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Veröffentlicht am 18.11.2018

Der schmale Grat zwischen Menschen und Monstern

Veranda
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„Veranda“ von J.P. Conrad startet mit einem mysteriösen Prolog. Suspense pur! Wie konnte es dazu kommen?
Anschließend lernen wir David Snow kennen. Er ist ein erfolgreicher Londoner Psychiater. Eines ...


„Veranda“ von J.P. Conrad startet mit einem mysteriösen Prolog. Suspense pur! Wie konnte es dazu kommen?
Anschließend lernen wir David Snow kennen. Er ist ein erfolgreicher Londoner Psychiater. Eines Tages erhält er eine erschreckende Nachricht auf sein Smartphone:
›DAVID, GEHEN SIE NICHT INS HAUS. BLEIBEN SIE AUF DER VERANDA!
DAS IST KEIN SCHERZ! BLEIBEN SIE, WO SIE SIND, ODER IHRE FRAU WIRD STERBEN!‹
Jemand hat seine Frau Madeleine entführt. Aber der Täter will kein Geld. Er verfolgt einen viel perfideren Plan…
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von David. Das schafft Nähe. Und so fiebert und leidet man mit ihm mit, ob er es wohl schafft, seine Frau lebendig wiederzusehen.
J.P. Conrad ist ein psychologisch raffinierter Thriller gelungen. Die Geschichte punktet mit vielen unvorhersehbaren Twists & Turns, mit denen der Autor die Handlung voran und die Spannung in die Höhe treibt. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Über das Wiedersehen mit Inspektor Macintosh und seinem jungen Kollegen Highsmith habe ich mich sehr gefreut. Auch David und seine Schwester sind mir sofort ans Herz gewachsen.

Fazit: Ein kompakter und kurzweiliger Thriller über die dunkle Seite der menschlichen Seele.

Veröffentlicht am 31.10.2018

Mord oder Selbstmord?

In Staub und Asche
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„In Staub und Asche“ von Anne Holt ist bereits der zehnte Fall für die norwegische Ermittlerin Hanne Wilhelmsen. Mal mehr, mal weniger spannend. Diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Es handelt sich um ...


„In Staub und Asche“ von Anne Holt ist bereits der zehnte Fall für die norwegische Ermittlerin Hanne Wilhelmsen. Mal mehr, mal weniger spannend. Diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Es handelt sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Jonas Abrahamsen hat 12 Jahre für den Mord an seiner Frau Anne im Gefängnis gesessen. Kommissar Henrik Holme ist davon überzeugt, dass es sich um einen Suizid handelte und somit um einen Justizirrtum.
Noch während er mit Hanne Wilhelmsen in diesem Cold Case ermittelt, gibt es eine zweite Tote: Es ist die rechtsradikale Bloggerin Iselin Havørn. Henrik und Hanne glauben nicht daran, dass es sich um Selbstmord handelt.
Und dann entdeckt Hanne einen Zusammenhang…
Anne Holt hat ihren neuen Kriminalroman packend in Szene gesetzt. „In Staub und Asche“ punktet mit vielen Twists & Turns mit denen die Autorin die komplexe Geschichte voran und die Spannung in die Höhe treibt. Nichts ist wie es scheint, niemand ist, wer er zu sein scheint. Es geht um Schuld und Sühne, Schmerz und Rache.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Hanne und ihre kleine Familie, aber auch Henrik mit seinen Tics, sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Ich werde sie vermissen.

Fazit: Würdiger Abschluss der Hanne Wilhelmsen-Reihe mit einem dramatischen Finale.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Hart und gnadenlos

Leid und letzter Tag
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„Leid und letzter Tag“ von Elias Haller ist bereits der sechste Fall für den sächsischen Kult-Kommissar Erik Donner, den man Monster nennt. Zugleich sein schwierigster und auch persönlichster. Dennoch ...


„Leid und letzter Tag“ von Elias Haller ist bereits der sechste Fall für den sächsischen Kult-Kommissar Erik Donner, den man Monster nennt. Zugleich sein schwierigster und auch persönlichster. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Ein krasser Einstieg: Hart und gnadenlos. Ein echter Haller.
Anschließend gibt es ein Wiedersehen mit Kommissar Monster, zurück bei der Kripo. Seine Freundin Annegret Kolka, ist nun seine Chefin. Nachdem er einen Anruf bekommen hatte, macht Donner in seinem Schlafzimmer einen grausigen Fund: In seinem Bett liegt eine Frau. Mit einem Handy im Bauch. Währenddessen hat Anne es mit anonymen Anrufen und einem Mann mit einem Aktenkoffer zu tun, der sich Peter Peschel nennt.
14 Jahre zuvor: Donners Vater jagt einen Mann, der ein perfides Spiel mit ihm spielt. Es handelt sich um Johnny Herzig, genannt der Spielmann. Franz Donner gelingt es irgendwann, Herzig hinter Gitter zu bringen.
Wie sich herausstellt, befinden sich in Peschels Koffer 5 Mobiltelefone. Ist der Spielmann zurück? Will er sich nun an Erik Donner rächen? Kurz darauf sind Donner, Anne und 3 weitere Polizisten mit den 5 Handys „im Spiel“…
In Elias Hallers neuem Thriller geht so richtig die Post ab. Wechselnde Perspektiven, sorgen für Dynamik. Es geht um den Umgang mit dem Internet, Fake News, FB & Co. Wie schnell man sich mit der Anmeldung bei einer App zum Spielball eines Durchgeknallten machen kann.
Auch wenn der Leser der Polizei oft einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut - und gehalten. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. Je näher man der Wahrheit zu kommen scheint, desto undurchsichtiger wird sie - bis sie mit voller Wucht zuschlägt.
Dass der Autor im Finale nochmal richtig Gas gibt, steigert das Lesevergnügen. Denn einige Überraschungen gegen Ende des Thrillers hält Elias Haller für seine Leser noch bereit. Erst ganz am Ende schließt sich dann der Kreis. Ich hoffe, Donner macht weiter!?

Fazit: Fall Nr. 6 für Erik Donner. Ein absoluter Knaller, eben ein echter Haller!

Veröffentlicht am 22.10.2018

Der schmale Grat zwischen Menschen und Monstern

Sörensen fängt Feuer
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„Sörensen fängt Feuer“ ist bereits der zweite Fall für den ehemaligen Hamburger Kommissar und Wahl-Nordfriesen Sörensen. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, ...


„Sörensen fängt Feuer“ ist bereits der zweite Fall für den ehemaligen Hamburger Kommissar und Wahl-Nordfriesen Sörensen. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. „Sörensen hat Angst“ hatte mich begeistert und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht.
„Sörensen fängt Feuer“ ist ein packender Kriminalroman, der gefährliche Sekten thematisiert. Fundamentalisten. Es geht um Macht und Kontrolle. Dabei hatte man sich in Katenbüll gerade erst von einem Missbrauchsskandal erholt.
Eines Nachts läuft die blinde Jette dem jungen Ole vors Auto. Als Sörensen ihren Vater erstochen im Wohnzimmer auffindet, stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Doch nach und nach kommt der Kommissar einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur.
Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Die Spannung wird langsam, aber nachhaltig aufgebaut. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf. Aber am Ende ist alles stimmig aufgelöst.
Sven Stricker erzählt die Geschichte mit einer genau dosierten Prise Humor und selbst das Privatleben des Helden wird eher am Rande ausgebreitet, ohne dabei an Eindringlichkeit zu verlieren. Jedenfalls knistert es gewaltig zwischen ihm und Kollegin Jenni. So kann es weitergehen.

Fazit: Sörensen kämpft nicht nur gegen religiösen Fanatismus, sondern auch mit seinen eigenen Dämonen. 5*plus!

Veröffentlicht am 11.10.2018

Die Jagd auf Saladin geht weiter

Der Drahtzieher: Ein Gabriel-Allon-Thriller
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„Der Drahtzieher“ ist bereits der 17. Band aus der Gabriel Allon-Reihe. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht ...


„Der Drahtzieher“ ist bereits der 17. Band aus der Gabriel Allon-Reihe. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Es geht um Terroranschläge in Washington und London durch Saladin, das neue Gesicht des islamischen Terrors, der seine Waffen aus dem Drogenhandel finanziert.
„Der Drahtzieher“ beginnt genau dort, wo „Die Attentäterin“ aufgehört hatte: Gabriel tritt seinen Job als Chef des israelischen Geheimdienstes an. Er war ein Profikiller, ist aber auch ein begnadeter Restaurator, liebender Ehemann und Vater.
Die Engländer wollen Vergeltung und haben hierfür Christopher Keller beauftragt, einen ehemaligen SAS-Offizier und Berufskiller, der nun als MI6-Agent im Einsatz ist. Er war auch schon in „Der englische Spion“ an Gabriels Seite.
Es folgt ein Wiedersehen mit Natalie aus „Die Attentäterin“. Zusammen mit Gabriels altem Freund Michail taucht sie ein in die Szene der Schönen und Reichen um Jean-Luc Martel, ein französischer Unternehmer, dessen wahres Geschäft der Drogenhandel ist.
Gabriel und Keller folgen den Spuren der „Orangen“, so nennen sie die Drogen. Diese soll sie zu Saladin führen. Zitat: »Waren Sie schon immer ein Spion?«, fragte Martel. »Waren Sie schon immer ein Drogenhändler?« »Ich war nie ein Drogenhändler.« »Ah, richtig«, sagte Keller. »Orangen.«
„Der Drahtzieher“ ist wieder ein typischer Silva: die USA, England und Israel, das sind die Guten, Russland, der Iran und die Arabische Welt, die Bösen. Erfahrene Geheimdienstler stehen skrupellosen Schurken gegenüber.
Silvas Erzählstil wechselt zwischen ruhigen Passagen und dramatischer Action. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Besonders die Szenen, die in Marokko spielen: Casablanca, Fes, die Wüste… haben mir gefallen.
Ab und zu finden sich Bezüge zu den Vorgängern, erscheinen alte Bekannte. Nichtsdestotrotz könnte ich mir vorstellen, dass Neueinsteiger, die die anderen Bände nicht kennen, Verständnisprobleme haben.
Personen, Dialoge und Handlungen wirken komplett authentisch. Komplex, dennoch hochspannend. Zudem sind Silvas Romane immer aktuell: die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, der Brexit.
Es handelt sich um eine fiktive Geschichte, die auf Tatsachen beruht, aber auch Verschwörungstheorien enthält.

Fazit: Ein typischer Silva. Beste Unterhaltung!