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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2018

Ruhig, unspektakulär und tiefgründig

Deine Stimme in meinen Träumen
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Die Protagonisten und ihre Geschichte

Christine hat sich ein Leben in Stuttgart aufgebaut, als sie Stefan kennenlernt. Der lebt ausgerechnet in ihrer Heimatstadt Schutzingen und so kommt es, dass Christine ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte

Christine hat sich ein Leben in Stuttgart aufgebaut, als sie Stefan kennenlernt. Der lebt ausgerechnet in ihrer Heimatstadt Schutzingen und so kommt es, dass Christine zurückzieht an den Ort ihrer Kindheit.

Die Freude, wieder in der Nähe ihrer Großmutter zu sein, ist nur von kurzer Dauer, denn Elisabeth stirbt nach kurzer Zeit. In ihrem Nachlass befinden sich Briefe, die Christines Großmutter nie verschickt hat. Sie sind an Wilhelm Karp gerichtet, Elisabeths große Liebe und es war Elisabeths letzter Wunsch, dass Christine die Briefe an Wilhelm übergibt.

So reist Christine nach Montreal, wo sie von Wilhelms Enkel Robert erfährt, dass Elisabeths große Liebe schon 10 Jahre zuvor verstorben ist und in Vancouver begraben wurde. Christine und Robert machen sich auf einen 4.000 km langen Roadtrip von Montreal nach Vancouver, doch für Christine ist es auch ein Weg zu sich selbst.

Meine Gedanken zum Buch

Christine war mir von Anfang an sympathisch, man merkt schnell, dass sie sich Halt im Leben wünscht, den sie offenbar bei Stefan gefunden hat. Dennoch bleibt das Gefühl, dass sie noch auf der Suche nach sich selbst ist. Bei Stefan wiederum hatte ich ständig den Eindruck, dass er in Christine weniger die Frau seines Lebens sieht als vielmehr eine praktische Arbeitskraft im elterlichen Betrieb. Doch Christine hält an ihm fest und lässt sich auch nicht von Robert irritieren.

Joanna Martin arbeitet mit zwei Zeitebenen. In der Gegenwart erleben wir die Geschichte von Christine und durch Elisabeths Briefe, die Christine liest, erfahren wir, was in der Vergangenheit zwischen Elisabeth und Wilhelm passiert ist.

Der Handlungsstrang um Elisabeth und Wilhelm konnte mich in seinen Bann ziehen. Christines Suche nach ihrer Identität und nach Halt im Leben ist sehr tiefgründig. Doch der Handlungsstrang um Christine, Stefan und Robert konnte mich nicht wirklich berühren, da waren mir die Emotionen zu flach. Dafür hat Joanna Martin aber wieder mit wunderbaren Bildern von Kanada gepunktet, die sie in meinem Kopf hat entstehen lassen.

Der Roman ist insgesamt eher ruhig und unspektakulär, hat mir aber dennoch angenehme Lesestunden beschert.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Ein heiterer Kriminalroman, bei dem ich oft schmunzeln musste

Der Tod bohrt nach
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Die Protagonisten und ihre Geschichte

Dr. Leocardia Kardiff ist Zahnärztin, geschieden und Mutter von Zwillingstöchtern im Teenie-Alter. Die Praxis hat sie vor einiger Zeit von ihrem Vater übernommen ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte

Dr. Leocardia Kardiff ist Zahnärztin, geschieden und Mutter von Zwillingstöchtern im Teenie-Alter. Die Praxis hat sie vor einiger Zeit von ihrem Vater übernommen und der mischt sich nur zu gerne in ihr Leben ein. Gelegentlich stolpert „Dr. Leo“, wie sie von ihren Angestellten genannt wird, über ein Verbrechen, wodurch sie Hauptkommissar Jakob Zimmer begegnet ist, mit dem sie seit mittlerweile sieben Monaten liiert ist.

Während eines nächtlichen Notdienstes kommt Dietrich Möwe in Dr. Leos Praxis. Der Mann scheint verwirrt zu sein, redet von einem Mädchen, das er retten muss und vom Tod. Die Antennen der Zahnärztin stehen sofort auf Empfang, doch um keinen Krach mit Jakob zu riskieren, will sie sich zurückhalten. Als Möwe am nächsten Tag aber nicht wie vereinbart zur Behandlung kommt, fährt sie unter dem Deckmantel eines Hausbesuches zu seiner Wohnung … und steckt mitten in einem Entführungsfall.


Meine Gedanken zum Buch

Auch wenn es das Cover schon erahnen lässt, schiebe ich eine wichtige Info voraus: „Der Tod bohrt nach“ ist kein typischer Krimi, sondern ein sehr heiterer Kriminalroman, bei dem ich oft schmunzeln musste.

Isabella Archan hat mit Dr. Leocardia Kardiff eine neugierige Protagonistin geschaffen, die sie zum dritten Mal ermitteln lässt. Ohne dass ich die ersten beiden Bände dieser Serie gekannt habe, habe ich mich problemlos in die Reihe einfinden können.

Die Autorin wechselt zwischen zwei Perspektiven. Zum einen erzählt Leo die Erlebnisse in der Ich-Form, zum anderen schreibt Isabella Archan in der Zuschauer-Perspektive. Der Wechsel war für mich sehr ungewöhnlich und im ersten Moment auch gewöhnungsbedürftig.

Der Kriminalfall an sich ist interessant gestaltet und durchaus spannend, ist aber für mich sogar ein wenig in den Hintergrund gerückt, da mich das ganze Drumherum sehr gut unterhalten hat. Die Auflösung fand ich sehr gelungen.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Das Finale war mir etwas zu überzogen

Wenn Liebe Cowboystiefel trägt
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Avery Davis hat mit 18 Jahren ihren Heimatort Littletree verlassen. Acht Jahre später kehrt sie nach Hause zurück um sich von ihrer Krebserkrankung zu erholen und ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Avery Davis hat mit 18 Jahren ihren Heimatort Littletree verlassen. Acht Jahre später kehrt sie nach Hause zurück um sich von ihrer Krebserkrankung zu erholen und darüber nachzudenken, wie ihr Leben weitergehen soll.

Sie hätte es gerne vermieden, Mason King wiederzutreffen, dem Mann, dem sie in ihrer Jugend ihr Herz geschenkt hat. Doch auch Mason, der gefeierte Rodeo-Star, verbringt gerade Zeit bei seiner Familie.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten können die beiden an ihrer Vergangenheit anknüpfen. Doch Avery kann nicht damit umgehen, dass Mason dem Rodeo-Sport so intensiv verbunden ist und dadurch sorglos mit seinem Leben umgeht, während sie gerade erst gelernt hat, was es bedeutet, nicht gesund zu sein.

Meine Gedanken zum Buch
Avery hat ganz bittere Erfahrungen gemacht. Nach ihrer Krebserkrankung steht sie ohne Partner und Job da und ihre erste Begegnung mit Mason verläuft katastrophal. Beim Lesen spürt man förmlich, wie sie sich zurück kämpft ins Leben und unter den Rückschlägen leidet. Sicherlich könnte man im ersten Moment meinen, Avery übertreibt, aber wenn man bedenkt, dass sie auf einem schmalen Grad zwischen Leben und Tod gewandert ist, kann man sehr gut verstehen, dass sie mit Masons Sorglosigkeit nicht umgehen kann.

Auch Mason ist toll gezeichnet, anfangs vielleicht etwas überheblich, ganz der regionale Superstar, aber doch ein herzensguter und empathischer Mensch. Die Kleinstadtidylle, in der Emily Bold ihren Schauplatz aufgebaut hat, ist so herrlich klischeebehaftet. Ein Café als Treffpunkt und Klatsch-Oase, die feierlichen Paraden, dass jeder über jeden Bescheid weiß, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Die Geschichte selbst ist sehr emotional und geht ans Herz, wobei das etwas weniger auf das Verhältnis zwischen den Protagonisten als viel mehr auf Averys Kampf zurück ins Leben zutrifft. Mein einziger Kritikpunkt ist das theatralische Finale, das war für meinen Geschmack etwas überzogen.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Ein LARP-Krimi, für mich etwas völlig Neues

Mörderspiel - LARP-Krimi
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Die Protagonistin und ihre Geschichte
Lilli ist seit Kurzem mit Markus zusammen. Ihr Freund ist ein großer Fan von sogenannten LARPs, Live-Rollenspielen, in denen die Spieler ein Spielfigur selbst darstellen. ...

Die Protagonistin und ihre Geschichte
Lilli ist seit Kurzem mit Markus zusammen. Ihr Freund ist ein großer Fan von sogenannten LARPs, Live-Rollenspielen, in denen die Spieler ein Spielfigur selbst darstellen. Als er sie einlädt, mit ihm zusammen übers Wochenende zu einem LARP zu fahren, ist sie zunächst sehr skeptisch, lässt sich aber Markus zuliebe auf das Abenteuer in einem alten Herrenhaus ein.

Das Rollenspiel versetzt die Spieler zurück in die 1960er Jahre, wo sie das Geheimnis um Charlotte und ihre angeheiratete Familie aufdecken sollen. Lilli spielt dabei Victoria Chester, eine Privatdetektivin aus Chicago, die 1938 geboren ist. Sie findet immer mehr Gefallen an dem Rollenspiel, allerdings gibt es Vorkommnisse, die sie daran zweifeln lassen, ob wirklich alles nur Fiktion ist.

Meine Gedanken zum Buch
Wie Lilli war LARP auch für mich ein ganz abenteuerliches Thema. Ich wusste zwar schon zuvor, was Live-Action-Rollenspiele sind, aber ein LARP-Krimi war auch für mich etwas vollkommen Neues.

Daniela Beck hat die Handlung auf drei verschiedenen Ebenen spielen lassen:

Ebene 1: Lilli tritt als Victoria Chester in Erscheinung und alle Spieler sind in ihrer Rolle. Diese Zeiträume werden „In-Time“ (IT) genannt

Ebene 2: Lilli trifft als Lilli auf ihre Mitspieler. Das passiert nicht nur auf Hin- und Rückfahrt, sondern beispielsweise auch abends, wenn sich die Spieler „privat“ auf ihren Zimmern treffen. Bezeichnet wird Letzteres als „Out-Time“ (OT). Außerdem gibt es noch sogenannte OT-Blasen, das sind Zeiträume, in denen die Spieler zwar IT sein sollten, aber „aus ihrer Rolle fallen“ und z.B. Gespräche außerhalb ihrer Rolle führen.

Ebene 3: Lilli findet in ihrem Nachttisch ein Tagebuch einer gewissen Charlotte, die – nach ihrer frühen Heirat – bei der Familie ihres Mannes in dem Herrenhaus lebt, in dem auch das LARP spielt. Die dritte Ebene handelt also von Charlotte und dem Menschen in ihrem Umfeld.

Wem hier die Spezialbegriffe auffallen, dem sei gesagt, dass die Autorin im Anhang des Buches viele Begriffe erklärt. Aber sie hat auch einen „Spickzettel“ in die Geschichte eingebunden, in dem sie Lilli sich hat die Begriffe mit Erläuterungen auf den Arm schreiben lassen. Immer, wenn die Protagonistin auf ihren Arm schaut, erklären sich dem Leser die Begriffe automatisch mit.

Der Roman ist überhaupt sehr übersichtlich gestaltet, denn Daniela Beck überschreibt ihre Kapitel mit Lilli, Victoria oder Charlotte, so dass sofort klar ist, auf welcher Ebene der Leser sich gerade befindet.

Die drei Ebenen greifen ineinander. Die LARPer finden IT, OT und auch im Tagebuch immer wieder Hinweise, die sie der Aufdeckung des Geheimnisses ein Stück weiter bringen. Die Handlung ist recht unspektakulär und dennoch konnte mich die Geschichte in den Bann ziehen.

Einzig der Schluss konnte mich nicht zu 100% überzeugen. Bei einem Krimi möchte ich mir meine eigenen Theorien über den Ausgang zurecht legen können. Bei diesem Roman hatte ich keine Chance, das ganze Geheimnis im Vorfeld zu überblicken, da es sehr vielschichtig war.

Veröffentlicht am 29.10.2018

Die richtige Mischung aus Ernsthaftigkeit und Lockerheit

Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube
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Die Protagonistin und ihre Geschichte
Emma de Tessent ist 30 Jahre alt, hat einen Masterabschluss und ist dennoch die ewige Praktikantin bei Fairmont, einer Filmproduktion in Rom. Anstatt des erhofften ...

Die Protagonistin und ihre Geschichte
Emma de Tessent ist 30 Jahre alt, hat einen Masterabschluss und ist dennoch die ewige Praktikantin bei Fairmont, einer Filmproduktion in Rom. Anstatt des erhofften unbefristeten Anstellungsvertrages fällt sie den Einsparungen ihres Arbeitgebers zum Opfer. Damit gerät auch der Traum von einer wunderschönen Villa, die es ihr angetan hat, in weite Ferne. Nachdem sie sich bei der Konkurrenzfirma Waldau beworben hat und von Filmproduzent Scalzi kaltschnäuzig abserviert wurde, sieht sie ihre einzige Chance darin, den Autor Tameyoshi Tessai dazu zu bringen, ihr die Filmrechte für seinen Bestseller anzuvertrauen, doch der denkt nicht einmal daran.

Trotz allem ist Emma nicht bereit, sich vom Leben in die Knie zwingen zu lassen, sie nimmt einen Aushilfsjob als Näherin in einer Kinderboutique an und blickt nach vorne …


Meine Gedanken zum Buch
Alessia Gazzola hat mehrere Handlungsstränge entwickelt, die alle bei Emma zusammen laufen. Da wäre zunächst ihre Arbeit und ihrer Suche nach einer neuen Anstellung und ihre Ausbildung als Näherin. Der Begriff der „wackeren Praktikantin“ zieht sich durch den ganzen Roman. Dann geht es um ihre freundschaftliche Beziehung zum Autor Tameyoshi Tessai, der eng mit ihrer Familiengeschichte verknüpft ist. Auch gibt es einen Liebhaber, der aber verheiratet ist und sie zugunsten seiner Frau verlässt. In einer Nebengeschichte lernen wir außerdem Emmas Schwester und deren Mann kennen, der sich als „schrecklicher Schwager“ durch das Buch schleicht.

Obwohl hier mehrere kleine Geschichten um Emma parallel ablaufen, hatte ich nicht das Gefühl, dass der Roman damit überfrachtet ist. Lediglich die Geschichte um Emmas Schwester und den „schrecklichen Schwager“ fand ich überflüssig, diesen Handlungsstrang hätte es nicht gebraucht.

Emma ist im Grunde eine starke Protagonistin, die sich trotz aller Widrigkeiten den Optimismus bewahrt hat. Das hat mir sehr gut gefallen.

Der Roman würde ich nicht als ausgesprochen tiefgründig bezeichnen, aber er ist auch nicht oberflächlich sondern hat die richtige Mischung aus Ernsthaftigkeit und Lockerheit.

Während sich die Geschichte langsam aufbaut, kam das Ende für meinen Geschmack etwas zu abrupt. Das wirkte auf mich so, als ob es eine Begrenzung der Seitenzahl gegeben hätte und die Autorin 10 Seiten vor dem Ende gemerkt hat, dass sie noch 1/4 der Geschichte unterbringen muss. Das ist nun sicherlich überspitzt beschrieben, aber der Höhepunkt und der Schluss hätten gerne etwas ausführlicher sein dürfen.

Dennoch hat mir das Buch gut gefallen und ich vergebe vier von fünf Sterne.