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Veröffentlicht am 06.09.2018

Tolle Vorlage für einen actiongeladenen Hollywoodstreifen

Der Schwarm
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Es fängt mit dem Verschwinden eines Fischers vor Peru an. Norwegische Ölbohrexperten entdecken eigenartige Organismen, die den Meeresboden über große Flächen bevölkern. Im Nordwesten Amerikas werden Wale ...

Es fängt mit dem Verschwinden eines Fischers vor Peru an. Norwegische Ölbohrexperten entdecken eigenartige Organismen, die den Meeresboden über große Flächen bevölkern. Im Nordwesten Amerikas werden Wale aggressiv und attackieren Boote, in Australien gibt es Quallenalarm. Was geht in den Meeren vor? Gibt es einen Zusammenhang, der Biologe Sigur Johanson glaubt nicht an Zufälle...


Dieser Thriller hat mich mit seinen vielen wissenschaftlichen Tatsachen sehr fasziniert. Frank Schätzing hat dieses Wissen sehr detailliert und gut verständlich erklärt. Dabei gelingt ihm der Blick unter die Meeresoberfläche genauso wie der Einblick in die Kultur der Inuit. Aber auch die Probleme der Ölindustrie vor Norwegen werden deutlich gemacht. Gleichzeitig baut er ein sich anbahnendes Horrorszenario auf, bei dem eine hochintelligente Lebensform die Menschheit bedroht und zu zerstören scheint.

So einleuchtend genau wie Schätzing diese Spezies namens "Yrr" beschreibt, kann man sich deren Entwicklung lebhaft vorstellen und man liest beängstigt weiter. Es bahnt sich eine Katastrophe an, die Charaktere versuchen, den Dingen auf die Spur zu kommen und rettende Maßnahmen zum Schutz der Menschheit und des Planeten Erde zu ergreifen.
Im ersten Teil sensibilisiert Schätzing den Leser zu ökologischem Denken, dann aber kippt die Handlung filmreif ins Reich Hollywoods. US-Militär und CIA übernehmen das Kommando und kämpfen effektheischend um die Vernichtung der bedrohenden Spezies. Hier fühlt man sich an Hollywood-Verfilmungen wie Independence Day, Contact mit Jodie Foster und besonders James Camerons Erfolgsfilm Abyss erinnert.

Viele Leser haben dies dem Autor angekreidet, doch ich finde diese Dramatik schon sehr gelungen. Warum soll hier keine Vorlage für einen Kinostreifen entstehen?
Sicherlich sind einige Szenen ziemlich übertrieben dargestellt, die Spannung wird aber dadurch kontinuierlich hoch gehalten. Die Vorgänge auf der "Independent" sind so fesselnd, man ist in der Handlung gefangen und muss einfach weiter lesen. Das macht einen wirklich guten Thriller aus!
Da stört mich auch die Ähnlichkeit mit Filmen nicht im geringsten.


Dieser Thriller bietet eine sensationelle Wissensvermittlung, er zeigt auf, wie der Mensch seine Erde zerstört und ist überaus spannend zu lesen. Dieses Buch hat mir noch lange zu denken gegeben. Dafür gibt es selbstverständlich 5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 06.09.2018

Eine zu Herzen gehende Geschichte über die Kraft der Liebe

Was das Herz nie vergisst
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"Meine liebste Tochter, ich hatte all die Jahre ein Geheimnis vor dir. Du bist adoptiert ..."

Dies ist eine relativ tragische Geschichte über Sabina Piper, die ihren Eltern ihre Schwangerschaft mitteilt ...

"Meine liebste Tochter, ich hatte all die Jahre ein Geheimnis vor dir. Du bist adoptiert ..."

Dies ist eine relativ tragische Geschichte über Sabina Piper, die ihren Eltern ihre Schwangerschaft mitteilt und statt der erfreuten Reaktion eine unerwartete Entdeckung über ihre eigene Herkunft machen muss. Der Roman thematisiert die Zwangsadoptionen in Australien und zeigt die Hintergründe im Fall von Sabina.


Kelly Rimmer sorgt mit ihrer eingängigen, flüssigen Sprache und ihren gut gezeichneten Figuren für ein berührendes Leseerlebnis. Sie vermag es, mit ihrer unglaublich fesselnden Handlung einen Fall von Zwangsadoption aufzurollen, dem man einfach nur folgen kann. Zu gespannt ist man auf die Gründe, die Chancen des Wiederfindens zwischen leiblicher Mutter und Tochter und die Beziehungen zu den Adoptiveltern nach der Entdeckung dieser lange Jahre geheim gehaltenen wahren Herkunft. Was hat die Eltern zu dieser Lüge der eigenen Elternschaft bewegt? Der Roman zeigt die Gründe unjd Gefühle der Eltern, ihre Hoffnung und ihr Sehnen nach einem eigenen Kind auf bewegende Weise.

Spannung und Dramatik erhält der Roman durch mehrere Faktoren. Einmal ist es die Aufregung und Unsicherheit vor dem Wiedersehen nach der langen Zeit von 38 Jahren zwischen Mutter und Tochter, dem man als Leserin ebenfalls entgegenfiebert. Außerdem sorgen die sorgsam eingestreuten Rückblicke der beiden Mütter und die Briefe von Lilly an ihren James für weitere Informationen über den wahren Verlauf der Adoption.

Auch wenn die Thematik eine schwierige Lebensentscheidung beschreibt, bei der Kummer, Sehnsucht und vielleicht auch Wut über die Jahre bei Lilly gewütet haben, so genießt man doch ihr Treffen mit Sabina nach all den Jahren wie in einer großen Umarmung wohltuend und euphorisch mit. Ihr emotionales und liebenswertes Miteinander entschädigt für die verlorenen Jahre an Gemeinsamkeit und dieses Gefühl schwappt auch auf den Leser über. Diese Familie ist über die Maßen sympathisch und man ist von ihnen sofort eingenommen.

Durch die neue, recht innige Beziehung zu ihrer leiblichen Mutter reift Sabina , entdeckt eine innere Stärke und auch durch die Unterstützung und Liebe ihres Mannes entwickelt sie die Kraft, zu beiden Müttern zu stehen und das Vergangene zwar zu hinterfragen, aber doch nicht als persönlichen Vorwurf zu benutzen.

Dieser Roman behandelt ein tragisches Thema auf so unvergleichlich mitfühlende Weise, wie es selten der Fall ist. Er sorgt für bewegende Lesezeit voller Emotionen und auch für Verständnis für die Figuren, denn am Ende siegt die Liebe.


Veröffentlicht am 01.09.2018

Die Kraft der Liebe

Das Mädchen im roten Kleid
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Fiona McIntosh schrieb den Liebesroman "Das Mädchen im roten Kleid", der im Blanvalet Verlag erscheint.



Der Roman spielt in der Nachkriegszeit in London und im ländlichen Sussex zwischen 1918 bis in ...

Fiona McIntosh schrieb den Liebesroman "Das Mädchen im roten Kleid", der im Blanvalet Verlag erscheint.



Der Roman spielt in der Nachkriegszeit in London und im ländlichen Sussex zwischen 1918 bis in die 20er-Jahre und verbindet die Schicksale der Jüdin Edie und dem Soldaten Jones, der in Ypern/ Westflandern aufgefunden wird und durch ein Kriegstrauma einen Gedächtnisverlust erlittenen hat. Beide verlieben sich ineinander und finden unter familiären Problemen als Paar zusammen. Doch dann reißt sie ein Schicksalsschlag wieder auseinander.



Die Autorin Fiona McIntosh hat wirklich eine sehr einfühlsame Art zu erzählen, sie beschreibt wunderbar bildhaft und sorgt mit den Widrigkeiten dieser zwei Liebenden für ein tiefes Eintauchen in die Geschichte. Man kann dieses Buch nur verschlingen.


Es ist nicht nur eine berührende und dramatische Geschichte voller Leidenschaft, die mich gefesselt hat, auch der einfühlsame Erzählstil und die realistisch geschilderten Figuren Eden und Alex waren mir sympathtisch und konnten mich überzeugen. Dabei ist der zeitliche Kontext auch ein entscheidender Faktor, der sehr gut recherchiert und dargestellt wird. Die Zeit der Kriegswirren, die vielen traumatisierten oder verwundeten Soldaten werden hier deutlich aufgezeigt, sodaß man gut verstehen kann, dass Alex sein Gedächtnis verliert und lange nicht weiß, wer er ist oder was er erlebt hat.

Die Einbindung von Informationen zu Edens jüdischer Familie, den Wünschen des Vaters bezüglich ihrer jüdischen Verheiratung und die Einblicke in die besser gestellte Familie von Alex sorgen für ein deutliches Bild der gesellschaftlichen Strukturen.


Man muss anmerken, dass es einige Zufälle und Ungereimtheiten gibt, die nicht ganz realistisch wirken, doch bei dieser zauberhaften Geschichte hat mich das gar nicht gestört.

Wie sehr die Liebe die Menschen verändert, sie zu bestimmtem Handeln bewegt, wird in diesem Buch gut gezeigt und das ist der Autorin mit Fingerspitzengefühl gelungen.

Neben Liebe und der Sehnsucht nach Glück geht es grundsätzlich auch um moralische Ansichten und um die Rolle der Frau in der Gesellschaft, die hier für Spannung in der Story sorgen.

Mir hat auch die Schilderung von Edens Schneiderei gefallen, es war wunderbar, wie die vielen verschiedenen Stoffe und Kleidungsstücke beschrieben wurden und damit nicht nur bei Edens Kundinnen für Begeisterung gesorgt haben.



Dieser Roman ist eine wunderbare Liebesgeschichte vor der historischen Kulisse Englands in der Nachkriegszeit. Es ist ein schöner Unterhaltungsroman für gefühlvolle Lesestunden!

Veröffentlicht am 29.08.2018

Eine vielfältige und witzige Sammlung von verschiedenen Cartoons über Bären.

Bärige Cartoons
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Warum gehen Koalas zum Therapeuten? Wie verreist der Urlaubär? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Honig und Diäthonig? Diese und andere Fragen werden hier beantwortet. Mit Bildern von Dennis ...

Warum gehen Koalas zum Therapeuten? Wie verreist der Urlaubär? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Honig und Diäthonig? Diese und andere Fragen werden hier beantwortet. Mit Bildern von Dennis Metz, Dorthe Landschulz, Martin Zak, Oliver Ottitsch, Rudi Hurzlmeier, Steffen Butz und vielen mehr. Das Buch ist ein gemeinsames Projekt von Komische Künste Wien und Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz.

Dieses kleine Büchlein beeinhaltet eine vielfältige und witzige Sammlung von verschiedenen Cartoons über Bären. Es ist der besondere Mix von unterschiedlichen Cartoonisten und Illustratoren und ihren Darstellungen, der für abwechslungsreiche und humorvolle Unterhaltung sorgt.

Mit Bären verbinden wir kuschelige Plüschtiere und putzige Bärenkinder auf der Honigsuche, wir kennen aber Problembären und wissen von der Notlage der Eisbären am Pol, denen die Klimakatastrophe ihren Lebensraum förmlich entreißt. In diesem Buch dreht sich alles um Bären und verschiedenste Darstellungen der Cartoonisten sorgen für eine bunte Mischung von Stilen und Anschauungsweisen, bei denen man immer wieder schmunzeln muss.
Dieses Buch arbeitet auf humoristische Weise den Winterschlaf der Bären und andere Szenen auf,

manche Darstellungen verleihen den Bären auch menschliche Züge und Verhaltensweisen, die alles noch komischer scheinen lassen.

Hier kommen nicht nur Bärenfreunde auf ihre Kosten, denn die Cartoons sorgen für lustige Abwechslung.

Veröffentlicht am 28.08.2018

Hervorragend recherchiert und fesselnd erzählt

Alte Feinde
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Gleich vorab: Dieser 8. Band lässt sich auch ohne vorherige Kenntnis der anderen Bände lesen.

Im Mittelpunkt dieser Krimireihe stehen die Zürcher Staatsanwältin Regina Flint und der Kriminalpolizist Bruno ...

Gleich vorab: Dieser 8. Band lässt sich auch ohne vorherige Kenntnis der anderen Bände lesen.

Im Mittelpunkt dieser Krimireihe stehen die Zürcher Staatsanwältin Regina Flint und der Kriminalpolizist Bruno Cavalli, der US-indianische Wurzeln hat. Beide hatten bereits eine gemeinsame Beziehung hinter sich, sie zerbrach an ihren unterschiedlichen Charakteren und weil Cavalli auch anderen Frauen nicht abgeneigt war.

Regina lebt mit ihrer kleinen Tochter und ihrem neuen Lebensgefährten, Cavalli ist zur Zeit in Amerika untergetaucht und untersucht eine Mordserie in einem Cherokee Reservat.


In diesem Band gibt es mehrere Handlungsstränge und einige Handlungsorte. Für mich war besonders die Reise in die Vergangenheit sehr interessant, denn sie gibt detailliert Aufschluß über den amerikanischen Bürgerkrieg und die Kriegsgräuel der damaligen Kämpfe.

Die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart wird durch die alte Kriegswaffe hergestellt, die auch beim Tod von Albert Gradwohl in der Schweiz eingesetzt wurde. Dieser Revolver wanderte von Besitzer zu Besitzer und zeigt die schaurigen Kriegsgemetzel und das Elend in den erbärmlichen Gefangenenlagern der Südstaaten Amerikas. Der zuständige Lagerkommandant war der Schweizer Henry Wirz, der später unter Lincoln wegen Kriegsverbrechen angeklagt und zum Tode verurteilt wurde. Dieses Urteil ist umstritten, es sollte auf jeden Fall ein Exempel statuiert werden.

Petra Ivanov ist es trotz der Zeitsprünge und vielen Schauplatzwechsel geschickt gelungen, die verschiedenen Fäden der Handlung zu einem kompletten Bild zu verknüpfen, sodass man alles als ein großes Ganzes sehen kann und die Hintergründe versteht. Die amerikanischen Handlungsorte wechselten sehr häufig und ich konnte sie nicht immer genau zuordnen. Doch das ist mein einziger Kritikpunkt an dem Buch. Eine geografische Karte wäre hier von Vorteil gewesen.



Man kommt in diesem Buch auch Regina Flint und Bruno Cavalli persönlich näher. Cavalli besucht seine alte Heimat und dank ihm wandert man durch die urwüchsige Gegend der Smoky Mountains, erfährt wie er aufgewachsen ist und wie ihn seine indianischen Wurzeln geprägt haben.

Ihre Zusammenarbeit bringt beide an ihre Grenzen, ihre Gefühle füreinander erwachen wieder und man darf auf den nächsten Band sehr gespannt sein. Vielleicht passen sie ja trotz ihrer Gegensätze doch perfekt zueinander.


Die Autorin schreibt flüssig, sehr detailliert und bildhaft beschreibend und treibt die Handlung fesselnd voran. Dabei gibt es zwar Schusswechsel und Übergriffe, von blutigen Szenen wird man aber weitgehend verschont. Da berühren die unhygienischen und miserablen Zustände in den Gefangenenlagern schon viel mehr. Unter welch schlimmen Umständen die Menschen dort vor sich hinvegetierten, lässt sich nicht ohne Schaudern vorstellen. Diesem Krimi merkt man eine hervorragende Recherchearbeit an und der historische Hintergrund macht dabei den entscheidenden Punkt aus, dass man hier die zeitliche Verknüpfung gespannt verfolgt.


Der 8. Fall dieser Reihe ist ein einzigartiger und historisch interessanter Krimi. Wer intelligent aufgezogene Krimis mag, sich für amerikanische Geschichte interessiert, der sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.