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Veröffentlicht am 10.10.2019

Guter Vampirroman mit wenigen Schwächen

Die letzte Kiya 1: Schattenerbe
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Inhalt
Als Lilya über die Semesterferien auf der Ranch ihrer Eltern aushilft, trifft sie dort einen seltsam anziehenden Gast. Dimitri, seines Zeichens Weltenbummler, fasziniert sie auf Anhieb. Was Lilya ...

Inhalt
Als Lilya über die Semesterferien auf der Ranch ihrer Eltern aushilft, trifft sie dort einen seltsam anziehenden Gast. Dimitri, seines Zeichens Weltenbummler, fasziniert sie auf Anhieb. Was Lilya nicht weiss: Dimitri ist der Kronprinz eines uralten Vampirgeschlechts und seit Jahren auf der Suche nach ihr. Denn Lilya ist nicht die, die sie zu glauben scheint. Und nur mit ihrer Hilfe kann die Ordnung in der Welt der Vampire wiederhergestellt werden. Doch Dimitri hat nicht damit gerechnet, dass ihn Lilya derart bezaubern würde.

Meine Meinung
Endlich mal wieder einen Vampirroman lesen. Wer denkt sich das nicht zwischendurch mal? Und so habe ich zu Schattenerbe gegriffen, in der Hoffnung, mich von der Vampirwelt fesseln lassen zu können. Trotz des angenehmen Schreibstils der Autorin merkt man aber phasenweise, dass es ihr erster Roman ist. Sie verliert sich teils in Szenen, die die Geschichte unnötig in die Länge ziehen. Und hätte ich nicht die guten Rezensionen gelesen, wäre ich tatsächlich versucht gewesen, das Buch wegzulegen.

Lilya hilft in den Ferien ihren Eltern auf der Ranch aus, als ein geheimnisvoller Unbekannter auftaucht. Dimitri fasziniert sie von der ersten Sekunde an - und irgendwie scheint dies auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Während die beiden sich immer näher kommen, naht auch die Gefahr, vor der Dimitri sie eigentlich beschützen will. Denn er ist in Wahrheit Kronprinz der Diye, einer uralten Vampirrasse - und sein Ziel ist es, Lilya nach Hause zu bringen.

Texas und New York
Der erste Abschnitt der Geschichte spielt in Texas, wo Lilya ihren abwesenden Eltern auf der zum Ferienziel umgebauten Ranch aushilft. Zuerst hat mich das Setting hier sehr angesprochen: Eine Ranch, viel Western-Feeling, unendliche Freiheit. Aber mit seinen 142 Seiten (gemäss Tolino) macht der Abschnitt schon einen Drittel der Geschichte aus und leider passiert hier einfach gar nichts. Es gibt eine Menge Lya und Dimitri, eine Menge Lya die sich Gedanken über Dimitri macht, und eine Menge Dimitri, der ein schlechtes Gewissen hat, weil er Gefühle für Lya entwickelt und ihr nicht die Wahrheit erzählt.
Allgemein vergehen gefühlt ein paar Tage, bis die beiden schon von Liebe sprechen und unendlich tiefgründige Gefühle für einander hegen.
Abschnitt zwei spielt dann in New York, wo Lya studiert, und wohin Dimitri sie nach der kurzen Zeit schon begleitet. Auch hier bekommt man lediglich ein bisschen mehr Einsicht in die Gefühlswelt und ganz viel Einsicht in den Tagesablauf. Weitere 78 Seiten vergehen, bis endlich endlich etwas Spannung aufkommt und das Geplänkel zwischen den beiden Protagonisten sich in Action umwandelt.

Sibirien und Kanada
Tatsächlich wird es danach aber richtig spannend. Der nächste Abschnitt Sibirien bietet 83 Seiten voller Spannung (ja, jetzt habe ich angefangen die Seiten zu zählen, das ziehe ich jetzt durch). Lya muss vieles durchmachen und erleiden - genauer will ich hier aber nicht darauf eingehen. Nur so viel: Es wird emotional und ziemlich brutal. Wer also schon in einem der beiden ersten Abschnitte wie ich ein wenig verzweifelt ist und sich fragt: Kommt da noch was? Ja, gute Nachrichten, da kommt noch was!
Mit Kanada folgt dann der letzte kurze Abschnitt vor dem Ende. 26 Seiten und einen Epilog später, sitzt der Leser da und fragt sich: Warum ist hier kein Cliffhanger gekommen? Zumindest mir ging es so. Ich bin mir nämlich trotz der guten zweiten Hälfte nicht sicher, ob ich Band 2 noch lesen möchte.

Kleine Zweifel, grosse Auswirkungen?
Warum das?, mögt ihr euch jetzt fragen. Nun. Irgendwie bin ich mit dem Buch nicht so recht warm geworden. Lya ist mir zu perfekt, Dimitri wird mir zu schnell vom riesen A**** zum wunderbaren Freund, das Böse ist mir zu Böse, die Gefühle sind mir zu schnell da und die Emotionen kommen bei mir leider nicht so richtig an. Tatsächlich weiss ich wirklich wirklich nicht, ob ich Band 2 dann noch lesen werde. Ich lasse mich hier wohl mal überraschen was Titel, Cover und Inhaltsangabe angeht und dann spontan entscheiden.

Dennoch...
... gefallen hat mir das Buch doch sehr gut. Der Schreibstil war top für ein Debüt! Die Hauptprotagonistin Lilya zweifelt an sich, als sie diese neue Welt der Vampire für sich entdeckt, macht sich Gedanken und hinterfragt alles, sie akzeptiert nicht einfach alles als gegeben. Und sie bleibt sich selber treu. Die Vampire an sich fand ich sehr interessant mit den drei Rassen und ihrer Geschichte, die mal etwas anderes ist. Auch die Nebencharaktere haben mir grösstenteils sehr gut gefallen, vor allem Boris. Danke liebe Autorin dafür. Das hat weh getan.

Fazit
Eine etwas andere Vampirgeschichte mit viel Potenzial, das vor allem am Anfang durch unnötige Längen verschenkt wird. Mir hat vor allem die zweite Hälfte der Geschichte gut gefallen, wobei ich nicht 100 % warm wurde mit dem Buch und den Charakteren und alles in allem eher zwiegespalten zurückbleibe.

Veröffentlicht am 23.09.2018

Gut, aber verwirrend

Binti
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Inhalt
Als erste ihrer Familie, als erste ihres Volkes überhaupt, wird Binti an der Oomza Universität, einer der besten Schulen der Galaxis angenommen. Um dorthin zu gelangen, muss sie jedoch mit ihrer ...

Inhalt
Als erste ihrer Familie, als erste ihres Volkes überhaupt, wird Binti an der Oomza Universität, einer der besten Schulen der Galaxis angenommen. Um dorthin zu gelangen, muss sie jedoch mit ihrer Familie, ihren Freunden, ihrer Tradition brechen. Denn Himba, wie Binti eine ist, verlassen ihre Heimat nicht. Doch die Aussicht auf all das Wissen, das dort draussen auf sie wartet, bringt die junge Frau dazu, sich nachts davonzustehlen und eine Reise ins Ungewisse anzutreten. Auf dem Flug nach Oomza wird das Raumschiff von den Medusen angegriffen - einer Spezies, die seit jeher im Krieg mit den anderen steht. Sie sieht ihren Tod schon als gewiss - aber sie hat nicht damit gerechnet, dass ihre Andersartigkeit als Himba auch mal ein Vorteil sein kann...

Meine Meinung
Schon lange wollte ich mich an ein Buch der Autorin wagen, sie sprechen mich alle an! Also habe ich die Gunst der Stunde genutzt und mir Binti "reingezogen". Das Buch besteht aus drei Kurzgeschichten, die bereits alle einzeln als eBooks erschienen sind - bisher hatte ich diese aber noch nicht auf dem Radar. Der Schreibstil ist etwas eigen, sehr bildhaft, und lässt sich dennoch gut und flüssig lesen. Definitiv mal was anderes.

Binti ist gehört dem Stamm der Himba an und ist die Tochter eines angesehenen Harmoniemeisters. Als solche soll sie eines Tages sein Vermächtnis antreten. Dass sie dank ihrer grossen mathematischen Begabung an der Oomza Universität auf einem fremden Planeten angenommen wird, freut ihre Familie zwar, aber als Himba hat sie ihr Heimatdorf nicht zu verlassen. Also beschliesst Binti, sich gegen die Tradition zu stellen und schleicht sich des Nachts davon. Gemeinsam mit anderen Schülern reist sie an die Oomza Akademie - doch ihr Schiff wird angegriffen, und Binti als einige der einzigen nicht getötet. Die Medusen, quallenähnliche intelligente Wesen, wollen auch die junge Frau töten, aber sie haben die Rechnung nicht mit Binti und ihrer Begabung gemacht...

Speziell. Dieses Wort umschreibt "Binti" wohl ganz gut. Einerseits bin ich verliebt in den Schreibstil, das Setting, gewisse Charaktere, all das Neue, das es zu entdecken gibt. Andererseits bin ich verwirrt. Sehr verwirrt. So viel Mathematik, so viele Eigenwörter (was Otijze ist, weiss ich mittlerweile, aber was Okuoko ist, ist mir bereits wieder entfallen, bevor ich mir das einprägen konnte), so viel. Einfach ein wenig zu viel, denke ich. Auch für einen Sci-Fi-Roman ist es ein wenig too much, ist es doch auch mit Fantasy gespickt, mit Intrigen, mit Brutalität und Krieg. Ich habe mich nicht immer zurecht gefunden und erst recht nicht immer wohl gefühlt bei dieser Geschichte.

Setting
Die Schauplätze von "Binti" sind zum einen Bintis Heimat, ein Ort am Rand der Wüste Namib auf der Erde, andererseits die Oomza Universität, die auf einem eigenen, viel kleineren Planeten untergebracht ist. Auch lebende Raumschiffe hat das Buch zu bieten, wobei mich diese noch mehr verwirrt haben.

Das Setting und Worldbuilding hat mir im Grossen und Ganzen aber sehr gut gefallen! Interessante Rassen und Wesen, schöne Schauplätze, knifflige Technik. Alles was das Sci-Fi-Herz höher schlagen lässt.

Charaktere
Binti ist ein ganz normales Mädchen, zumindest zu Beginn der Geschichte. Ihre Entwicklung ist wirklich ausserordentlich. Ich schätze Bücher mit guter Charakterentwicklung sehr, und hier kann "Binti" definitiv punkten!

Die anderen Protagonisten waren vielschichtig, interessant, manchmal grausam, manchmal unterhaltsam. Ich möchte nicht zu viel verraten hier, schliesslich will ich nicht spoilern und niemandem den Spass am Entdecken der Geschichte und seiner Bewohner nehmen. Nur so viel: Die Charaktere haben mir gut gefallen!

Fazit
Ein gelungenes Worldbuilding, eine Unmenge an fremder Kultur und ausgefallener Rassen, vielschichtige Charaktere, die sich stets weiterentwickeln - all das bietet "Binti". Und dennoch - zu 100% konnte mich das Buch nicht überzeugen. Zu viele Fragezeichen in meinem Kopf, zu viel Verwirrung, zu wenig erklärt. Ja, "Binti" lässt mich ratlos und zwiegespalten zurück...

3.5 Sterne

Veröffentlicht am 20.02.2018

Spannend und actionreich, aber doch nicht perfekt

Die Dämonenakademie - Die Prophezeiung
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Inhalt
Fletcher und seinen Freunden gelingt nur ganz knapp die Flucht vor den Orks durch ein Portal und dieses führt sie direkt in den Äther. Verfolgt von den Orkschamanen, gejagt von mächtigen Dämonen ...

Inhalt
Fletcher und seinen Freunden gelingt nur ganz knapp die Flucht vor den Orks durch ein Portal und dieses führt sie direkt in den Äther. Verfolgt von den Orkschamanen, gejagt von mächtigen Dämonen und mit nur einer knappen Ration an lebensnotwendigen Mitteln, irren sie durch den Äther und suchen nach einem Ausweg. Doch nicht nur das macht Fletcher zu schaffen; denn Khan, der Anführer der Orks, hat geschworen, Fletchers Heimat zu vernichten...

Meine Meinung
Band 1 hat bei mir ja Lieblingsbuch-Status erreicht, in Band 2 kam für mich dann die Ernüchterung. Klar, dass ich an den Abschlussband mit entsprechend gemischten Gefühlen herangegangen bin. Wie schon im zweiten Teil hat mich hier irgendetwas am Schreibstil gestört. Irgendwie wirkt er so trivial und kindlich - vielleicht liegt das auch an der Übersetzung, ich weiss es nicht. Trotzdem lässt sich die Geschichte recht schnell und flüssig lesen.

Fletcher und seine Freunde fliehen vor den Orks, was sie zuerst in den Äther führt. Doch ihre Verfolger sind nicht ihr einziges Problem, denn sie haben zu wenige Blüten bei sich, die für sie im Äther überlebenswichtig sind und zudem gibt es hier ordentlich viele Dämonen, die ungebunden und somit den Menschen nicht wohl gesinnt sind. Aber nicht nur das, nein, auch Khan, der Albinoork, macht Fletcher Sorge, denn er will seine Heimat vernichten. Nur gemeinsam mit seinen Freunden und ihren Dämonen können sie etwas schaffen, das unvorstellbar scheint.

Die Szenen im Äther fand ich sehr interessant, sie machen in etwa den ersten Drittel der Geschichte aus. Wir lernen noch mehr Dämonen kennen, die wir mithilfe der wunderschönen Zeichnungen hinten im Buch auch gleich detailliert studieren können. Zudem kommt eine gewisse Spannung auf, weil den Helden erstens das Mittel ausgeht, dass es ihnen ermöglicht, im Äther zu atmen, und zweitens, weil nicht nur die Orks sie verfolgen, sondern sich auch ziemlich gefährliche Dämonen um die Gruppe herumschleichen.

Der zweite Drittel des Buches war dann wieder Ernüchterung pur... dies ohne gross zu spoilern zu beschreiben, ist schier unmöglich - nur so viel sei gesagt: Spannung sucht man hier vergebens. Der letzte Abschnitt der Geschichte ist dann wiederum sehr interessant und actionreich, aber auch blutig und brutal und irgendwie übertrieben.

Was ich bereits bei Band 2 bemängelt hatte, ist leider auch hier nicht besser geworden. Fletcher fällt alles vor die Füsse (obschon er hier besonders wie ein Kind wirkt), er und seine Freunde sind - um es in der Sprache der Online-Games zu sagen - imba (sprich: viel stärker als der Rest), und natürlich ist auch Fletchers Dämon Ignatius was ganz besonderes und - naja, lest selbst. Auch hier gibt es wieder Dinge, die mir unlogisch erscheinen (Vorsicht, kann Spoiler enthalten) - eine Gruppe Menschen, die einem Teenie in eine Grafschaft folgt, die wiederaufgebaut werden muss, anstatt in einer schon bestehenden Stadt Zuflucht zu suchen. Abertausende Gegner, die es zu besiegen gilt etc.

Spannend war es grösstenteils durchaus, ebenso interessant, und das Worldbuilding hat mir auch zugesagt. Dennoch, irgendwie hat mir was gefehlt. So ist Fletcher zum Beispiel (selbsternannter) Schlachtmagier, obschon er nur ein Jahr auf der Akademie war. Ihm fliegen auch viele Sympathien zu oder aber brutale Gegenspieler, obschon er selber praktisch nicht viel tut. Was ich damit sagen will: Die Entwicklung der Geschichte hat mir gefehlt. Oft ist es einfach: Zack, so ist es, lebt damit. Manchmal ist mehr eben doch mehr und hier hätten vielleicht ein, zwei weitere Teile geholfen.

Setting
Wir verbringen im letzten Teil der Trilogie viel Zeit im Äther, in der Grafschaft Rale und auf einem Gebirgspass. Wie in den Vorgängern wird nur mässig Zeit mit das Setting verbracht, was so aber ziemlich okay ist. Kopfkino war vorhanden, ich konnte mich vor Ort fühlen und was das angeht, bin ich sehr zufrieden.

Besonders der Abschnitt im Äther hat mir gut gefallen. Es war toll, mehr darüber zu erfahren und weitere Dämonen kennenzulernen. Zudem war es sehr atmosphärisch beschrieben und es wurden ein paar Geheimnisse gelüftet, von denen ich befürchtet hatte, dass der Autor sie vergessen könnte.

Das Worldbuilding an sich kann nicht kritisiert werden, auch wenn das Rad nicht gänzlich neu erfunden wurde. Die Welt von Fletcher ist interessant gestaltet, die Rassen haben ihre Religionen und Traditionen und alles war einfach stimmig. Hat mir gut gefallen!

Charaktere
Ach Fletcher, irgendwie mag ich den Kerl immer weniger. Er ist der typische Fall von keine Ahnung von nichts, schafft aber trotzdem alles. Erst gegen Schluss ist er etwas über sich hinaus gewachsen, aber auch das hat nicht zu 100% Sympathie führen können. Irgendwie ist mir der Kerl in diesem Teil etwas arrogant rüber gekommen.

Auch Sylva und Othello sind wieder mit von der Partie, ebenso Kress und Athillo. Dann treffen wir auch weitere bekannte Charaktere wieder; Khan, Blau, Lady Rale, Rori, Arcturus etc. Die Charakterenvielfalt hat mir gut gefallen, auch wenn alles etwas oberflächlich geblieben ist. Irgendwie konnten mich in diesem Teil die Protagonisten nicht wirklich überzeugen.

Was mich etwas gestört hat (und ich bin erstaunt, dass mir das erst bei Band 3 aufgefallen ist), ist die Ähnlichkeit zu Harry Potter. "Waaaas?", sagt ihr jetzt. Aber überlegt mal; schwarzhaariger Waise der von Magie keine Ahnung hat aber plötzlich in die Akademie kann, sich mit einem rothaarigen Tollpatsch und einer blonden Besserwisserin anfreundet? Kommt euch das nicht etwas zu bekannt vor?

Fazit
Spannung, Action, ein tolles Setting und Worldbuilding und ein paar Freunde, die ihre Welt retten müssen. Ein interessanter Abschluss für eine Trilogie voller Magie und Dämonen, Freundschaft und Feindschaft, Loyalität und Verrat. Und dennoch... es bleiben Zweifel, Mängel und dieses Gefühl, nicht wirklich befriedigt eine Reihe abzuschliessen...

3.5 Sterne

Veröffentlicht am 27.02.2026

Besonders

Das White Octopus Hotel
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Eve Shaw hat furchtbares erlebt in ihrer Kindheit, und alles was sie will, ist, das wieder gutzumachen. Denn immer noch wird sie von der Erinnerung daran gequält, von einem weissen Kaninchen verfolgt und ...

Eve Shaw hat furchtbares erlebt in ihrer Kindheit, und alles was sie will, ist, das wieder gutzumachen. Denn immer noch wird sie von der Erinnerung daran gequält, von einem weissen Kaninchen verfolgt und sie sieht und hört Gespenster. Ein magisches Grandhotel in den Schweizer Alpen soll ihr endlich Erlösung bringen, denn dort soll es ein Artefakt geben, mit dem man sich selber in die Vergangenheit einen Brief schreiben kann. Aber im White Octopus Hotel angekommen, ist alles anders, als erwartet...

Klingt wild? Ist es definitiv auch. Vorneweg: Ich mag Zeitreise-Stories, auch wenn sie wirr und komplex sind. Das hat mir denn auch hier gut gefallen. Die Idee mit dem Hotel, in dem alles anders ist, in dem es magische Artefakte geben soll etc. war toll umgesetzt und daran möchte ich auch nichts bemängeln. Vor allem auch die Reise in die Vergangenheit zu den Kriegsgefangenen des ersten Weltkrieges haben mich nachhaltig erschüttert.

Aber. Ja, aber...
Eve Shaw. Uff. Sie war mir sehr unsympathisch, sie verliert sich in ihrer Schuld (die m.E. keine ist), und was war das mit dem magischen Tattoo?
Die Plottwists haben mich nicht zu überraschen vermocht. Die Liebesgeschichte hab ich nicht gefühlt.
Und die Oktopusse. Warum Oktopusse? Warum in der Schweiz? Und als Schweizerin so nebenbei; keine Ahnung wo das spielen soll, da war sehr viel künstlerische Freiheit am Werk. (Aber das nur am Rande und ohne Einfluss auf die Bewertung).

Trotzdem wird mir die Geschichte wohl im Kopf bleiben. Sie ist anders. Besonders.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Viel Potential

The Ordeals
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Dark Academia Fantasy mit tödlichen Prüfungen - klingt gut, nur leider wollte der Funke nicht so recht überspringen.

Dabei hat die Welt sooo viel Potenzial, das dann aber einfach fallen gelassen wird? ...

Dark Academia Fantasy mit tödlichen Prüfungen - klingt gut, nur leider wollte der Funke nicht so recht überspringen.

Dabei hat die Welt sooo viel Potenzial, das dann aber einfach fallen gelassen wird? Ich weiss jetzt noch nicht, wie ich mir das vorstellen soll.. irgendwie oldschool ohne Technik, fast schon historisch angemutet, aber mit Sportkleidung, Autos und so?
Die Magie fand ich spannend (es gibt vier verschiedene Magiezweige), aber auch hier hätte ich mir mehr gewünscht.

Nun gut, und darüber mal hinweggesehen?
Leider auch nein. Die Protas sind zwar cool, ich vergebe Pluspunkte dafür, dass es einfach zwei Charaktere sind, die offen damit umgehen, dass sie nicht bis Date Nr. 3 warten müssen, und obschon beide in Sachen Kommunikation noch etwas Übung brauchen, haben sie mir gefallen mit ihren Ecken und Kanten. Und auch, dass Alden mal ein Green Flag-Guy ist, hat mir gepasst. Grosses Plus für mich war, dass er sie nicht Kleines, Schätzchen oder sonstwie nennt.
ABER... gefühlstechnisch konnten mich die zwei nicht erreichen. Und auch die Freundschaften zu den Nebencharakteren blieben blass.

Und was ist mit "Dark Academia"?
Nun... dark ja. Academia... nicht so recht, bis auf den Schauplatz an der Academy. Aber mir hat hier der 'wissenschaftliche/Studienteil' gefehlt, so geht es in Band 1 auch noch nicht um das Studium an sich, sondern um (Aufnahme-)Prüfungen. Und die sind heftig. Die erste fand ich denn auch seeehr gelungen geschrieben (die hab ich richtig gefühlt). Aber die Restlichen konnten da nicht mithalten. Ausserdem - Fantasy hin oder her - eine Schule, die in Kauf nimmt, dass mehrere Anwärter bei den Prüfungen umkommen und sogar noch, dass sich diese Anwärter ausserhalb der Prüfungen eliminieren? Das will mir nicht in den Kopf..

Gemischte Gefühle also. Viel vorhandenes Potenzial, aber so richtig geliefert hat das Buch dann doch nicht...

3.5 Sterne

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