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Veröffentlicht am 22.10.2018

Atemlose Spannung

Stern des Nordens
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Die amerikanische Studentin Soo-min verschwindet eines Tages spurlos zusammen mit ihrem Freund von einem Strand in Südkorea. Ihre Zwillingsschwester Jenna will sich auch zwölf Jahre nach ihrem Verschwinden ...

Die amerikanische Studentin Soo-min verschwindet eines Tages spurlos zusammen mit ihrem Freund von einem Strand in Südkorea. Ihre Zwillingsschwester Jenna will sich auch zwölf Jahre nach ihrem Verschwinden nicht mit der offiziellen Version zufrieden geben, wonach die beiden ertrunken sind.
Jenna ist inzwischen Universitätsdozentin und Nordkoreaspezialistin. Als sie vom CIA angeworben werden soll, reagiert sie zunächst ablehnend, doch dann erfährt sie von einem nordkoreanischen Geheimprogramm, das über Jahre hinweg Ausländer mit koreanischen Wurzeln entführen und nach Nordkorea verschleppen ließ. War ihre Schwester Opfer dieses Programms? Ist Soo-min am Leben und in Nordkorea gefangen? Jenna beginnt mit der Ausbildung beim CIA und bekommt bald die Chance auf ein Treffen mit einer nordkoreanischen Delegation unter Leitung des linientreuen Diplomaten Cho.
In einem zweiten Handlungsstrang erleben wir die Nordkoreanerin Moon, die verzweifelt versucht, durch Handel sich und ihren Mann am Leben zu halten. Anhand ihrer Lebensumstände erfährt der Leser von den bitter armen Verhältnissen der einfachen Menschen in Nordkorea, die am Verhungern sind, während der „geliebte Führer“ Kim il Sun ein Leben in unvorstellbarem Luxus lebt.
Cho, der zunächst nach seiner erfolgreichen diplomatischen Mission in seinem Heimatland gefeiert wird, fällt in Ungnade und wird in ein Arbeitslager geschickt, jedoch schafft er es zuvor, Jenna wichtige Informationen zukommen zu lassen.
D.B. John, dessen spannender Roman all diese Handlungsstränge geschickt miteinander verknüpft, hat selbst Nordkorea bereist und ein Großteil der im Roman beschriebenen Umstände basiert auf wahren Tatsachen. „Stern des Nordens“ ist spannender Thriller, der unter die Haut geht. Normalerweise bin ich äußerst skeptisch, wenn ein bekannter Autor, in diesem Fall Lee Childs, ein Buch in höchsten Tönen anpreist, doch in diesem Fall gebe ich ihm recht. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 18.10.2018

Home, sweet home

Sieben Tage Wir
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Die Familie Birch verbringt zum ersten Mal seit Jahren Weihnachten zusammen in ihrem Landhaus in Norfolk. Das Wiedersehen ist nicht ganz unbelastet, da Olivia, die ältere Tochter, gerade von einem Einsatz ...

Die Familie Birch verbringt zum ersten Mal seit Jahren Weihnachten zusammen in ihrem Landhaus in Norfolk. Das Wiedersehen ist nicht ganz unbelastet, da Olivia, die ältere Tochter, gerade von einem Einsatz in Liberia zurückgekehrt ist, wo sie Patienten versorgt hat, die mit dem tödlichen Haag-Virus infiziert waren. Dies bedeutet, dass die gesamte Familie Birch sich einer 7tägigen Quarantäne unterziehen muss. Dass dies nicht ganz einfach ist, versteht sich von selbst, zumal jedes Familienmitglied Geheimnisse hat, die es vor den anderen zu verbergen gilt.
Der Vater, Andrew Birch, hat erst vor kurzem erfahren, dass er einen unehelichen erwachsenen Sohn in Amerika hat, der über Weihnachten in England ist und ihn gerne kennenlernen möchte. Andrew glaubt das Problem aus der Welt schaffen zu können, indem er nicht auf Jesses Emails reagiert, doch da hat er sich getäuscht.
Seine Frau Emma ist an Krebs erkrankt, doch weil sie ihrer Familie Weihnachten nicht verderben will, hat sie die Diagnose bisher nur ihrer Freundin anvertraut. Phoebe, die jüngere Schwester, ist frisch verlobt, doch so ein richtiges Glücksgefühl will sich nicht bei ihr einstellen. Ihr Verlobter lernt ausgerechnet am Weihnachtsabend im Pub den unehelichen Sohn von Andrew Birch kennen und der Abend entwickelt sich anders als gedacht. Olivia wiederum hat große Probleme damit, sich nach dem Leid und der Armut in Liberia wieder in England zurechtzufinden, wo das größte Problem mancher Leute ist, nicht das richtige Weihnachtsgeschenk bekommen zu haben...
Sieben Tage wir ist ein Buch, das mir ganz hervorragend gefallen hat. Es ist teilweise urkomisch, aber auch spannend und ein echter Pageturner. Eines jener Bücher, bei denen es mir schwerfiel, es aus der Hand zu legen, weil ich zu gerne gewusst hätte, wie die Geschichte für die einzelnen Mitglieder der Familie Birch weitergeht.

Veröffentlicht am 09.10.2018

Die Hetzjagd geht weiter

Redemption Point
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Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr, wie es war: Der Polizist Ted Conkaffey hat das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Dutzende Zeugen haben ihn gesehen, wie er an einer Bushaltestelle ...

Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr, wie es war: Der Polizist Ted Conkaffey hat das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Dutzende Zeugen haben ihn gesehen, wie er an einer Bushaltestelle anhielt, von der wenig später die 13jährige Claire verschleppt und vergewaltigt wurde. Seine Frau und seine Kollegen wenden sich von ihm ab, er wird inhaftiert. Mangels Beweisen wird Conkaffey freigelassen, doch sein Leben ist ein Spießrutenlauf, er ist der meistgehasste Mann Australiens. Er verzieht sich in das Kaff Crimson Lake, wo er die skurrile Amanda kennenlernt, die dort als Privatdetektivin arbeitet. Als Partner in ihrer Detektei findet er ein Stück weit zu einem normalen Leben zurück, bis der Vater des damaligen Vergewaltigungsopfers eines Tages bei ihm auftaucht und ihn bedroht.
Conkaffey liegen von Amanda gesammelte Unterlagen vor, die Hinweise auf den wahren Vergewaltiger enthalten. Claires Vater bekommt Zweifel, ob Conkaffey der Täter ist. Doch dann werden neue Vorwürfe gegen den Ex-Cop erhoben und Conkaffey bleibt nichts anderes übrig als sich endlich auf die Suche nach Claires Vergewaltiger zu machen.
Zur gleichen Zeit geschieht in einer zwielichtigen Kneipe in Crimson Lake ein Doppelmord. Der Vater des einen Mordopfers bittet Ted und Amanda zu ermitteln.
„Redemption Point“ ist die äußerst gelungene und im übrigen hervorragend übersetzte Fortsetzung von „Crimson Lake“. Einer der besten Krimis, die ich in diesem Jahr gelesen habe.

Veröffentlicht am 14.09.2018

Der Stein der Schuld

Vier.Zwei.Eins.
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1999: Bei einer Sonnenfinsternis in Cornwall kommt Laura zu einer Vergewaltigung hinzu, zumindest stellt es sich für sie so dar. Es kommt zum Prozess, bei dem der Vergewaltiger, Jamie, nicht zuletzt aufgrund ...

1999: Bei einer Sonnenfinsternis in Cornwall kommt Laura zu einer Vergewaltigung hinzu, zumindest stellt es sich für sie so dar. Es kommt zum Prozess, bei dem der Vergewaltiger, Jamie, nicht zuletzt aufgrund von Lauras Aussage verurteilt wird. Das Opfer, Beth, sucht nach dem Prozess Laura und ihren Freund Kit in London auf. Für sie sind Laura und Kit die einzigen verbliebenen Freunde, denn in ihrem Heimatort herrschen Zweifel an Beths Integrität.
Kit ist von Beths Eindringen in ihre Zweierbeziehung nicht begeistert, und auch Laura wird die Beziehung zu Beth bald zu eng. Dann passieren bedrohliche Dinge, für die sie Beth verantwortlich machen. Ist Beth psychisch gestört? Laura und Kit ändern ihre Identität und tauchen ab. Die Angst vor Beth macht beiden das Leben zur Hölle. Laura schafft es kaum, die Wohnung zu verlassen. Kit, der sich rührend um sie kümmert, verliert seinen Job.
15 Jahre später: Laura ist mit Zwillingen schwanger, Kit fährt ohne sie zu einer Sonnenfinsternis. Obwohl so viel Zeit vergangen ist, haben beide immer noch Angst, dass Beth sie aufspüren könnte. Dann passiert genau das, doch plötzlich erscheint alles, was sich damals zugetragen hat, in einem völlig anderen Licht...
„Vier. Zwei. Eins“ ist einer der besten Krimis, die ich in langer Zeit gelesen habe. Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen und die Handlung bleibt spannend und glaubhaft bis zum Schluss. Unbedingte Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 21.08.2018

Spannender Roman von überbordender Fantasie

Der Blumensammler
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David Whitehouse ist mit „Der Blumensammler“ wirklich ein ganz besonderer Roman gelungen.
Als erstes lernen wir Professor Cole kennen, einen Meeresforscher, der um ein Haar in seinem U-Boot den Tod gefunden ...

David Whitehouse ist mit „Der Blumensammler“ wirklich ein ganz besonderer Roman gelungen.
Als erstes lernen wir Professor Cole kennen, einen Meeresforscher, der um ein Haar in seinem U-Boot den Tod gefunden hätte, wäre ihm nicht das Schicksal in Form eines Wals zu Hilfe geeilt.
Danach treffen wir Dove, einen jungen Mann, der im London der Gegenwart lebt. Dove wird als Einzelgänger beschrieben, der in einem Notruf-Callcenter arbeitet. Als Kind wurde er von dem älteren Ehepaar Len und Maud adoptiert, wer seine leiblichen Eltern sind, weiß er nicht. Seine oft schwer kontrollierbaren Wutanfälle führt er auf seine Gene zurück. Dove leidet an starken Kopfschmerzen und erinnert sich an Dinge, die er gar nicht selbst erlebt hat.
Im nächsten Handlungsstrang geht es um Peter Manyweathers, der in Brooklyn im Jahre 1983 eine Reinigungsfirma betreibt. Bei der Reinigung der Wohnung einer Verstorbenen entdeckt Peter eine seltene Blume, was sein Interesse an Botanik weckt. Fortan verbringt er jede freie Minute in der Bücherei, um sein Wissen über seltene Pflanzen zu erweitern. In einem Buch findet er einen Liebesbrief, in dem von sechs extrem seltenen Pflanzen die Rede ist. Peter beschließt, auf die Suche nach diesen Pflanzen zu gehen. Er lernt einen anderen Botanikinteressierten, den Dänen Hens Berg, kennen, und gemeinsam brechen sie zu abenteuerlichen Reisen auf, auf denen es mehr als einmal zu gefährlichen Situationen kommt. Peter stellt außerdem fest, dass Hens nicht der gute Freund ist, für den er ihn gehalten hat...
Erst ganz am Schluss werden die Handlungsstränge miteinander verknüpft und die Zusammenhänge werden klar.
„Der Blumensammler“ ist ein spannender, kurzweiliger und interessanter Roman von überbordender Fantasie, der im Übrigen hervorragend ins Deutsche übersetzt ist. Ich habe ihn an einem Wochenende verschlungen. Absolute Leseempfehlung!