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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2018

Ruhm und Macht

Das Ludwig Thoma Komplott
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Tom Perlinger arbeitet mit seinem Team an einem Cold Case. Vor über fünfzig Jahren wurden mehrere Frauen getötet, alle Opfer wurden mit einer kleinen hölzernen Harfe aufgefunden. Tom kommt mit seinen Recherchen ...

Tom Perlinger arbeitet mit seinem Team an einem Cold Case. Vor über fünfzig Jahren wurden mehrere Frauen getötet, alle Opfer wurden mit einer kleinen hölzernen Harfe aufgefunden. Tom kommt mit seinen Recherchen nicht richtig voran und plötzlich will auch sein Vorgesetzter, dass die Ermittlungen sofort beendet werden. Vieles deutet auf eine Verbindung in die Münchener Politik hin und als dann auch noch in einem aktuellen Fall Parallelen auftauchen lässt sich Tom Perlinger nicht mehr aufhalten...

"Das Ludwig Thoma Komplott" ist der zweite Fall für Tom Perlinger, ich bin als Quereinsteiger in die Reihe gestartet und hatte keine Probleme in die Geschichte hineinzukommen. Die Autorin Sabine Vöhringer baut ein spannendes Konstrukt um eine literarische Hinterlassenschaft des Satirikers und deutschen Schriftstellers Ludwig Thoma auf. Mit dem ersten Mord und den Verbindungen zu einem Cold Case baut sie geschickt den Spannungsbogen auf, und hält ihn mit den undurchsichtigen Beziehungen der Protagonisten im persönlichen Umfeld von Tom Perlinger stets auf einem hohen Niveau. Auch der Einbezug des Hintergrundthemas um Ludwig Thoma wirkt nicht gekünstelt und fügt sich gut in die spannende Geschichte ein. Es bleibt zu hoffen, den sympathischen Ermittler noch bei einigen Fällen begleiten zu können.

Insgesamt ist "Das Ludwig Thoma Komplott" aus meiner Sicht ein sehr gelungener Regionalkrimi mit einem charmanten Lokalkolorit und einer fesselnden Handlung. Ich empfehle daher den Freunden der Spannungsliteratur das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 30.09.2018

Der Keim des Bösen

Bösland
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Mit 13 Jahren landet Ben nach dem Tod eines Mädchens in einer Psychiatrie. Gerade seine eigene schwierige Vergangenheit mit dem gewalttätigen Vater und die Brutalität, mit der das Mädchen getötet wurde ...

Mit 13 Jahren landet Ben nach dem Tod eines Mädchens in einer Psychiatrie. Gerade seine eigene schwierige Vergangenheit mit dem gewalttätigen Vater und die Brutalität, mit der das Mädchen getötet wurde lassen Ben für dreißig Jahre in der geschlossenen Anstalt ver-weilen. Als er entlassen wird und sich mit Hilfe einer Psychologin seiner eigenen Vergangenheit stellt, geht das Morden wieder weiter. Kann Ben gestoppt werden?

Ich habe schon mehrere Bücher von Bernhard Aichner gelesen, und er konnte mich gerade auch mit seinem besonderen Schreibstil immer wieder begeistern. Dementsprechend bin ich mit sehr großen Erwartungen in das Buch gestartet und wurde auch ein weiteres mal nicht enttäuscht. Aichner sorgt für eine sehr düstere Atmosphäre und erzählt die Geschichte in jedem zweiten Kapitel in Form eines in Stichworten festgehaltenen Dialoges. Die vielen kurzen Kapitel sorgen für ein hohes Tempo und die Dialoge für Tiefgang. Die Spannung wird so in der sehr clever konzipierten Geschichte stets auf einem sehr hohen Niveau gehalten. Ich war schnell von Bens Geschichte gefesselt und konnte das Buch kaum zur Seite legen. Gerade die stellenweise sehr überraschenden und auch kaltblütigen Wendungen machen den Thriller wirklich zu etwas Besonderen.

"Bösland" ist für mich ein packender und außergewöhnlicher Thriller, der gerade auch vom kreativen und flüssig zu lesenden Schreibstil des Autors profitiert. Für Aichner-Fans ein Muss und für Thriller-Liebhaber eine gute Chance den Autor von seiner besten Seite kennenzulernen. Ich bewerte das Buch mit den vollen fünf von fünf Sternen!!

Veröffentlicht am 21.09.2018

Die Sofie hat mich gepackt

Gschlamperte Verhältnisse
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Während einer Kindstaufe werden Joe und Sofie zu einem neuen Tatort gerufen. Eine männliche Leiche wird in der Isar aufgefunden und bei den Recherchearbeiten stößt Joe auf drei Totenschädel. Handelt es ...

Während einer Kindstaufe werden Joe und Sofie zu einem neuen Tatort gerufen. Eine männliche Leiche wird in der Isar aufgefunden und bei den Recherchearbeiten stößt Joe auf drei Totenschädel. Handelt es sich hier um religiöse Reliquien, oder um die Hinter-lassenschaft eines skrupellosen Mörders? Die neugierige Rechtsmedizinerin Sofie Rosenhuth unterstützt die Ermittlungen und muss sich dabei nicht nur um die Aufklärung der Morde kümmern, sondern auch um ihr eigenes Gefühlsleben...

"Gschlamperte Verhältnisse" ist bereits der fünfte Band um die sympathische Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth und dem Frauenschwarm Kriminalkommissar Joe Lederer. So wie die Vorgängerbände konnte mich auch der aktuelle Fall wieder begeistern. Das Autoren Duo Brigitte Riebe und Gesine Hirsch schreiben unter dem Pseudonym Felicitas Gruber in einer sehr lebendigen und temporeichen Art und Weise, die mich immer sehr schnell an das Buch fesselt und es mich dann kaum noch aus der Hand legen lässt. Dabei gelingt ihnen eine wohldosierte Mischung aus Spannung und Humor, die trotz einiger Morde immer für eine unverkrampfte und lockere Atmosphäre sorgt. Der Spannungsbogen wird zu Beginn der Geschichte mit dem ersten Toten aufgebaut und geschickt auf einem hohen Niveau gehalten. Den besonderen Charme erhält die Reihe aus meiner Sicht durch ihre mir mittlerweile liebgewonnenen Protagonisten. Gerade Dr. Sofie und Joe Lederer sorgen mit ihrer orientierungslosen Gefühlswelt für eine zusätzliche und angenehme Unterhaltung.

"Gschlamperte Verhältnisse" ist für mich eine sehr gelungene Fortsetzung einer tollen Krimireihe, die ich jedem Leser gerne ans Herz lege. Von mir erhält das Buch folgerichtig die vollen fünf von fünf Sterne!

Veröffentlicht am 21.09.2018

Ein ehrliches und wertvolles Zeitdokument

Das Mädchen, das von Freiheit träumte
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Die kleine Tilli wächst in den Kriegsjahren auf und muss als kleines Mädchen dem Hunger, der Kälte und den schrecklichen Kriegs-geschehen trotzen. Dennoch kämpft sie um ihr Talent ein gescheites Kind zu ...

Die kleine Tilli wächst in den Kriegsjahren auf und muss als kleines Mädchen dem Hunger, der Kälte und den schrecklichen Kriegs-geschehen trotzen. Dennoch kämpft sie um ihr Talent ein gescheites Kind zu sein und besucht in der Nachbarstadt eine weiterführende Schule. Aber der Krieg rückt immer näher an die Familie heran und fordert auch erste Opfer.

In dem Buch "Das Mädchen, das von Freiheit träumte" erzählt die Autorin Tilli Schulze aus ihrem bewegten Leben. Zu Beginn des Buches weist sie darauf hin, dass sie nur eine von vielen war, vor allem aber keine Heldin und keine außerordentlich hart betroffenes Opfer des Krieges. Aber der Krieg hat ihr Leben sicherlich stark beeinflusst und sie möchte diese Geschehen auch für die Nachwelt festhalten.

Die Schilderung der damaligen Zeit erfolgt aus der Sicht des Kindes Tilli. Gemeinsam mit der Co-Autorin Lorna Collier erzählt sie ihre Geschichte in einer einfachen und sehr lebendigen Schreibweise, was dem Buch in meinen Augen sehr viel Authentizität verleiht. Gerade die Sicht eines Kindes, welches den Krieg immer wieder in Frage stellt und das Elend nicht begreifen kann, beschreibt die Sinn- und Hilflosigkeit der damaligen Zeit. Was zunächst noch ein Ereignis in weiter Ferne ist, rückt immer näher an die Familie ran, und als erste Opfer im Umkreis zu verzeichnen sind, gewinnt die Angst um eine ungewisse Zukunft und der Kampf ums Überleben immer mehr die Oberhand. Das Buch hat mich mit Tillis Schicksal in den Bann gezogen und die Erzählungen enden nicht mit der Beendigung des Krieges sondern erzählen auch noch von der russischen Besetzung und dem Fortgang der Angst und Verzweiflung.

"Das Mädchen, das von Freiheit träumte" ist aus meiner Sicht ein sehr gelungener und wertvoller Erlebnisbericht einer dunklen historischen Zeit, der den Wert des heutigen Friedens noch einmal deutlich unterstreicht. Ein bewegendes und zugleich beeindrucken-des Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 16.09.2018

Der Geist der RAF

Die letzte Terroristin
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Obwohl es schon das Jahr 1991 ist, scheint der Geist der RAF noch in den Köpfen einiger Terroristen zu leben. Der Direktor einer führenden deutschen Bank wird bei einem akribisch geplanten Attentat getötet. ...

Obwohl es schon das Jahr 1991 ist, scheint der Geist der RAF noch in den Köpfen einiger Terroristen zu leben. Der Direktor einer führenden deutschen Bank wird bei einem akribisch geplanten Attentat getötet. Alle durchgeführten Sicherheitsmaßnahmen konnten den befürchteten Anschlag nicht verhindern. Am Tatort wird ein Bekennerschreiben der RAF vorgefunden. Das Bundeskriminal-amt ermittelt mit Hochdruck, da einer neuer Schlag der Organisation wahrscheinlich erscheint. Kann ein erneutes Attentat verhindert werden? Wer soll das nächste Opfer werden? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt,,,

Andre Georgi hat mit "Die letzte Terroristin" ein aus meiner Sicht faszinierenden und absolut fesselnden Polit-Thriller geschrieben. Gerade die intensive und tiefgehende Schreibweise des Autors hat mich in den Bann gezogen. Er beschreibt sehr bildreich und hautnah das Leben der Terroristen, der Fahnder und des potentiellen Opfers. Er geht dabei sehr stark auch auf die Gefühle der Protagonisten und die Auswirkungen auf des normale Umfeld dieser Menschen ein und versucht so Antworten auf die naheliegenden Fragen zu finden: Was bewegt einen Menschen sich einer organisierten Vereinigung anzu-schliessen, um sich notfalls auch mit Gewalt, gegen die Gesellschaft aufzulehnen? Welche Opfer sind diese Menschen bereit zu geben? Wo liegen deren Grenzen?

Die ganze Szenerie wird intensiv und authentisch beschrieben und der Autor entwickelt einen hohen Spannungsbogen allein mit der Frage, ob sich das anstehende Attentat noch verhindern lässt. Sehr gelungen aus meiner Sicht sind hierbei die beschriebenen Ermittlungsarbeiten des BKA und die akribische und von Überzeugung geprägten Vorbereitungen der RAF. So entwickelt sich ein mitreißender politischer Thriller um ein heikles Thema der deutschen Nachkriegszeit.

Insgesamt bin ich der Meinung, dass Andre Georgi die Umsetzung dieses brisanten Themas hervorragend umgesetzt hat und mit "Die letzte Terroristin" einen tollen Thriller geschaffen hat. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.