Profilbild von tweed

tweed

Lesejury Star
offline

tweed ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tweed über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2018

fesselnder Krimi mit einem komplexen Fall

Zerrissene Wahrheit
0

Ein tragischer Unfall, bei dem Margret Lückner ihr Leben verliert, entpuppt sich als Mord. In ihre Garage wurde eingebrochen, die Bremsen an ihrem Wagen manipuliert, sie hatte keine Chance. Schnell gerät ...

Ein tragischer Unfall, bei dem Margret Lückner ihr Leben verliert, entpuppt sich als Mord. In ihre Garage wurde eingebrochen, die Bremsen an ihrem Wagen manipuliert, sie hatte keine Chance. Schnell gerät ihr Ehemann, von dem sie sich vor kurzem getrennt hatte, ins Visier der Ermittlungen. Seine Galerie wurde von Margret finanziert, er hat eine Affäre, damit das perfekte Motiv. Doch so einfach ist der Fall nicht gelagert, wie Kommissar Domeyer und sein Team feststellen müssen.

"Zerrissene Wahrheit" ist der vierte Fall für das sympathische Ermittlerteam der Kripo Bielefeld.. Auch wenn die Teile als Standalone gelesen werden können, ist es von Vorteil, wenn man die vorigen Teile gelesen hat. Für mich war es wie dein Wiedersehen mit alten Bekannten, denn in den Krimis spielt auch das Privatleben der Ermittler eine Rolle, so dass man sie von Fall zu Fall besser kennenlernt und ihre Entwicklung verfolgen kann. Die Figuren sind interessant und wirken authentisch, Menschen wie aus dem Leben gegriffen. Was das Privatleben angeht, so zieht Ninas Bruder mit seiner Freundin in eine eigene Wohnung, doch das Zimmer bleibt nicht lange leer. Kollege Frank muss seine Wohnung räumen und zieht vorübergehend bei Nina ein, was zu einigen Verwicklungen führt.

Der Fall ist von Anfang an fesselnd und spannend, wobei sich die Spannung zum Ende hin enorm steigert. Der Plot ist komplex und beinhaltet zwei Fälle, die miteinander verbunden sind. Der aktuelle Fall kann nur gelöst werden, indem Dominik tief in die Vergangenheit des Opfers und aller Beteiligen zurück geht.

Was mir bei dieser Reihe besonders gefällt ist das hohe sprachliche Niveau und die Komplexität der Handlung, die unter der Masse an Krimis herausragen. Lebendige Dialoge und Alltagsszenen runden die spannende Krimihandlung ab.

Fazit: Spannender Krimi mit einem komplexen Fall, ich bin gespannt wie es im nächsten Teil weiter geht.

Veröffentlicht am 19.10.2018

ganz großes Kino

Der Kratzer
0

Der Kratzer. Ein Serienkiller, der Botschaften in die Haut seiner weiblichen Opfer ritzt, so fein, dass sie wie Kratzspuren wirken. Nachdem Kommissar Tobias Dom ihn schon einmal geschnappt hatte, der Kratzer ...

Der Kratzer. Ein Serienkiller, der Botschaften in die Haut seiner weiblichen Opfer ritzt, so fein, dass sie wie Kratzspuren wirken. Nachdem Kommissar Tobias Dom ihn schon einmal geschnappt hatte, der Kratzer jedoch entkommen konnte, scheint er jetzt Rache nehmen zu wollen. Sieben Jahre ist es her, jetzt mordet er wieder und für Dom wird es der wohl privateste Fall seiner Laufbahn. Einzig die Journalistin Christine Lenève kann ihm bei der Aufklärung helfen.

Hier ist er also, der letzte Teil der Trilogie um die eigenwillige Journalistin Christine Lenève und Kriminalkommissar Tobias Dom von der Berliner Mordkommission. Was habe ich erwartet? Einen spannenden Abschluss mit den bekannten Charakteren, der mich wie die anderen beiden Teile fesselt. Soweit zu meinen Erwartungen, die recht hoch lagen, denn beide vorigen Teile waren für mich ein Lesehighlight.

Tja, und was habe ich bekommen? Eine geniale, fesselnde Story mit Wendungen, die mich sprachlos gemacht haben! Nervenkitzel pur, Gänsehaut, ein Gefühlschaos vom Feinsten. Wut, Freude, Trauer, alles dabei. Und ein Ende, eine Auflösung, mit der ich nicht wirklich gerechnet habe. Kurz hatte ich einen Gedankenblitz, den ich als abwegig erachtet hatte, aber der Autor hat mich eines besseren belehrt. Kurzum, ein hammermäßiger Thriller der es in sich hat. Ganz großes Kino, über weite Teile lief die Handlung wie ein Film ab. Abgedrehte Schauplätze, die für sich schon eine Gänsehaut bescheren. Eine temporeiche, actiongeladene Handlung mit bis ins kleinste augeklügelten Charakteren. Mein Favorit ist natürlich Christine, wie kann es auch anders sein. Nicht unbedingt eine einfache Protagonistin, aber eine mit Format, die sich treu bleibt. Christine ist manchmal schroff, aber charakterstark und liebenswert. Und cool. Ich habe mit ihr mitgefiebert, gezittert, gelitten und die Story ganz intensiv erlebt.

Der Schreibstil ist gewohnt mitreißend, lockere Dialoge, detaillierte Beschreibungen der Szenerie, die wie Momentaufnahmen wirken. Wie ein Standbild, um auch jedes kleinste Detail aufnehmen zu können. Das ist für mich auch das ganz besondere am Schreibstil! Die Story an sich ist spannend, atmosphärisch dicht und komplex, erst mit diesem letzten Teil merkt man, wie durchdacht sie ist. Wie sich Puzzleteil für Puzzleteil an die richtige Stelle schiebt und den Blick aufs große Ganze freigibt. Mit jedem Band erlebt man eine Steigerung, der finale ist für mich der Beste.

Fazit: Für mich ein Must-Read und ein Lesehighlight 2018. Mit einem weinenden Auge bedaure ich dass die Reihe zu Ende ist, freue mich aber schon auf die nächsten Werke des Autors.

Veröffentlicht am 11.10.2018

farbenprächtiger historischer Krimi

Die Meisterbanditin
0

"Die Meisterbanditin" ist der Auftaktband um die junge Marie und spielt im 18. Jahrhundert. Maries Leben wendet sich von einer Minute zur anderen. Wir lernen sie kennen, wie sie auf einem Fest mit ihrem ...

"Die Meisterbanditin" ist der Auftaktband um die junge Marie und spielt im 18. Jahrhundert. Maries Leben wendet sich von einer Minute zur anderen. Wir lernen sie kennen, wie sie auf einem Fest mit ihrem Liebsten tanzen möchte, sie hofft mit Bartholomäus bald vermählt zu sein. Doch dieser hat keine gute Laune und gesteht ihr, dass er eine andere heiraten wird. Marie wird klar, dass er mit ihr nur gespielt hat, sie ist am Boden zerstört. Ihre Familie will sie nicht weiter durchfüttern, sie muss ihr Elternhaus verlassen und eine Anstellung finden. Anstatt wie vorgeschlagen im Dorf um Arbeit anzufragen, versucht sie ihr Glück auf Schloß Brenz. Auch wenn Gräfin Wilhelmine als Hexe verschrien ist und Marie nicht ganz wohl ist, nimmt sie eine Anstellung als Küchenmagd an. Als sie fälschlicherweise des Diebstahls bezichtigt wird kann sie einer Bestrafung nur entgehen, indem sie für die Gräfin als Spionin arbeitet, und zwar mit einer fahrenden Schaustellertruppe. Dort lernt sie das Schauspielern und übt ihre Fingerfertigkeit als Diebin an einer Klingelpuppe. Noch weiß sie nicht, was genau von ihr als Spionin erwartet wird.....

Silvia Stolzenburg hat mich mit der spannenden Geschichte um Marie in ihren Bann gezogen. Ein wunderbar lebhafter und detailreicher Schreibstil lässt die Figuren und die Szenerie vor meinem inneren Auge aufleben. Ich konnte mich problemlos in diese längst vergangene Zeit hineinversetzen und mit Marie mitfiebern. Sie erlebt Intrigen, leidet unter der Eifersucht einer anderen Darstellerin und kommt in große Gefahr. Ein Glück hat sie Michel und Jost als gute Freunde an ihrer Seite.

Da ich einige der Schauplätze gut kenne, konnte ich ihre Wege nachvollziehen und hatte beim lesen Kopfkino. Die Figuren sind schön ausgearbeitet, neben Marie gibt es noch einige interessante Charaktere, die sie begleiten oder immer wieder ihren Weg kreuzen.

Die Geschichte ist temporeich und spannend, so dass es schwer fällt, das Buch nicht in einem Rutsch zu lesen. Das Ende lässt einige Fragen offen, die vermutlich im nächsten Teil beantwortet werden. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 11.10.2018

wer ist dein Mann wirklich?

Solange du lügst
0

Klappentext: "Iris und Will sind seit sieben Jahren verheiratet – sehr glücklich, wie es scheint. Als Will eines Morgens nach Florida aufbricht, ist Iris plötzlich besorgt, als sie hört, dass ein Flugzeug ...

Klappentext: "Iris und Will sind seit sieben Jahren verheiratet – sehr glücklich, wie es scheint. Als Will eines Morgens nach Florida aufbricht, ist Iris plötzlich besorgt, als sie hört, dass ein Flugzeug abgestürzt ist. Wenig später geht ein Anruf der Fluggesellschaft bei ihr ein. Will ist unter den Toten – doch der Flug ging nach Seattle. Iris macht sich nach Seattle auf und muss erfahren, dass ihr Mann sie belogen hat – er war ein ganz anderer, mit einer völlig anderen Vergangenheit. Während sie in Seattle recherchiert, erhält sie Warnungen, die immer bedrohlicher klingen. Und eigentlich können sie nur von einer Person kommen – von ihrem angeblich toten Ehemann."

Autorin Kimberly Belle hat mit "Solange du lügst" einen wirklich spannenden Thriller geschrieben, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Ihr Schreibstil ist eingängig und lässt sich flüssig lesen und die Geschichte legt ein hohes Tempo vor. Sicher wird hier das Rad nicht neu erfunden, ich habe schon ähnliche Thriller gelesen, in denen die Protagonistin feststellen muss, dass ihr bisheriges Leben auf Lügen aufgebaut ist. Trotzdem konnte mich der Thriller überzeugen. Ich konnte mich in Iris gut hinein versetzen und habe gebannt verfolgt, wie ihre Nachforschungen verlaufen und wie sich nach und nach ihr Leben mit Will als einzige Lüge entpuppt. Wer war ihr Mann wirklich? Gleichzeitig habe ich mir Gedanken gemacht, was wäre, wenn ich mich in ihrer Situation befinden würde, auch als Iris Hilfe erhält und nicht mehr weiß, wem sie trauen kann. Immer wieder gibt es Wendungen, die mich total überrascht haben und die ganze Geschichte in ein neues Licht rückten. Bis zum Ende nicht durchschaubar und spannend.

Veröffentlicht am 16.09.2018

geniales Verwirrspiel

Sie finden dich nie
0

Was gibt es Schlimmeres, was wenn das eigene Kind spurlos verschwindet? Sharon und Barry Mason feiern mit ihren Kindern Daisy und Leo eine ausgelassene Grillparty, Nachbarn und befreundete Familien tummeln ...

Was gibt es Schlimmeres, was wenn das eigene Kind spurlos verschwindet? Sharon und Barry Mason feiern mit ihren Kindern Daisy und Leo eine ausgelassene Grillparty, Nachbarn und befreundete Familien tummeln sich im Garten. Die Kinder sind alle verkleidet, die Party ein voller Erfolg. Bis Sharon und Barry irgendwann feststellen, dass Daisy verschwunden ist. Die Polizei wird alarmiert, Detective Inspector Adam Fawley übernimmt die Ermittlungen mit seinem Team. Suchmannschaften durchkämmen die Umgebung, Nachbarn werden befragt, Aufrufe in der Presse und im Fernsehen, doch keine Spur von Daisy.

"Sie finden dich nie" hat mich von der ersten Seite an gefesselt, denn die Story um Daisy ist spektakulär aufgebaut. Ich weiß nicht bei welchem Krimi ich zuletzt dermaßen hin und her gerissen war, immer wieder neue Verdächtige hatte, von denen ich überzeugt war. Um auf den nächsten Seiten eines Besseren belehrt zu werden. Doch Detective Fawley und seinen Kollegen ergeht es nicht anders. Kaum haben sie einen potentiell Verdächtigen, kommen neue Indizien, neue Zeugenaussagen oder Hinweise, die sie an der Schuld zweifeln lassen und einen anderen belasten.

Der Schreibstil ist schön flüssig und locker mit lebhaften Dialogen. Der Aufbau der Story genial. Die Handlung verläuft zwar linear, es gibt aber immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Stück für Stück offenbart sich eine Familie, die mehr Schein als Sein ist. Man lernt Sharon und Barry sowie den kleinen Leo sehr gut kennen, erfährt Dinge aus ihrer Vergangenheit. Nachbarn, Freunde von Daisy und die Lehrerinnen kommen zu Wort und runden das Bild einer Familie ab, das mich traurig macht. Eine clevere Lösung sind die Twitter und Facebook Statements die sehr realistisch rüberkommen. Menschen, die die Eltern vorverurtielen, offene Anfeindungen, offener Hass.

Für mich war der Krimi ein echter Pageturner, schwer aus der Hand zu legen, ich musste unbedingt wissen, was mit Daisy geschehen ist. Die Autorin baut am Ende einen absoluten Wow-Effekt ein, worauf ich eigentlich schon gewartet hatte.

Fazit: Genialer Krimi mit viel Spannung, super geschrieben, bitte mehr davon.