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Sioux

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Veröffentlicht am 04.10.2018

Nicht meins

Throne of Truth
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Nach dem fiesen Ende des ersten Teils, musste es jetzt auch noch der zweite sein. Obwohl mir schon der nicht so gut gefallen hat. 

Klappentext:

Zwei Jahre
seit Penn Everett sich auf die Suche nach einer ...

Nach dem fiesen Ende des ersten Teils, musste es jetzt auch noch der zweite sein. Obwohl mir schon der nicht so gut gefallen hat. 

Klappentext:

Zwei Jahre
seit Penn Everett sich auf die Suche nach einer Fremden machte, an die er in einer schicksalhaften Nacht sein Herz verlor.

Zwei Tage
seit er den Lügen, die sein Überleben sicherten, abgeschworen und sich entschieden hat, ihr die Wahrheit zu sagen. Doch es ist zu spät.

Zwei Stunden
sie zu finden und zu retten, während sie noch immer an seine Lügen glaubt.

Zwei Minuten
Um den Hass aus ihren Augen zu vertreiben und sie in seine Seele und sein Herz schauen zu lassen. Egal, wie sehr es schmerzt.

Zwei Sekunden
bis sie begreift, wer er wirklich ist.

Zwei Atemzüge
um aus der Tür zu stürmen.

Zwei Herzschläge
und alles ist vorbei ...

Cover: Das finde ich wirklich schön. Es passt super zum Cover!

Zum Schreibstil: Wie ich es schon vom ersten Teil gewöhnt bin, war es leicht und flüssig zu lesen. 

Zu den Charakteren:

Aufgrund der Grundlage, die durch den ersten Band entstand, konnte ich sowohl Elle, als auch Penn besser verstehen. Dazu hat auch der Perspektivwechsel beigetragen. Endlich erfährt man auch etwas mehr über Penn, dadurch, dass er selbst einen Teil der Geschichte erzählt. Allerdings waren beide für mich dennoch Charaktere, die nicht unbedingt sinnvoll, bzw. aus tiefgehenden Gründen handeln. Stattdessen bleibt Elle hier leider fast durchgängig die, die alles verzeiht, naiv bleibt und Penn, aus welchen Gründen auch immer, liebt. Die Vergangenheit mit dem Namenlosen war für mich einfach nicht so gut eingebunden, dass es verständlicher wurde.

Penn war wesentlich besser zu verstehen, als ich vorherigen Band. Trotzdem geht es immer wieder auf und ab. Am Ende konnte ich ihn leider nicht so sehen, wie Elle ihn sieht. Dafür haben mir auch einfach ein paar persönliche, alltägliche Informationen gefehlt. Die Charaktere identifizieren sich hier vielleicht ein bisschen zu sehr durch die Vergangenheit und diese einmalige vergangene Situation.

Zudem kamen mir die anderen Charaktere, wie Elles Vater einfach zu kurz. Das ganze wurde sehr einfach gehalten. 

Zu der Geschichte:

Der Cliffhänger im letzten band hat mich verlockt weiterzulesen. Es versprach einfach spannend zu werden. Allerdings wurde der spannende Teil dann sehr kurz gehalten. Danach geht viele viele Seiten über darum ein Problem zu lösen (will nicht spoilern). Das war zwar einigermaßen interessant und man merkte erstmals eine Entwicklung in der Beziehung zwischen Penn und Elle, aber leider war es auch oft etwas langatmig. 

Auch in der Geschichte ging es immer mal wieder Auf und Ab. Es gab einige Szenen, die ich wirklich gut gelungen fand, andere wiederum blieben dann etwas inhaltslos und am Ende hat es mich leider gestört, dass die Beziehung von den beiden noch immer so aufs Körperliche fokussiert wurde. Schade. Man hätte da vielleicht mehr draus machen können.

Fazit:

Mir hat dieser zweite Teil besser gefallen als der Erste. Trotzdem ist es keine Geschichte, die ich in Erinnerung behalten werden. Dafür war sie einfach nicht bewegend genug und war dazu leider etwas langatmig. Wenn der Cliffhänger im ersten Teil nicht dagewesen wäre, hätte ich es nicht gelesen. Aber auch so, hätte man es gut weglassen können, da die Handlung dann doch sehr schnell, sehr durchschaubar war.

3 von 5 Sterne von mir. 

Vielen Dank an Netgalley.de und den LYX-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße

Veröffentlicht am 06.09.2018

Der Anfang war gut...

Crown of Lies
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Klappentext:

Sie ist jung, sie ist reich, sie ist mächtig - doch sie lebt in einem goldenen Käfig und kennt keine Freiheit und keine Liebe

Drei Jahre
zuvor brach Noelle Charlston aus ihrem goldenen ...

Klappentext:

Sie ist jung, sie ist reich, sie ist mächtig - doch sie lebt in einem goldenen Käfig und kennt keine Freiheit und keine Liebe

Drei Jahre
zuvor brach Noelle Charlston aus ihrem goldenen Käfig aus, tanzte in New Yorks Straßen und verlor beinah ihr Leben. Bis ein unbekannter Fremder auftauchte und die reiche Kaufhauserbin rettete.

Drei Tage
seit sie Penn Everett ihren Drink ins Gesicht schüttete und sich in seinen Armen wiederfand - seine verführerische Stimme im Ohr, die ihr ein unwiderstehliches Angebot machte.

Drei Stunden,
um ihn hassen zu lernen, da er so viele Dinge vor ihr verbirgt. Der geheimnisvolle Geschäftsmann kann unmöglich ihr Retter von damals sein - und doch fühlt sich jede Berührung unendlich vertraut an.

Drei Minuten,
um ihm hoffnungslos zu verfallen. Und es gibt nichts, was Noelle mehr begehrt als diesen Mann.

Drei Sekunden,
um mit seinen Lügen ihr Herz zu stehlen und ihr Hoffnung, Vertrauen und Liebe einzuflößen.

Drei Atemzüge,
um sie mit der Wahrheit zu zerstören.

Schreibstil:

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm. Das Buch las sich flüssig und hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen.

Zur Geschichte:

Die Geschichte wird aus Noelles, kurz Elles, Perspektive erzählt. Anfangs fing es sehr gut an. Ich war unheimlich begeistert und die Hoffnung, dass es nochmal wieder so gut wird, blieb die ganze Zeit. So war es wohl mit ein Grund, weswegen ich weitergelesen habe, obwohl es nach dem zweiten Zeitsprung stark abnahm.

Die Beschreibungen von Elles Welt in dem "goldenen Käfig" fand ich sehr gut. Ich konnte mich anfangs so sehr gut in sie einfühlen und sie war mir auf Anhieb sympathisch. Weiter fand ich die Szenen mit dem "Namenlosen" sehr schön. Ihre Gefühle waren für mich gut nachvollziehbar und auch noch die Gedanken danach, drei Jahre später. Die erste große Liebe vergisst man schließlich nicht so schnell. Vor allem dann nicht, wenn man so wenig andere Kerle kennen lernt, wie Elle. Nach und nach wurde es mir dann mit den Erinnerungen doch ein wenig zu viel. Ich hatte gedacht, sobald Penn auf der Spielfläche auftaucht, konzentriert sie sich auf ihn. Das geschieht allerdings nicht und so wurden ihre Gedankengänge für mich zunehmend wirrer. Immer wieder führen sie den Leser auf Irrwege.

Wenn wir schon bei Penn sind: Hier fehlte mir auch etwas Verständnis. Elle ist in ihren Entscheidungen nicht gerade konsequent und dies betraf auch Penn. Er war mir gleich unsympathisch und ich dachte eigentlich, damit wäre es jetzt gegessen gewesen. Allerdings springt Elle auf seine abweisende Haltung, seine Arroganz und sein gutes Aussehen an. Irgendwo konnte ich das noch verstehen. Das Verbotene wirkt auf jemanden so Unschuldigen wie Elle bestimmt nochmal eine besondere Anziehung aus. Andererseits ging es bald aber leider nur noch um Sex und ich konnte keinerlei Gründe finden, Penn andere Gefühle entgegen zu bringen. Woher Elle die nahm... keine Ahnung. Da geht es dann auch einfach zu viel hin und her.

Danach wird es jedoch immer wieder nicht nachvollziehbar. Egal was Penn macht: Elle gibt nach, auch wenn es erst nicht so scheint. Da wurde ich als Leser wirklich sehr oft aus der Geschichte geworfen.

Trotzdem war es spannend, denn ich wollte wissen, ob in Penn noch mehr schlummert. Ich war da zwar nicht ganz bei Elles Gedanken, der Namenslose war für mich eigentlich schon längst Vergangenheit, aber er wurde zunehmend geheimnisvoller. Auch die Entwicklung der Beziehung zu ihrem Vater und Greg fand ich durchaus gelungen.

Fazit:

Anfangs sehr begeistert, nahm meine Begeisterung mehr und mehr ab. Einzig die Spannung, die durchaus erhalten wurde, hat mich an dem Buch festhalten lassen. Der Cliffhänger am Ende hat die Geschichte jetzt sehr unbefriedigend werden lassen. Tatsächlich habe ich bis zuletzt gedacht, es löse sich noch irgendwie auf. Ich muss einfach wissen, wie es weiter geht. Und ganz vielleicht wird der nächste Band ja besser:)

3 von 5 Sterne von mir.

Vielen Dank an den LYX Verlag für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße

Veröffentlicht am 25.06.2018

Geschichte etwas umverlagert

After Work
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Zum Inhalt:

Lexia Vikander. Klug, kreativ, attraktiv, aber nicht dem heutigen Schlankheitswahn entsprechend, trifft eines Abends auf Adam Nylund. Es funkt mächtig zwischen den Beiden an diesem einen Abend ...

Zum Inhalt:

Lexia Vikander. Klug, kreativ, attraktiv, aber nicht dem heutigen Schlankheitswahn entsprechend, trifft eines Abends auf Adam Nylund. Es funkt mächtig zwischen den Beiden an diesem einen Abend in der Bar. Weit weg von ihrem sonstigen Leben. Aber was passiert, wenn ihre Leben auf einmal kollidieren. Was machst du, wenn der heiße Typ aus der Bar am nächsten Tag wieder vor dir steht: Als dein Chef.

Zum Buch:

Der Schreibstil war flüssig und komplex. Leicht genug für eine Liebesgeschichte, aber eben nicht nur so dahin geschrieben. 

Das Cover fand ich sehr schön. Der Titel passt auf jeden Fall dazu und ich habe ihn auch im Buch wiedergefunden. Einzig, dass die Frau auf dem Cover Lexia so gar nicht ähnelte hat mich etwas geärgert. In dem Buch wird nämlich eigentlich anderes gepredigt. Es geht eben darum, dass nicht überall die "typische" Frau abgebildet wird. So war ich hier auf jeden Fall verwirrt.

Lexia fand ich als Charakter sehr schön. Immer wieder bemerkt man als Leser, was für eine starke, faire und liebevolle Frau man da vor sich hat. Sie passt zudem von der Beschreibung her sehr gut in den Kontext des Buches (u.a. Body Positivity). Sie macht sich meiner Meinung nach sehr sinnvolle Gedanken zu ihrem Körper (was heißt hier sinnvoll, aber sie sind nachempfindbar und auf jeden Fall realistisch). Diese Gedanken sind irgendwie eben immer da und ich finde, dass sie da ganz gut mit umgeht und sich in diesem Punkt während des Buches auch gut entwickelt. So rückt die Figur bei ihr immer mehr in den Hintergrund, wird aber nie ganz vergessen. 

Eine Wandlung findet man auch in den anderen Charakteren. Adam wird nie als besonder gut aussehend beschrieben. Stattdessen hat er Charakter und eine gute Ausstrahlung. So fand ich ihn als Gegenstück zu Lexia ganz schön. Bei ihm ist es allerdings so, dass er sich wirklich erst weiterentwickeln musste, bevor ich ihn schätzen gelernt habe. Zu Anfang war er mir wirklich zu zweifelnd und zu wenig generell. Es kommt eben nicht nur darauf an, dass eine Figur selbstbewusst auftritt und zum Schwarm wird. Gegen Ende hin fand ich ihn wesentlich besser und fand auch seine Vergangenheit ganz gut in die Geschichte eingebunden, allerdings hat er mir bis zuletzt immer noch zu viel gezweifelt. Da fehlte mir einfach manchmal etwas "Mannsein". (Das soll jetzt nicht sexistisch sein, aber er kommt mir einfach stellenweise eigentlich zu schwach für Lexia vor). 

In dem Buch fanden sich viele sehr wichtige und gut ausgearbeitete Themen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind bzw. sein sollten. Darunter zum Beispiel: Body Positivity, Homosexualität und Sexismus am Arbeitsplatz. Alles wurde immer wieder aufgenommen und geriet dadurch nie in Vergessenheit, was ich sehr schön fand. Gerade das Ende hat nochmal vieles davon verdeutlicht und so ist die Message, die das Buch aussagen will, in den Vordergrund gerückt. Das wirkte mir für speziell für dieses Buch sehr passend. 

Was ich nicht so gut fand, war, dass der Geschichte zwischendurch immer mal etwas Pepp fehlte. Eigentlich gibt es genug Gegenspieler und auch genug Inhalt um die Beziehung zwischen Adam und Lexia quasi zu verlangsamen, wären sie etwas früher zusammen gekommen. Leider zögern alle Charakter jedoch sehr viel und es plätschert immer wieder nur so dahin. Das war mir einfach stellenweise etwas zu lang hinausgezögert. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Autorin so viele Themen aufnehmen wollte, dass sie dadurch die Liebesgeschichte etwas in den Hintergrund gerückt hat. 

Fazit:
Ein gutes Buch mit einer vielschichtigen Message, die gut dargestellt wurde. Die Charaktere sind sehr liebenswert. Für mich persönlich hat der Geschichte aber etwas Pep gefehlt. Dadurch wurde ihr etwas Spannung genommen und die Liebesgeschichte geriet in den Hintergrund. Vielleicht also nicht unbedingt ein Buch, dass ich wegen seiner Love-Story empfehlen würde. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Figuren
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.09.2025

Ein seeeeehr langes Buch

Katabasis
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3,
lang ersehnt und jetzt endlich gelesen. Zugegeben: das lag aber wohl eher an unserem Buchclub. Nachdem wir „Yellowface“ von der Autorin gelesen haben, wollten wir unbedingt auch „Katabasis“ lesen. Angezogen von dem so ganz anderen Genre und der speziellen Thematik. Was dabei rausgekommen ist, lest ihr jetzt:

Schreibstil:
Rebecca F. Kuang schreibt ein wenig wie eine Akademikern, die Prosa verfasst. Vermutlich, weil genau das der Fall ist. Ich muss immer noch schmunzeln, wenn ich an mein Studium und das Feedback der Dozent:innen denke, die zu mir genau das Gegenteil gesagt haben. Hier jedenfalls ist es so, dass der Text voller Fachwörter und belegender Beispiele ist. Dadurch kommt man in einen Leseflow, der einen ziemlich fordert und teilweise auch etwas ermüdend sein kann. Ich fand es ganz spannend so zu lesen, zumal ich eben auch viel akademische Literatur an der Uni gelesen habe. Ich kann mir aber vorstellen, dass es nicht für alle etwas ist. Zumal die Belege die Story auch ziemlich in die Länge ziehen und man vielleicht nicht allem folgen kann, weil man selbst noch nie von den vielen Namen, Wissenschaftler:innen und Theorien gehört hat. Das war selbst bei mir so und ich war eigentlich froh, dass mein Gehirn endlich mal wieder gefordert wurde:) Ganz ganz ganz vielleicht fühlte es sich an solchen Stellen so an, als wolle die Autorin unbedingt diese ganzen Infos in das Buch einbringen, um zu zeigen, was sie kann, wie viel sie recherchiert hat und wie alles irgendwie zusammenkommt – für mich persönlich hätte sie da aber einfach ein paar Seiten zugunsten der Storyline und des Spannungsbogens streichen können.

Zur Geschichte allgemein:
Der Einstieg ins Buch erfolgt sehr flott – es gibt praktisch keine Einleitung, stattdessen geht’s direkt rein in die Hölle und los mit der Handlung. Welche Motive hinter den Handlungen stecken, wie die Beziehungen zwischen den Protagonist:innen sind, das ist alles erstmal nur angedeutet und sorgte bei gleich dafür, zahlreiche Vermutungen anzustellen.

Vorrangig wird aus der Perspektive von Alice erzählt, die zugegebenermaßen nicht ganz sympathisch wirkt. Sie hat nichts, womit man sich selbst identifizieren kann. Stattdessen ist sie versessen auf ihre Forschung und darauf, die Beste in ihrem Fachbereich zu sein. Sie hat keine freundschaftlichen Beziehungen zu anderen, keine Hobbys – es gibt nur sie und die Magie, die hier im Buch aber wohl eher eine Wissenschaft ist. Der Einzige, den sie etwas näher zu kennen und der sie zu interessieren scheint, ist Peter. Den mag sie aber zu Anfang des Buches so gar nicht mehr. Wieso erfährt man erst später.
Im Handlungsverlauf ist Alice vor allem deshalb schwer, weil sie sich sehr treu bleibt. Sie bleibt engstirnig und lässt sich keine neuen Perspektiven zeigen, stattdessen verteidigt sie ihren Doktorvater und baut ihre ganze Welt um ihn herum auf. Das war einige Passagen lang sehr schwer nachzuvollziehen, weil die anderen Figuren im Buch es auch nicht konnten und man immer mehr über Alice erfährt, was eigentlich für eine Lossprechung sprechen würde. Dazu kommt, dass Alice alles andere als feministisch eingestellt ist. Bei einigen Aussagen ihrerseits musste ich schwer schlucken, allerdings muss man diese auch einzuordnen wissen. Das Buch spielt nämlich in den 80er Jahren wie ich vermute und Frauen an Universitäten und überhaupt in Positionen, die prestigeträchtig sind, müssen sich gerade erst einmal etablieren. Und hart dafür kämpfen. An Alice merkt man sehr gut, wie kämpfen in ihrem Umfeld aussieht und so kann man einiges dann auch besser verstehen, wenn man weiß, wie hart sie es dort wirklich hat. Das war etwas, was ich wirklich gut gemacht fand von der Autorin: diese tiefe Verwurzelung in Alice, möglichst mannesgleich zu sein, um mithalten zu dürfen und dann zu versuchen, noch weiter zu kommen. Historisch gesehen also mehr als nachvollziehbar.

Peter zeigt genau die Gegenseite: er ist ein Mann, dazu noch sehr intelligent, alles scheint ihm nur so in den Schoß zu fallen. Seine Eltern fördern ihn, seine Dozent:innen sowieso und besonders viel Mühe muss er sich für die meisten Sachen nicht geben. So könnte man denken, er sei eingebildet und würde Alice ähnlich behandeln wie die anderen Männer in diesem Buch. Tatsächlich aber, geht es ihm wirklich nur um die Leistung bzw. die Denkanstöße und Theorien. Er schätzt Alice für ihre andere Art zu denken und gibt damit ganz unwissentlich zu, dass andere Perspektiven eben genau die Denkanstöße geben, die es braucht, um voran zu kommen. Gerade in der Forschung.
Peter ist somit sehr viel sympathischer. Er wirkt nicht so erfolgsversessen, sondern eher verliebt in das, was er tut. UND er gesteht und Leser:innen und Alice auch seine verletzliche Seite. Die Seite, die er den meisten Menschen vorenthält und die ihn umso vielschichtiger macht.

Ich fand ihn somit als Partner für Alice absolut passend. Die beiden sind immer wieder aneinander geraten, haben sich aber auch gegenseitig unterstützt und ergaben zusammen ein Team, das unbesiegbar schien. Nur brauchten sie ein wenig, um das zu verstehen. Am Anfang ist es nämlich so, dass Ungesagtes zwischen ihnen steht, dann werden sie zu ehrlich und dann… kommt der Handlungsverlauf mit etwas völlig Unerwartetem daher. Ich kann dazu nur sagen: wer hier neben allem anderen eine Lovestory zum Schwärmen erwartet, der wird enttäuscht sein. Hier geht es mehr um die ungesagten Worte und die gemeinsame Liebe zur Magie, die die beiden einfach so sehr zusammenschweißt, dass sie den größeren Platz einnimmt. Mehr darf ich leider nicht sagen, sonst spoilere ich.

Die Story an sich spielt komplett in der Hölle. Es ist quasi ein Reiseroman, denn das Ziel wird gleich zu Anfang abgesteckt, der Weg dorthin nimmt aber die komplette Handlung der sechshundert Seiten ein. Auf der Suche nach Professor Grimes müssen die beiden durch acht Höfe der Sünden. Einer schwieriger als der andere zu bewältigen. Was anfangs noch sehr detailliert beginnt, wird zum Ende hin immer gröber beschrieben. Stattdessen werden die Einschübe aus der Vergangenheit und Erklärungen zu Theorien und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Alice kennt und nutzt immer mehr. Denn noch etwas muss man zu diesem Buch wissen: Magie ist hier nicht als das zu verstehen, wie es Merlin oder Bonnie aus Vampire Dairies praktizieren. Stattdessen geht es um Logik und Paradoxa. Quasi um das Austricksen der gegebenen Welt. Und das erklärt Alice gerne mit Beispielen und Belegen. Die ersten Male habe ich diese noch sehr gewissenhaft gelesen und mich bemüht, alles zu verstehen. Nach und nach merkt man aber einfach, dass diese Erklärungen nicht wirklich handlungstragend sind, weshalb ich dazu geneigt war, sie einfach zu überfliegen. Denn sie machen einen großen Teil der Erzählung aus. Und genau das ist glaube ich mein größter Kritikpunkt an diesem Buch: zu viel sehr wissenschaftlich formuliertes Fachwissen zur unter anderem der Höllenmythologie, das bestimmt nicht jeder Leser oder jede Leserin beim ersten Lesen versteht. Weil man mit den Namen nichts anfangen, die Verweise teilweise nicht nachvollziehen und die Notwendigkeit für die Geschichte nicht erkennen kann. Da hätte ich mir einfach gewünscht, dass die acht Höfe mehr als Challenge aufgebaut worden wären oder es (da es ja eigentlich kein Buch ist, dass solche Spannung aufbauen soll) zumindest eine andere direkte Anwendung dieser Theorien und Magiebeispiele gegeben hätte.
Gut war aber auf jeden Fall, dass die Beschreibungen der Hölle trotz dieser vielen „Insiderinfos“ so offen blieb, dass man zwar Orientierung hatte, sich vieles aber noch selbst hinzudenken konnte. Das fand ich gerade deshalb so gut, weil die Hölle eben genau das ist: kein festgelegt beschriebener Ort. Und genau das zeigt auch diese Story, weil sie die Hölle so sehr auf Alice und Peter zuschneidet, dass sie persönlich hier so gefordert werden. Bei mir zum Beispiel würde die Hölle wohl mit anderen Herausforderungen daherkommen.

Ansonsten arbeitet die Autorin in diesem Buch mit einem wilden Mix aus Figuren, die alle eine bestimmte Funktion haben und Peter und Alice, genau wie die Gegebenheiten der Hölle an sich, dazu zwingen, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Man könnte die Story als auch anders beschreiben meiner Meinung nach: nicht als Reise durch die Hölle, sondern als Reise zu sich selbst. Und im Prinzip ist das auch das, was die Autorin durch die anderen Figuren und die Höfe an sich sowie durch die von ihr ausgewählte Darstellung von Himmel und Hölle vermittelt: es geht darum, ehrlich zu sich selbst zu sein. Und genau darauf baut dann auch das Ende auf. Was ist wichtig? Was will ich vom Leben? Welche Opfer bin ich bereit, zu geben? Was macht mich glücklich? Das Ende fand ich so nochmal wieder ganz gut. Ich konnte bis zuletzt nicht erahnen, wie es zu enden würde und war so auf den letzten Seiten endlich mal wieder gespannt darauf, was kommen würde.

Fazit:
Katabasis ist ein Buch, das Personen, die sich mit Theoriewissen zur Höllenmythologie, Philosophie und Logik, wahrscheinlich sehr erquicken wird. Für uns andere ist es aber teilweise einfach echt schwierig, alles nachzuvollziehen. Das ist einfach ein wenig zu viel Fachwissen Teil der Erzählung geworden. Besonders im Mittelteil war das Buch ziemlich zäh und ich hätte mir oft gewünscht, es wäre kürzer. Alice und Peter sind interessante Charaktere, die einem aber auch einiges abverlangen. Gerade Alice, die ich nicht so recht sympathisch finden konnte. Das Ende hat nochmal einiges wieder gut gemacht, aber am Ende bleibt die Frage: Wäre es vielleicht besser gewesen, die ganze Story ein wenig leser:innenfreundlich zu gestalten?

2,5 von 5 Sterne gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 18.06.2024

Konnte mich nicht überzeugen

Der Vertraute
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Schreibstil:
Ich habe schon Bücher der Autorin gelesen und doch war es hier nochmal eine ganz andere Erfahrung. Zwar ließ sich alles flüssig lesen und ich mochte den düsteren Charakter, den die Erzählung ...

Schreibstil:
Ich habe schon Bücher der Autorin gelesen und doch war es hier nochmal eine ganz andere Erfahrung. Zwar ließ sich alles flüssig lesen und ich mochte den düsteren Charakter, den die Erzählung hatte, aber im Vergleich zu den anderen Büchern konnte ich hier vieles nicht richtig greifen. Der eher sachliche, ruhige Schreibstil hat dies nicht positiv beeinflusst, sondern mich über lange Strecken im Nichts gehalten. Das fand ich sehr schade. Dazu kam, dass die Mundart nicht zu dem Zeitalter passte. Das hätte ich für so ein historisches Setting authentischer gefunden.

Zur Geschichte allgemein:
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ohne Erwartungen an die Story gegangen bin und dann überrascht war, wie schwer es mir gefallen ist, in die Geschichte einzusteigen. Es sind erst einmal unheimlich viele Namen, die sich teilweise auch noch sehr ähnlich klingen, eine Protagonistin, die sich durch nichts besonders auszeichnet und ein Setting, dass zwar historisch interessant ist, aber nicht besonders ausgeschmückt wird. So habe ich sage und schreibe 200 Seiten gebraucht, um das erste Mal den „Sog der Geschichte“ zu spüren. Davor war es ein dahinplätschern.
Aber von Anfang an: Lucia ist eine Bedienstete in einem Herrenhaus in Spanien im 15. Jahrhundert. Sie wird als hässlich, dumm und einfältig dargestellt und es wird zudem noch herausgestellt, dass sie Jüdin ist. Da wir vornehmlich aus ihrer Perspektive lesen, konnte man aber nichts davon so richtig fassen. Sie wirkte nie dumm, dafür aber sehr verschwiegen den Leser:innen gegenüber. Ich konnte sie überhaupt nicht einschätzen und war auch nicht wirklich neugierig darauf, etwas zu erfahren, weil keine Andeutungen auf ein „Mehr“ gegeben waren.
Neben Lucia treten dann noch viel mehr Figuren auf, die alle mehr oder minder wichtig für die Geschichte sind. Es ist anfangs wirklich schwer, alle richtig einzuordnen, weil einige auch erwähnt werden und dann erst dreihundert Seiten später das nächste Mal auftauchen. Es war also eigentlich ein großes Durcheinander, in dem niemand so richtig interessant und fassbar war. Dazu kommt, dass es viele Perspektivwechsel gibt, die genau die Stimmen, dieser scheinbar unwichtigen Personen aufnehmen und uns ihre Seite der Geschichte erleben lassen.
Zum Glück wird dieses Wirrwarr mit der Zeit immer besser verständlich. Wie gesagt, nach ungefähr zweihundert Seiten steigt man langsam durch die Bedeutung all dessen und kann sich erstmals auf den Handlungsverlauf konzentrieren. Mir persönlich war diese „Einführungszeit“ so aber zu lang.

Besonders stechen ab dann Lucia als Hauptprotagonistin und Santangel, der Vertraute, hervor. Lucia selbst entwickelt sich rasant, nimmt uns aber nicht unbedingt mit in diesem Prozess. Sie wirkt Magie, bekommt auf einmal eine Schlüsselposition in der Geschichte, in der alle um sie herumschwirren, und deutet mehr und mehr an, dass sie mit viel Berechnung handelt. Diese Entwicklung an sich fand ich gut. Man hat endlich etwas gespürt: ihren unbedingten Willen, Freiheit zu erlangen. An diesem Ziel arbeitet sie konkret und beweist mehr und mehr, was sie dafür zu opfern bereit ist. Was ich nur schade fand war, dass man trotz allem keinen richtigen Zugang zu ihr bekam und vieles nur über sie las, ohne es ungesagt zu erkennen. Lucia wirkt, als stünde sie über der Handlung und hätte kein Interesse daran, uns Leser:innen daran teilhaben zu lassen. Das sorgt nicht unbedingt dafür, dass man sie sympathisch findet. Was dagegen ein wenig mein Herz erwärmt hat, war ihre Liebe für Santangel, die erst mit der Zeit entsteht, aber so ziemlich die einzige Konstante in der Geschichte ist, die einen mitfiebern lässt.
Santangel an sich ist wohl das Spannendste an der Geschichte. Er ist ein Vertrauter, vielleicht englisch ein familiar, jemand, der Magie kanalisiert und unterstützend zur Seite steht. Wem er zur Seite steht, ist der große Knackpunkt der Geschichte. Er verbirgt aber noch viel mehr Geheimisse und Sehnsüchte, die in der Beziehung zu Lucia ganz langsam und teilweise auch auf metaphorischer Ebene ans Licht kommen. Das fand ich tatsächlich ganz gut gemacht. Ein Slow Burn, wie man ihn sich passend für diese Zeit vorstellt und der sehr gut zur Szenerie und der allgemeinen Stimmung passte. So war die Beziehung der beiden für mich als einziges gut fassbar und hat mich gut unterhalten. Schade war in diesem ganze Konstrukt nur, dass der Begriff des Vertrauten nicht richtig erklärt wurde und nur auf vorausgesetztem Wissen fußte.

Das ist wohl auch das Grundproblem des ganzen Settings. Statt dass uns der historische Kontext erklärt wird und vielleicht auch eine Rolle spielt, bleibt es komplett im Hintergrund und nimmt quasi gar keinen Einfluss auf die Handlung. Auch fehlen sämtliche Beschreibungen zum Setting. So spielt alles vorrangig in den dunklen Häusern der Herrenhäuser und wenig an irgendeinem erkennbar historischen Ort. Das fand ich wirklich schade, weil man schon das Gefühl hatte, man würde den historischen Hintergrund komplett außer Acht lassen und befände sich in einem Fantasiekonstrukt abseits der wirklichen (intradiegetischen) Welt.
Einzig Lucias Zugehörigkeit zur jüdischen Konfession schien in Bezug auf den historischen Kontext nehmen zu wollen. Das hat aber nicht wirklich funktioniert, da auch hier sämtliche Erklärungen fehlten. Zudem hatte man nur begrenzt das Gefühl, dass Lucia sich überhaupt mit der Religion identifiziert. Es ist so wie mit allem, was Lucia betrifft: es wird über sie gesagt, aber man bekommt es nicht durch sie selbst zu spüren.

Und dann sind wir auch schon beim Thema Fantasy. Auch in dieses Genre wird das Buch eingeordnet und ja, es gibt definitiv Fantasieelemente. Das trickige an der Geschichte ist aber wohl, dass man die Grenzen und Möglichkeiten der Welt nicht definiert bekommt. Man hat keine verlässlichen Quellen darüber, wer Magie wirken kann und wer nicht und bis wohin Magie möglich ist. Stattdessen hat man Lucia, die definitiv irgendeine Art von Magie wirken kann sowie Santangel, der einem Fluch zum Opfer gefallen ist. An keiner Stelle im Buch konnte ich jedoch sagen: das müsste doch möglich sein oder das kann doch nicht möglich sein! Denn letztlich hatte ich keine Ahnung davon, was möglich ist und ob überhaupt noch irgendwer außer den beiden magisch ist. Meine Freundinnen fühlten sich von diesem Aspekt nicht so gestört, denn ja, die Grenzen der magischen Welt müssen nie komplett ausdefiniert sein. Immerhin will man sich ja auch überraschen lassen und Weiteres entdecken. Dadurch aber, dass man vielen „Magiewirkenden“ in dieser Geschichte nicht trauen kann und die Magie ohne Erklärung auf nur wenige beschränkt ist, hat man keinerlei Konstante, mit der man sich die Welt erklären kann. Dadurch rauschte auch dieser Aspekt wieder nur sehr unberührt an mir vorbei.
Ein eher typisches Fantasyelement dagegen ist das Turnier, an dem Lucia teilnehmen muss. Genau hier geht es um Magie und es wird schnell deutlich, dass Magie in diesem Rahmen stets Gott zugeschrieben und damit gedeckt wird. Was ich an sich ganz gut und sehr passend für die Zeit fand. Das Turnier selbst zeigte aber wieder wenig Raffinesse. Es wurde nicht richtig erklärt, Lucia stolperte eher zufällig dort hinein und mir fehlte bei so einem klischeehaften Element die neue Idee, die es spannend gemacht hätte.

So war es auch geradezu verrückt, wie das Turnier und damit fast die ganze Geschichte endete. Denn plötzlich wurden Figuren wichtig, die man noch gar nicht richtig kennengelernt hatte und war verstrickt in einen Komplott, der Motive abseits der Handlung um Santangel und Lucia enthielt. Mir war das alles recht weit hergeholt und durch die fehlende Anknüpfung an die Kerngeschichte auch nicht sehr überzeugend. Auch hier war ich wieder nur reine Beobachterin und habe mich letztlich gefragt, was mir das nun alles gebracht hat.

Das Ende passt dazu, denn letztlich hätte das Ergebnis auch jederzeit vorher entstehen können. Zudem hätte ich mir auch hier mehr Raffinesse gewünscht, denn alles, was die Geschichte besonders eindrücklich oder interessant hätte machen können, wurde hier einfach ignoriert. Stattdessen ist es ein Ende, mit dem man zufrieden sein kann, dass aber für mich nicht zur sonstigen Qualität der Autorin passte.
Nur eins kann man festhalten: Die „schlechten“ Figuren in diesem Buch bekommen ihr verdientes Ende, während die „guten“ Figuren eine positive Entwicklung durchmachen. Ein schwarz weiß Denken, dass zwar befriedigend ist, aber wohl sinnbildlich für die fehlenden Graufacetten dieser Geschichte steht.

Fazit:
„Der Vertraute“ und ich konnten nicht so richtig miteinander wahr werden. Erstens passten meine durch das Genre evozierten Erwartungen nicht zu dem tatsächlichen Inhalt der Geschichte und dann fehlte mir auch großteilig die Spannung und Detailverliebtheit. An vielen Stellen war es hinsichtlich der Charaktergestaltung, der Art und Weise des Erzählens und der Komplexität der Handlung meiner Meinung nach nicht ganz zu Ende gedacht, weshalb ich das Buch persönlich nicht unbedingt empfehlen kann.

3 von 5 Sterne von mir.

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