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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.10.2018

Ein Duell, dass man so nicht kennt

Als Bach nach Dresden kam
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Marchand und Bach – zwei der bekanntesten Musiker und Komponisten ihrer Zeit, zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und zwischen ihnen der um seine Stellung am sächsischen Hofe bangende ...

Marchand und Bach – zwei der bekanntesten Musiker und Komponisten ihrer Zeit, zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und zwischen ihnen der um seine Stellung am sächsischen Hofe bangende Jean-Baptiste Volumier.
Beide Künstler sind dem Konzertmeister auf ihrem Gebiet überlegen und August umgibt sich gerne mit führenden Namen seiner Zeit. Und so muss ein inszeniertes „Tastenduell“ Volumier aus der Bredoullie helfen. Doch so einfach wird das nicht. Denn zumindest in Bach findet der Konzertmeister einen Menschen mit grundlegenden Prinzipien, die er nicht gewillt ist für irdischen Ruhm aufzugeben, denn Bachs Inspiration kommt aus der kirchlichen Tradition. Er spielt und komponiert zum Ruhme Gottes.

In seiner Erzählung gelingt es dem Autor Ralf Günther ein Ereignis mit Leben zu erfüllen, dass so nie stattgefunden hat. Auf unterhaltsame und sehr plastische Art wird ein Ereignis von 1717 in eine eigene Geschichte eingebettet, die dem Leser sowohl das Leben in Dresden zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als auch grundlegende Persönlichkeiten der Musikgeschichte näherbringt.

Mir hat dieses kleine Buch sehr gut gefallen. Ich habe dadurch ein genaueres Bild von Bach und dem mir bis dato völlig unbekannten Marchand erhalten. Also mal wieder etwas dazugelernt und das auf kurzweiligem und bisweilen humoristischem Weg. Denn es gibt genügend Passagen in dem Buch, über die man schön schmunzeln kann.
Und was der Autor in seinem Werk so wunderschön beschreibt wird am Ende von Jan Katzschke in den realen historischen Kontext gerückt, so dass auch kein falsches Bild zu eben jenem „historischen Dresdner Tastenduell“ aufkommen kann.

Ich kann für dieses Buch einfach nur meine Empfehlung geben.

Veröffentlicht am 21.09.2018

Ein hervorragender Mix aus Sci-Fantasy und Geschichte

Roma Nova
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Eine fiktive Welt; Rom umfasst einen ganzen Planeten, eine ganze Zivilisation, die alles und jeden beherrscht. Es erobert Planet um Planet – Welt um Welt und drückt den eroberten Welten seinen unverwechselbaren ...

Eine fiktive Welt; Rom umfasst einen ganzen Planeten, eine ganze Zivilisation, die alles und jeden beherrscht. Es erobert Planet um Planet – Welt um Welt und drückt den eroberten Welten seinen unverwechselbaren Stempel auf. Sklaven, Brot und Spiele.
Höhepunkt der Gladiatorenspiele sind regelmäßig die Vergabe von sechs göttlichen Herzen und die damit verbundene „Captura“ – der Kampf der sechs Träger der Herzen gegeneinander um ihre Freiheit. Und ein derartiges Ereignis bahnt sich an.
Aber im Hintergrund lauern Politik, Intrigen und die Rache einer thrakischen Seherin, die alles tut, um ihren Mann aus der Sklaverei zu sich zurück zu holen.

Dabei dreht sich alles um die Familie der Mariner, vor allem um das Oberhaupt Lucius und seine Tochter Constanzia, denn gerade Lucius ist es, gegen den sich die Rache der Seherin wendet. Er hat was sie will – ihren Mann. Den Mann, den das Volk Roms unter dem Namen Spartakus kennt.

Meine Meinung zu dem Roman – eine hervorragende Mischung aus Sci-Fantasy und Sci-History (ich mag es mal so betiteln). Judith Vogt hat es meiner Meinung nach geschafft, das alte Rom in einer eigenen Welt, gemischt mit den Mythen der Antike und der Technologie einer fiktiven Cyberwelt vor den Augen des Lesers auferstehen zu lassen. Rom ist erlebbar – man kann sich die Arena vor dem inneren Auge wie das römische Kolosseum im Maßstab eines Cyberdoms vorstellen und auch all die anderen Orte, die sie anspricht und beschreibt. Sicherlich haben die wunderschönen Konzeptzeichnungen von Ulrich Zeidler der Autorin dabei sehr geholfen und ich muss sagen, dass ich es schade finde, dass die Bilder keinen Eingang in das Buch gefunden haben. Ich bin ein großer Fan von Zeichnungen in Büchern.
Auch die Geschichte selber mag ich sehr. Man merkt deutlich, dass die Geschichte um den Spartakusaufstand als Anlehnung genutzt wurde. Für mich als historisch interessierten Menschen in wirklich guter Art und Weise.

Zu Beginn des Buches hatte ich ein wenig Skepsis, ob ich es wirklich lesen möchte, denn es beginnt in den Gedanken einer der Protagonisten. Dieser Einstieg erzeugte bei mir ein die Frage ‚Ahm, wo will mich das Buch hinführen? Gedankenspiele, das könnte langweilig werden.‘ Aber nachdem ich dieses Vorspiel hinter mir gelassen hatte, entwickelte sich die Handlung rasch und sehr „römisch“. Es war wirklich schön zu lesen.

Ich denke, dass Leser von Romanwelten á la „Dune“ und Cyberspace mit diesem Roman glücklich werden könnten. Wer die klassische Antike liebt und sich durchaus einmal an Sci-Fantasy wagen möchte, auch da ist das Buch absolut empfehlenswert. Und last but not least – auch Lovestoryliebhaber kommen hier durchaus nicht zu kurz. Die eingebettete Liebesgeschichte hat alles – Herzschmerz, Leidenschaft, Hoffnung und Verzweiflung – von allem ein wenig und gut gemischt.

Veröffentlicht am 10.09.2018

Das Rumpelding – eine Geschichte von Freundschaft und dem Mut, die Welt zu entdecken

Das Rumpelding, seine kleinen, mutigen Freunde und die große, weite Welt
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Das Rumpelding geht der Frage nach wer er eigentlich ist und ob es noch andere wie ihn gibt. Da er der Meinung ist die Antwort auf diese Frage nicht daheim finden zu können, entschließt er sich in die ...

Das Rumpelding geht der Frage nach wer er eigentlich ist und ob es noch andere wie ihn gibt. Da er der Meinung ist die Antwort auf diese Frage nicht daheim finden zu können, entschließt er sich in die große weite Welt zu ziehen. Oink, ein Schwein begleitet ihn auf dieser Reise, immer fest an seiner Seite, auch wenn er ein wenig Angst hat. Auf der Such nach der Antwort treffen die beiden auf viele Wesen und schließen wundersame Freundschaften – mit zwei Feen aber auch einem Wehr-Hörnchen und einem Vampir.
Und am Ende, da ist es schön und überraschend zu sehen, was das Rumpelding auf seiner Reise über sich herausgefunden hat.

Julia Leuze hat dieses Kinderbuch mit wunderbarem Witz und viel Gefühl für Stimmungen geschrieben. Jede Figur erhielt dadurch einen unverwechselbaren Charakter – ein Schwein mit Sprachfehler, leichtlebige und fröhliche Feen, ein Vampir mit einem „tollen“ Namensgedächtnis und und und… Die Illustrationen von Astrid Henn tragen zur schönen Stimmung des Buches bei.
Es geht um Freundschaft, das Überwinden eigener Grenzen und andere zu akzeptieren wie sie sind.

Ich habe das Buch an mehreren Abenden meinem 5jährigen Sohn und meinem Mann vorgelesen. Beide waren absolut begeistert. Da das Buch in mehrere nicht zu lange Kapitel gegliedert ist, eignet es sich herrlich als Vorlesebuch und für junge Leser. Der kindgerechte Schreibstil der Autorin überfordert Leseanfänger nicht. Bereits nach dem ersten Leseabend kam ich in das Vergnügen nunmehr mit meinem Sohn Rumpelding und seine Freunde spielen zu müssen und da die Rätselfragen der Feen einen extra Anklang gefunden haben, muss ich mich zunehmend den selbst erfundenen Fragen meines Sohnes stellen.

Als wir das Buch beendet hatten wollte mein Sohn direkt noch mehr Rumpeldinggeschichten. Neue konnte ich ihm nicht geben, aber wir haben das Hörbuch gekauft, da wir regelmäßig längere Fahrten unternehmen. Und das Hörbuch findet er auch toll.

Aber zurück zum Thema – dieses Buch sollte meiner Meinung nach in keinem Kinderbuchregal fehlen. Es hat so viel Charme und beflügelt die Fantasie der Kinder; was kann es Schöneres geben?

So und nun zum Abschluss:

„Was geht durch den Wald und ist orange?“

Hinweis: Die Antwort findet ihr auf Seite 38 des Buches.

Veröffentlicht am 31.08.2018

"In dieser Bibliothek sind alle Geschichten, die sich in der Welt ereignet haben, versammelt."

Die Grimm-Chroniken (Band 4)
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Im Gesang der Sirenen nimmt die Handlung der Grimm-Chroniken ihren Fortgang. Diesmal stehen die Geschwister Maggy und Joe etwas tiefer im Mittelpunkt des Geschehens. Aber auch die Hintergründe zu den "Märchenfiguren" ...

Im Gesang der Sirenen nimmt die Handlung der Grimm-Chroniken ihren Fortgang. Diesmal stehen die Geschwister Maggy und Joe etwas tiefer im Mittelpunkt des Geschehens. Aber auch die Hintergründe zu den "Märchenfiguren" werden weiter enthüllt. Mit jeder Enthüllung gelingt es der Autorin auch ein neues Geheimnis ins Spiel zu bringen, so dass es dem Leser nicht langweilig werden kann.

Der Autorin gelingt es ein allmählich düster werdendes, spannungsgeladenes Szenario zu entwickeln. Die gut gesetzten gestalterischen Sprünge zwischen Zeiten und Orten der Handlungen tragen den unverwechselbaren Stil der Autorin. Das Buch lässt sich dadurch leicht lesen und wirkt sehr fesselnd.

Wem Band 4 gefallen hat, der möchte auch einen fünften Band nicht missen. Wer als Erwachsener einmal anders in die Märchenwelt seiner Kindheit zurück möchte, sollte einmal mit den Grimm-Chroniken versuchen.

Veröffentlicht am 31.08.2018

Die Magischen 6 – Bezaubernd magisch

Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen
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Neil Patrick Harris, den viele von uns als Barney Stinson in der Serie How I Met Your Mother, hat mit seiner Kinderbuch Die Magischen 6, in Deutsch erscheinend bei Egmont Schneiderbuch einen bezaubernden ...

Neil Patrick Harris, den viele von uns als Barney Stinson in der Serie How I Met Your Mother, hat mit seiner Kinderbuch Die Magischen 6, in Deutsch erscheinend bei Egmont Schneiderbuch einen bezaubernden Auftakt zu einer Reihe geliefert, die Kinder in eine Welt voller alltäglicher Magie und Freundschaft führt.
In der Welt von Mineral Wells erfahren die jungen Leser, was wahre Freundschaft bedeuten kann.
Der Autor bedient sich einer wunderbaren Sprache, fügt direkte Reden mit dem Leser an passenden Stellen ein, die das Buch sehr unterhaltsam machen; bisweilen fühlte ich mich dadurch ein wenig wie bei How I Met Your Mother, wenn der Erzähler sprach.

Ein zusätzlicher Reiz des Buches besteht in der Leidenschaft des Autors für die Welt der Zauberei. Es werden kleine Grundlagen aus der Welt der Magie erläutert und junge, angehende Zauberer können erste tricks erlernen. Das gibt dem Buch einen besonderen Charme.

Da ich illustrierte Bücher sehr mag und der Meinung bin, dass es davon ruhig mehr geben sollte, kann ich auch hier nur sagen – wunderschöne Umsetzung des Buchinhaltes ins Bild. Kleiner Wermutstropfen – wie meist üblich nur in schwarz-weiß.

Ich kann meine Daumen nur nach oben richten. Ein tolles Kinderbuch, dass in viele Kinderregale gehören sollte.