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Veröffentlicht am 15.09.2016

Travis Delaney, Privat Eye

Travis Delaney - Was geschah um 16:08?
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Travis ist gerade mal 13, als seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Völlig betäubt von Trauer und Schmerz, beginnt er, sich Fragen zu stellen. Warum hatten seine Eltern auf einer übersichtlichen ...

Travis ist gerade mal 13, als seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Völlig betäubt von Trauer und Schmerz, beginnt er, sich Fragen zu stellen. Warum hatten seine Eltern auf einer übersichtlichen Straße einen Unfall? Warum waren sie überhaupt dort und nicht in London, wo sie eigentlich sein sollten? War der Unfall überhaupt keiner? Immerhin waren seine Eltern Inhaber eines kleinen Detektivbüros - was war ihr letzter Fall? Travis versucht, seinen Fragen auf den Grund zu gehen. Der letzte Fall war eine einfache Vermisstensache, nichts Großartiges, schon gar nicht Gefährliches, wie es scheint. Doch der Schein trügt und Travis gerät selbst in Lebensgefahr.

Erst einmal: Um 16.08 Uhr geschah überhaupt nicht Signifikantes, falls das jemand wissen möchte, das ist nur die Uhrzeit auf einem Foto, wobei da wahrscheinlich 4.08 pm stand. Warum der Übersetzer oder der Verlag der Meinung waren, sie müssten das als Untertitel wählen, erschließt sich nicht. Im Englischen heißt es "Die endgültige Wahrheit", was jetzt auch nicht viel besser ist, denn die bekommt man wahrscheinlich bis zum Schluss nicht geliefert - aber das ist auch ok so, denn hier spielen schließlich ein halbes Dutzend Geheimdienste eine Rolle, und Wahrheit ist wohl das letzte, was man von Geheimdiensten erfährt. Lesen lässt sich die Geschichte jedenfalls super flüssig, es ist spannend und actionreich. Travis hat natürlich auch das Glück, immer die richtigen Verbindungen zu haben: Gangsterfreunde, er selbst ist ein begabter Boxer, sein Großvater hat Kontakte zu Geheimdiensten, die Angestellte seiner Eltern hat Kontakte zur Polizei und so weiter. Anders wären seine Ermittlungen auch gar nicht möglich, denn er ist ja erst 13. Für sein Alter ist er auch zu clever und cool, aber was soll's. Man muss für sich entscheiden, ob das ein Ausschlusskriterium fürs Buch ist oder nicht. Alles in allem lässt es sich schnell lesen, wird wohl aber dafür auch nicht ewig im Gedächtnis bleiben. 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Das Mädchen, das schneller schießt als ihr Schatten

AMANI - Rebellin des Sandes
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Amani ist sechzehn, tough für zwei und das in einer Wüstenwelt, in der Frauen nicht viel wert sind. Im Geheimen hat sie sich das Schießen beigebracht, denn in Dustwalk, dem Ort, wo sie lebt, gibt es vielleicht ...

Amani ist sechzehn, tough für zwei und das in einer Wüstenwelt, in der Frauen nicht viel wert sind. Im Geheimen hat sie sich das Schießen beigebracht, denn in Dustwalk, dem Ort, wo sie lebt, gibt es vielleicht wenig zu essen, dafür jede Menge Schießeisen und Munition. Als sie bei einem Schützenwettbewerb mitmacht, um mit dem Gewinn ihr altes Leben hinter sich zu lassen, lernt sie Jin kennen, einen Fremdling, der bald von allen Seiten gejagt wird. Die Umstände schweißen Amani und Jin zusammen, denn beide müssen flüchten. Gehört Jin zu den Rebellen, die sich dem Sultan entgegenstellen? Amani erfährt bald nicht nur darüber mehr, als ihr lieb war, sondern auch über sich selbst, und bald muss sie Entscheidungen treffen, die weit darüber hinausgehen, einfach nur das alte Leben hinter sich zu lassen.

In dieser Geschichte schluckt man mehr Sand und Staub als in jedem Western. Es ist trocken und heiß und sehr leicht, Amani durch ihre Abenteuer zu folgen, denn der Schreibstil ist locker, lässig, die Geschichte originell. Besonders hervozuheben ist, dass Amani nicht das typische Jugendfantasygirl ist. Sie ist zwar wirklich clever und tough und noch besonderer, als man anfangs annehmen möchte, aber großes Kino: Sie schmilzt nicht bei jeder Begegnung mit dem anderen Geschlecht dahin, ist nicht sofort und unsterblich verliebt und bereit, auf Gehirn und Slip zu verzichten, nur weil ein übelst heißer Typ vor ihr steht. Im Gegenteil, sie bricht gelegentlich die Tradition und das Ego des Kerls, nur seine Nase lässt sie ganz. Mir ging das Ende etwas zu schnell und das "Besondere" ist mir einen Ticken zu besonders, aber da müsste man einfach abwarten, wie sich das in den nächsten Büchern entwickelt. Ansonsten war es wirklich gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schneesturm im Sommer

Bitte nicht öffnen 1: Bissig!
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Nemo ist mehr als erstaunt, als er ein Päckchen bekommt. In seinem Inneren befindet sich ein Plüschtier. Wer schickt ihm ein Plüschtier, das wie ein Yeti aussieht? Dafür ist er nun echt zu alt. Doch damit ...

Nemo ist mehr als erstaunt, als er ein Päckchen bekommt. In seinem Inneren befindet sich ein Plüschtier. Wer schickt ihm ein Plüschtier, das wie ein Yeti aussieht? Dafür ist er nun echt zu alt. Doch damit ist es für Nemo und seinen besten Freund Fred noch nicht erledigt. Denn das Plüschtier - der Yeti-Ritter - erwacht zu Leben. Und auch damit endet es nicht, denn der Yeti wächst. Solange, bis er über zwei Meter groß ist. Und es schneit! Es schneit so heftig, dass innerhalb weniger Stunden das ganze Städtchen Boring (Nomen est Omen) völlig eingeschneit ist, und das mitten im Sommer. Wie versteckt man jetzt einen so großen Yeti? Nemo und Fred bekommen Hilfe von Oda, dem einzigen Mädchen, bei dem Nemo irgendwie nicht so richtig weiß, wie man mit ihr reden soll, so toll ist sie. Die drei müssen ihren ganzen Grips zusammen nehmen, um den Yeti zu retten, als eine Hetzjagd ausgerechnet von der Direktorin ihrer Schule angeführt wird ...

Die Geschichte ist ganz nett, wobei sie wohl wirklich nur für kleinere Kinder geschrieben ist. Ich habe erst nach Beendigung des Hörbuchs kapiert, dass es anscheinend der erste Teil einer Reihe ist, ansonsten hätte mich das Ende ganz schön enttäuscht. Denn es wird eigentlich nichts erklärt. Wer Nemo den Yeti schickt (bzw. ihn überhaupt verschickt), warum er zum Leben erwacht, warum es überhaupt so regional eingeschränkt schneit, nichts von alldem, was man zum Schluss wissen möchte. Dafür war das Hörbuch auch sehr kurz, hat aber durch den Sprecher, der richtig Spaß hatte, ebenso Spaß gemacht. Gibt 3,5 Punkte, dank des Sprechers auf 4 Punkte aufgerundet.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Zombie-Cyborgs und irre Wissenschaftler

Steamtown
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Als ein Mitarbeiter der Steamtown Power Transmission Ltd tot aufgefunden wird, muss der Mord schnell aufgeklärt werden, um Unruhe unter den Bürgern zu vermeiden. Fast könnte man dabei auf die Idee kommen, ...

Als ein Mitarbeiter der Steamtown Power Transmission Ltd tot aufgefunden wird, muss der Mord schnell aufgeklärt werden, um Unruhe unter den Bürgern zu vermeiden. Fast könnte man dabei auf die Idee kommen, dass es eigentlich egal ist, wer dafür verurteilt wird, denn ausgerechnet ein junger, unerfahrener Agent, der seltsame Mister Ferret und ein fluchender und ständig unter Suff und Drogen stehender Pater werden mit der Aufklärung betraut. Mit diesem Trio ist allerdings ein Glücksgriff gelungen - vielleicht nicht so sehr im Sinne derjenigen, die den Mord dilettantisch behandelt sehen wollten als vielmehr für den Leser. Denn dieser begleitet die Männer, die etwas später noch tatkräftige weibliche Unterstützung bekommen bei ihren Ermittlungen. Dabei werden sie mit Monstern in den Abwässertunneln unter der Stadt konfrontiert, mit Zombie-Cyborgs, verrückten Wissenschaftlern, noch verrückteren Plänen, bei denen mal so nebenbei auch ein bisschen Welteroberung mitschwingt, mit Unterweltlern, einem wütenden Mob, undurchsichtigen Politikern und noch einigem mehr.

Spannend ist es, das steht fest. Zugegeben, dass manchmal sogar während eines Absatzes die Perspektiven gewechselt werden, ist nicht optimal, aber wohl der Tatsache geschuldet, dass sich hier drei Autoren auf eine Art Fortsetzungsroman auf einem Blog eingelassen haben. Es gibt die ein oder andere Frage, die zumindest in meinen Augen nicht wirklich gelöst wurde, aber vieles von dem lässt Interpretationsspielraum. Es werden Begriffe verwendet, die unbekannt sind, aber nicht unerklärbar, wenn man sich ein bisschen dahinterklemmt, was ich zumindest recht spannend finde. Mir hat die Story, der Humor, und besonders die Personenbeschreibung gefallen und der Epilog, das muss klar gesagt werden, schreit geradezu nach einer Fortsetzung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Daumen hoch für Sherwood Holmes

Der Blog des geheimnisvollen Sherwood Holmes
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Sherlock Holmes kennt jeder. Mit Verstand, Lupe, Tatkraft und Mut löst er die schwierigsten Fälle. Für die Opfer von Verbrechen im viktorianischen Zeitalter war er manchmal die letzte Hoffnung. Doch wen ...

Sherlock Holmes kennt jeder. Mit Verstand, Lupe, Tatkraft und Mut löst er die schwierigsten Fälle. Für die Opfer von Verbrechen im viktorianischen Zeitalter war er manchmal die letzte Hoffnung. Doch wen haben wir? Wer schützt uns heutzutage, im Zeitalter von Internet und Social Media? Keine Panik, Sherlock Holmes hat einen Erben. Sein Name ist Sherwood Holmes, und seine Abenteuer veröffentlicht er auf seinem Blog. Tatkräftig unterstützt von seinem Verstand, seiner Lupe, seiner Haushälterin Mrs Hudson und seinem Hamster Dr. Watson gibt es keinen Fall und keinen Verbrecher - nicht mal Möhren-Arty - den er nicht knacken kann. Und bei diesem Abenteuer hat er es nicht nur mit einem, sondern gleich zwei knallharten Fällen zu tun, doch Sherwood Holmes wäre nicht Sherwood Holmes, wenn er nicht sowohl die Diamanten des Millionärs wiederbeschaffen könnte, sondern auch dem Seifenkönig zu helfen wüsste.

Eine coole, kleine Geschichte, die gekonnt einen Kinderkrimi mit ein bisschen viktorianischer "Holmes-Sprache" und Social Media in Form eines Blogs verbindet. Wer die Kurzgeschichten von Conan Doyle kennt, wird sich über die Anspielung einer der Storys dort freuen, wer nicht, wird selbst kniffeln müssen. Die Zeichnungen sind gelungen und es macht Spaß, die Kommentare zu lesen, welche Sherwoods Follower von sich geben. Kurz und knapp: Daumen hoch für Sherwood Holmes!