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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2018

Abgestrafter Polizist

Der Mann am Grund
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Dies ist mein erster Prag-Krimi. Erwartungsgemäß sind manche Namen und Orte für mich etwas sperrig zu lesen, zum Glück aber hat der Kommissar den einfach zu merkenden Namen Holina. Im Verlauf des Buches ...

Dies ist mein erster Prag-Krimi. Erwartungsgemäß sind manche Namen und Orte für mich etwas sperrig zu lesen, zum Glück aber hat der Kommissar den einfach zu merkenden Namen Holina. Im Verlauf des Buches kann der Leser dessen Liebeswerben um die Frau eines Kollegen miterleben, aber das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem Mordfall: ein Polizist ist mausetot auf dem Grund eines Sees aufgefunden worden. In Nebenerzählsträngen mit interessanten Personen wird eindeutig geschildert, was der Tote doch für ein schrecklicher Mensch gewesen ist. Einige Leute haben nun nach seinem Tod ein deutlich angenehmeres Leben. Eigentlich eine gute Idee für einen Krimi, doch zeigt sich schon nach wenigen Seiten, dass die Autorin nicht in die gängige Krimischiene passt, sondern durch ihre langsame, genaue Erzählweise mit detaillierten Charakterbeschreibungen eher einen Roman geschrieben hat, der einen Mord als Thema hat.
Deswegen hat mich dieses Buch enttäuscht. Es war mir zu schleppend und konnte mich leider überhaupt nicht fesseln.

Veröffentlicht am 05.11.2018

Gefühlvoll, aber langweilig

Das Versprechen, dich zu finden
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"Das Versprechen, dich zu finden" ist ein Briefroman. Es ist eine Korrespondenz zwischen zwei Menschen, die sich nicht kennen, die aber von mal zu mal intensiver miteinander kommunizieren. Sie öffnen sich ...

"Das Versprechen, dich zu finden" ist ein Briefroman. Es ist eine Korrespondenz zwischen zwei Menschen, die sich nicht kennen, die aber von mal zu mal intensiver miteinander kommunizieren. Sie öffnen sich füreinander und philosophieren über die banalsten Dinge, denen sie eine Bedeutungsschwere zumessen, die ich zugegebenermaßen nicht teilen kann. Bei der Frau handelt es sich um Tina Hopgood, einer englischen Bauersfrau und sie schreibt mit Anders Larsen, dem Kurator eines dänischen Museums.

Tina fühlt sich von einer alltäglichen Ehe eingeengt - Anders ist frisch verwitwet von einer Frau, die seelisch gestört war. Sie erzählen sich gegenseitig ihr Leben, ihre Vergangenheit, ihre Träume, ihre Gefühle. Und ohne sich jemals gesehen zu haben, entsteht eine tiefe Verbundenheit zwischen den beiden.

Das Stilmittel eines Briefromans fordert vom Leser per se eine sehr geduldige Einstellung zum Geschehen. Hier in diesem Fall ist es auch etwas holprig, überhaupt einen Einstieg zu finden, denn in meinen Augen ist das allererste Anschreiben völlig überzogen. So intensiv teilt man sich einem Wildfremden nicht mit, und Tina hat einfach nur Glück, dass der Kurator direkt mit ihr auf einer Wellenlänge schwimmt.

Mir persönlich sind diese Briefe stellenweise zu abgedreht und weltfremd, auch wenn es sehr schön ist, das Wachsen der Gefühle zwischen den Zeilen zu lesen. Viele Episoden sind sehr lebendig und teilweise auch berührend, aber eine straffere Erzählung hätte mir besser gefallen.

Veröffentlicht am 18.09.2018

Mehr Sophie als Emma

Alles, nur nicht Emma!
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Sophie ist eine geschiedene, gutsituierte Frau. Sie mag ihr ruhiges Leben und sie mag ihre regelmäßigen Caféhaustreffen mit ihren beiden Freundinnen Elsie und Johanna. Ein sehr unterschiedliches Trio, ...

Sophie ist eine geschiedene, gutsituierte Frau. Sie mag ihr ruhiges Leben und sie mag ihre regelmäßigen Caféhaustreffen mit ihren beiden Freundinnen Elsie und Johanna. Ein sehr unterschiedliches Trio, das aber gut harmoniert. Sophies Exmann Georg, ein Verleger, vermittelt Sophie an einen Kunden, der eine Familiengeschichte schreiben will. Erstmal nur zum Privatgebrauch. Sophie soll Ahnenforschung betreiben und alles in eine gut lesbare Form bringen.
Das Buch beschäftigt sich in erster Linie mit besagter Recherche, die ich jedoch als minder spannend empfunden habe. Eigentlich habe ich ständig darauf gewartet, dass es losgeht, dass etwas Aufregendes geschieht, dass die Geschichte Fahrt aufnimmt. Leider Fehlanzeige. Ziemlich schnell strebt die Story dem Ende entgegen. Nein, inhaltlich konnte mich "Alles, nur nicht Emma" überhaupt nicht überzeugen, zumal auch der Titel nur marginal etwas mit dem Plot zu tun hat. 
Allerdings muss ich sagen, dass die Autorin Carmen Mayer einfach ein Talent zum Geschichtenerzählen hat, denn sie hat mich bis zum Ende bei der Stange halten können mit ihren munter fröhlichen Plaudereien. 

Veröffentlicht am 02.09.2018

Hundespürnase

Oberons blutige Fälle
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Von Kevin Hearne kenne ich schon die beiden ersten Bände der Chronik des Eisernen Druiden. Diese Urban Fantasy hat mich von Anfang an begeistert und der knuffige Hund von Atticus sorgte immer für ein Schmunzeln ...

Von Kevin Hearne kenne ich schon die beiden ersten Bände der Chronik des Eisernen Druiden. Diese Urban Fantasy hat mich von Anfang an begeistert und der knuffige Hund von Atticus sorgte immer für ein Schmunzeln beim Lesen.
Ich lese auch gerne Krimis, in denen Tiere die Detektive sind.
Also eigentlich müßte dann so ein Buch wie "Oberons blutige Fälle" als Kombination dieser beiden Genres meinen Geschmack treffen.
Leider nein. Oberon ist zwar weiterhin ein Sympathieträger, aber die beiden Stories (in der ersten werden Rassehunde entführt, in der zweiten ein Doppelgänger von Atticus ermordet) sind mir zu simpel gestrickt. Oberons Denkmuster verläuft in einfachen Bahnen, die sich gern in Gerüchen und Lust auf Futter mit Sosse verlieren. Die eigentliche Ermittlungsarbeit erledigt Atticus quasi im Vorbeigehen, aber die Fantasyelemente kommen eindeutig zu kurz.
Trotzdem hat das Buch einen gewissen Unterhaltungswert, kommt aber über das Prädikat "nett" für mich nicht hinaus.

Veröffentlicht am 21.08.2018

nicht spannend

Zu nah
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"Zu nah" von Olivia Kiernan spielt in Irland. Frankie Sheehan, Detective im Dubliner Police Department, hat ihren letzten Einsatz fast mit dem Leben bezahlt. Sie ist immer noch schwer traumatisiert, als ...

"Zu nah" von Olivia Kiernan spielt in Irland. Frankie Sheehan, Detective im Dubliner Police Department, hat ihren letzten Einsatz fast mit dem Leben bezahlt. Sie ist immer noch schwer traumatisiert, als sie den Dienst wieder antritt. Auf sie wartet eigentlich ein einfacher Selbstmord, der sich dann doch als Tat eines Serienkillers herausstellt. Auch das Opfer hatte seine schwarzen Seiten, die nun häppchenweise durch zähe Ermittlungsarbeit ans Licht kommen.

So richtig mitreissen konnte Olivia Kiernan mich nicht, denn mehr als die Hälfte des Buches plätschert die Handlung nur so dahin, verzettelt sich in Nebensächlichkeiten, und außerdem, dass muss ich hier leider sagen, ist Frankie Sheehan absolut unhöflich und unsympathisch. Als erste Querverbindungen zu einem anderen Fall auftauchen, strebt die Spannungskurve steil nach oben, kann aber den Gesamteindruck nur unwesentlich verbessern.