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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2018

Abgründe

Puppenmutter
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Die Puppenmutter sitzt in Zelle 13 einer psychiatrischen Einrichtung. Wer sie ist, erfährt man erst am Ende des Buches. Bis dahin gibt es jede Menge Hochspannung und überraschende Wendungen.
Tessa wird ...

Die Puppenmutter sitzt in Zelle 13 einer psychiatrischen Einrichtung. Wer sie ist, erfährt man erst am Ende des Buches. Bis dahin gibt es jede Menge Hochspannung und überraschende Wendungen.
Tessa wird in ihrem Haus Opfer eines brutalen Raubüberfalls. Am gleichen Tag wirft sich ihr Ehemann vor einen fahrenden Zug. Hängen beide Taten zusammen?
Tessa weiß nicht mehr, wem sie vertrauen kann. Alle wollen angeblich ihr bestes, aber irgendwie benehmen sich ihre Familie und ihre Freunde seltsam. Gleichzeitig hat sie das Gefühl, dass sie verfolgt wird und sich jemand heimlich in ihrem Haus aufhält.
Zwischen den Kapiteln aus Tessas und Amelies Perspektive finden sich Einschübe einer weiteren rätselhaften Stimme „zwischen den Zeilen“. Außerdem gibt es nummerierte Liebesbriefe an Tessa, die zunehmend bedrohlicher wirken und deren Verfasser ebenfalls unbekannt bleibt. Das alles sorgt dafür, dass sich die Spannung immer weiter in die Höhe schraubt. Tessas Angst und Einsamkeit ist greifbar. In Tessas Parts fühlt man sich, als würde man direkt in ihrem Kopf sitzen und ihren Gedanken folgen.
Der Leser tappt bis zum überraschenden Showdown im Dunkeln. Die Story ist ein fesselndes und raffiniertes Verwirrspiel, welches der Autorin wieder hervorragend gelungen ist. Man kann das Buch gar nicht zur Seite legen.
Die Charaktere zeigen zum Teil die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. Diesen Thriller werde ich nicht so schnell vergessen. Von mir eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 03.10.2018

Liebenswerter Geisterdackel

Tiergeister AG - Achtung, gruselig!
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Die Tiergeister AG besteht aus dem kleinen Rauhaardackel Arik, der Katze Tara, dem Hasen Honig, der übermütigen Wüstenspringmaus Chili und dem Chamäleon Plato. Alle leben nun nach ihrem Tod als Geister ...

Die Tiergeister AG besteht aus dem kleinen Rauhaardackel Arik, der Katze Tara, dem Hasen Honig, der übermütigen Wüstenspringmaus Chili und dem Chamäleon Plato. Alle leben nun nach ihrem Tod als Geister auf Spuk Ekelburg, einer Schule für Tiergeister bei Nacht und einer Menschenschule bei Tag. Unterrichtet werden sie von sehr strengen und alten Geisterlehrern, die ihnen die Künste des Erschreckens beibringen.
Arik ist noch nicht lang auf Spuk Ekelburg. Er vermisst seine Familie Jette und Tim. Eigentlich will er gar keine Kinder erschrecken, sondern viel lieber mit ihnen gemeinsam spielen. Aber das Zuhause der Tiergeister ist in Gefahr und die strengen Geisterlehrer wollen die Kinder ein für allemal von der Spuk Ekelburg vertreiben. Arik und seine Freunde müssen sich einen heimlichen Plan überlegen, wie das verhindert werden kann.
Die Idee mit den Haustieren, die als Geister auf der der Spuk Ekelburg herum spuken, ist mal was Neues. Der Tod eines Haustieres ist für Kinder ein ernstes Thema. In diesem Buch ist das Ganze aber kindgerecht und mit viel Phantasie umgesetzt. Es hat etwas Tröstliches, dass die Tierchen gemeinsam mit ihren Freunden tolle Abenteuer erleben können. Der Schreibstil liest sich sehr gut. Das Buch eignet sich zum Vorlesen und zum Selbstlesen für die kleine Leserschaft. Die vielen Namen und Figuren sind manchmal etwas verwirrend, aber die Geschichte ist schön verständlich und unterhaltsam. Die Kinder werden nicht überfordert und das positive Ende ist schön. Die Story ist auch nicht zu gruselig, trotz der Geisterfiguren.
Mir haben besonders die zauberhaften Illustrationen gefallen. Der kleine Dackel auf dem Cover hat sofort unser Herz erobert. Auch im Buch finden sich immer wieder niedliche Bilder, die sich perfekt in die Geschichte einfügen.
Uns hat das Kinderbuch großen Spaß gemacht. Gerade jetzt im Hinblick auf Halloween können wir die Tiergeister AG wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 29.09.2018

Beeindruckende Biografie

Befreit
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Tara Westover ist in einer streng mormonischen Familie aufgewachsen. Sie ist das jüngste von sieben Geschwistern und hat nie eine Schule besucht. Ihre Kindheit verbringt sie hauptsächlich auf dem Schrottplatz ...

Tara Westover ist in einer streng mormonischen Familie aufgewachsen. Sie ist das jüngste von sieben Geschwistern und hat nie eine Schule besucht. Ihre Kindheit verbringt sie hauptsächlich auf dem Schrottplatz ihres Vaters, wo der Unterhalt für die ganze Familie verdient wird. Ihre Mutter ist illegal als Hebamme und Heilerin tätig. Ihre Eltern misstrauen nicht nur der Regierung und dem Schulsystem, sondern auch Ärzten und fast allen Menschen, die nicht nach ihren strengen religiösen Maßstäben leben. Ihr Vater ist überzeugt vom baldigen Ende der Welt und bereitet sich bereits mit entsprechenden Maßnahmen vor. Je älter Tara wird, desto mehr stellt sie für sich diese abgeschottete Lebensweise in Frage. Nach und nach verlassen ihre Geschwister den elterlichen Schrottplatz und bald steht auch für sie die Frage im Raum, wie ihr zukünftiges Leben aussehen soll.
Die Lebensgeschichte von Tara Westover hat mich sehr beeindruckt. Man kann sich gar nicht wirklich vorstellen, unter welchen Umständen sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat.
Sie besitzt einen unbändigen Wissensdurst und ist trotz aller Rückschläge immer auf der Suche nach Antworten und einem für sie sinnstiftenden Leben. Schonungslos zeigt sie auch die Tiefpunkte und ihre Verzweiflung, denn zwischen den beiden unterschiedlichen Welten wirkt sie oft verloren. Sie fühlt sich sowohl bei ihrer Familie als auch am College und später an der Universität nicht richtig zugehörig und deplatziert. Zu ihrem Glück gerät sie an die richtigen Menschen, die ihr Hilfe und Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben bieten. Ihr Weg aus der inneren Abhängigkeit von den seit ihrer frühesten Kindheit eingetrichterten Prinzipien ist steinig und schwer. Zum Glück hat sie nicht aufgegeben und inzwischen wahnsinnig viel erreicht, auf das sie sehr stolz sein kann.
Ich war selten so gefesselt und beeindruckt von einer Biografie und kann sie nur jedem weiterempfehlen!

Veröffentlicht am 18.08.2018

Spannender Auftakt

Heute wirst du sterben - The Teacher
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Der Direktor einer angesehenen Privatschule in Exeter nimmt sich offenbar freiwillig das Leben. Seine hoch angesehenen Freunde aus früheren Tagen verschwinden einer nach dem anderen unter mysteriösen Umständen ...

Der Direktor einer angesehenen Privatschule in Exeter nimmt sich offenbar freiwillig das Leben. Seine hoch angesehenen Freunde aus früheren Tagen verschwinden einer nach dem anderen unter mysteriösen Umständen oder sie werden brutal ermordet aufgefunden. Teilweise mussten sie mittelalterliche Foltermethoden über sich ergehen lassen. Welcher grausame Mörder zieht hier seine blutige Schneise durch die englische Oberschicht?
Der in Ungnade gefallene DS Aidan Miles und die ebenfalls karrieretechnisch angeschlagene DS Imogen Grey geraten über einen anderen Fall eher zufällig in die Ermittlungen. Doch sie erkennen Zusammenhänge, die bisher niemandem aufgefallen waren und es stellt sich die Frage, von welcher Seite die größere Gefahr droht.
Dieses Buch ist der Auftakt für die beiden Ermittler Miles und Grey. Mir hat das ungleiche Team auf Anhieb sehr gut gefallen. Beide tragen ihren Ballast aus der Vergangenheit mit sich herum, aber sie haben ein sehr gutes Gespür für Details. Trotz ihrer Unterschiede ergänzen sich die Charaktere perfekt.
Die Figuren im Buch sind alle ziemlich ambivalent. Jeder trägt helle und dunkle Seiten in sich. Es wird gezeigt, dass in Extremsituationen niemand vor fatalen Entscheidungen gefeit ist.
Der fesselnde Schreibstil von Katerina Diamond hält die Spannungskurve bis zum Schluss auf sehr hohem Niveau. Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen und die Bezeichnung „Pageturner“ ist nicht übertrieben.
Eingeschobene Rückblicke erhöhen die Spannung noch zusätzlich und spinnen die Handlungsfäden, die sich im Finale zusammenfinden. Da die Morde doch sehr explizit und bildhaft beschrieben werden, sollte man nicht allzu zart besaitet sein.
Der Autorin ist ein hochspannender Krimi über Schuld und Sühne gelungen, der den Leser manchmal sprachlos macht. Es werden keine einfachen Antworten geliefert. Jeder muss sich selbst sein Urteil bilden.
Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Fälle mit Grey und Miles.
Klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Figuren
  • Spannung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 18.08.2018

Sehr alltagstauglich

Kuchen backen mit Christina
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„Kuchen backen mit Christina“ ist das zweite Buch von Christina Bauer. In diesem Backbuch soll gezeigt werden, wie schnell und unkompliziert leckere Torten, Rouladen oder Blechkuchen auf dem Tisch stehen ...

„Kuchen backen mit Christina“ ist das zweite Buch von Christina Bauer. In diesem Backbuch soll gezeigt werden, wie schnell und unkompliziert leckere Torten, Rouladen oder Blechkuchen auf dem Tisch stehen können.
In dieser Hinsicht hat mich das Buch voll überzeugt. Die Rezepte sind herrlich einfach und absolut familientauglich.
Die Gestaltung des Buches ist liebevoll und übersichtlich. Die Fotos sind sehr schön und machen sofort Appetit. Die Rezepte sind nach den Rubriken Blechkuchen, Gugelhupf, Torten und Rouladen geordnet. Das macht die Suche nach dem passenden Kuchen einfach.
Die Zutatenlisten sind überschaubar. Die Arbeitsschritte sind verständlich und auch für Backanfänger nachvollziehbar erläutert. Zusätzlich werden am Anfang des Buches einige hilfreiche Basics ausführlich erklärt. Die Zubereitungszeiten sind alle im machbaren Bereich. Man muss tatsächlich nicht stundenlang in der Küche stehen, um einen leckeren Kuchen auf die Kaffeetafel zu zaubern.
Die Rezepte sind vielfältig und es dürfte sicher für jeden Geschmack etwas dabei sein.
Ich war sehr glücklich über das tolle Rezept für einen Gugelhupf, in dem man übriggebliebene Eiklar „verbacken“ kann. Nach einer solchen leckeren Alternative zu Baiser hatte ich schon ewig gesucht.
Ich bin von diesem Backbuch begeistert, da es mit seinen unkomplizierten und doch Eindruck machenden Rezepten genau zu unserem Familienalltag passt.