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Veröffentlicht am 15.09.2016

Hat mich leider nicht richtig überzeugt

Das Beste, was wir tun können, ist nichts
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Das Beste, was wir tun können, ist nichts

Björn Kern


In "Das Beste, was wir tun können, ist nichts" beschreibt der Autor Björn Kern seine Erfahrungen im Nichtstun. Man erfährt, dass es gar nicht so ...

Das Beste, was wir tun können, ist nichts

Björn Kern


In "Das Beste, was wir tun können, ist nichts" beschreibt der Autor Björn Kern seine Erfahrungen im Nichtstun. Man erfährt, dass es gar nicht so einfach ist, nichts zu tun ohne sich dabei lächerlich zu machen. Es gehört einiges dazu die Kunst des Nichtstuns zu verinnerlichen. Rückschläge kann es dabei immer geben, denn das Sprichwort "Erst die Arbeit und dann das Vergnügen", hat man sich schließlich von Kindesbeinen an anhören müssen, sodass es wirklich schwer ist, alte Verhaltensmuster zu durchbrechen.

Einen Ratgeber, in dem der Autor Tipps gibt und beispielsweise die Möglichkeit zu kleinen Auszeiten im stressigen Berufs- oder Privatleben aufzeigt, darf man von diesem Büchlein allerdings nicht erwarten. Denn es handelt sich hier eher um die Aneinanderreihung von kleinen Episoden, die relativ zusammenhanglos erzählt werden. Dabei bekommt man übrigens in jedem Kapitel unzählige Male die Weisheit, dass Nichtstun wichtig und erstrebenswert ist, serviert, sodass sich, trotz des lockeren und humorvollen Schreibstils, schon bald ein wenig Langeweile einstellt. Es empfiehlt sich deshalb auch, nicht zu viele Kapitel hintereinander zu lesen, da sich sonst auch noch der lockere Schreibstil, der eigentlich den besonderen Charme dieses Buchs ausmacht, etwas abnutzt und man in Versuchung gerät, die Kapitel nur noch zu überfliegen.

In meiner Bewertung bin ich nun hin- und hergerissen. Denn eigentlich hat mir der lockere Stil sehr gut gefallen und einige der Kapitel haben mir sogar das ein oder andere unverhoffte Schmunzeln entlockt. Doch insgesamt gesehen bin ich mir nicht sicher, ob mir überhaupt eine der Episoden lange im Gedächtnis bleiben wird. Als Ratgeber ist das Buch also nicht zu empfehlen, als humorvolle Lektüre für zwischendurch schon eher. Aber da man über Geschmack ja bekanntlich streiten kann, werden die Meinungen da sicher auseinandergehen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt das Buch von mir leider nur zwei Bewertungssternchen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Enttäuschend....

Gone Cat - Die stumme Zeugin
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Gone Cat - Die stumme Zeugin von Sam Gasson




Jim Glew gibt seinen Beruf als Privatdetektiv auf. Trotzdem lässt seine Ermittlertätigkeit ihn nicht los, denn in der unmittelbaren Nachbarschaft geschieht ...

Gone Cat - Die stumme Zeugin von Sam Gasson




Jim Glew gibt seinen Beruf als Privatdetektiv auf. Trotzdem lässt seine Ermittlertätigkeit ihn nicht los, denn in der unmittelbaren Nachbarschaft geschieht ein Mord. Die Getötete ist die Mutter des besten Freundes seines 11-jährigen Sohnes Bruno. Da Jim das Verbrechen unbedingt aufklären will, beginnt er in diesem Fall noch einmal zu ermitteln. Da sein Sohn Bruno am liebsten selbst Detektiv wäre, nimmt auch er die Ermittlungen auf. Dabei notiert er alle Hinweise akribisch in seinem Notizbuch und zieht seine Schlüsse daraus. Große Hoffnungen setzt er in das Kamerahalsband, das seine Katze Mildred in der Mordnacht trug. Denn mit viel Glück hat die Kamera den Täter gefilmt. Doch Brunos Katze kehrt nicht nach Hause zurück und bleibt spurlos verschwunden. Hat der Mörder sie erwischt und aus dem Weg geräumt? Bruno ist fest entschlossen den Fall zu lösen!



Sam Gassons Kriminalroman startet eher gemächlich. Der Schreibstil ist angenehm lesbar und überrascht gelegentlich durch wunderbare Sätze. Zunächst lernt man die Protagonisten ein wenig kennen und wird auf die Handlung eingestimmt. Die Familie Glew wird so lebendig beschrieben, dass man sie beim Lesen sofort vor Augen hat. Das Familienleben wirkt sehr harmonisch und Sohn Bruno macht den Eindruck, ein äußerst pfiffiges Kerlchen zu sein. Der Grundstein für ein solides Krimivergnügen scheint damit gelegt zu sein. Denn die Idee, dass Vater und Sohn ermitteln und Katze Mildred, als eigentlich stumme Zeugin, wertvolle Hinweise durch ihr Kamerahalsband liefern könnte, klingt interessant und vielversprechend.

Man beobachtet zunächst sehr interessiert die Ermittlungen der beiden unterschiedlichen Detektive. Dabei wird schnell klar, dass Vater Jim Glew deutlich besonnener an den Fall geht als sein Sohn. Denn Bruno entwickelt sich im Lauf der Handlung leider zu einer wahren Nervensäge. Er ist altklug, weiß einfach alles besser, übertritt selbst Grenzen und Gesetze und hält wichtige Beweise zurück. Beim Lesen möchte man ihm deshalb am liebsten den Hals umdrehen. Besonders bei den Szenen, in denen er betont, ein ach so toller Meisterdetektiv zu sein. Selbst ernsthafte Verwarnungen der ermittelnden Polizistin können ihn nicht in seine Schranken weisen. Warum auch? Er weiß ja schließlich alles besser und teilt das mit überheblichen Sprüchen auch gerne seinem gesamten Umfeld mit.

Wenn die Spannung wenigstens überzeugen würde, dann könnte man sich ja vielleicht mit einem unsympathischen Hauptprotagonisten arrangieren. Doch leider tut sich auch in dieser Hinsicht nicht gerade viel. Denn die Handlung plätschert gemächlich vor sich hin, sodass man nicht unbedingt das Verlangen hat, dem Täter auf die Spur zu kommen oder auch nur das nächste Kapitel in Angriff zu nehmen. Überraschende Wendungen, die dem Ganzen wohl ein wenig Spannung geben sollen, können auch nicht wirklich überzeugen.

Ich muss gestehen, dass ich mich lange nicht mehr so durch ein Buch gequält habe, wie durch dieses Exemplar. Dabei waren die Grundvoraussetzungen eigentlich optimal, denn ich liebe Krimis, mag Katzen und war vom Plot äußerst angetan. Die Umsetzung konnte mich aber leider gar nicht überzeugen, denn die Geschichte hat mich nicht einen Moment in ihren Bann gezogen und Sohn Bruno hat einfach nur genervt! Gut gefallen haben mir der Schreibstil, der oft durch unverhofft schöne Sätze überzeugte, und der britische Humor, der zuweilen aufblitzte. Da mir das als Krimi-Liebhaberin aber noch lange nicht für einen guten Krimi reicht, kann ich mich leider nur zu zwei von fünf Bewertungssternen durchringen. Zu einer Fortsetzung werde ich mit Sicherheit nicht greifen.