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Veröffentlicht am 08.10.2016

Ctulhu-Alptraum

Carter & Lovecraft: Das Erbe
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Bis vor kurzem war Daniel Carter Polizist. Ein guter sogar. Bis die Sache mit dem "Kinderfänger" passiert - ein Serienkiller, der kleine Jungen ermordete und von Carter und seinem Partner gefasst wurde. ...

Bis vor kurzem war Daniel Carter Polizist. Ein guter sogar. Bis die Sache mit dem "Kinderfänger" passiert - ein Serienkiller, der kleine Jungen ermordete und von Carter und seinem Partner gefasst wurde. Doch während der Festnahme ging etwas gewaltig schief: Carters Partner erschoss sich. Carter gab seinen Polizistenjob auf und wurde Privatdetektiv, womit er sich so recht und schlecht durchschlug. Bis eines Tages ein windiger Anwalt bei ihm auftaucht und ihm erzählt, dass ein ihm völlig Unbekannter ihm ein Erbe hinterlassen hat: eine Buchhandlung am A... der Welt. Mit der Buchhandlung kommt auch eine Angestellte, Emily Lovecraft. Und ja, ihr Name suggeriert es nicht nur, sie ist tatsächlich mit dem echten Lovecraft verwandt. Als wäre das nicht genug, geraten Lovecraft und Carter in die üblen Machenschaften eines kriminellen Genies, der scheinbar die Gesetze der Natur brechen kann, und müssen feststellen, dass nicht alles, was Lovecraft (der echte) geschrieben hat, reine Fiction war ...

Ein klassischer schwarzer Krimi in Verbindung mit den Geschichten über die Großen Alten? Das funktioniert in dem Fall wirklich. Ob man Lovecrafts Geschichten kennen muss, weiß ich nicht, aber hilfreich ist es auf jeden Fall. Ich fand die Protagonisten sympathisch oder zumindest ziemlich authentisch, mir gefiel, wie die Geschichte aufgebaut und entwickelt war. Allerdings gab es am Ende einige Dinge, die mir nicht genug erklärt worden oder zu offen gelassen waren, so dass ich am Ende mit dem einen oder anderen Fragezeichen dasaß. Meiner Meinung muss noch mindestens ein zweiter Teil her, um alles aufzuschlüsseln, aber falls dem so ist, wäre ich auf jeden Fall wieder dabei.

Veröffentlicht am 17.09.2016

Ein höchst undamenhafter Mord ... oder auch zwei

Mord ist nichts für junge Damen
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Im Deepdean Internat für junge Mädchen ist ein Mord geschehen - doch nur Hazel Wong und Daisy Wells wissen davon! Denn Hazel selbst hat das Opfer, Miss Bell, gefunden, doch niemand glaubt ihr, denn jemand ...

Im Deepdean Internat für junge Mädchen ist ein Mord geschehen - doch nur Hazel Wong und Daisy Wells wissen davon! Denn Hazel selbst hat das Opfer, Miss Bell, gefunden, doch niemand glaubt ihr, denn jemand hat die Leiche beseitigt. Niemand stimmt nicht ganz, denn immerhin glaubt ihr Daisy, und die ist nicht nur Hazels beste Freundin, sondern auch die Vorsitzende ihres aus ihnen beiden bestehenden Detektivclubs. (Höchst geheim, selbstverständlich.) Whatever, ob man ihnen Glauben schenkt oder nicht, sie werden diesen Mord aufklären und machen sich auf höchst undamenhafte Art und Weise daran, Verdächtige zu verfolgen, Beweise zu sichern und Alibis zu überprüfen.

Ein höchst altmodisches Wort fällt einem als Erstes ein, wenn man das Buch liest: vergnüglich. Das ist das Buch, denn die Mädchen sind erst 13 und damit genau in dem Alter, in dem naives und altkluges Verhalten Hand in Hand geht - und das Ganze von Hazel, dem chinesischen Mädchen an einem englischen Internat, säuberlich dokumentiert wird. Man könnte anfangs meinen, Daisy nutze sie nur aus, aber Daisy ist trotz puppenhaften Aussehens und manipulativen Verhaltens eine meist sympathische Person. Den einzigen Kritikpunkt, den ich vielleicht habe, ist dass ich das Gefühl habe, zu wenig aus den 30iger Jahren erfahren zu haben. Es hätte nahezu jedes Jahrzehnt sein können in England, in dem es bereits Autos, aber keine Computer gab. Das Verhalten und die Sitten, die angesprochen wurden, könnten fast heute noch normal sein für geldige Internate in England. Ansonsten macht das Buch einfach nur Spaß.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Travis Delaney, Privat Eye

Travis Delaney - Was geschah um 16:08?
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Travis ist gerade mal 13, als seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Völlig betäubt von Trauer und Schmerz, beginnt er, sich Fragen zu stellen. Warum hatten seine Eltern auf einer übersichtlichen ...

Travis ist gerade mal 13, als seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Völlig betäubt von Trauer und Schmerz, beginnt er, sich Fragen zu stellen. Warum hatten seine Eltern auf einer übersichtlichen Straße einen Unfall? Warum waren sie überhaupt dort und nicht in London, wo sie eigentlich sein sollten? War der Unfall überhaupt keiner? Immerhin waren seine Eltern Inhaber eines kleinen Detektivbüros - was war ihr letzter Fall? Travis versucht, seinen Fragen auf den Grund zu gehen. Der letzte Fall war eine einfache Vermisstensache, nichts Großartiges, schon gar nicht Gefährliches, wie es scheint. Doch der Schein trügt und Travis gerät selbst in Lebensgefahr.

Erst einmal: Um 16.08 Uhr geschah überhaupt nicht Signifikantes, falls das jemand wissen möchte, das ist nur die Uhrzeit auf einem Foto, wobei da wahrscheinlich 4.08 pm stand. Warum der Übersetzer oder der Verlag der Meinung waren, sie müssten das als Untertitel wählen, erschließt sich nicht. Im Englischen heißt es "Die endgültige Wahrheit", was jetzt auch nicht viel besser ist, denn die bekommt man wahrscheinlich bis zum Schluss nicht geliefert - aber das ist auch ok so, denn hier spielen schließlich ein halbes Dutzend Geheimdienste eine Rolle, und Wahrheit ist wohl das letzte, was man von Geheimdiensten erfährt. Lesen lässt sich die Geschichte jedenfalls super flüssig, es ist spannend und actionreich. Travis hat natürlich auch das Glück, immer die richtigen Verbindungen zu haben: Gangsterfreunde, er selbst ist ein begabter Boxer, sein Großvater hat Kontakte zu Geheimdiensten, die Angestellte seiner Eltern hat Kontakte zur Polizei und so weiter. Anders wären seine Ermittlungen auch gar nicht möglich, denn er ist ja erst 13. Für sein Alter ist er auch zu clever und cool, aber was soll's. Man muss für sich entscheiden, ob das ein Ausschlusskriterium fürs Buch ist oder nicht. Alles in allem lässt es sich schnell lesen, wird wohl aber dafür auch nicht ewig im Gedächtnis bleiben. 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Das Mädchen, das schneller schießt als ihr Schatten

AMANI - Rebellin des Sandes
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Amani ist sechzehn, tough für zwei und das in einer Wüstenwelt, in der Frauen nicht viel wert sind. Im Geheimen hat sie sich das Schießen beigebracht, denn in Dustwalk, dem Ort, wo sie lebt, gibt es vielleicht ...

Amani ist sechzehn, tough für zwei und das in einer Wüstenwelt, in der Frauen nicht viel wert sind. Im Geheimen hat sie sich das Schießen beigebracht, denn in Dustwalk, dem Ort, wo sie lebt, gibt es vielleicht wenig zu essen, dafür jede Menge Schießeisen und Munition. Als sie bei einem Schützenwettbewerb mitmacht, um mit dem Gewinn ihr altes Leben hinter sich zu lassen, lernt sie Jin kennen, einen Fremdling, der bald von allen Seiten gejagt wird. Die Umstände schweißen Amani und Jin zusammen, denn beide müssen flüchten. Gehört Jin zu den Rebellen, die sich dem Sultan entgegenstellen? Amani erfährt bald nicht nur darüber mehr, als ihr lieb war, sondern auch über sich selbst, und bald muss sie Entscheidungen treffen, die weit darüber hinausgehen, einfach nur das alte Leben hinter sich zu lassen.

In dieser Geschichte schluckt man mehr Sand und Staub als in jedem Western. Es ist trocken und heiß und sehr leicht, Amani durch ihre Abenteuer zu folgen, denn der Schreibstil ist locker, lässig, die Geschichte originell. Besonders hervozuheben ist, dass Amani nicht das typische Jugendfantasygirl ist. Sie ist zwar wirklich clever und tough und noch besonderer, als man anfangs annehmen möchte, aber großes Kino: Sie schmilzt nicht bei jeder Begegnung mit dem anderen Geschlecht dahin, ist nicht sofort und unsterblich verliebt und bereit, auf Gehirn und Slip zu verzichten, nur weil ein übelst heißer Typ vor ihr steht. Im Gegenteil, sie bricht gelegentlich die Tradition und das Ego des Kerls, nur seine Nase lässt sie ganz. Mir ging das Ende etwas zu schnell und das "Besondere" ist mir einen Ticken zu besonders, aber da müsste man einfach abwarten, wie sich das in den nächsten Büchern entwickelt. Ansonsten war es wirklich gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schneesturm im Sommer

Bitte nicht öffnen 1: Bissig!
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Nemo ist mehr als erstaunt, als er ein Päckchen bekommt. In seinem Inneren befindet sich ein Plüschtier. Wer schickt ihm ein Plüschtier, das wie ein Yeti aussieht? Dafür ist er nun echt zu alt. Doch damit ...

Nemo ist mehr als erstaunt, als er ein Päckchen bekommt. In seinem Inneren befindet sich ein Plüschtier. Wer schickt ihm ein Plüschtier, das wie ein Yeti aussieht? Dafür ist er nun echt zu alt. Doch damit ist es für Nemo und seinen besten Freund Fred noch nicht erledigt. Denn das Plüschtier - der Yeti-Ritter - erwacht zu Leben. Und auch damit endet es nicht, denn der Yeti wächst. Solange, bis er über zwei Meter groß ist. Und es schneit! Es schneit so heftig, dass innerhalb weniger Stunden das ganze Städtchen Boring (Nomen est Omen) völlig eingeschneit ist, und das mitten im Sommer. Wie versteckt man jetzt einen so großen Yeti? Nemo und Fred bekommen Hilfe von Oda, dem einzigen Mädchen, bei dem Nemo irgendwie nicht so richtig weiß, wie man mit ihr reden soll, so toll ist sie. Die drei müssen ihren ganzen Grips zusammen nehmen, um den Yeti zu retten, als eine Hetzjagd ausgerechnet von der Direktorin ihrer Schule angeführt wird ...

Die Geschichte ist ganz nett, wobei sie wohl wirklich nur für kleinere Kinder geschrieben ist. Ich habe erst nach Beendigung des Hörbuchs kapiert, dass es anscheinend der erste Teil einer Reihe ist, ansonsten hätte mich das Ende ganz schön enttäuscht. Denn es wird eigentlich nichts erklärt. Wer Nemo den Yeti schickt (bzw. ihn überhaupt verschickt), warum er zum Leben erwacht, warum es überhaupt so regional eingeschränkt schneit, nichts von alldem, was man zum Schluss wissen möchte. Dafür war das Hörbuch auch sehr kurz, hat aber durch den Sprecher, der richtig Spaß hatte, ebenso Spaß gemacht. Gibt 3,5 Punkte, dank des Sprechers auf 4 Punkte aufgerundet.