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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2018

Ein BUch, das unbedingt gelesen werden sollte

Der allgegenwärtige Antisemit
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Dieses Buch ist nicht leicht zu lesen. Es bedarf erhöhter Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.

Klappentext:

Ein Ungeist geht um in Deutschland - in der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus werden wahllos ...

Dieses Buch ist nicht leicht zu lesen. Es bedarf erhöhter Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.

Klappentext:

Ein Ungeist geht um in Deutschland - in der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus werden wahllos und ungebrochen Begriffe durcheinandergeworfen, Menschen perfide verleumdet und verfolgt, Juden von Nicht-Juden des Antisemitismus bezichtigt. Die Debattenkultur in Deutschland ist vergiftet und die Realität völlig aus dem Blickfeld des Diskurses geraten. Deutsche solidarisieren sich mit einem Israel, das seit mindestens fünfzig Jahren Palästinenser knechtet, und wer das kritisiert, wird schnell zum Antisemiten. Moshe Zuckermann nimmt in seinem Buch den aktuellen Diskurs schonungslos in den Blick und spricht sich für eine ehrliche Auseinandersetzung mit der deutsch-israelischen Geschichte aus.

Dieses Buch aus der Feder von Moshe Zuckermann, der als Sohn jüdisch-polnischer Holocaust-Überlebender in Israel geboren wurde und später in Frankfurt am Main studierte, versucht die unterschiedlichen Begriffe, die missverständlich und missbräuchlich verwendet werden, wieder gerade zu rücken.

Es beginnt schon mit dem Begriff „Shoah“, der im Hebräischen eigentlich Naturkatastrophe bedeutet. Der Völkermord durch die Nazis eine Naturkatastrophe gleich einem Tornado oder Erbeben? Auch die Bezeichnung „Holocaust“ hat ursprünglich, im antiken Griechenland, eine andere Bedeutung, nämlich Weiheopfer oder Brandopfer. Allerdings klingen beide Termini nicht ganz so sperrig wie „Massenvernichtung des europäischen Judentums“, das kommunikationstechnisch ziemlich untauglich ist.

Noch schwieriger wird es, Bezeichnungen wie Antisemitismus, Antizionismus und israelkritisch in den richtigen Kontext zu stellen. Ist jemand, der es nicht gut findet, dass Israel die Palästinenser, die seit Jahrhunderten in ihren angestammten Gebieten leben, umbringen lässt ein Antisemit?
Diesen und ähnlichen Kombinationen zwischen den drei oben genannten Begriffen geht der Autor in dem Kapitel „Einsichten“ (S. 154 ff.) nach.

Darf man nun sagen, dass Israel keine Demokratie (mehr) ist, sondern nur ein rechtsradikales Kollektiv, ohne des Antisemitismus bezichtigt zu werden?
Der israelischen Regierung gehören einige Mitglieder an, die wegen Korruption, Steuerhinterziehung, Veruntreuung von Staatsgeldern, Vergewaltigung und anderer Straftaten rechtskräftig verurteilt wurden. Das klingt jetzt nicht nach einer modernen Demokratie, oder?

Die derzeitige Regierung WILL um keinen Preis einen Frieden mit den Palästinensern. Alle jene, die sich für eine friedliche Lösung dieses Konfliktes stark machen werden mundtot gemacht. So ist es auch erklärbar, dass der Befürworter der Zwei-Staaten-Lösung Yitzak Rabin von einem ultraorthodoxen Juden erschossen wurde.

Warum man keinen Frieden mit den Arabern will? Sie sind der Kitt, der das fragile Staatsgebilde Israel zusammenhält. Der Staat steht ohne das einigende Feindbild „Palästinenser“ vor einem Bürgerkrieg, denn eine große Gruppe der Israelis ist eher säkular eingestellt und möchte einfach in Ruhe leben und ihren Geschäften nachgehen.

Und was hat das alles mit Deutschland zu tun? Die Furcht angesichts der Nazi-Vergangenheit erneut als antisemitisch dazustehen, lässt viele Deutsche und auch Teile der Regierung alle Verbrechen, die Israel an den Arabern verübt, als „Notwehr“ zu stilisieren. Man liefert Waffen, stellt Geheimdienstinfos und Geld zur Verfügung.
Vor allem die deutschen Linken, heißen die Aktionen der Israelis gut. Wer Israel kritisiert, wird sofort ins Rechte Eck gestellt und verleumdet.

Man hat in der Vergangenheit verabsäumt, den Expansionsbestrebungen Israels Grenzen zu setzen. Jetzt ist der Karren völlig verfahren und eine friedliche Lösung weiter weg, denn je.

Fazit:

Ein sehr aufschlussreiches Buch, dem ich gerne 5 Stern gebe. Eine unbedingte Leseempfehlung für Leser, die sich ein objektiveres Bild machen wollen.

Veröffentlicht am 06.09.2018

Ein Buch zum Nachdenken

Die Kurden
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Dieses Buch ist nicht ganz einfach zu lesen, wie auch die Geschichte der Kurden nicht ganz einfach ist.

Jahrhundertelang leben die Kurden in nomadischen Stammesverbänden. Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich ...

Dieses Buch ist nicht ganz einfach zu lesen, wie auch die Geschichte der Kurden nicht ganz einfach ist.

Jahrhundertelang leben die Kurden in nomadischen Stammesverbänden. Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich über Teile der heutigen Türkei, des Irans, Irak und Syrien. Hotspots in dem an Konflikten nicht gerade armen Mittleren Osten. So werden die Kurden immer wieder zum Spielball der Interessen der Mächtigen.

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs wird den Kurden die Schaffung eines eigenen Staates versprochen, doch niemals eingelöst. Im Gegenteil, Kemal Ata Türk negiert die kurdische Ethnie und bestimmt türkisch als einzige Sprache. „Ein Volk, eine Sprache, eine Fahne“ ist Ata Türks Motto. Die kurdische Sprache wird verboten und bleibt es bis vor kurzem.

Immer wieder erheben sich die Kurden und versuchen sie Gehör zu verschaffen. Als der IS in ihre Gebiete eindringt, kämpfen sie Seite an Seite mit den verhassten Türken oder Syrern. Doch sobald der gemeinsam Feind zurückgedrängt ist, zerfallen die Koalitionen.
Die Repressalien unter Erdogan nehmen genauso zu, wie dessen Paranoia.

Meine Meinung:

Ein wichtiges Buch, das zum Verstehen der komplexen kurdischen Situation beiträgt.
Interessant sind die Stellungnahmen und Geschichten verschiedener kurdisch-stämmiger Personen, die hier zu Wort kommen. Faszinierend finde ich auch, dass es unter den verschiedenen Stämmen/Familien-Clans welche gibt, die ihren Mädchen und Frauen viele Rechte einräumen und andere, die dies nicht tun.

Ambivalent ist das Verhalten der deutschen Regierung, die der türkischen Regierung Waffen liefert, die sie gegen die Kurden einsetzt und dies abstreitet. Der Besitz von kurdischen Fahnen und anderen Symbolen ist auch in Deutschland verboten, weil Ankara von „Terroristen“ spricht. Menschen, die in Deutschland für die Kurden Partei ergreifen, sind für den deutschen Staatsschutz verdächtig und werden beobachtet.

Da sind mir doch die Österreich und Belgien lieber, die sich von der aktuellen Regierung in Ankara distanzieren und deshalb von vielen gescholten werden.

Fazit:

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Gerne gebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 03.09.2018

Ein bezauberndes Buch

Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen
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Der kleine Carter muss nach dem plötzlichen Verschwinden seiner Eltern bei seinem Onkel Sly wohnen, der Carters Begabung – er kann echt gut zaubern – für seine kriminellen Machenschaften nützen will. Carter ...

Der kleine Carter muss nach dem plötzlichen Verschwinden seiner Eltern bei seinem Onkel Sly wohnen, der Carters Begabung – er kann echt gut zaubern – für seine kriminellen Machenschaften nützen will. Carter läuft davon und landet ausgerechnet auf einem Jahrmarkt, auf dem ähnliche Halunken wie sein Onkel ihr Unwesen treiben.

Schließlich lernt Mr. Vernon kennen, der einen Zauberladen betreibt. Gemeinsam mit ihm und einigen anderen “zauberhaften“ Kindern will er den Betrügern das Handwerk legen. Ein großes Abenteuer beginnt.

Meine Meinung:

Kaum zu glauben! Dieses entzückende Kinderbuch stammt aus der Feder von Schauspieler, Produzent und Moderator Neil Patrick Harris, den meisten als Barney Stinson in der Serie „How I met your Mother“ bzw. als Doogie Howser M.D. bekannt.

Der Autor spricht die jungen Leser in der unterhaltsamen Geschichte direkt an. Die Charaktere werden langsam und nacheinander vorgestellt, sodass auch die Kids gut mitkommen. Für ungeübte Jungleser oder Lesemuffel gibt es zwischen den einzelnen Kapiteln kleine Rätsel und Zaubertricks. Damit macht Harris die jungen Leser neugierig und animiert sie weiterzulesen.

Der Autor ist leidenschaftlicher Magier und aktives Mitglied bzw. zeitweise Präsident der Academy of Magical Arts. Daher kann er bei Carters Zauberticks aus dem Vollen schöpfen.

Der Schreibstil ist der Zielgruppe (ab 9 Jahre) gut angepasst. Der Autor versucht den Kindern die Wichtigkeit von „alten“ Werte wie Freundschaft, Zusammenarbeit oder Ehrlichkeit zu vermitteln.

Gut gelungen sind die Illustrationen.

Fazit:

Ein rundum gelungenes Kinderbuch mit viel Spannung und Magie. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.09.2018

Hat mich bestens unterhalten

Hawelka & Schierhuber laufen heiß
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Endlich ein langes Wochenende! Josef Hawelka und Josef Schierhuber freuen sich auf ein paar Tage Auszeit. Doch da macht ihnen ein Anruf ihres Vorgesetzten, der sie ins Waldviertel zu einem unklaren Todesfall ...

Endlich ein langes Wochenende! Josef Hawelka und Josef Schierhuber freuen sich auf ein paar Tage Auszeit. Doch da macht ihnen ein Anruf ihres Vorgesetzten, der sie ins Waldviertel zu einem unklaren Todesfall abkommandiert, einen Strich durch die Rechnung. Der nicht sehr beliebte Birnstingl ist in seine Kreissäge gefallen, deren überhitzter Motor dann den Stadl in Brand gesetzt hat.

Die beiden Josefs stammen aus dem Waldviertel und nach Stationen bei Bundesheer und Gendarmerie sind sie nun bei der Wiener Kriminalpolizei. Auf Grund ihrer Herkunft hält sie ihr Chef für bestens geeignet, die Todesumstände aufzuklären.

In Vestenötting, einem kleinen Ort in der Nähe von Waidhofen an der Thaya, angekommen, stoßen sie auf die übliche Dorfverschwiegenheit. Keiner hat was gesehen, keiner weiß was und vor allem … keiner sagt was. So müssen die beiden ganz andere Ermittlungswege einschlagen. Hawelka setzt auf die Dorfsäufervariante und Schierhuber auf die Stammtisch-Version, bei der reichlich Bier und Schnaps fließen und ein Schießwettbewerb stattfindet.

Unterstützt werden sie vom „Auskunftsbüro Berlakovic“, einer mehrköpfigen Damenriege der Wiener Dienststelle, die sie auch fernmündlich mit allen nötigen und unnötigen Informationen versorgt.

Meine Meinung:

Als Wienerin und erklärter Waldviertel-Fan musste ich natürlich zu diesem Krimi greifen und habe mich sofort heimisch gefühlt. Einerseits wegen der Ermittler, die beide um Mitte Fünfzig sind und mit Bierbauch und beginnender Glatze bestens beschrieben sind, und andererseits wegen der eindringlichen Charakterisierung der Dorfbewohner. Der Feuerwehrkommandant, dessen Gesichtsfarbe ständig dem RAL 3000 seines Löschfahrzeuges ähnelt oder der verhaltenskreative Graf, der eigentlich der King of Porno ist oder die Hoferin, die ständig alles und alle beobachtet und nicht zu vergessen die exzentrische Esoterikerin. Alle diese Charaktere sind wie aus dem tatsächlichen Leben gegriffen.

Herrlich auch die kleinen Spitzen auf die (damalige) österreichische Innenpolitik: eine Innenministerin oder einen Landeshauptmann, der einen ähnlichen Breitscheitel wie Hawelka trägt.

Für alle, die mit dem ostösterreichischen Idiom nicht so vertraut sind, findet sich im Anhang ein Verzeichnis der verwendeten Begriffe.

Wer also einen typischen Krimi mit typischen Ermittlern sucht, wo jedes Gespräch und jede polizeiliche Handlung bis ins kleinste Detail beschrieben wird, der ist hier falsch.

Fazit:

Ich habe diesen Krimi genossen. Daher kann ich ihm 5 Sterne und eine Leseempfehlung geben.

Veröffentlicht am 03.09.2018

Beklemmendes Szenario

Mörderisches Schweigen
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Antonia Eichborn, die Tochter des erfolgreichen Textilunternehmers ist als Schauspielerin in den USA grandios gescheitert. Doch nicht nur der Schulden, sondern wegen der plötzlichen schweren Erkrankung ...

Antonia Eichborn, die Tochter des erfolgreichen Textilunternehmers ist als Schauspielerin in den USA grandios gescheitert. Doch nicht nur der Schulden, sondern wegen der plötzlichen schweren Erkrankung ihres Bruders Richard ist sie in ihre Heimatstadt Speyer zurückgekehrt.

Niemand weiß so recht, was Richard fehlt. Er liegt in einer Art Wachkoma und wird von einem Arzt und einer Krankenschwester in seiner Villa betreut. Man gibt Toni ausweichende Antworten und Swetlana, die Ehefrau Richards, stellt unverhohlen Fragen nach dem Vermögen.

Der Aufenthalt wird von Tag zu Tag beklemmender zumal Toni den einzigen Vertrauten, Friedrich Altmann, in seiner Kanzlei niedergeschlagen vorfindet. Außerdem fühlt sich Toni beobachtet. Sie wird von einem silberfarbenen Lieferwagen beinahe niedergefahren. Einen solchen fährt ihr Ex-Freund Mike. Hat der etwas mit der ganzen Sache zu tun? Doch warum?
Leider geht Toni nicht von selbst zur Polizei, um ihre Beobachtungen anzuzeigen. Zu sehr ist sie in ihrem eigenen Lügengebäude verstrickt. Sie hält nämlich die Mär von der erfolgreichen Schauspielerin, die sie seit Jahren pflegt, aufrecht.

Wird es gelingen, diesen Albtraum zu beenden?

Meine Meinung:

Die Idee finde ich sehr gut. Im Zeitalter von Offshore- und Briefkastenfirmen, Designerdrogen und skrupellosen Gangstern, die Firmencomputer knacken, ist das Setting gut gewählt.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Die beklemmenden, oft nur kleinen subtilen Ereignisse bauen beinahe Thriller ähnliche Spannung auf. In Einschüben erleben wir Richards Gedanken, der bewegungslos in seinem gemarterten Körper gefangen ist. Zum anderen lernen wir die Gedanken des Rächers kennen. Denn um Rache geht es in diesem Krimi. Eine skrupellose Truppe rächt sich an Richard und Toni. Der Grund wird erst ganz zum Schluss offenbart, was den Krimi sehr spannend macht.

Die Charaktere sind recht gut entwickelt. Toni finde ich allerdings stellenweise naiv und manchmal reagiert sie wie ein trotziges Kind. Ihre ständige Lügerei ist ziemlich anstrengend – auch für sie selbst. Denn wenn sie nicht auf ihr kunstvoll gestricktes Gespinst achten müsste, hätte sie vielleicht schon ein wenig früher, Vertrauen zur Polizei gefasst. Die resolute Mine hat mir besonders gut gefallen.
Ex-Freund Mike ist mir lange Zeit suspekt. Warum er Toni über seine Beziehung oder vielmehr Nicht-Beziehung zu Rose im Unklaren lässt?

Fazit:

Ein fesselnder Krimi, den ich in zwei Abenden gelesen habe. Gern gebe ich 5 Sterne.