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Veröffentlicht am 11.11.2018

Eins meiner Hihglights dieses Jahr

Die Krone der Dunkelheit
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Prinzessin Freya lebt am Hofe ihres Vaters in Thobria, ein Reich, in dem es verboten ist, Magie zu wirken. Nun ist es bereits einige Jahre her, dass Freyas Zwillingsbruder Talon entführt wurde, doch sie ...

Prinzessin Freya lebt am Hofe ihres Vaters in Thobria, ein Reich, in dem es verboten ist, Magie zu wirken. Nun ist es bereits einige Jahre her, dass Freyas Zwillingsbruder Talon entführt wurde, doch sie hat nie aufgegeben, ihn zu finden. Dank Magie hat sie endlich eine Spur von ihm, doch er befindet sich ausgerechnet im Reich der Fae. Freya bleibt nur eine Möglichkeit, ihren Bruder zu finden. Sie muss den Wächter Larkin, der sich in einem Verlies ihres Vaters befindet, befreien, denn nur diesem unsterblichen Wächter kann es gelingen Talon zu finden.
Zur gleichen Zeit befindet sich die junge Ceylan auf ihrer persönlichsten Mission. Sie setzt alles daran, um bei den Wächtern, die die Grenzen zwischen den Menschen und den Fae schützen, beizutreten. Was niemand ahnt, ist, dass sie Rache an den Elva nehmen möchte, denn diese überfielen einst das Dorf, in dem sie und ihre Eltern lebten und Ceylan war die einzige, die überlebte.
Meine Meinung
Schon das wunderschön gestaltete Cover erweckte meine Aufmerksamkeit und machte mich neugierig auf die Geschichte. Doch nicht nur das Cover verschönert dieses Buch, denn man entdeckt auch in dessen Innerem tolle Illustartionen, die die diversen Charaktere zeigen. Die Zeichnungen wurden von Illustratorin Gabriella Bujdoso erstellt und sind wirklich traumhaft schön.
Der Einstieg in die Geschichte ist nicht ganz so leicht, denn wie so oft bei Fantasyromanen stürmen hier zunächst gefühlte unzählige Charaktere auf den Leser ein. Doch recht schnell weiß man, wer wohin gehört und wer welche Intentionen hat. Das liegt aber auch definitiv an Laura Kneidls wirklich flüssigen und einnehmenden Schreibstils. Sie beschreibt, ohne dabei auszuschweifen, von der fremden Welt und den darin lebenden Charakteren, so dass man schnell ein lebhaftes Bild vor Augen hat.
Das Worldbuilding hat mir gut gefallen, ist zwar ein recht typisches für Geschichten rund um Fae und Menschen, aber birgt auch ganz viele eigene Ideen, die Abwechslung und Spannung bringen. Eine Grenze zwischen der Welt der Menschen, Thobria und die der Fae, Melidrian, soll Kämpfe zwischen den unterschiedlichen Völkern verhindern. Was mir bei solchen Geschichten immer besonders gut gefällt, sind die Karten, die man auch hier in der Klappe des Covers vorfindet. Das macht gleich die gesamte Welt noch einmal mehr lebendig und man kann sich daran gut orientieren.
Was auf den ersten Blick noch recht ruhig beginnt, wird schnell spannend. Abenteuer und Gefahren, Kämpfe und Action führen durch die Geschichte und immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen, die durchaus verblüffen können. Auch wenn sich hier die ein oder andere romantische Geschichte schon abzeichnet, bleibt dieses komplett im Hintergrund, was mir sehr gut gefallen hat. Der Schluss bietet einen spannungsgeladenen Showdown, der den Leser mit einem Cliffhanger und jeder Menge Fragen zurücklässt.
Aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt man das Geschehen. Während man mit der Prinzessin und deren Wächter Larkin gemeinsam auf Reisen geht, erfährt man parallel dazu mehr über die Wächter an der Grenze und den ganz persönlichen Momente für die junge Wächteranwärterin Ceylan. Aber auch aus dem Land der Fae dürfen wir einiges beobachten. Dieses bietet dem Leser nicht nur viel Abwechslung, sondern auch einiges an Überblick und so manches Mal darf man natürlich auch miträtseln.
Die unterschiedlichen Charaktere wurden detailreich und glaubwürdig ausgearbeitet und besonders gut gefallen mir natürlich die beiden Heldinnen Freya und Ceylan. Zwar sind beide auf den ersten Blick ein wenig stereotyp, aber trotzdem fühlt man sich schnell mit ihnen verbunden und man darf ordentlich mit ihnen mitfiebern. Gerade Prinzessin Freya hat mir gut gefallen, denn sie scheut sich in keinster Weise, um alles zu geben, um ihren Bruder zu finden. Ceylan ist mir zwar ein wenig zu vorhersehbar, aber trotzdem sympathisch und sie bringt so einige spannende Momente mit in die Geschichte.
Neben diesen beiden weiblichen Heldinnen gibt es auch noch diverse Herren an ihrer Seite. Wächter Larkin, der Freya begleitet, ist mir schnell mit seiner ruhigen Art ans Herz gewachsen, aber auch Leigh bei den Wächtern oder der junge Unseelieprinz Kheeran konnten mich überzeugen. Alles in allem sind es abwechslungsreiche, detailreich ausgearbeitet Figuren, zu denen der Leser schnell Bezug findet.
Mein Fazit
Wer High Fantasy Geschichten rund um Fae und Menschen mag, ist mit dieser Geschichte absolut gut aufgehoben. Spannung, Action, ein gut ausgearbeitetes Worldbuilding und glaubwürdig gezeichnete Figuren führen durch eine magische Geschichte, bei der ich mich unheimlich auf den nächsten Band freue. Leseempfehlung für Fantasyfreunde.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Geniale Fortsetzung

Die Opfer, die man bringt
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Achtung, Spoiler zu den vorangegangenen Bänden vorhanden, da Band 6 einer Reihe!

Nachdem Sebastian Bergman auf Grund seiner Handlungen nicht mehr im Team der Reichskriminalpolizei willkommen ist, befindet ...

Achtung, Spoiler zu den vorangegangenen Bänden vorhanden, da Band 6 einer Reihe!

Nachdem Sebastian Bergman auf Grund seiner Handlungen nicht mehr im Team der Reichskriminalpolizei willkommen ist, befindet er sich auf einer Lesereise. Seine Tochter Vanja will in keinster Weise zu ihm Kontakt und hat eine neue Stelle bei der Polizei in Uppsala angetreten. Doch in Uppsala gibt es einen Serienvergewaltiger und Chefin der Polizeibehörde Anne-Lie Ulander bittet Bergman um Hilfe. Das missfällt Vanja so sehr, dass sie bereitwillig zurück zur Reichskommission wechselt, doch es scheint für Vanja kein Entkommen gegenüber Bergman zu geben. Mittlerweile scheint es nämlich als seien zu den Vergewaltigungen auch noch ein Mord hinzugekommen und plötzlich sind die Polizei von Uppsala und die Reichskriminalpolizei miteinander verbunden und das alte Team unfreiwillig vereint.
Meine Meinung
Passend zu den bereits erschienenen Bänden der Reihe ist auch Band 6 in seinem üblichen Gewand zu finden, was natürlich dem Erkennungswert entgegen kommt.
Ich für meinen Teil habe mich riesig gefreut, als ich entdeckte, dass es endlich wieder einen neuen Fall für den wohl egoistischsten Ermittler aller Zeiten geben wird und konnte es kaum abwarten, mit dem Lesen zu beginnen.
Da es bereits eine ganze Weile her war, dass ich den vorangegangenen Band gelesen hatte, musste ich mir gerade zu Beginn doch immer wieder die einzelnen Personen ins Gedächtnis rufen. Doch das erleichtern die Autoren dem Leser ungemein, in dem sie immer wieder bei den einzelnen Charakteren kurze Einblicke in vergangene Ereignisse geben. So war ich dann doch nach kurzer Zeit wieder mitten in Schweden und bei der Reichskommission.
Der Schreibstil liest sich, wie gewohnt, leicht und locker. Schnell wird man von der leichten und klaren Sprache gefesselt und will einfach nur noch wissen, wie es bei den so unterschiedlichen Charakteren weitergeht. Allerdings würde ich sagen, dass es hier doch notwendig ist, die bereits erschienenen Bände zu kennen, denn mittlerweile gibt es doch zu beinahe jedem Charakter eine eigene Geschichte, die von Band zu Band intensiviert wird. Wenn man da nicht völlig im Walde stehen möchte, sollte man also wissen, was es mit den Personen so auf sich hat.
Bei diesem Band hatte ich den Eindruck, dass es hier vielmehr um die Entwicklung der handelnden Personen geht. Es gibt zwar, wie auch sonst immer, einen sehr spannenden Fall, den es zu lösen gilt, doch jeder der Ermittler hat hier seine Geschichte zu erzählen. All das wirkt zusammen sehr komplex und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
In kurzen Kapiteln wechseln die Perspektiven permanent und in einem Tempo, dass man der Handlung atemlos folgt. Bergman, Vanja, Billy, die Opfer und noch mehr Perspektiven kommen zum Zuge und halten den Lesefluss hoch. Man hat hier fast schon das Gefühl, dass in diesem Band bereits auf den nächsten hingearbeitet wird, denn natürlich bleibt man mit dem gewohnten Clffhanger zurück.
Sebastian Bergman, ich mag ihn nicht und doch fasziniert er mich immer wieder aufs Neue. Es ist schon erstaunlich, wie es den Autoren gelungen ist, solch eine Figur zu erschaffen, die man zwar nicht leiden kann, von der man aber trotzdem wissen will, wie es mit ihm weitergeht. Bergman hat mich bisher immer wieder mit seiner Intelligenz beeindrucken können und doch ist er einfach kein Sympathieträger. Seine Beziehung zu Tochter Vanja ist und bleibt schwierig, aber völlig nachvollziehbar. Kaum zu glauben, dass Vanja Bergmans Tochter ist, obwohl sie, was die Intelligenz angeht, wohl wenig in Bermans Schatten steht.
Doch neben Bergman steht dieses Mal der Kriminaltechniker Billy mit im Vordergrund. Bereits in Band 5 gab es eine Situation, die mich entsetzt zurückließ und diese gesamte Entwicklung weiterzuverfolgen, las sich mindestens so spannend, wie der eigentliche Fall.
Alles in allem konnten mich die Autoren Hjorth und Rosenfeldt mit ihren Charakteren wieder einmal völlig überzeugen und zeigten mir all die unterschiedlichen Facetten, die Personen in sich bereit halten.
Mein Fazit
Ein Buch, das mich von Beginn an fesseln und überzeugen konnte. Hier steht einmal nicht der eigentlich Kriminalfall im Vordergrund, sondern die Charaktere, die man schon aus den vorausgegangenen Bänden kennt. Wer diese nicht kennt, dem möchte ich raten, bei dem ersten Band der Reihe zu beginnen. Lesenswert ist jedes einzelne Buch. Mag sein, dass der Fall an sich abgeschlossen endet, doch die Entwicklungen der Personen bauen sich immer mehr auf und zeigen Abgründe, wo man sie nie vermuten möchte. Wer die Reihe mag, für den ist auch der sechste Band ein muss. Ich für mein Teil hoffe sehr, nicht wieder so lange auf eine Fortsetzung warten zu müssen. Komplette Leseempfehlung für die gesamte Reihe!

Veröffentlicht am 04.11.2018

Spannendes Jugendbuch

Jaguarkrieger
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Zwanzig Jahre ist der große Krieg her, seitdem sind weite Teile Deutschlands, auch auf Grund der Radioaktivität, unbewohnt oder auch einfach nicht mehr bewohnbar. Bis auf wenige Privilegierte, die im noblen ...

Zwanzig Jahre ist der große Krieg her, seitdem sind weite Teile Deutschlands, auch auf Grund der Radioaktivität, unbewohnt oder auch einfach nicht mehr bewohnbar. Bis auf wenige Privilegierte, die im noblen Sektor 1 wohnen, leben die Menschen an Randbezirken der noch bewohnbaren Städte. Für die Menschen im Sektor gibt es sogar ein Extra, denn sie können sich bei der Firma Optigenio Kinder genetisch verändern lassen und sozusagen nach ihren Wünschen gestalten. Einer von diesen Kindern ist Will, doch laut seinen Eltern war er trotz aller genetischen Veränderungen fehlerhaft und so wuchs er, mit anderen Kindern, sogenannten Rückläufern, in einem Waisenhaus auf. Nun ist er sechzehn und für sich selbst verantwortlich, gemeinsam mit Freunden hat er einen Clan, den Jaguarkriegern, mit dem er Computerspiele spielt und darin sehr erfolgreich ist. Bis er eines Tages von Optigenio gesucht wird. Will ist dies nicht geheuer und er flüchtet.
Meine Meinung
Dieses sehr schön gestaltete Cover machte mich unglaublich neugierig auf seinen Inhalt, denn von dem Buch hatte ich bis zum Entdecken des Covers noch gar nichts gehört. Was sehr schade ist, denn diese Geschichte bedarf einiges mehr an Aufmerksamkeit.
Der Einstieg war noch ein wenig undurchsichtig, da die Autorin ihren Leser gleich mitten ins Geschehen wirft. Doch schon schnell war man von den Begebenheiten gefesselt, denn Christine Ziegler schafft es geschickt, bereits vergangene Ereignisse mit in die aktuelle Handlung einzubauen. Sie erklärt, was vor zwanzig Jahren passiert ist und wie die Menschen heute leben und all das auch mit einem sehr fesselnden, leichten Schreibstil. Dieser lässt sich nicht nur von der Zielgruppe der jüngeren Leser gut lesen, sondern bietet auch dem Erwachsenen spannende Lesestunden. Wer Bücher mit dystopischen Hintergrund mag, der ist hier bestimmt gut aufgehoben.
Auch die Geschichte selber ist gleich von Beginn an spannend und diese Spannung kann sich auch im gesamten Verlauf des Buches halten. Man flieht, man kämpft und dabei bekommt man noch einen guten Eindruck darüber, wie es nun in Deutschland aussieht. Das Setting liest sich, als wäre man gemeinsam mit Urbexern bei einer Lost Places Besichtigung und erweckt Gänsehaut. Ich hatte ein sehr klares Bild vor Augen, wie unsere Welt aussehen würde, wenn es wirklich einmal so weit käme. Was mir hier auch sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass die Ereignisse innerhalb der Geschichte vorstellbar sind.
Erzählt wird die Geschichte zum größten Teil aus zwei unterschiedlichen Perspektiven durch einen dritte Person Erzähler. Abwechselnd aus der Sicht des Protagonisten Will und später aus der Sicht des Antagonisten Daniel verfolgt der Leser das Geschehen und bekommt dadurch einen sehr guten Einblick und Hintergrundinformationen. Hier und da gibt es noch kleinere Einblendungen aus anderer Perspektive, die mir zunächst noch etwas willkürlich vorkam, aber sehr schnell einen Sinn ergaben.
Protagonist Will ist, gerade auch von der Beschreibung her, ein sehr kämpferischer Held, der sich weder etwas vorschreiben lassen will noch schnell aufgibt. Als Jaguarkrieger spielt er Computersimulationen und ist dort als Spieler berühmt. Aber auch in der Realität ist er mutig, stark, loyal, also alles in allem eine Figur, mit der sich jugendliche Leser bestimmt sehr schnell identifizieren können. Doch auf Grund seiner Vorgeschichte wirkt er, gerade zu Beginn, auch ein wenig verbittert und vor allem misstrauisch. Auf seiner Flucht lernt er die gleichaltriger Mia kennen. Diese öffnet Will ein wenig Herz und Augen, da sie nach wie vor an das Gute im Menschen glaubt. Sie begleitet Will auf seinem Weg und so nach und nach beginnt sich auch der verschlossene Will immer mehr zu öffnen. Mia ist mir, auch auf Grund ihrer lockeren Art, sehr schnell ans Herz gewachsen. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und ist durchweg sympathisch, wenn auch sehr naiv.
Ihr Gegner ist Daniel, der von Optigenio den Auftrag erhält, Will zurückzubringen. Doch Daniel ist voller Vorurteile, vor allem genoptimierten Menschen gegenüber. Doch auch ihn umgibt ein Geheimnis, von dem er selbst nichts ahnt. Er ist knallhart, schonungslos und verbittert und spielt seine Rolle als Antagonist hervorragend.
Neben den beiden Protagonisten und dem Antagonisten gibt es nur eine handvoll Nebencharaktere, die noch Einfluss auf die Handlung nehmen. Besonders gut gefallen hat mir Hannibal, der Programmierer und Freund von Will. Auch wenn er gar nicht viel älter zu sein scheint, kommt er ein wenig wie der väterliche Freund rüber, der aber doch hin und wieder auch unbedarft handelt.
Mein Fazit
Ein tolles Jugendbuch mit dystopischen Hintergrund, der spannende Abwechslung und gute Unterhaltung bietet und das sowohl für Jugendliche als auch Erwachsene. Durchdachte und facettenreiche Protagonisten lassen den Leser mitfiebern, dazu kommt dann noch eine interessante Hintergrundstory rundum Genmanipulation und Computerspielen, so dass hier keine Langeweile aufkommt. Lesetipp!

Veröffentlicht am 31.10.2018

Zeitgemäßer als je zuvor

Momo
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In den Ruinen eines Amphitheaters lebt die kleine Waise Momo, schwarze Haare, beinahe schwarze Augen und beinahe auch so schwarze Füße. Niemals verlangt sie etwas von anderen, aber sie hat etwas ganz besonderes, ...

In den Ruinen eines Amphitheaters lebt die kleine Waise Momo, schwarze Haare, beinahe schwarze Augen und beinahe auch so schwarze Füße. Niemals verlangt sie etwas von anderen, aber sie hat etwas ganz besonderes, sie hört den Menschen zu und gibt ihnen dadurch etwas sehr sehr wertvolles, nämlich ihre Zeit. Als eines Tages die Männer mit den schwarzen Anzügen auftauchen und den Menschen einreden wollen, dass es nichts schlimmeres gibt als Zeitverschwendung, gibt es scheinbar nur noch Momo, die ihnen Einhalt gebieten kann, denn die Menschen merken nicht, dass sie mit ihrer eingesparten Zeit eigentlich nur verlorene Zeit haben.
Meine Meinung
Schon seit meiner Kindheit liebe ich die Bücher des Autors Michael Ende und auch Momo ist tief in meinem Herzen. Als ich diese wunderschöne Jubiläumsausgabe sah, war ich absolut hin und weg. Sowohl der Schutzumschlag, als auch das Cover und genauso auch die Illustrationen im Inneren des Buches sind einfach rundum gelungen und machen sich schonmal als optischer Blickfang in einfach jedem Regal mehr als gut.
Doch wenn man dann, wie ich, nach vielen Jahren noch einmal in Momos Geschichte versinkt, ist es erstaunlich, wie zeitgemäß diese Geschichte noch heute ist, um nicht sogar zu behaupten, dass sie heute noch mehr zutrifft als jemals zuvor. Das Buch erschien im Jahre 1973 und wenn ich dies auf unsere heutige Zeit übertrage, dann hat Michael Ende wohl damals schon gesehen, worauf es bei uns Menschen hinausläuft.
Michael Ende erzählt mit einem beinahe märchenhaften Ton von Momo und ihren Erlebnissen. Dabei werden vor allem die Figuren des Buches sehr lebendig und man kann sich die Ereignisse vorstellen. Meine Tochter, die bis dahin nur den Film, bzw. die Serie kannte, war verblüfft, wie gut Michael Ende das alles in Worte verpacken kann, was sie bisher nur aus Filmen kannte. Die Geschichte lässt sich leicht und gut verständlich lesen und ist nicht nur für die Zielgruppe ansprechend, sondern auch für Erwachsene, die sich noch einmal an ihre Kindheit erinnern möchten.
Wie ich schon sagte, passt Endes Momo perfekt in unsere Zeit, allein wenn ich schon höre, wie sehr die grauen Herren die Menschen dazu drängen, ihre Zeit nicht mehr zu verschwenden, komme ich mir beinahe vor, als würde ich das selbst erleben. Wie oft habe ich mich schon ertappt mit den Worten: ich habe gerade keine Zeit. Doch Zeit ist doch genau das, was wir den Menschen, die uns nahe stehen, am einfachsten schenken könnten. Ich glaube, wenn mir der Satz “ich habe keine Zeit” wieder einmal herausrutschen sollte, werde ich an Momo denken, die uns zeigt, wie wichtig es ist, einfach Zeit für andere zu haben. “Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.” (Zitat, Seite 61, Momo von Michael Ende).
Die Figuren der Geschichte, natürlich ganz besonders Momo, sind zauberhaft. Ich sehe dieses kleine Mädchen direkt vor mir und wie sie es schafft, immer das Gute in jedem zu sehen. Sie hat ein ganz feines Gespür für die Menschen um sie herum und sie wirkt beinahe magisch. Aber auch die Nebenfiguren sind einzigartig gezeichnet, seien es Gigi, Beppo oder Meister Hora und sogar die grauen Herren, jeder einzelne spielt eine wichtige Rolle. Interessant fand ich, dass meine Tochter die grauen Herren einfach nur unheimlich empfindet, was mir gar nicht so bewusst wurde. Das zeigt nur wieder, wieviel empathischer Kinder sind und wir uns doch ein Stück von ihnen abschneiden sollten.
Mein Fazit
Die Neuauflage von Momo ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern beinhaltet eine Geschicht, die gerade auch wir gehetzten Erwachsenen noch einmal lesen sollten. Es ist zauberhaft, märchenhaft und passt heute inhaltlich besser denn je. Wer Momo noch nicht kennt, sollte dieses Buch einfach zur Hand nehmen und sich verzaubern lassen. Danke an Michael Ende für all seine großartigen Werke, durch die er für immer unvergessen bleibt.

Veröffentlicht am 27.10.2018

Spannend, spannender, Fitzek

Der Insasse
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Till Berkhoff ist verzweifelt, denn es ist bereits ein Jahr her, dass sein gerade einmal sechs Jahre alter Sohn Max verschwand. Lediglich sein Lego wurde im Schnee gefunden, doch von Max blieb keine Spur. ...

Till Berkhoff ist verzweifelt, denn es ist bereits ein Jahr her, dass sein gerade einmal sechs Jahre alter Sohn Max verschwand. Lediglich sein Lego wurde im Schnee gefunden, doch von Max blieb keine Spur. Nun sitzt seit einer Weile der als unzurechnungsfähig verurteilte Kindermörder Guido Tramnitz in der Steinklinik, im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie. Als in den Medien bekannt wird, dass er eine lebensrettende OP hinter sich hat, kommt Till die Idee, wie er es schaffen könnte, herauszufinden, ob Tramnitz auch Max getötet hat und wo dieser nun ist. Till will Gewissheit und ihm bleibt nur eine Möglichkeit, er muss selbst zum Insassen werden.
Meine Meinung
Seit ich vor einer gefühlten Ewigkeit Die Therapie von Sebastian Fitzek gelesen habe, bin ich ein Fan seiner oftmals Verwirrung stiftenden Psychothriller. Gespannt habe ich auf dieses neue Buch gewartet und, wie immer, war es an nur einem Tag gelesen.
Allein dieses Cover ist ein absolutes Highlight, es sieht nicht nur aus, wie die berühmte Zelle in einer Psychiatrie, es fühlt sich auch so an und mit dem farbigen Buchschnitt der Limited Edition ist es einfach ein Highlight.
Der Psychothriller beginnt gleich sehr spannend und mit einem regelrechten Schock. Danach wird es zwar vom gefühlten Tempo ruhiger, doch stiftet der Autor hier schon die ersten Momente der Verwirrung beim Leser. Dabei schreibt er, wie gewohnt, sehr direkt und geradlinig, teilweise sehr hart und grob, aber absolut passend zu den Situationen.
Die Spannung erhält er nicht nur mit den kurzen, ständig mit Cliffhangern versehenden Kapiteln aufrecht, sondern auch mit den vielen unterschiedlichen Perspektiven. Durch den gesamten Thriller behält er eine angenehme Grundspannung, doch auf den letzten hundert Seiten gibt er noch einmal richtig Gas. Ich wollte hier einfach nur noch von meiner eigenen Verwirrung erlöst werden und war nur gespannt, wie er das nun wieder auflösen wollte. Was mich hier wieder beeindruckt, sind die vielen Momente, die er scheinbar völlig belanglos in die Geschichte einfließen lässt, beim Leser aber für einen Wtf-Moment sorgen.
Das Thema des Psychothrillers ist jetzt nicht so ungewöhnlich, doch eigentlich immer ein Garant für einen hohen Adrenalinspiegel. Gerade als Mutter mit Kindern in dem Alter, in dem die hier entführten Kinder sind, überkam mich eine Gänsehaut nach der nächsten. Man hat hier einfach bei bestimmten Szenen nur noch im Kopf, dass man den Täter umbringen könnte, wenn er dies mit den eigenen Kindern täte und somit ist man völlig auf der Seite des Protagonisten Till. Aus dessen Sicht verfolgt man auch weite Teile des Psychothrillers und baut so nach und nach immer mehr Verständnis auf. Ich habe absolut mit ihm mitgefiebert.
Wie bereits erwähnt, wechselt Fitzek hier oftmals die Perspektive und baut dadurch neue Handlungsstränge auf. Mal erfährt man etwas über den Protagonisten, mal etwas über den Mann, dessen Identität Till für seinen Aufenthalt in der Klinik annimmt. Aber auch diverse weitere Perspektiven, aber auch kurze Rückblicke, sorgen für Verwirrung, die man unbedingt aufgelöst haben will.
Die Charaktere sind noch in einem berschaubaren Rahmen, bleiben auch meist nur im Hintergrund. Lediglich die Protagonisten Till Berkhoff und auch der Täter Guido Tramnitz bekommen eine deutliche Zeichnung. Schon zu Beginn des Buches lernt man Till und dessen explosive Persönlichkeit kennen, aber auch die Skrupellosigkeit des Tramnitz. Doch in beiden steckt sehr viel mehr, als man noch zu Beginn glauben mag. Aber lasst euch hier einfach überraschen.
Mein Fazit
Ein Fitzek, wie ich ihn mag, temporeich, spannend, schockierend, verwirrend und im nachhinein doch wieder logisch und verblüffend. Mich konnte der Autor wieder absolut mit seinem neuen Buch fesseln und brachte mir, zumindest für einen Tag, sehr spannende Lesestunden. Für mich war “Der Insasse” wieder ein Highlight.