Profilbild von Lesezeichenfee

Lesezeichenfee

Lesejury Star
offline

Lesezeichenfee ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lesezeichenfee über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.10.2018

Baum der Nichtigkeiten

Eines Tages in der Provence
0

Fee erzählt von der Geschichte

Ein Baum soll gefällt werden. Eine Hand voll Leute kämpfen dagegen an. Der Baum darf immer wieder seine Gedanken und Erlebnisse mitteilen, genauso wie die Leute. Es ist ...

Fee erzählt von der Geschichte

Ein Baum soll gefällt werden. Eine Hand voll Leute kämpfen dagegen an. Der Baum darf immer wieder seine Gedanken und Erlebnisse mitteilen, genauso wie die Leute. Es ist also aus der Sicht von verschiedenen Leuten und dem Baum geschrieben.

Fee´s Meinung

Cover

Das Cover selbst finde ich sehr witzig und schön. Es hat mir wirklich gut gefallen. Leider dachte ich bei der Provence an Lavendel, weil das auch hinten draufsteht. Aber mit Lavendel hat das Buch sehr viel weniger zu tun.

Die Geschichte

Ist an und für sich sehr einfach erzählt. Und da das Dorf aus über 1000 Leute besteht, fand ich es seltsam, dass sich nur eine handvoll wegen der bevorstehenden Fällung aufgeregt und dagegen gekämpft hat. Unter anderem ein Junge, der sehr schnell erwachsen wird. Schlüsselkind. Dazu ein bis zwei, die nicht vom Dorf waren. Der Artischocken-Verkäufer. Und der Mann, der zum Psychiater kam, oder auch nicht. Der hat ja eh immer über den Baum nachgedacht. Dann noch die Frau mit den Food-Designs mit merkwürdigen Freunden. Die Frau vom Bistro, deren Mann bei der Reha ist. Und die zwei Schwestern, die schon alt sind. Hab ich jemanden vergessen? Und wenn schon, das macht den Kohl nicht fett.

Lokalkolorit/Schreibstil

Nein, ich hab jetzt nicht alles erzählt, das Buch ist einfach zu blass und es geschieht auch viel zu wenig. Und das schlimmste ist, der Roman könnte überall stattfinden! Das ist – für mich persönlich – kein Provencebuch. Es strotzte – für mich – nur so von mangelndem Lokalkolorit. Der Schreibstil ist nicht schlecht. Er plätschert nur so vor sich hin.

Fees Fazit

Wer mal einen langweiligen Nachmittag von 1-3 Stunden zu füllen hat, für den ist das ein Buch, das man mal lesen kann. Man muss aber nicht. Ich hab mit mir gerungen. 2 oder 3 Sterne? Da ich dieses Jahr schon schlechtere Bücher gelesen habe, aber auch massig bessere, denke ich mit 2,5 Sternen kommt das Buch gut weg.

Veröffentlicht am 12.03.2026

🐰 Hasenfuß – Eine Idee, die für mich leider nicht gezündet hat

Hasenfuß
0


„Hasenfuß“ von Hesse und Wirth hat mich zunächst wegen seines originellen Titels und vor allem wegen des wirklich tollen Covers mit dem niedlichen Hasen neugierig gemacht.

Kurz zum Inhalt:
Der Mord steht ...


„Hasenfuß“ von Hesse und Wirth hat mich zunächst wegen seines originellen Titels und vor allem wegen des wirklich tollen Covers mit dem niedlichen Hasen neugierig gemacht.

Kurz zum Inhalt:
Der Mord steht direkt am Anfang der Geschichte. Als drei Frauen im Kommissariat zusammentreffen, sorgt die Kommissarin dafür, dass ans Licht kommt, dass sie alle eine Beziehung zu demselben Mann – Schlaphysen – hatten, der jede von ihnen nur einen Tag in der Woche trifft.

Bis Seite 144 von 285 habe ich gelesen, dann habe ich das Buch abgebrochen. Was mich beim Lesen zunehmend gestört hat, war weniger die Figur Schlaphysen selbst, sondern die Art, wie die Geschichte erzählt wird. Für mich fehlte schlicht die Spannung. Vieles wird rückblickend erzählt und aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert – aus Sicht der Kommissare, der Frauen und auch von Schlaphysen selbst – wodurch sich für mich keine richtige Dynamik entwickeln konnte.

Interessant fand ich dabei, dass Schlaphysen aus seiner eigenen Perspektive fast harmlos wirkt. Er verspricht den Frauen weder Ehe noch große Zukunftspläne, sondern gibt ihnen Aufmerksamkeit und einen festen Tag in der Woche. Die Frauen wirken zunächst sogar zufrieden mit diesem Arrangement. Erst als herauskommt, dass es mehrere von ihnen gibt, kippt die Stimmung – und die Situation entwickelt sich zu einer regelrechten Hetzjagd auf ihn.

Gerade diese Darstellung der Frauen fand ich schwierig. Sie werden im Verlauf der Geschichte sehr negativ gezeichnet, und die Dynamik zwischen ihnen, der Kommissarin und Schlaphysen wirkte auf mich teilweise eher gehässig als spannend. Dazu kommen immer wieder Rückblicke auf den „Teufelsclub“ der Frauen, was für mich den Lesefluss zusätzlich gebremst hat.

Dabei stellt sich für mich auch die Frage, ob Schlaphysen tatsächlich in die klassische Kategorie eines Heiratsschwindlers passt. Seine Masche ist zwar fragwürdig, aber gleichzeitig verlangt er nichts direkt – vieles entsteht erst dadurch, dass die Frauen für ihn bezahlen, wenn seine Karte angeblich nicht funktioniert. Für mich blieb diese moralische Einordnung deshalb eher offen.

Am Ende war mir leider einfach egal, wer den Mord begangen hat, weil mich die Geschichte bis dahin nicht mehr packen konnte.

⭐ Fazit

Ein Krimi mit einer interessanten Ausgangsidee und einem wirklich großartigen Cover, der mich durch die eher spannungsarme Erzählweise und die Figurenkonstellation nicht überzeugen konnte. Nach gut der Hälfte habe ich das Buch deshalb abgebrochen.

⭐⭐ 2 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.03.2026

Viel Durcheinander in Endstation Fichtelgebirge

Endstation Fichtelgebirge
0

Mit Endstation Fichtelgebirge legt Jacqueline Lochmüller einen weiteren Regionalkrimi vor, erschienen im Emons Verlag. Leider konnte mich dieser Band nur bedingt überzeugen.
Der Einstieg ist zwar nicht ...

Mit Endstation Fichtelgebirge legt Jacqueline Lochmüller einen weiteren Regionalkrimi vor, erschienen im Emons Verlag. Leider konnte mich dieser Band nur bedingt überzeugen.
Der Einstieg ist zwar nicht langweilig, aber ich hätte mir dringend ein Personenverzeichnis gewünscht. Es tauchen unglaublich viele Figuren in kurzen, wechselnden Handlungssträngen auf, sodass es lange dauert, bis man halbwegs sortiert hat, wer eigentlich wer ist – und wer welchen „Dreck am Stecken“ hat. Gefühlt hat beinahe jede Figur ihre dunklen Geheimnisse. Dieses permanente Springen zwischen den Perspektiven und die vielen kurzen Kapitel haben bei mir eher für Verwirrung als für Spannung gesorgt.
Was mich besonders gestört hat: In diesem Buch nuscheln gefühlt unheimlich viele Personen. Das zieht sich durch die gesamte Handlung und wurde für mich mit der Zeit richtig anstrengend. Auch die Dialoge der beiden Ermittler haben mich irritiert. Sie bleiben beim förmlichen „Sie“. Dadurch entstehen immer wieder steife Begrüßungsszenen mit „Herr Breuer“ und „Frau Herbich“, die auf Dauer eher befremdlich als authentisch wirken. Und wenn dann Frau Herbich mal ans Du denkt, wird das einfach wieder abgeblasen.
Der Altenpfleger war für mich eine der wenigen Figuren, mit denen ich wirklich mitgefühlt habe. Er stolpert von einem Schlamassel ins nächste – man leidet fast durchgehend mit ihm. Allerdings gab es auch hier Unplausibilitäten: Sein verletzter Fuß scheint nach einem Tag plötzlich wieder so in Ordnung zu sein, dass er arbeiten kann. Ebenso wenig nachvollziehbar war für mich, warum er das hochgradig traumatisierte Kind nicht sofort mitgenommen hat. Das Kind spricht kaum, ist sichtlich belastet, und die Balkontür lässt sich nicht einmal richtig schließen – das hat mich ehrlich gesagt ziemlich geärgert. Natürlich, dramaturgisch wäre der Krimi sonst schneller vorbei gewesen, aber es wirkte konstruiert. Vor allem, das Kind hat nicht wirklich begriffen, was es getan hat.
Auch die Vielzahl an Schauplätzen hat mich eher ermüdet. Die Figuren sind gefühlt überall in Süddeutschland unterwegs, doch echtes Lokalkolorit wollte bei mir nicht aufkommen. Einige Szenen – etwa rund um die Bäckerei – erschienen mir zudem nicht immer ganz plausibel.
Insgesamt hatte ich oft das Gefühl, mich in einem großen Durcheinander zurechtfinden zu müssen. Trotz aller Kritikpunkte habe ich das Buch zwar zu Ende gelesen, aber wirklich gepackt hat es mich nicht.
Fazit
Ein Krimi mit interessanten Ansätzen und einzelnen berührenden Figuren, der jedoch unter zu vielen Handlungssträngen, überladenen Ortswechseln und teilweise unplausiblen Entwicklungen leidet. Die häufig nuschelnden Figuren und die steifen Dialoge haben mein Lesevergnügen zusätzlich geschmälert.
Sagen wir so: Das wird nicht meine Lieblingsemonsserie.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2026

Eine Autorin, die ich sehr schätze – doch dieser Roman hat mich überrascht

Das letzte Kind hat Fell
0

Ich lese Tessa Hennig seit vielen Jahren mit großer Freude, weil ihre Bücher warmherzig, humorvoll und voller Urlaubsflair sind. Umso schwerer fällt mir diese Rezension, denn Das letzte Kind hat Fell fühlte ...

Ich lese Tessa Hennig seit vielen Jahren mit großer Freude, weil ihre Bücher warmherzig, humorvoll und voller Urlaubsflair sind. Umso schwerer fällt mir diese Rezension, denn Das letzte Kind hat Fell fühlte sich für mich ungewohnt anders an. Der Schreibstil wirkt deutlich flapsiger als sonst, mit vielen Halbsätzen und jugendlicher Sprache, die für mich nicht zu ihrem üblichen Ton passt. Auch die zahlreichen sexuellen Anspielungen empfand ich als untypisch und etwas zu viel.

Das E‑Book selbst machte das Lesen zusätzlich mühsam: Rechtschreibfehler, eingeblendete Zahlen auf fast jeder Seite und fett unterstrichene Abkürzungen störten meinen Lesefluss erheblich. Auch die vielen englischen Passagen irritierten mich – in einem Portugal‑Roman hätte ich eher portugiesische Begriffe erwartet.

Inhaltlich zog sich der Anfang für mich sehr in die Länge, bis Sandra und ihr Sohn endlich in Portugal ankommen. Danach überschlägt sich die Handlung plötzlich, fast zu rasant, sodass ich kaum Zeit hatte, in der Geschichte anzukommen. Der Portugal‑Flair blieb für meinen Geschmack zu blass; vieles wirkte eher aufgezählt als atmosphärisch. Die Figuren – besonders Sandra und ihr Sohn – konnten mich diesmal nicht überzeugen, und das moderne Thema rund um den Enkel fühlte sich für mich bemüht und nicht besonders glücklich umgesetzt an.

Humor und liebevolle Charakterzeichnung, sonst ein Markenzeichen der Autorin, kamen für mich deutlich zu kurz. Es gab nur wenige Szenen zum Schmunzeln, und echte Highlights fehlten mir. Das Cover hingegen ist sehr schön und passt optisch zu ihren anderen Büchern – inhaltlich konnte mich dieser Roman jedoch leider nicht erreichen.

Nach vielen Jahren als treue Leserin gebe ich selten so niedrige Bewertungen, doch hier bleiben für mich nur zwei Sterne – mit großem Respekt für eine Autorin, deren frühere Werke ich weiterhin sehr schätze.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.01.2026

Vor Langeweile während des Lesens....

Bedrohliche Provence
0

... überlegt, was ich als nächstes Buch lesen möchte!

Ich kam irgendwie nicht ins Buch und hab mir auch überlegt, wie das sein kann. Ich liebe alle Provencekrimis und den nicht! Hab ich überhaupt schon ...

... überlegt, was ich als nächstes Buch lesen möchte!

Ich kam irgendwie nicht ins Buch und hab mir auch überlegt, wie das sein kann. Ich liebe alle Provencekrimis und den nicht! Hab ich überhaupt schon mal ein Buch aus der Serie gelesen? Keine Ahnung, ich kann mich nicht erinnern.

Die Familienverhältnisse von Albin Leclerc habe ich dann auf seine 130 ahnungsweise begriffen. Ein Muster das sich wiederholt. Kaputte Ehen und die Tochter hat einige Geheimnisse vor ihrem Vater, was so die Scheidung mit ihrem Mann der sie misshandelt hat anbelangt.

Zudem ist der Ex-Commissaire (oder in welchem Rang er auch immer ausgeschieden ist) von einem Bekannten gebeten worden, herauszufinden, was mit seiner Tochter und ihrem Freund/Verlobten passiert ist.

Albin Leclerc ist immer da, wo die Polizei Leichen findet, er lauscht an Türen und bekommt Sachen raus, die die "unfähige" Polizei nicht herausbringt. Die setzen sich ja auch an seinen "Schreibtisch" im Lokal. Irgendwas muss man ja haben, wenn man außer Dienst ist. Aber manchmal ist er ja noch Berater der Polizei, die ihn dringend braucht.

Denn der eine Polizist in Uniform erzählt Leclerc Sachen, die er eigentlich den Ermittlern erzählen müsste! So kommt Leclerc zu einem Edelschuppen wo Madame Sylvie den Versicherungsmenschen 1 bis 2 mal die Woche "betreut" hat. In Sachen Erniedrigung ist sie sehr gut.

Nun ja, ich mochte die Polizei nicht, die ihm seinen Schreibtisch besetzt und total unfähig erscheint. Und Albin Leclerc mischt sich in alles ein. Und redet mit seinem Mops. Das nervt mich total und so bin ich mit meinen Gedanken woanders.

Ein Buch soll mich ablenken und mich nicht nerven oder über andere Sachen nachdenken lassen. Ich kam einfach nicht mit den Charakteren klar, auch nicht über das Privatleben des Ermittlers, seine lautlosen Gespräche mit dem Mops... Es war rundum alles. Zwischendurch hab ich dann perfekt Crime von Claire Douglas zu Ende gelesen. Damit war ich in der Sylvesternacht beschäftigt, schlafen konnte ich ja wegen des Krachs nicht.

Nun ja, um beim Buch zu bleiben, es ist das erste Buch dieses Jahr, das ich abbreche, auf Seite 130.

Ich kann jetzt getrost sagen, ich muss nicht mehr alle Krimis aus der Provence haben und kann somit auch noch die anderen Bücher des Albin Leclercs in den Bücherschrank legen.

Kam 2024 als Softcover raus! Und dann 2025 als Taschenbuch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere