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Veröffentlicht am 14.11.2018

Hundert Vorbilder mehr

Good Night Stories for Rebel Girls 2
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Manche Dinge sind so gut, dass man mehr davon haben möchte. Nachdem in „Good Night Stories for Rebel Girls – 100 außergewöhnliche Frauen“ schon einige Frauen vorgestellt wurden, die Besonderes geleistet, ...

Manche Dinge sind so gut, dass man mehr davon haben möchte. Nachdem in „Good Night Stories for Rebel Girls – 100 außergewöhnliche Frauen“ schon einige Frauen vorgestellt wurden, die Besonderes geleistet, sich für ihre Rechte eingesetzt und damit andere inspiriert haben, erzählt „Good Night Stories for Rebel Girls 2 – Mehr außergewöhnliche Frauen“ von weiteren 100 Frauen, die als Vorbilder gelten können.

Francesca Cavallo und Elena Favilli haben in dem zweiten Band der Gute-Nacht-Geschichten für rebellische Mädchen Geschichten versammelt, auf die sie, nach eigenen Angaben, durch die Leserinnen und Leser des ersten Bandes gestoßen wurden. Geschichten, die schon immer da waren, aber erst durch die Geschichten des ersten Bandes als Geschichten über Rebel Girls wahrgenommen wurden. Auch der zweite Band motiviert und inspiriert nicht nur dazu, den rebellischen Heldinnen nachzueifern, sondern sorgt auch dafür, das Außergewöhnliche in den Biografien vieler Frauen zu erkennen. Unabhängig davon ob diese eine Berühmtheit ist, wie etwa Beyoncé oder Ellen DeGeneres oder eine nicht ganz so bekannte Wissenschaftlerin ist, wie beispielsweise Alice Ball oder Sara Seager.

Sortiert sind die Geschichten über außergewöhnliche Frauen dabei nach dem Anfangsbuchstaben des Vornamens. Jeder Frau sind eine Seite und eine Illustration gewidmet. Der Erzählstil ist dabei für jüngere Leserinnen ausgelegt, fasziniert aber Erwachsene genauso. Zumal viele der vorgestellten Frauen vielleicht auch gar nicht bekannt sind. Die Bereiche, in denen die porträtierten Frauen rebellisches geleistet haben, reichen dabei von Sport über Musik über Schauspielerei über Kunst und Literatur über Wissenschaft bis hin zu Politik und machen deutlich, dass jede Frau auf ihrem Gebiet eine Heldin sein kann. Zu den faszinierenden und teilweise aufschlussreichen Geschichten kommen die farbigen Illustrationen, die von 60 Künstlerinnen aus aller Welt gezeichnet wurden. Ein Buch, das jüngeren Leserinnen Mut macht ihre Träume zu verwirklichen und erwachsenen Leserinnen noch einiges über spannende Frauen beibringt.

Veröffentlicht am 02.11.2018

Eulen, Wunder, Angst und Hoffnung

Wie Eulen in der Nacht
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Eulen sind weise. Deshalb wissen sie auch immer ganz genau, wann in Bicho Raro wieder ein Wunder bevorsteht. Dabei muss jeder der Pilger, der dorthin kommt, zwei Wunder erleben. Eines, dass sein Problem ...

Eulen sind weise. Deshalb wissen sie auch immer ganz genau, wann in Bicho Raro wieder ein Wunder bevorsteht. Dabei muss jeder der Pilger, der dorthin kommt, zwei Wunder erleben. Eines, dass sein Problem sichtbar macht und eines, dass erst eintritt, wenn er sich mit diesem Problem auseinandergesetzt hat. Die Mitglieder der dort lebenden Familie Soria dürfen sich nicht in die Wunder einmischen, weshalb sie den Kontakt zu den Pilgern größtenteils meiden. Als Pete Wyatt nicht als Pilger in die Stadt kommt und auch kein Wunder erleben will, beginnen sich die Dinge zu ändern.

Maggie Stiefvaters „Wie Eulen in der Nacht“ ist mehr als nur eine Fantasygeschichte. In der 1962 in Colorado angesiedelten Handlung geht es um zwischenmenschlichen Umgang und die Auseinandersetzung mit eigenem Fehlverhalten sowie den inneren Dämonen. Im Roman wird das als Dunkelheit bezeichnet und die kann sehr erdrückend werden. Die Dunkelheit ist es auch, die das Verhalten der Bewohner von Bicho Raro maßgeblich beeinflusst. Bicho Raro hat zwei Arten von Bewohnern, die Pilger und die Familie Soria, deren Familiengeschichte ebenfalls Einfluss auf die Ereignisse hat.

Am Ende des Romans stehen verschiedene Erkenntnisse. Erstens, dass man mitunter Hilfe braucht, um bestimmte Dinge an sich selbst zu erkennen und zu ändern, Zweitens, dass es hilfreich sein kann miteinander zu sprechen oder manches laut auszusprechen. Drittens, dass es wichtig ist, ab und zu seine Angst zu überwinden, da Angst jede Hoffnung ersticken kann. „Wie Eulen in der Nacht“ umfasst zwar nur knapp 300 Seiten ist aber keine Geschichte, die sich schnell weglesen lässt. Dazu ist die Handlung zu vielschichtig und die Probleme der Pilger bieten viel zu viel Anlass zum Nachdenken, als dass man diese als gegeben hinnehmen könnte. Gerade diese Aspekte lassen die Geschichte jedoch tiefgründiger werden und machen ihren Reiz schließlich aus.

Veröffentlicht am 23.10.2018

Mit ein wenig Abstand betrachtet

Der Apfelbaum
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Der Roman beginnt 1915, als Hauptcharakter Otto geboren wird. 1932 lernt er seine große Liebe Sala kennen. Sechs Jahre später zwingt Salas familiärer Hintergrund sie zur Flucht, als der Krieg beginnt, ...

Der Roman beginnt 1915, als Hauptcharakter Otto geboren wird. 1932 lernt er seine große Liebe Sala kennen. Sechs Jahre später zwingt Salas familiärer Hintergrund sie zur Flucht, als der Krieg beginnt, wird Otto von der Wehrmacht eingezogen. Ab da beginnt eine Odyssee, die die beiden erst Jahre später wieder zusammenführt.

„Der Apfelbaum“ beginnt mit einem Vorspann, der als wegweisend für die folgenden Ereignisse gelten kann. Ein Kind beobachtet, wie alte Bäume gefällt werden, ein knorriger Apfelbaum bleibt allerdings stehen. Der Apfelbaum kann hier nicht nur als Sinnbild für einen Familienstammbaum stehen, sondern auch für die Personen im Roman, die alle eine eigene Last zu tragen haben und dennoch aufrecht stehen. Dabei gliedert sich der Roman in zwei Teile. Einen erzählenden in der Vergangenheit und einen gegenwärtigen, der stellenweise den Eindruck einer Kommentarfunktion vermittelt. Die Verknüpfung zwischen beiden ist der Erzähler, der sich als Ich-Erzähler selbst in die Gegenwartshandlung schreibt.

Hinter dem Roman steckt intensive Recherche, was vor allem daran deutlich wird, dass der Zeitgeist der Vergangenheit, die Lebensumstände der beschriebenen Personen und deren Beziehungen zueinander fast schon detailliert erzählt werden. Die Schonungslosigkeit mit der sowohl menschliche Abgründe als auch bedingungslose Liebe geschildert werden, macht den Reiz des Romans aus. Die Perspektivenwechsel sorgen in diesem Zusammenhang immer wieder für ein kurzes Auftauchen und Innehalten beim Lesen. Diese bewusst gesetzte Unterbrechung des Leseflusses lässt den Leser aber auch aufmerksam werden und kurz über das Gelesene nachdenken. Wer sich das Buch aufgrund des Prominenzbonus kauft, wird sicherlich enttäuscht sein, da man über Christian Berkel selbst nicht viel erfährt. „Der Apfelbaum“ ist die fiktionalisierte Geschichte seiner Eltern und teilweise auch seiner Großeltern. Wovon man allerdings nur schwerlich enttäuscht sein kann, ist die Erzählung selbst. Diese ist fesselnd und von ihrer Struktur her spannend zu lesen.

Veröffentlicht am 09.10.2018

Im Zeichen der Drei

Drachenkralle 2: Das Feuer der Macht
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Simon, Maya und ihre Freunde sind auf dem Rückweg in ihr Heimatdorf. Mit den beiden übermütigen Jungdrachen Mary und Juri gestaltet sich die Reise aber manchmal gar nicht so einfach. Als Mary einem fremden ...

Simon, Maya und ihre Freunde sind auf dem Rückweg in ihr Heimatdorf. Mit den beiden übermütigen Jungdrachen Mary und Juri gestaltet sich die Reise aber manchmal gar nicht so einfach. Als Mary einem fremden Mädchen das Leben rettet, erfahren die Freunde durch eine Prophezeiung von einer neuen Gefahr. Entschlossen, diese abzuwenden, wird die Heimreise erst ein Mal aufgeschoben. Um sich dem Bösen entgegenzustellen, müssen sich die Freunde aber erst einmal trennen.

Mit Alana taucht ein neuer Charakter auf, der sich jedoch nahtlos in die bereits bestehende Gruppe einfügt. Die Figuren aus dem ersten Band werden als bekannt vorausgesetzt, wodurch Alana deutlich in den Mittelpunkt gerückt wird. Da sie die Freunde allerdings erst kennenlernen muss, können hier auch noch Leser, die den ersten Teil nicht gelesen haben, in die Geschichte einsteigen. Viel Zeit, um sich in der neuen Gruppe zurechtzufinden, hat Alana allerdings nicht, da der Schwerpunkt des Buches auf der Entschlüsselung der Prophezeiung und der dadurch bedingten Reise liegt.

Die Handlung von „Drachenkralle – Das Feuer der Macht“ gliedert sich in drei Erzählstränge, zwischen denen gewechselt wird. Dadurch entsteht für den Leser ein umfassendes Bild von der Gesamthandlung. Im Laufe der Geschichte gibt es immer wieder unerwartete Wendungen, aber auch Ereignisse, die sich als Anspielungen deuten lassen können. Hinzu kommen jugendliche Helden, die mitunter impulsiv handeln und verwundbar sind, wodurch die Erzählung eine gewisse Unberechenbarkeit bekommt. Wie bereits der erste Band richtet sich auch „Drachenkralle – Das Feuer der Macht“ primär an Jugendliche und junge Erwachsene.

Veröffentlicht am 03.10.2018

Hinter dem Tresen

Der Mitternachtsladen
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Eigentlich war Lina nur auf dem Weg nach Hause, als ihr an der Straße im Wald ein Laden auffällt. Als der Besitzer des Ladens sie einstellt, ist sie erst mal dankbar für den Job. Dabei müssten die Arbeitszeiten ...

Eigentlich war Lina nur auf dem Weg nach Hause, als ihr an der Straße im Wald ein Laden auffällt. Als der Besitzer des Ladens sie einstellt, ist sie erst mal dankbar für den Job. Dabei müssten die Arbeitszeiten von Sonnenuntergang bis Mitternacht sie eigentlich stutzig machen. Auch ihre Kollegin Mara benimmt sich ein wenig seltsam. Je länger Lina im Mitternachtsladen arbeitet, desto näher scheint sie dem Geheimnis zu kommen. Als sie Brendan, den Sohn des Ladenbesitzers, kennenlernt, offenbart sich ihr eine völlig neue Welt.

Tanja Karmann lässt sich während des Erzählens nur bedingt in die Karten schauen. Das ist insofern positiv für die Geschichte, da man lange gar nicht weiß, was es denn nun mit dem Mitternachtsladen auf sich hat. Auch Brendan und seine Freunde lassen sich dadurch nicht so leicht einordnen. Darüber hinaus hat jedes Detail seinen Platz innerhalb der Geschichte, irrelevante Erwähnungen und Bemerkungen am Rande sucht man vergeblich. Die verdichtete Erzählung fordert wiederum Aufmerksamkeit vom Leser, allerdings macht es einem die Autorin mit ihrem einladenen Schreibstil leicht in den Text einzutauchen. Die Bezüge zum gälischen und der irischen, schottischen und angelsächsischen Feenmythologie fügen sich nicht nur problemlos in die Geschichte ein, sondern ergeben sich auch logisch aus dem Aufbau der erzählten Welt.

Da Lina sich mit den neuen Gegebenheiten erst nach und nach vertraut machen muss, lernt man auch als Leser die Hintergründe Stück für Stück kennen. Das erleichtert es einem, sich in der erzählten Welt zurechtzufinden. Linas jugendliches Alter und die im Text angesprochenen Themen machen „Der Mitternachtsladen - Verbundene Welten“ vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiv. Allerdings spricht das Buch darüber hinaus eigentlich alle Fans von gutgeschriebener Fantasy an.