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Veröffentlicht am 15.09.2016

Thommie Bayer konnte mich wieder mal überzeugen

Seltene Affären
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Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Piper (1. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492056113
Preis: 18,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Thommie Bayer konnte mich wieder mal überzeugen

Im ...

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Piper (1. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492056113
Preis: 18,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Thommie Bayer konnte mich wieder mal überzeugen

Im letzten Roman von Thommie Bayer, „Weißer Zug nach Süden“, war die Putzfrau Chiara die Hauptfigur. Sie war u.a. für die Wohnung von Peter Vorden zuständig, den sie aber nie zu Gesicht bekam. Trotzdem entwickelte sich eine Art Kommunikation zwischen den beiden. „Seltene Affären“ ist nun der geniale Gegenband zum „Weißen Zug“ aus der Sicht von Peter Vorden. Zwar wird immer wieder Bezug auf die Ereignisse des Vorgängerbandes genommen, diesmal eben aus der anderen Sicht, aber Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Man kann dieses Buch auch für sich allein lesen und genießen. Allerdings machen die entsprechenden Anspielungen halt auch einen gewissen Reiz aus, und lesenswert ist der „Weiße Zug“ allemal. Wer ihn also noch nicht kennt, sollte ihn nach Möglichkeit zuerst lesen.

Ich fand es toll, dass Thommie Bayer Peter Vorden, den ich bisher nur als Wohnungsbesitzer kannte, Leben eingehaucht hat. Er ist Mitbesitzer eines Restaurants in Frankreich, wo er sich von Montag bis Donnerstag aufhält, während er von Freitag bis Sonntag in besagter Wohnung im Südbadischen lebt und für seinen Zwillingsbruder Kurzgeschichten schreibt.

Auch über die Vergangenheit und die große Liebe von Peter Vorden erfahren wir einiges. So spielen neben der gedanklichen Beziehung zu Chiara auch die Beziehungen zu seinem Bruder und dessen Frau Anne eine sehr große Rolle. In Träumen vermischt der Protagonist auch schon mal das Eine mit dem anderen.

Sprachlich ist dieser Roman wieder sehr gut gelungen. Der Autor erzählt mit einer phänomenalen Leichtigkeit, kurz und knackig, und packt so viele Informationen in wenige Seiten, oftmals zwischen den Zeilen, dass ich immer wieder nur staunen kann. Dabei zeichnet er ein dichtes Bild seines Protagonisten, der in vieler Hinsicht immer nur der Zweite ist und im Schatten steht. Dies alles schafft Thommie Bayer mit sorgfältigen, treffsicheren Formulierungen, die das Lesen zu einem wundervollen Vergnügen machen.

Wie man es von Thommie Bayer gewohnt ist, gibt es auch wieder viele Erwähnungen von Musikern und Musiktiteln. Hier hat man es als älteres Semester einfacher, sich einzufühlen.

Fazit:
„Seltene Affären“ ist zwar der Gegenpart zu „Weißer Zug nach Süden“, kann aber ohne Weiteres auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Wer einen feinsinnigen Roman der leisen Töne sucht, der ab und zu auch zu überraschen weiß, ist hier genau richtig.

★★★★★

Herzlichen Dank an den Piper Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar für die Leserunde auf leserunden.de zur Verfügung stellte.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine schmerzliche Liebe

Love and Confess
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Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (20. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3423740128
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 16 Jahre
Originaltitel: Confess
Preis: 12,99 ...

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (20. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3423740128
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 16 Jahre
Originaltitel: Confess
Preis: 12,99 €

Eine schmerzliche Liebe

Inhalt:

Vor fünf Jahren hat Auburn ihre große Liebe Adam verloren. Sie war damals erst fünfzehn. Nun ist sie von Portland nach Dallas gezogen und muss ihr Leben neu anfangen. Als sie dem Künstler Owen begegnet, fühlen sich beide wie magisch zueinander hingezogen. Doch jeder von ihnen trägt Geheimnisse mit sich herum, die ihrer Liebe im Wege stehen.

Meine Meinung:
Wer die vorherigen Romane von Colleen Hoover kennt und liebt, Will und Layken oder Hope, wird auch „Love and Confess“ lieben. Die Autorin versteht es wie keine zweite, die überschäumenden Gefühle von Jugendlichen in Worte zu fassen und sich dazu ein Szenario auszudenken, das reichlich dramatisch ist und nicht ohne Tränen auskommt.

Sie schreibt so wunderbar authentisch und gefühlvoll. Beim Lesen erwachen direkt Schmetterlinge im Bauch. Von Szenen, bei denen sich die Protagonisten einfach nur tief in die Augen schauen und von ihren eigenen Gefühlen übermannt werden, kann ich gar nicht genug bekommen. Taschentücher sollte man auf jeden Fall in Reichweite haben.

Die Protagonisten Auburn und Owen erzählen abwechselnd in der Ich-Form. Dabei bekommen wir manche Szenen aus beiden Perspektiven zu lesen, während an anderen Stellen die Handlung auch beim Perspektivwechsel voranschreitet. Ich kann gar nicht sagen, wer von den beiden mir sympathischer war. Sie sind beide ganz wundervolle Menschen, die eine unheimliche Stärke in sich tragen und voll von Liebe füreinander, aber auch für andere Personen, sind. Es tat mir in der Seele weh, diese beiden jungen Menschen so leiden zu sehen.

Bemerkenswert ist auch die Aufmachung des Buches. Owen ist Maler, und einige seiner Gemälde sind als kleine Schwarz-weiß-Bilder im Innenteil des Buches eingestreut, einige davon sind aber auch auf den Innenseiten der Coverklappen in Farbe abgebildet. Auch wenn sie zum Teil verstörend wirken, lohnt es sich doch, sie genauer zu betrachten.

Fazit:
Wer Colleen Hoovers Romane über Layken und Will und Hope mag, wird sich auch mit „Love and Confess“ wohlfühlen. Es ist im gleichen Stil wie die anderen Bücher geschrieben und ist wunderbar berührend und fesselnd.

★★★★★

Herzlichen Dank an vorablesen und dtv für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Langsam und tiefgründig, konnte mich aber enorm fesseln

Geheimer Ort
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Taschenbuch: 704 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (29. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596196142
Originaltitel: The Secret Place
Preis: 9,99 €

Langsam und tiefgründig, konnte ...

Taschenbuch: 704 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (29. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596196142
Originaltitel: The Secret Place
Preis: 9,99 €

Langsam und tiefgründig, konnte mich aber enorm fesseln

Inhalt:

Ein Jahr ist es her, seit die Leiche von Christopher Harper im Park des Mädcheninternats St. Kilda gefunden wurde. Damals führten die Ermittlungen zu keinem Ergebnis. Nun scheint es neue Spuren zu geben. Die ruppige Detective Conway, die unter den Kollegen keinen leichten Stand hat, macht sich erneut auf die Suche nach dem Mörder. Ihr zur Seite steht Stephen Moran, den man zu den ungelösten Fällen abgeschoben hatte. Beide wittern hier ihre Chance, doch müssen sie erst einmal miteinander klarkommen.


Meine Meinung:
Ich habe von Tana French noch nichts gelesen. Deshalb kann ich den vorliegenden Roman nicht mit ihren anderen Werken vergleichen. Tatsache ist, es handelt sich hier nicht um einen atemberaubenden Thriller, sondern um einen Roman mit Kriminalfall. Ob man es nun als Kriminalroman oder als Entwicklungsroman bezeichnen will, empfinde ich als zweitrangig. Entwicklungsroman trifft insofern zu, als wir hier die Entwicklung von einigen Jugendlichen beobachten, ebenso wie in gewissem Maß die Entwicklung der beiden Detectives.

Schnell erkennen Conway und Moran, dass als Täter nur die Mitglieder von zwei Freundinnencliquen infrage kommen. Vier der etwa 16-jährigen Mädchen sind eine eingeschworene Gemeinschaft (im wahrsten Sinne des Wortes), die anderen werden von ihrer Anführerin dominiert. Beide Gruppen sind verfeindet. Was zuerst wie eine heile Welt erscheint, entpuppt sich immer mehr als ein Pulverfass mit enormer Sprengkraft.

Ein einziger Tag steht den Detectives zur Verfügung, um die Wahrheit aus den Mädchen herauszukitzeln. Hierbei erweist sich Ich-Erzähler Stephen Moran als sehr einfühlsam. Bei jedem der Mädchen erkennt er schnell, wie er sie zu nehmen hat, um den größtmöglichen Nutzen für die Ermittlungen zu erzielen. Dabei dürfen wir als Leser an seinen Gedanken und Überlegungen teilhaben und sie für nachvollziehbar und logisch empfinden.

In eingeschobenen Rückblenden erfährt der Leser, aber nicht die Ermittler, was in den Monaten vor und nach dem Mord geschehen ist, wie sich die Mädchen und auch das Opfer, ein Schüler des benachbarten Jungeninternats, entwickelt und verändert haben. Hier geht die Autorin sehr langsam, dafür aber auch sehr gründlich vor, wodurch der enorme Umfang von 704 Seiten zustande kommt. Sicher wird das dem ein oder anderen Leser zu viel oder auch zu langweilig sein. Mich hat der Roman mit seiner psycho- und soziologischen Betrachtung der einzelnen Charaktere schon nach wenigen Seiten so gefesselt, dass ich das Buch in nur zwei Tagen ausgelesen hatte.

★★★★★

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Plädoyer für Toleranz und freundschaftliches Miteinander

Ein Mann namens Ove
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Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 4 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596197804
Originaltitel: En man som heter Ove
Preis: 9,99 €

Ein Plädoyer für Toleranz und ...

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 4 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596197804
Originaltitel: En man som heter Ove
Preis: 9,99 €

Ein Plädoyer für Toleranz und freundschaftliches Miteinander

Inhalt:

Erst vor wenigen Monaten ist Oves geliebte Frau Sonja gestorben. Nun wird der 59-Jährige auch noch wegrationalisiert und findet sich an einem gewöhnlichen Werktag zu Hause wieder. Da können einem schon mal Selbstmordgedanken kommen. Doch glücklicherweise kommen hier ein paar Zufälle ins Spiel, die Oves Absichten ein Bein stellen, z.B. in Form der quirligen neuen Nachbarin Parvaneh und ihrer Familie …


Meine Meinung:
Ich hatte damals zuerst die Leseprobe bei vorablesen gelesen. Diese konnte mich aber nicht überzeugen, sodass ich mich gar nicht für dieses Buch bewarb. Den ständig nur grummelnden und motzenden Ove fand ich einfach nur blöd, und auch der Schreibstil hat mich nicht vom Hocker gerissen. Nachdem es inzwischen aber so viele positive Rezensionen gibt, wollte ich Ove doch noch eine Chance geben. Ich habe es nicht bereut!

Bereits nach den ersten 50 Seiten war ich von dem Buch begeistert. Klar, der Schreibstil wirkt immer noch recht einfach, doch jetzt habe ich kapiert, dass er genau dadurch super zu unserem Antihelden Ove passt, der eigentlich auch ein eher einfach gestrickter Mann ist. Für ihn gibt es nicht viel Wichtiges im Leben: seine Frau, seine Automarke und die Einhaltung von Regeln.

Ove fand nicht, dass er ein hoffnungsloser Fall war. Er fand nur, dass ein bisschen Ordnung herrschen sollte.
Oves Meinung nach geht man nicht so durchs Leben, als wäre alles austauschbar. Als wäre Loyalität nichts wert. Heutzutage erneuern die Leute ihre Sachen so schnell, dass all das Wissen, darüber, wie man Dinge herstellt, die halten, völlig überflüssig geworden ist. (S.95)


Ohne seine Sonja, die der Welt und ihren Neuerungen gegenüber wesentlich offener war, wirkt Ove verloren. Doch spätestens mit dem Einzug der neuen Nachbarn ändert sich das. Parvaneh ist so unbeschwert und offen und weiß den alten Griesgram zu nehmen und auch entsprechend zu manipulieren. Ein wenig erinnert sie in ihrer Art wohl an Sonja.

Es geschehen so viele Dinge, über die man schmunzeln kann und die einen tief berühren, die einfach zu Herzen gehen. Man muss sich nur auf die Charaktere einlassen und sie nicht von vornherein verurteilen und abstempeln. Dann wird man eine tiefgründige Geschichte lesen, die auch zwischen den Zeilen so viel zu bieten hat.

Dabei sollte man aber nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Vieles, was passiert, ist doch sehr unwahrscheinlich. Die Figuren strotzen vor Klischees und einiges ist auch vorhersehbar. Doch was der Autor uns (vielleicht) erzählen will, ist trotz allem eine ganz großartige Geschichte, die für ein liebevolles Miteinander und Toleranz gegenüber anderen wirbt.

★★★★★

Veröffentlicht am 15.09.2016

Verzwickter Thriller aus Mannheim

Spiegelmord
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Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030354
Preis: 9,99 €

Verzwickter Thriller aus Mannheim

Inhalt:
Ein Mann wird grausam ...

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030354
Preis: 9,99 €

Verzwickter Thriller aus Mannheim

Inhalt:

Ein Mann wird grausam ermordet. Er hatte seine Tochter Karen jahrelang misshandelt. Die Ausführung der Tat erforderte Insiderwissen, sodass als Täter nur die Mitglieder von Karens Therapiegruppe bzw. deren Therapeutin in Frage kommen. Die Mannheimer Polizei zieht die Fallanalytikerin Lena Böll vom LKA Stuttgart hinzu. Sie hatte vor vier Jahren schon in Mannheim gearbeitet, was nicht ganz reibungslos abgegangen war.


Meine Meinung:
„Spiegelmord“ ist der 2. Band einer Reihe um die Fallanalytikerin Lena Böll. Den ersten Band kenne ich leider nicht. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass ich anfangs ganz leichte Schwierigkeiten mit den Personen und der Erzählweise hatte. Doch schon nach wenigen Seiten waren diese überwunden, und ich habe mich in den verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen zurechtgefunden. Sobald dieser Schritt einmal geschafft war, fand ich diese Wechsel in der Erzählung sehr gelungen.

Zwar sind die Personen, allen voran Lena Böll mit ihrem Knacks, etwas klischeebelastet, doch störte mich das nicht sehr. Dadurch konnte ich mich beim Lesen mehr auf den Fall an sich konzentrieren und mit rätseln, wie wohl die Zusammenhänge sind und wer nun tatsächlich der Mörder war. Claus Probst hat ein komplexes Netz von Beziehungen geknüpft, und ich muss zugeben, dass ich lange Zeit die falsche Person im Verdacht hatte. Dabei war die Auflösung des Falls absolut logisch und nachvollziehbar.

Es gelingt dem Autor, die Spannung stetig ansteigen zu lassen. Am Schluss wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, weil ich nun wirklich wissen wollte, wer es war, und auch, wie es nun mit Lena Böll weitergeht. Denn ihre nicht immer regelkonformen Methoden werden nicht von allen gerne gesehen und mancher Kollege oder Vorgesetzte würde sie wohl lieber heute als morgen suspendiert sehen. Besonders gut haben mir die philosophischen Überlegungen gefallen. Hat ein Verbrecher einen so grausamen Tod verdient? Müsste man dem Mörder womöglich sogar dankbar sein, dass er die Bestrafung übernommen hat? Ist es gerechtfertigt, einen in diesem Fall Unschuldigen einzubuchten, nur weil man ihm in früheren Fällen nichts nachweisen konnte, er damals aber zu 99,99 % schuldig war?

Fazit:
Ein wirklich lesenswerter Thriller. Diesen Autor werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

Die Reihe:
1. Nummer Zwei
2. Spiegelmord

★★★★★