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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2018

Ein spannendes Verwirrspiel

Mord in zwei Teilen
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Privatdetektiv Paul Peck wird von seinem Freund Conrad Radauer als versteckter Ermittler in seine Firma geholt, weil er Korruption und finanzielle Unregelmäßigkeiten vermutet. Diesen Verdacht hat auch ...

Privatdetektiv Paul Peck wird von seinem Freund Conrad Radauer als versteckter Ermittler in seine Firma geholt, weil er Korruption und finanzielle Unregelmäßigkeiten vermutet. Diesen Verdacht hat auch „Controlling-Paula“ Schober.

Der Fall lässt sich recht unspektakulär an, erfährt aber nach dem Verschwinden Paulas eine brisante Wendung. Paule ist angeblich mit ihrem Freund Thomas Langer nach Kroatien auf Urlaub gefahren. Dort sind dann beide nicht aufzufinden. Unversehens gerät Paul Peck in einen Strudel von Intrigen als er von Paulas Bruder Ralf mit der Suche nach seiner vermissten Schwester beauftragt wird.
Die Ereignisse überschlagen sich. Pauls Lebensgefährtin Sophia erinnert ihn immer wieder an das erste Gebot der Ermittler: „Cui bono?“

Meine Meinung:

Dies ist mein erster Krimi aus dieser Reihe. Doch die Vorgänger werde ich noch alle „nachlesen“. - Versprochen!
Max Oban ist ein fesselndes Verwirrspiel gelungen. Der Autor legt manche heiße Spur, die recht bald erkaltet. Allerdings bin ich dem „Cui bono?“ gefolgt und habe bald den richtigen Riecher zum Täter gehabt. Das stört aber nicht weiter, denn
Herauszufinden, wie ein Ermittler die Sache angeht, ist fesselnd genug. Dass Paul dabei dem Auge des Gesetzes in die Quere kommt, ist unvermeidlich.

Der Schreibstil ist ansprechend. Die Charaktere haben ihre Ecken und Kanten. Das Setting in Salzburg ist stimmig.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Der bekannteste Baumeister Österreichs - sein Leben

Die Lugner Story
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Society-Reporterin Andrea Buday hat zu Richard Lugners 86. Geburtstag eine neue Biografie über den umtriebigen Baumeister herausgebracht.

Dieses großformatige Buch schildert den Lebensweg von Richard ...

Society-Reporterin Andrea Buday hat zu Richard Lugners 86. Geburtstag eine neue Biografie über den umtriebigen Baumeister herausgebracht.

Dieses großformatige Buch schildert den Lebensweg von Richard Lugner, der wie so viele Kinder seiner Generation, gemeinsam mit seinem Bruder, ohne Vater aufwachsen muss. Zielstrebig geht Lugner seinen Weg. Dass er dabei auch häufig mit seiner direkten, unverblümten Art aneckt, ist klar. Andererseits muss man schon neidlos anerkennen, dass er als Selfmade-Mann aus einfachen Verhältnissen ein großes Imperium geschaffen hat. Wie heißt einer seiner Werbeslogans so schön? „Kein Auftrag ist uns zu klein“.

Richard Lugner ist ein Hansdampf in allen Gassen. Wo sich eine Kamera befindet, ist er nicht weit. Die Boulevardpresse liebt ihn (und lebt recht gut von ihm). Jede Werbung für sein Einkaufszentrum ist ihm recht. Selbst eine negative Presse verbucht er unter „Gratiswerbung“.

Das Buch ist in mehrere Abschnitte geteilt. Ein großer (Foto)Teil ist seinen Opernballbesuchen und seinen weiblichen Gästen gewidmet.

In einem anderen Teil wird sein turbulentes Privatleben besprochen. Immerhin hat er es ja auf fünf Ehefrauen gebracht. Die zahlreichen Gefährtinnen, denen er immer Tiernamen gibt, sind der Regenbogenpresse immer wieder Artikel wert.
Herrlich sind seine Auftritte in der Comedy-Show „Wir sind Kaiser“, in der Lugner auch in den diversen Verkleidungen keine Audienz bei Kaiser Robert Heinrich erhält.

In mehreren Abschnitten kommen Weggefährten und Zeitgenossen zu Wort, doch richtige Freunde hat Wiens bekanntester Baumeister nicht.

Fazit:

Die Autorin hat dieses Buch amüsant, heiter und erstaunlich sachlich verfasst. Ein Schuss Ironie darf natürlich nicht fehlen. Dafür gibt es von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Joes Prohaskas 3.Fall

Die dunkle Seite der Bucht
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Joe Prohaska, ehemaliger KHK aus Stuttgart mit deutsch-kroatischen Wurzeln, lebt, nach einem Schussattentat frühpensioniert, in einem kleinen Dorf nahe der kroatischen Hafenstadt Rovinj.

Als er ein anonymes ...

Joe Prohaska, ehemaliger KHK aus Stuttgart mit deutsch-kroatischen Wurzeln, lebt, nach einem Schussattentat frühpensioniert, in einem kleinen Dorf nahe der kroatischen Hafenstadt Rovinj.

Als er ein anonymes Päckchen mit einem Hinweis aus der Stuttgarter Vergangenheit erhält, weiß er dies anfangs nicht so recht zu deuten. Ist der Mörder von damals, der ihm Rache geschworen hat, wieder auf freiem Fuß?
Prohaska erzählt Inspektor Rossi, seinem kroatischen Freund davon. Doch der ist mit einem Mordfall am Strand von Punta Corrente beschäftigt.

Da Joe inzwischen als Fotograf anerkannt ist, ist es nicht verwunderlich, dass er kurzfristig als Fotograf bei einer Hochzeit einspringen soll. Dass diese Hochzeit für ihn Folgen haben wird, kann er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen …

Meine Meinung:

Silvija Hinzmann ist wieder ein ruhiger Krimi rund um den ehemaligen KHK Joe Prohaska gelungen. Obwohl er häufig zur falschen Zeit am falschen Platz ist, und damit in die Ermittlungen der örtlichen Polizei eingreift, ist sein Verhältnis zu Inspektor Rossi fast freundschaftlich zu nennen. Diesmal darf er sogar beinahe offiziell ermitteln und an den Besprechungen der kroatischen Polizei teilnehmen.

Die Autorin greift die üblichen Verbrechen am Balkan auf: Menschen- und Drogenhandel, geht aber nicht in die Tiefe.

Neben dem Titelhelden Joe Prohaska treten wieder alte Bekannte wie Rossi, Ivo, Johanna und die Wiener Schriftstellerin Martha Schön auf. Die Kulisse ist wieder das malerische Istrien und im Besonderen die Hafenstadt Rovinj.

Mir gefällt Silvija Hinzmanns Schreibstil, der eher beschaulich als reißerisch und hektisch wirkt.

Fazit:

Wer einen actionreichen Krimi sucht, ist hier nicht richtig.
Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 22.10.2018

Spricht mir aus der Seele

Betrachtungen eines Unkorrekten
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Journalist und Moderator Heinz Sichrovky bezeichnet sich selbst als „Unkorrekten“, weil er sich gegen den derzeit herrschenden Zeitgeist, Literatur auf „politische Unkorrektheit“ zu prüfen und umzuschreiben, ...

Journalist und Moderator Heinz Sichrovky bezeichnet sich selbst als „Unkorrekten“, weil er sich gegen den derzeit herrschenden Zeitgeist, Literatur auf „politische Unkorrektheit“ zu prüfen und umzuschreiben, ausspricht.
Der Genderwahn ist ihm ebenso ein Dorn im Auge wie die das krampfhafte Vermeiden des Wortes „Mohr“. Shakespeare oder die Pippi Langstrumpf neu schreiben? Nein, das geht für Sichrovsky (und für mich) gar nicht.
In gewohnt satirischer Weise präsentiert er seine bissigen Gedanken zum unkorrekt Sein. In vielen Dingen kann ich ihm leichten Herzens zustimmen. Das für mich zu lange Verweilen bei Elfriede Jelinek, der unangepassten Literaturnobelpreisträgerin, kostet einen Stern.

Veröffentlicht am 16.10.2018

Nichts ist, wie es scheint

Der Hund, der eine Grube gräbt
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Tierärztin Katja Maus ist alleinerziehende Mutter eines Teenagers. Obwohl sie jedes Tier behandelt, kann sie mit ihrem Einkommen keine großen Sprünge machen. Extravaganzen wie Reitunterricht für Tochter ...

Tierärztin Katja Maus ist alleinerziehende Mutter eines Teenagers. Obwohl sie jedes Tier behandelt, kann sie mit ihrem Einkommen keine großen Sprünge machen. Extravaganzen wie Reitunterricht für Tochter Lena sind einfach nicht möglich. Auch das Liebesleben der Vierzigjährigen ist zugunsten der Tochter auf Sparflamme hinuntergeschraubt.

Als der Hund ihrer Freundin Angela vergiftet wird und plötzlich eine Leiche in deren Garten liegt, ist Katja wieder zu Stelle. Dabei tritt dann der überaus nette Polizist, Cornelius Blum, in ihr Leben.

Wie rein zufällig (oder wie es die Autorin so will) treffen Cornelius und Katja aufeinander. Katja ist recht neugierig und so findet sie das eine oder andere Puzzleteil, das Blum für seine Ermittlungsarbeit noch fehlt. Natürlich kommen sich die beiden näher. Katjas hat ein schlechtes Gewissen Lena gegenüber, doch die findet den Polizisten cool, zumal er einen Hund namens Pitter hat, den sie ausführen darf.

Gemeinsam lösen Blum und Maus den verzwickten Fall, bei dem nichts ist wie es scheint.

Meine Meinung:

Ein netter, unblutiger Krimi, den man gerne als Entspannung lesen mag. Der Schreibstil ist locker und flüssig.

Weder Blum noch Maus sind als Übermenschen, denen alles auf Anhieb gelingt dargestellt. Sie müssen sich ein bisschen anstrengen, bis es zu einem Happy End kommt. Vor allem Katja möchte es gerne ganz allein schaffen. Da fällt es ihr schwer, Hilfe anzunehmen. Dabei stünden mehrere Personen bereit, ihr unter die Arme zu greifen. Schön finde ich, dass Lena durch die Betreuung von Pitter ein paar Euro verdienen kann. Nichts macht einen Teenager stolzer, als das erste selbstverdiente Geld. Ihrer Tochter zuliebe, springt Katja über ihren Schatten und nimmt das Angebot von Frau von Hayden an. Lena darf die trächtige Stute reiten.

Wir erhalten so ganz nebenbei Einblick in die Arbeit einer Tierarztpraxis.

Fazit:

Ein netter Auftakt zu einer neuen Cosy-Krimi-Reihe. Gerne gebe ich 4 Sterne