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fredhel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2018

Hundespürnase

Oberons blutige Fälle
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Von Kevin Hearne kenne ich schon die beiden ersten Bände der Chronik des Eisernen Druiden. Diese Urban Fantasy hat mich von Anfang an begeistert und der knuffige Hund von Atticus sorgte immer für ein Schmunzeln ...

Von Kevin Hearne kenne ich schon die beiden ersten Bände der Chronik des Eisernen Druiden. Diese Urban Fantasy hat mich von Anfang an begeistert und der knuffige Hund von Atticus sorgte immer für ein Schmunzeln beim Lesen.
Ich lese auch gerne Krimis, in denen Tiere die Detektive sind.
Also eigentlich müßte dann so ein Buch wie "Oberons blutige Fälle" als Kombination dieser beiden Genres meinen Geschmack treffen.
Leider nein. Oberon ist zwar weiterhin ein Sympathieträger, aber die beiden Stories (in der ersten werden Rassehunde entführt, in der zweiten ein Doppelgänger von Atticus ermordet) sind mir zu simpel gestrickt. Oberons Denkmuster verläuft in einfachen Bahnen, die sich gern in Gerüchen und Lust auf Futter mit Sosse verlieren. Die eigentliche Ermittlungsarbeit erledigt Atticus quasi im Vorbeigehen, aber die Fantasyelemente kommen eindeutig zu kurz.
Trotzdem hat das Buch einen gewissen Unterhaltungswert, kommt aber über das Prädikat "nett" für mich nicht hinaus.

Veröffentlicht am 21.08.2018

nicht spannend

Zu nah
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"Zu nah" von Olivia Kiernan spielt in Irland. Frankie Sheehan, Detective im Dubliner Police Department, hat ihren letzten Einsatz fast mit dem Leben bezahlt. Sie ist immer noch schwer traumatisiert, als ...

"Zu nah" von Olivia Kiernan spielt in Irland. Frankie Sheehan, Detective im Dubliner Police Department, hat ihren letzten Einsatz fast mit dem Leben bezahlt. Sie ist immer noch schwer traumatisiert, als sie den Dienst wieder antritt. Auf sie wartet eigentlich ein einfacher Selbstmord, der sich dann doch als Tat eines Serienkillers herausstellt. Auch das Opfer hatte seine schwarzen Seiten, die nun häppchenweise durch zähe Ermittlungsarbeit ans Licht kommen.

So richtig mitreissen konnte Olivia Kiernan mich nicht, denn mehr als die Hälfte des Buches plätschert die Handlung nur so dahin, verzettelt sich in Nebensächlichkeiten, und außerdem, dass muss ich hier leider sagen, ist Frankie Sheehan absolut unhöflich und unsympathisch. Als erste Querverbindungen zu einem anderen Fall auftauchen, strebt die Spannungskurve steil nach oben, kann aber den Gesamteindruck nur unwesentlich verbessern.

Veröffentlicht am 20.08.2018

Eher langweilig als schön

In Schönheit sterben
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Dies ist schon der zweite Band mit dem deutschen Rechtsanwalt Robert Lichtenwald und der jungen Reporterin Giada Bianchi als Ermittlerteam. Auch ohne Vorkenntnisse konnte ich problemlos in die Handlung ...

Dies ist schon der zweite Band mit dem deutschen Rechtsanwalt Robert Lichtenwald und der jungen Reporterin Giada Bianchi als Ermittlerteam. Auch ohne Vorkenntnisse konnte ich problemlos in die Handlung einsteigen. Lichtenwald wurde von seiner Frau verlassen, die Tochter studiert in Köln. Er hat seine Münchner Kanzlei verkauft und seine ganze Energie in die Renovierung seines toskanischen Landhauses gesteckt, doch eine innere Leere läßt sich nicht verleugnen, vor allem weil der Trennungsschmerz immer wieder heftig aufbrandet. Zum Glück bezieht ihn Giada mit in ihre Recherchen rund um den Mord an dem Kunstsammler, der sich der Sammlung von Schönheit verschrieben hat.
Stefan Ulrich hat es sehr gut verstanden, das römische Flair und den Reiz der Toskana einzufangen. Als Leser wünscht man sich an diese malerischen Orte. Doch leider hat mich bis zur letzten Seite die Spannung nicht packen können. Die Handlung zieht sich in die Länge und wird durch originelle Beigaben in meinen Augen künstlich aufgepeppt, um den Personen mehr Eigenleben anzudichten: ein Dachs als Haustier, -Hexenohrringe, die ein emotionales Eigenleben haben- ein philosophischer Nachbar-eine geheimnisvolle Frau mit einem Gesichtsschleier...so etwas kommt mir zu aufgesetzt vor.
Weil die Handlung, abgesehen von dem brutalen Anfang, meistens nur so dahinplätschert, sich ausserdem auch zu sehr auf Roberts Eheprobleme und Liebesleben fokussiert, mag ich dieses Buch nicht so recht weiterempfehlen, höchstens als Appetithäppchen vor einem Italienurlaub.

Veröffentlicht am 31.07.2018

Drei Schicksale

Das Hexenzeichen
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Emma hat Glück im Unglück. Als sie als Findelkind im Kloster abgegeben wird, findet sich schnell eine adlige Ziehmutter, die sie an Kindes statt aufnimmt. Sie versteht sich gut mit ihrem jüngeren Bruder ...

Emma hat Glück im Unglück. Als sie als Findelkind im Kloster abgegeben wird, findet sich schnell eine adlige Ziehmutter, die sie an Kindes statt aufnimmt. Sie versteht sich gut mit ihrem jüngeren Bruder Ekart und verliebt sich als junges Mädchen in den Ritter Wolfram. 
Anhand dieser drei Schicksale beschreibt die Autorin Nora Berger das Leben im Mittelalter zur Zeit des Konzils zu Konstanz.
Aus Emmas Blickwinkel erfährt man viel über das Leben in einer Burg, die Pflichten einer Frau und nimmt Anteil an ihrem schweren Schicksal.
Mit Ekart begibt sich der Leser auf einen Kreuzzug ins Heilige Land, und Wolfram wird zum Anhänger von Jan Hus, aus damaliger Sicht einem Ketzer, aus heutiger einem Vorläufer der Reformation durch Martin Luther.
Das Buch verknüpft zwar die drei menschlichen Schicksale miteinander, liefert auch einiges an geschichtlichem Hintergrund (wobei ich nicht beurteilen kann, wie gut die Tatsachen dargestellt werden), aber es konnte mich nicht fesseln. Es waren für mich einfach zu viele Personen und Schauplätze, so dass ich mich nicht auf ein Geschehen konzentrieren konnte. Da half es auch nichts, dass zum Schluss alle Handlungsstränge schnell in einen münden. 

Veröffentlicht am 28.07.2018

Farblos

In tödlicher Gesellschaft
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Felix Graf von Keitenburg ist spurlos verschwunden. Weil die Familie gute Kontakte zur Berliner Polizei hat, wird das Ermittlerduo Kathleen/Alexander undercover ins Familienschloss eingeschleust. Sie sollen ...

Felix Graf von Keitenburg ist spurlos verschwunden. Weil die Familie gute Kontakte zur Berliner Polizei hat, wird das Ermittlerduo Kathleen/Alexander undercover ins Familienschloss eingeschleust. Sie sollen dort getarnt als adliges Geschwisterpaar aus dem fernen Uruguay nach Anhaltspunkten suchen. Die Rolle fällt beiden recht schwer, denn diese vornehmen Kreise haben ihre eigenen Attitüden. So nebenbei werden diese "Von und Zu" von der Autorin ganz schön ins Auge gefasst, und nicht jeder kommt dabei gut weg. Strahlende Ausnahme ist der fesche Linus von Mahlensee, der das Herz der bis dato so spröden Kathleen im Sturm erobert. 
Weder Kathleen und Alexander können ihre ganze Energie in die Arbeit stecken, denn beide haben privat grosse Sorgen: Kathleen um ihren Sohn, der todunglücklich bei seinem Vater ist, und Alexander um seine kranke schwangere Freundin und sein ungeborenes Kind.
Diese privaten Abstecher machen die Geschichte natürlich noch interessanter, aber trotzdem bleiben mir die beiden fremd. Ich sehe sie nicht vor meinem inneren Auge. 
Die Darstellung der Adelskreise ist ganz amüsant, da ist es mir fast schon egal, wie nah das an der Realität ist. 
Doch der gesamten Story fehlt der gewisse Pfiff, raffinierte Wendungen, schlaue Schlussfolgerungen, elegante Formulierungen. Da hilft auch die Actionszene auf den letzten Seiten nicht mehr. Sie gibt einem nur das gute Gefühl, dass der Böse hinter Gitter kommt.
Vielleicht bin ich aber auch einfach nur mit zu grossen Erwartungen an den Krimi herangetreten, weil die Aufmachung einfach sehr professionell wirkt und ich mir von einem Buch aus dem Piper Verlag mehr versprochen habe.