit Bim für jüngere Kinder, um mit viel Spaß Lesen zu lernen. In Band 1 hat Bim sich aus dem Haus von Alex, in welchem er wohnt gewagt und seine neuen tierischen Freunde, die er in allerlei misslichen Situationen getroffen hat, kennengelernt. Auf dem Dachboden haben es sich der witzige Hamster Lutz, der starke Degu Arnie, der verschlafene Siebenschläfer Schnarchibald, das dichtende Frettchen Sonnett bei Bim gemütlich gemacht. Sie planen und bauen gemeinsam ein kuscheliges Nest für alle. Als sie gerade fertig sind und stolz ihr Werk bewundern, geht plötzlich ein Nusshagel auf sie nieder. Mutig gehen die Freunde der Quelle des Nussregens nach und entdecken ein fremdes Eichhörnchen, das sie mürrisch und herausfordernd ansieht. Während Arnie den Eindringling fortjagen will, setzt Bim auf Freundlichkeit. Geduldig erfährt er den Namen des abweisenden Neulings und lädt ihn zum Essen ein. Das gefällt den anderen gar nicht, aber Eichhörnchen Brutus ist völlig überrascht, so viel Freundlichkeit kennt es nicht und kann auch nicht wirklich damit umgehen. Eine Geschichte über eines Widerspenstigen Zähmung und wahre Freundschaft.

Freundschaftsgeschichten für Kinder gibt es viele. Hier geht es aber mal um einen wirklich wichtigen Aspekt, den Kinder auch erst lernen müssen. Teilen. Zur Freundschaft gehört das Teilen dazu, denn wie Sonnett schon meint: „ Ein Essen schmeckt besonders dann, wenn man es mit Freunden teilen kann, und auch mit Glück ist's ebenso: Geteiltes Glück macht doppelt froh!“. Aber Freundschaft und Teilen sind kein Kommunismus. Nur weil Freunde untereinander teilen, heißt das nicht, daß sich jeder nehmen kann was er möchte. Dein und Mein bleiben bestehen, doch wer freundlich fragt, der erhält gerne von den Freunden etwas ab. Dies sollte sich aber auf Gegenseitigkeit beziehen und niemals dem Gebenden alles nehmen. Anders als beim Sterntaler wird hier schon in gewisser Weise auf Nachhaltigkeit geachtet. So regnet es keine Goldtaler vom Himmel, aber es wird eine solide Basis für echte Freundschaft und ein glückliches geregeltes Miteinander gesetzt. Denn funktionierende Gemeinschaften brauchen allgemeinverbindliche Regeln, die alle zu respektieren haben. Das klingt nun furchtbar trocken und für Kinder viel zu theoretisch, aber wenn es in Form von Nüsse werfenden diebischen Eichhörnchen erzählt wird, ist es für Kinder sehr gut nachvollziehbar und gar nicht langweilig. Wenn alle einander helfen, bleibt am Ende auch Zeit und Energie für eine tolle Party, ein Freundschaftsfest eben!

Wie schon Sonnetts Reim zeigt, geht es nicht nur um Regeln in der Gemeinschaft, sondern auch daran Spaß zu haben und jedes Tier hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Sonnett ist zum Beispiel furchtbar vergesslich, sobald der Gedanke jedoch in Reimform verfasst ist, kann sie ihn sich prima merken, weshalb sie meist in Reimen spricht. Das kommt bei Kinder sehr gut an und bleibt nicht nur besser im Gedächtnis, sondern weckt auch die Freude am Spiel mit Sprache.

Als Buch, welches sich gezielt an Leseanfänger ab 6 Jahren richtet, ist die Geschichte von kurzen und einfachen Sätzen geprägt und bei Antolin zum Erwerb von Punkten gelistet. Gedruckt ist sie in großer Fibelschrift (die Schriftart der Lesebücher der 1. Klasse) mit einem hohen Anteil an farbigen Illustrationen. Hierbei wurde absichtlich eine andere Illustratorin als für die Hauptreihe engagiert, da diese Bilder spannend und geheimnisvoll wirken sollen, während für Leseanfänger fröhliche, farbenfrohe Bilder ansprechender sind. Elli Bruder lebt mit ihrem Mann und einem Stall voller Tiere in Norddeutschland und liebt es ganz besonders Tiere zu zeichnen.

Stefan Gemmel 1970 in Morbach geboren schreibt schon seit einiger Zeit erfolgreich Kinder- und Jugendbücher, die in 18 Sprachen übersetzt wurden. Neben Literaturprojekten und Schreibwerkstätten für Kinder, wagt er sich immer wieder an neue Weltrekordversuche auf dem Gebiet der Literatur Lesungen. Für seine ungewöhnlichen Lesungen, Lesenächten und Workshops, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter „Lesekünstler des Jahres 2012“ - zu recht, wie wir finden, seine Erklärungen zu den unterschiedlichen Arten von Büchern, einschließlich Taschenbüchern, haben meine Töchter nachhaltig beeindruckt.

Eine wirklich schöne Reihe, von der nun auch gerade der 3. Band „Bim die Zauselmaus: Der gemeine Kuchendieb“ erschienen ist.

5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.08.2018

Meine Tochter liebt die Reihe!

Henry Smart 2. Götteragent im Einsatz
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Henry Smart (13) sitzt in San Francisco in der Schule und ist sogar über den langweiligen Matheunterricht froh, um sich von dem aberwitzigen Heldenabenteuer des letzten Sommerurlaubs in Bayreuth zu erholen. ...

Henry Smart (13) sitzt in San Francisco in der Schule und ist sogar über den langweiligen Matheunterricht froh, um sich von dem aberwitzigen Heldenabenteuer des letzten Sommerurlaubs in Bayreuth zu erholen. Die Rettungsaktion mit den Helden der Nibelungensage war zwar aufregend, aber auch anstrengend. Doch ausgerechnet jetzt wird Henry durch Walküre Hilda zu einem neuen Agentenfall abgeordert. D'Artagnan aus der Pariser Niederlassung hat einen Zwergenüberfall auf den Louvre gemeldet, das kann nur heißen, das dort weiteres Nibelungengold lagert, aus welchem Zwergenkönig Alberich einen Ring zum Erhalt der Weltherrschaft zu schmieden gedenkt. Doch die Zwerge haben den goldenen Kelch von König Annas Zofe bereits in ihrer Gewalt. Um das Schlimmste zu verhindern, müssen die Nibelungenagenten mit Hilfe von Norne Urd in die Zeit reisen, um den Kelch an sich zu bringen, solange es geht. Dabei müssen aber tunlichst den Lauf der Geschichte nicht verändern, was mit einem hirnlosen Begleiter wie Muskelprotz Siegfried alles andere als einfach ist.

Meine damals 10 jährige Tochter hat Band 1 geliebt und Band 2 sehnlichst entgegen gefiebert. In Band 1 bekam man die Helden der Nibelungensage wunderbar verständlich präsentiert. Das ist sehr geschickt und unterhaltsam gemacht, wird aber für Band 2 vorausgesetzt, zumindest werden die Zusammenhänge nicht mehr groß erklärt. Es empfiehlt sich daher dringend mit Band 1 zu beginnen, wenn Band 2 auch für sich steht und alleine verständlich ist. Man versteht die Nibelungen dann nur nicht so gut. Diesmal dreht es sich jedoch um D'Artagnan, die Musketiere Athos, Aramis und Portos, Kardinal Richelieu, König Louis XIII und seine Gemahlin Anna von Östereich. Meiner Tochter war dieser Klassiker von Alexandre Dumas noch kein Begriff, daher hat Frauke Scheunemann diesmal eine noch größere Bildungslücke meiner Tochter unterhaltsam geschlossen, mit einem Agentenabenteuer das gekonnt einen Literaturklassiker mit dem Agentengenre mixt. Wie schon James Bonds Q gibt es auch für Wotans Männer einen Gadget Ausstatter namens Loge, der als Unsterblicher natürlich noch ganz andere Möglichkeiten zu seiner Verfügung hat als Q. Eine Erfindungen heißen immer Loge gefolgt von einer ziemlich großen Zahl. Da ist es gerade mir nicht immer ganz leicht gefallen den Überblick zu behalten, aber das macht nichts, denn man merkt ja ziemlich schnell durch seinen Einsatz in der Not, was dieses Gadget diesmal kann. Walküre Hilda hat sich für eine Gestalt in Henrys Alter (13) entschieden und sich geschworen, keine ihrer göttlichen Kräfte einzusetzen, sondern sich auf ihre Intelligenz und Loges Trickkiste zu verlassen. Aber wie Frauen und Mädchen nun mal so sind, gelingt es ihr nicht immer sich an ihre eigenen Prinzipien zu halten. Das macht diese Heldin doch auch irgendwie herrlich menschlich.

Henry erzählt die Geschichte auch dieses Mal aus seiner persönlichen, rein subjektiven Perspektive, in der Ich-Form, im Präsens. Man fühlt sich also unmittelbar im Geschehen drin, wenn man Henrys bisweilen verzweifelten oder abschätzigen Gedanken folgt (ja, Siegfried ist hier der Depp vom Dienst und bekommt ganz schön sein Fett weg. Selbst schuld, so herablassend, wie er Henry gegenüber auftritt!).

Diese Reihe hat Frauke Scheunemann extra für ihren Sohn entwickelt, der endlich auch mal einen männlichen Helden in den Büchern seiner Mutter finden wollte. Er hat es auch auch nicht so leicht mit drei Schwestern, ist er mit seinem Vater in der Familie in der Unterzahl. Im letzten band empfanden wir ja Hilda dennoch als die eigentliche Heldin des Buches, aber Henry hat eine Menge dazu gelernt und sich stark entwickelt (wahrscheinlich hat dies Sohnemann auch so empfunden).
Mein Mann ist ja völlig verwundert, wieso eine promovierte Juristin denn Kinderbücher schreibt, aber ehrlich, ich kenne keine Juristin mit 4 Kindern, promoviert oder nicht, die in einem entsprechenden Beruf arbeitet (da muß sich in der Gesellschaft noch was ändern). Wir sind zumindest sehr froh, daß Frauke Scheunemann sich für die Schriftstellerei entschieden hat, wobei sie auch Frauenromane schreibt, z.T. Zusammen mit ihrer Schwester unter dem Pseudonym Anne Hertz.
Wir als Rheinländer finden es super, daß mit Henry Smart neben all den Romanen über die Götter der Antike für Kinder und Jugendliche, endlich auch mal die Nibelungen zu ihrem Recht kommen. Dabei geht es echt spannend und sehr witzig zu. Denn Helden hin oder her, da wird nicht weniger gefrotzelt und gestichelt, als unter uns Normalsterblichen.

Sehr kurzweilig und spannend, hat es uns richtig gepackt und meine Tochter hat wieder neue Helden kennengelernt! Wir hoffen ja unbedingt auf eine Fortsetzung und geben begeisterte 5 von 5 Sternen.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Oetinger Verlag für dieses heiß ersehnte Rezensionsexemplar.