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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

interessante und facettenreiche Kurzgeschichte

Blood on Snow. Der Auftrag
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Olav ist Auftragskiller in Oslo. Er hat wenige soziale Kontakte, nur die taubstumme Maria beobachtet er regelmässig, nachdem er sie aus einer schlimmen Situation befreit hat. Doch er ist kein Mann von ...

Olav ist Auftragskiller in Oslo. Er hat wenige soziale Kontakte, nur die taubstumme Maria beobachtet er regelmässig, nachdem er sie aus einer schlimmen Situation befreit hat. Doch er ist kein Mann von Nähe.
Als er seinen neuesten Auftrag von seinem Boss Daniel Hofmann erhält, scheint zunächst alles Routine. Er soll dessen Frau Corina töten, da diese eine Affäre hat. Eigentlich ein ganz normaler Auftrag, doch dann verliebt sich Olav plötzlich in seinen neuestes Ziel und hat Probleme damit, Corina zu töten...
Diese Rezension beruht auf der englischen Ausgabe des Buches, genannt "Blood on Snow". Es ist der Auftakt zu einer neuen Kurzgeschichtenreihe von Jo Nesbo, wodurch das Buch nur 198 Seiten umfasst.
Olav ist ein außergewöhnlicher Charakter, schwer geprägt durch seine schwierige Kindheit mit einem gewalttätigen Vater und einer alkoholkranken Mutter. Außerdem leidet er an Dyslexie, versteht also Texte, die er liest oft anders als diese eigentlich gemeint sind.
Das Buch enthält einige interessante Drehungen und Wendungen und auch actionreiche Szenen, die das Tempo im Laufe der Geschichte immer weiter erhöhen und damit auch den Spannungsgrad. Vor allem auch der Schluss wird dem Leser nach der Lektüre im Gedächtnis bleiben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der 4. Fall mit Max Broll

Interview mit einem Mörder
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„Interview mit einem Mörder“ ist der mittlerweile 4. Band um Totengräber Max Broll.
Bei der Einweihung seiner neuen Imbissbude in einem kleinen österreichischen Dorf bricht Johann Baroni, der ehemalige ...

„Interview mit einem Mörder“ ist der mittlerweile 4. Band um Totengräber Max Broll.
Bei der Einweihung seiner neuen Imbissbude in einem kleinen österreichischen Dorf bricht Johann Baroni, der ehemalige Fussballstar und beste Freund von Max Broll, plötzlich zusammen: Er wurde angeschossen und ist schwer verletzt. Nur Max hat den Täter gesehen: einen scheinbar harmlosen deutschen Touristen namens Fink. Doch dieser hat kein Motiv und auch die Tatwaffe wird nicht gefunden und somit wird Max‘ Aussage kein Glauben geschenkt. Doch Max lässt sich nicht davon abbringen und nimmt Kontakt mit Fink auf. Dieser tut ganz unschuldig und ist dabei aalglatt. Er plant, am nächsten Tag weiterzureisen und lädt Max geradezu dazu ein, ihn zu begleiten. Und so steigt er mit dem vermeintlichen Täter in den gleichen Zug und ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel beginnt…

Im 4. Teil der Reihe mit Max Broll wird sein bester Freund Baroni Opfer eines Anschlags, was Max ungemein zusetzt.
Parallel dazu werden die Hauptpersonen weiterentwickelt, so dass der Leser immer neue Seiten an ihnen entdeckt. Neben Max selbst und natürlich Baroni gibt es weitere skurrile Charaktere wie z.B. Akofa, den kiffenden, dunkelhäutigen Dorf-Pfarrer, und auch neue sympathische Personen, wie z.B. die Journalistin Anna, die zusätzlichen Schwung in die Geschichte bringen.
Der Erzählstil ist abwechslungsreich: Neben der Kriminalermittlung gibt es auch einige Stellen zum Schmunzeln und „was fürs Herz“.
Die ganz besondere Erzählweise der Geschichte ist ungewöhnlich und etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch interessant: Die Sätze und Kapitel sind alle recht knapp gehalten, wodurch das Erzähltempo steigt. Dazu trägt auch bei, dass die Dialoge anders strukturiert sind als man es vielleicht gewohnt ist, denn hier sind sie mit Aufzählzeichen versehen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Interessantes japanisches Katz-und Maus-Spiel!

Böse Absichten
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Keigo Higashino ist ein bekannter japanischer Autor, dessen Buch „Böse Absichten“ die deutsche Übersetzung des japanischen Originals „Akui“ aus dem Jahre 2001 ist und nun in der deutschen Erstauflage erschienen ...

Keigo Higashino ist ein bekannter japanischer Autor, dessen Buch „Böse Absichten“ die deutsche Übersetzung des japanischen Originals „Akui“ aus dem Jahre 2001 ist und nun in der deutschen Erstauflage erschienen ist.
Als Kommissar Kaga an einen Tatort gerufen wird, erwarten ihn dort gleich zwei ungewöhnliche Dinge: Zum einen ist das Opfer der bekannte und erfolgreiche Autor Kunihiko Hidaka. Zum anderen trifft er dort auf einen alten Bekannten: Der Tote wurde von seiner Frau Rie und seinem guten Freund seit Kindertagen, Osamu Nonoguchi, aufgefunden, den Kaga ebenfalls von früher kennt. Nonoguchi und Kaga waren früher beide Lehrer an einer öffentlichen Schule, bevor Kaga Polizist und Nonoguchi mäßig erfolgreicher Autor von Kinderbüchern wurde. Die Suche nach dem Täter hat bald Erfolg und so kann Kommissar Kaga den Mörder relativ schnell identifizieren. Doch was weiter im Dunkeln bleibt ist die Frage, warum diese Tat geschehen ist. Was steckt dahinter? Wieso wurde der Mörder zum Mörder und warum musste Hidaka sterben? Diese Fragen beschäftigen Kaga und so entwickelt sich ein interessantes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Kommissar Kaga und dem bereits bekannten Täter. Denn Kaga will unbedingt die Wahrheit herausfinden.
„Böse Absichten“ ist eine Art Krimi, die sich von der „breiten Krimimasse“ abhebt: Es geschieht ein Mord, der Täter ist zunächst unbekannt, wird dann jedoch vergleichsweise schnell entlarvt. Was dann folgt ist ein Schlagabtausch zwischen Kommissar und Mörder, um die wahren Hintergründe der Tat zu entlarven. Es ist also eine subtilere Art des Krimis, bei dem es mehr um die Psychologie, die Seele und die Charaktere der Personen und deren Interaktion miteinander geht.
Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und soll zum Einen auf den sich ereignenden Tatsachen basieren, zum anderen auf Aufzeichnungen von Kommissar Kaga und von Osamu Nonoguchi. Dies ist eine interessante Erzählart, da man durch die verschiedenen Erzählperspektiven genauere Einblicke in die Geschehnisse erhält.
Der Auto schafft es außerdem, durch immer wieder eintretende Drehungen und Wendungen die Spannung hoch und den Leser bei der Sache zu halten.
An manchen kleinen Stellen merkt man dem Buch jedoch sein „Alter“ (im Original aus dem Jahre 2001) an, wenn es z.B. um technische Dinge geht. Dies sollte man wissen und sich darauf einstellen, dann stört es auch nicht den Lesefluß.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Leuchtturmmord - Mord auf Rügen

Leuchtturmmord
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Vor einigen Wochen wurde Merle, eine junge Mutter von 2 Kindern, in der Nähe eines Leuchtturms grausam ermordet. Die Polizei hat bisher keine richtige Spur und Romy Beccare und ihr Team versuchen fieberhaft, ...

Vor einigen Wochen wurde Merle, eine junge Mutter von 2 Kindern, in der Nähe eines Leuchtturms grausam ermordet. Die Polizei hat bisher keine richtige Spur und Romy Beccare und ihr Team versuchen fieberhaft, mehr über die Tathintergründe und das Motiv zu ermitteln, bisher jedoch vergebens…
Gleichzeitig arbeitet Romys Freund Jan mit seiner Abteilung an einem Fall, der anscheinend mit dem Boxsport zu tun hat. Es scheint, das hier illegale Wetten und viel Geld im Spiel waren und junge Boxer dafür sterben mussten. Und auch höchste Kreise scheinen hierin verwickelt zu sein…

„Leuchtturmmord“ ist mittlerweile der 5. Teil der Reihe um Romy Beccare. Für mich persönlich war es der erste Band, den ich bisher gelesen habe. Generell hatte ich keine Probleme, der Geschichte zu folgen, doch kann ich mir schon vorstellen, dass mir die ein oder andere Verbindung/Hintergrundinfo gefehlt hat.
Zu Beginn werden viele Personen vorgestellt und auch die Erzählstränge gewechselt. Dadurch hat ich zunächst ein wenig Probleme in die Geschichte hineinzukommen, was sich mit der Zeit jedoch gelegt hat. Vielleicht wurde die anfängliche Verwirrung auch dadurch verursacht bzw. bestärkt, dass ich die Vorgängerromane noch nicht kenne.
Der Spannungsbogen war nicht von Beginn an sehr hoch, sondern hat sich erst langsam, parallel zu den schwierigen Ermittlungsarbeiten, aufgebaut. Zum Schluss hin war es dann jedoch sehr spannend.
Ein interessanter Regionalkrimi vor einer wunderschönen Kulisse, der Insel Rügen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Toller Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe in Südafrika!

Weinende Wasser
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Als Kommissar Beeslaar aus der Großstadt Johannisburg zu einer Polizeidienststelle in der Provinz versetzt wird hofft er eigentlich, dass das Leben und der Job dort ruhiger ist als bisher. Doch schon kurz ...

Als Kommissar Beeslaar aus der Großstadt Johannisburg zu einer Polizeidienststelle in der Provinz versetzt wird hofft er eigentlich, dass das Leben und der Job dort ruhiger ist als bisher. Doch schon kurz nach seiner Ankunft wird er zu einem neuen Tatort gerufen: Die Farmbesitzerin Freddie und ihre Adoptivtochter wurden auf grausame Weise getötet. In der Gegend sind in letzter Zeit bereits weitere Farmmorde geschehen und es werden vermehrt Viehdiebstähle im großen Stil begangen, so dass einige Farmer ihr Land bereits verkaufen mussten. Doch haben die Morde an Freddie und ihrer Tochter auch etwas mit den Viehdiebstählen zu tun? Oder steckt dahinter vielleicht etwas ganz anderes? Doch wer könnte ein Motiv für die Taten haben und warum?

Diesen Krimi habe ich als Hörbuch gehört und muss daher zuallererst die tolle Stimme des Synchronsprechers hervorheben: Achim Buch schafft es, durch pointierte Betonung und authentische Aussprache der südafrikanischen Namen und Ortsnamen, dem Buch noch mehr Authentizität zu verleihen. Die ungewohnten Namen sind zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings verleihen sie dem Buch auch mehr „Echtheit“, was nur positiv zu bewerten ist!
Mit Kommissar Beeslaar wird ein neuer, interessanter Kommissar vorgestellt, der offensichtlich seine Ecken und Kanten hat. Im Verlauf des Buches erfährt der Leser/Hörer mehr über seine Vergangenheit und die Gründe für die Versetzung, was ihn noch interessanter und menschlicher macht.
Spannend sind auch die Beschreibungen der Zustände vor Ort, wie z.B. die Zustände bei den Farmern sind, welche Unterschiede zwischen den Hautfarben heute gemacht werden, die Gewalt und Machtverhältnisse etc.
Ein gelungener erster Band mit Kommissar Beeslar, der neugierig auf weitere Fälle macht!
4 von 5 Sternen