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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2018

Amoklauf

D.I. Helen Grace: Blinder Hass
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Helen Grace will denn Kopf freibekommen und entdeckt mit ihrem Motorrad eine angeschossene Frau am Straßenrand. Kurz darauf wird ein Apotheker in seinen Laden erschossen. Warum? Welcher Zusammenhang besteht? ...

Helen Grace will denn Kopf freibekommen und entdeckt mit ihrem Motorrad eine angeschossene Frau am Straßenrand. Kurz darauf wird ein Apotheker in seinen Laden erschossen. Warum? Welcher Zusammenhang besteht? Relativ schnell steht fest, dass zwei junge Menschen diesen Terror veranstalten. Sie bleiben allerdings unberechenbar und sind der Polizei immer einen Schritt voraus.

Bei dem Buch handelt es sich um den siebten Fall für D. I. Helen Grace und ihren ersten nach dem Gefängnisaufenthalt. Man merkt, dass Helen härter und unbarmherziger wirkt, als bei den ersten Fällen. Die Zeit im Gefängnis macht ihr nach wie vor zu schaffen und es gibt anscheinend noch kein Ventil für ihre Angst- und Panikzustände.
Die Zusammenarbeit mit ihrem Team ist ebenfalls alles andere als einfach, da genau diese Leute, es bis vor kurzen noch für möglich hielten, dass sie mehrere Menschen ermordet hat.
Andererseits ist sie dünnhäutiger, da sie außer ihrer Freundin Charlie niemanden hat, keinen zum Reden, keinen zum Rallen lassen.

Da das Buch auch aus der Sicht der Terroristen geschrieben wird bekommt man deren Kaltblütigkeit, deren Hass und deren Wahnsinn aus nächster Nähe mit. Menschlich wird das Buch, wenn man die Sicht der Opfer liest oder auch einen Abschnitt eines Augenzeuges, Angehörigen oder die Sichtweise der Journalistin Emilia, welche des öftern schon mit Helen aneinandergeraten ist.

Arlidge Schreibstil ist auch in diesem Buch wieder sehr fesselnd und mitreißend. Es lässt sich leicht und flüssig lesen und die Spannung steigt von Beginn an. Die kurzen Kapitel, welche immer die Uhrzeit angeben vermitteln einen das Gefühl, dass es eilt!
Das Buch kann unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden, da die Handlung in sich abgeschlossen ist. Alle relevanten Details aus Helens Vergangenheit werden kurz erwähnt.

Fazit: Ein weiteres Highlight aus dieser Serie. Wer Spannung und Aktion liebt ist hier genau richtig!

Serie Helen Grace:
Einer lebt, einer stirb
Schwarzes Herz
Kalter Ort
In Flammen
Letzter Schmerz
Zwei Short Storys No Way Back.
Eingeschlossen
Blinder Hass

Veröffentlicht am 03.09.2018

Mord in der Psychiatrie

Stimmen
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Ein Arzt wird tot in der Psychiatrie aufgefunden. Seine Leiche wurde mit Gegenständen verziert, welche die Abdrücke einer schwer traumatisierten, stumme Patienten hatten, welche aber nicht mit ihrer Außenwelt ...

Ein Arzt wird tot in der Psychiatrie aufgefunden. Seine Leiche wurde mit Gegenständen verziert, welche die Abdrücke einer schwer traumatisierten, stumme Patienten hatten, welche aber nicht mit ihrer Außenwelt kommuniziert. Bea und Florin haben die schwierige Aufgabe die psychisch kranken Patienten zu verhören und zwischen Wahn und Wahrheit zu unterscheiden. Gleichzeitig sind die Ärzte und Pflegekräfte darauf bedacht die Privatsphäre der Kranken zu schützen und den Ruf der Klinik nicht zu schaden.

Bea arbeitet meist sehr intuitiv und manchmal mangelt es etwas an Fingerspitzengefühl beim Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen. Zum Glück gibt es an ihrer Seite ihren Partner Florin, welcher fast immer die Selbstbeherrschung in Person ist und den richtigen Ton bei Verdächtigen, Zeugen und Kollegen trifft. Achim, Bea’s Exmann, macht ihr außerdem das Leben schwer und versucht sie egal wie zu verletzen, in Zusammenhang mit diesen komplexen Fall ist es schwer für sie Ruhe zu bewahren und die nötige Zeit für die Kinder aufzubringen.

Ich persönlich mag diese beiden Ermittler sehr. Ihre Art, wie sie zusammenarbeiten, wie sie auch Augen für ungewöhnliche Dinge besitzen und gleichzeitig versuchen nicht nur immer die Arbeit in den Vordergrund zu rücken.

Der Schreibstil ist sehr mitreißend und erzeugt eine Menge an Gefühlen. Man spürt den Druck, welcher auf den Ermittler lastet. Man hofft mit den Patienten auf eine Besserung und drücke den Ermittlern die Daumen für den Durchbruch. Außerdem steigt die Spannung von Seite zu Seite, was nicht nur mit weiteren Leichen zu tun hat.

Fazit: Wieder ein gelungener Fall für Kaspary und Wenninger.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Ein Blick in die Vergangenheit

Kluftinger
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Kluftinger entdeckt an Allerheiligen ein Kreuz mit seinen Namen auf den Friedhof. Ein paar Tage später folgen Totenanzeige und Sterbebildchen. Schnell ist zwar klar, dass er in Gefahr ist, aber woher kommt ...

Kluftinger entdeckt an Allerheiligen ein Kreuz mit seinen Namen auf den Friedhof. Ein paar Tage später folgen Totenanzeige und Sterbebildchen. Schnell ist zwar klar, dass er in Gefahr ist, aber woher kommt diese. Klufti beginnt in seiner Vergangenheit zu forschen, nicht alle Begegnungen verlaufen wie gewünscht und einige Überraschungen muss er erleben. Gleichzeitig taucht ein alter Verdächtiger wieder auf, welchen er noch nicht fassen konnte.
Das Privatleben kommt hier auch nicht zu kurz, der frisch gebackene Opa ist mächtig stolz auf seinen Enkel und erlebt und lernt auch in diesen Bereich einige neue Dinge.

Das Buch lebt und stirbt mit der Figur des Kommissar Kluftinger. Ein Mann der oft etwas naiv und altbacken wirkt, aber trotz allen den richtigen Riecher hat und mit Überraschungen aufwartet. Durch seine Geistesblitze, sein Pflichtbewusst und seinen Wahrheits- und Gerechtigkeitssinn versetzt er seine Mitarbeiter immer wieder ins Staunen. Gleichzeitig lässt er vermeintlich kein Fettnäpfchen aus und hat oft damit zu kämpfen eine für ihn unangenehme Situation zu seiner Zufriedenheit zu erklären.

Gewohnt leicht und flüssig und vor allem mit dem altbekannten Humor geschrieben. Bei dem Buch kommt man, obwohl der Gefahr für Klufti, nicht aus dem Schmunzeln heraus. Gleichzeitig ist das Buch eine Zeitreise in seine Vergangenheit. Wie begann es eigentlich bei der Kripo, sein erster Fall, seine erste Zeit mit Erika …

Fazit: Ein absolutes MUSS für alle Klufti-Fans und schwer aus der Hand zu legen.

Veröffentlicht am 18.08.2018

Genial, schräg, komisch

Tante Rotz legt los
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Tante Rotz ist ein genial, schräg, komisches Unikat und eigentlich sollten alle Kinder so eine Tante besitzen.

Die Zwillinge Kassandra und Zacharias sind mit ihren Eltern wirklich gestraft. Sie ist ...

Tante Rotz ist ein genial, schräg, komisches Unikat und eigentlich sollten alle Kinder so eine Tante besitzen.

Die Zwillinge Kassandra und Zacharias sind mit ihren Eltern wirklich gestraft. Sie ist Richterin, er Galarist und die Kinder müssen über Klavierunterricht, Flötenunterricht, Spanisch oder Englisch für Grundschüler, einen Knickekurs etc. pp. alles mitmachen und das auch noch in den Ferien.

Für fast alles im Hause Wohlleben gibt es Regeln, welche unter Strafe eingehalten werden müssen. Als aber leider (für die Kinder zum Glück) alle Kindermädchen absagen, kommen die Kinder unverhofft zu Tante Rotz und diese lehrt ihnen eben nicht oben genannte Dinge sondern das "Leben", toben, Spaß haben und gleichzeitig müssen sie auch noch ein Verbrechen aufklären.

Ich hatte jede Menge Spaß bei dem Buch und kann es nur allen Kinder empfehlen zu lesen - manch einen Erwachsenen würde es wohl auch nicht schaden

Besonders toll fand ich das Verhältnis der Zwillinge untereinander, welche richtig fest zusammenhielten und somit eine tolle Gemeinschaft bildeten. Und Tante Rotz, welche nicht nur durch ihre irren Klamotten auffiel, sondern eben auch dass sie die Kinder ernst nahm und ihnen die Angst vorm Versagen nahm.

FAZIT: Ein total "rotziges" Buch mit viel Spaßfaktor!
Aber auch mit dem feinen kleinen Hinweisen, dass man nicht alles können muss, nicht immer der beste sein muss und das Leben Spaß machen sollte.

Veröffentlicht am 11.08.2018

Brutal und schonungslos!

Abgeschnitten
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Paul Herzfeld findet einen sonderbaren Hinweis im Kopf einer Leiche. Voller schlechter Vorahnung behält er ihn für sich und muss leider feststellen, dass dies einer von mehreren ist, welcher ihn zu seiner ...

Paul Herzfeld findet einen sonderbaren Hinweis im Kopf einer Leiche. Voller schlechter Vorahnung behält er ihn für sich und muss leider feststellen, dass dies einer von mehreren ist, welcher ihn zu seiner entführten Tochter Hanna führt. Wie vom Entführer gewünscht schaltet er nicht die Polizei ein, da aber der Weg zum nächsten Hinweis für ihn nicht erreichbar ist, spannt er Linda als "Hilfspathologin" ein. Es beginnt eine perfide Schnitzeljagd, bei der beide mit ihren Dämonen zu kämpfen haben.

Da nicht nur aus der Sicht von Paul und Linda erzählt wird, ist man scheinbar überall gleichzeitig. Besonders grausam waren die Berichte aus der "Hölle", welche nichts für schlechte Nerven ist. Man meint förmlich das "Böse" im Nacken zu spüren. Wie Barbara Schöneberg, war es auch mir fast nicht möglich das Buch aus der Hand zu legen. Wie Paul das Gefühl hat, dass ihm die Zeit davon läuft, so ergeht es auch dem Leser und spornt zum rasanten Lesen an.

Der Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, ist aber teils brutal und äußerst schonungslos. Durch gekonnte Szenenwechsel steigt die Spannung stetig an und vieles endet unerwartet.

FAZIT: Ein gelungenes Werk des Autorenduos Fitzek und Tsokos. Ich hoffe es folgen noch viele weitere Bücher.