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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2018

Neue Mitspieler

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 12
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Der Einbruch in ein verlassenes Herrenhaus wird für die beiden Landstreicher Philby und Zack zum Verhängnis. Sie laufen einem brutalen Geheimbund in die Arme, der gerade dabei ist sich dem Zirkel der Sieben ...

Der Einbruch in ein verlassenes Herrenhaus wird für die beiden Landstreicher Philby und Zack zum Verhängnis. Sie laufen einem brutalen Geheimbund in die Arme, der gerade dabei ist sich dem Zirkel der Sieben anzuschließen. Philby kann entkommen und alarmiert Mycroft Holmes, der sofort Oscar Wilde auf die Geschichte ansetzt. Wieder hat der Zirkel der Sieben einen furchtbaren Plan geschmiedet, der England ins Verderben stürzen soll.

Ein fesselndes Abenteuer, das endlich mal wieder mit lockeren Sprüchen und unerwarteten Wendungen zu unterhalten weiß. Das tröstet darüber hinweg, dass es auch hier keine neun Entwicklungen gibt. Dafür erweitert sich das Personal. Mit dem Geheimbund der Masken tritt jetzt schon ein dritter Gegenspieler auf, dem Wilde und Holmes das Handwerk legen müssen. So langsam sollte es aber auch mit der Hauptgeschichte mal wieder vorangehen. Exzellente Einzelabenteuer sind das eine, aber für eine Serie treten sie jetzt lange genug auf der Stelle. Auch die neuen Mitspieler der letzten Folgen sollten sich jetzt mal blicken lassen, sonst macht ihr Erscheinen überhaupt keinen Sinn.

Soundeffekte und Sprecher sind weiterhin brillant und bieten ein großartiges Hörerlebnis.

Fazit: Eine tolle Folge, die allerdings zur Hauptgeschichte erstmal nichts beiträgt. Vielleicht wird sich aber in den nächsten Folgen etwas herauskristallisieren, das bisher nicht zu sehen ist. Für mich beste Hörspielunterhaltung!

Veröffentlicht am 14.11.2018

Wildes große Liebe

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 11
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Die Sonderermittler der Krone werden nach Paris gerufen. Madeleine, die Tochter des Präsidenten, soll für Geisteskrank erklärt werden, doch Wilde und Holmes sollen dies um jeden Preis verhindern. Welches ...

Die Sonderermittler der Krone werden nach Paris gerufen. Madeleine, die Tochter des Präsidenten, soll für Geisteskrank erklärt werden, doch Wilde und Holmes sollen dies um jeden Preis verhindern. Welches Interesse hat der Zirkel der Sieben an Madeleine? Eine wilde Jagd durch Paris beginnt und Wilde verliert sein Herz an die hübsche Französin.

Ein tolles Abenteuer, dessen Funktion sich innerhalb des großen Ganzen allerdings erst erweisen muss. Es wirkt erst einmal wie eine losgelöste Geschichte – spannend, witzig, aber ohne neue Informationen. Wie die Folge davor ist sie nicht in sich schlüssig. Es fehlen dem Hörer entscheidende Hinweise, um einen Sinn zu finden.

Die Umsetzung ist von gewohnter Qualität. Exzellenter Sound, brillante Sprecher. Aufgewertet wird das Hörspiel durch einige originelle Elemente – so einem überraschenden neuen Mitspieler für die Sonderermittler und Wildes Liebesgeschichte. Außerdem ist der Spannungsbogen in sich stimmig und man fiebert bei der rasanten Jagd durch Paris mit. Ich hoffe, dass durch nachfolgende Geschichten auch diese Folge einen tieferen Sinn bekommt.

Fazit: Ein tolles Abenteuer, wenn auch mehr Füllfolge als alles andere. Das Geheimnis um den Zirkel der Sieben und die Darwin-Gesellschaft ist noch lange nicht gelüftet. Die Hörspielserie bleibt spannend!

Veröffentlicht am 13.11.2018

Der Vater des wissenschaftlichen Romans und seine Zeit

Jules Verne
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Jules Verne ist bis heute mit seinen wissenschaftlichen Romanen bekannt, doch wer ist der Mann, der diese zeitlosen und doch so zeitgebundenen Geschichten erfand? Ralf Junkerjürgen gibt einen Einblick ...

Jules Verne ist bis heute mit seinen wissenschaftlichen Romanen bekannt, doch wer ist der Mann, der diese zeitlosen und doch so zeitgebundenen Geschichten erfand? Ralf Junkerjürgen gibt einen Einblick in Leben und Werk sowie Zeit- und Editionsgeschichte. Vernes enge Beziehung zu seinem Vater und seinem Verleger Pierre Hetzel prägten seine schriftstellerischen Leistungen und so legt Junkerjürgen nicht nur Wert auf die biografischen Eckdaten Vernes, sondern auch auf dessen Zeitgenossen. Dazu hat die bewegte Zeit, in der er lebte den wissenschaftlichen Roman erst möglich gemacht, sodass auch auf die rasante Entwicklung der Technik sowie politische und gesellschaftliche Umwälzungen eingegangen. Abgerundet wird die Biografie von Ansätzen zur Textinterpretation und der Editionsgeschichte.

Ralf Junkerjürgen hat eine packend geschriebene Biografie vorgelegt, die sich nicht auf die Person Jules Verne beschränkt, sondern dessen Leben, Schaffen und seine anhaltende Wirkung umfassend beleuchtet. Man fühlt sich beim Lesen in die Zeit versetzt, lebt mit den Persönlichkeiten, ohne dass die Biografie je den sachlichen und fundierten Boden verlässt. Alte Fotos von Verne, seiner Familie, Pierre Hetzel sowie Abbildungen erwähnter Gemälde und den Originaltitelblättern sowie Illustrationen der Werke ergänzen das Buch perfekt. Einzelne Werke Vernes werden in ihrer Entstehungs- und Wirkungsgeschichte vorgestellt, dabei beschränkt sich Junkerjürgen nicht auf die bekannten Titel, sondern geht auch auf die weniger populären ein.

Besonders fasziniert hat mich die Editionsgeschichte im letzten Teil. Hier wird auf die Problematik hingewiesen, die sich durch die unkonventionelle Weiterführung und Umschreibung durch Vernes Sohn, aber auch die unterschiedlichen Herangehensweisen von Verlegern ergeben. Das Werkverzeichnis im Anhang gibt dem interessierten Leser einen zusätzlichen Orientierungspunkt zu Vernes Schaffen. Mit einem kurzen Überblick über die Rezeption des Werks für Film und Fernsehen und deren Beitrag zur Anhaltenden Popularität Vernes schließt die Biografie.

Der relativ schmale Band, der schon mit dem großartigen Cover neugierig macht, gibt einen einzigartigen Überblick über das Leben und Wirken Vernes, in seiner Zeit, aber auch darüber hinaus bis in unsere.

Der Schreibstil ist so fesselnd, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Es regt dazu an, im Anschluss zum Werk selbst zu greifen. Eine geniale Biografie, die sehr viel mehr ist. Eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 13.11.2018

Ein Neuanfang mit Mops

Sitz, Platz, Plätzchen
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Brydie steht vor den Trümmern ihres Lebens. Ihre Ehe ist nach 10 Jahren zerbrochen, die eigene Konditorei durch die Scheidung verloren, genau wie ihr Haus. Unterschlupf fand sie bei ihrer besten Freundin, ...

Brydie steht vor den Trümmern ihres Lebens. Ihre Ehe ist nach 10 Jahren zerbrochen, die eigene Konditorei durch die Scheidung verloren, genau wie ihr Haus. Unterschlupf fand sie bei ihrer besten Freundin, die allerdings wieder schwanger ist und so muss Brydie sich wieder eine eigene Wohnung suchen. Als sie das Angebot bekommt in einem traumhaften Haus in Germantown als Housesitterin einzuziehen schlägt sie sofort zu. Allerdings gibt es zwei Bedingungen: Sie muss den Mops Teddy Roosevelt hüten und mit ihm regelmäßig sein Frauchen im Altenheim besuchen.

Von der ersten Seite an nimmt einen das Buch gefangen. Man fängt mit Brydie ein neues Leben an und verfolgt wie sie sich aufrappelt. Alle Charaktere sind liebevoll gestaltet und wunderbar aufgebaut.

Schade ist, dass der Klappentext mehr verspricht als das Buch hält. Das Café für Hund und Herrchen spielt sehr lange gar keine Rolle. Andererseits ist die Geschichte so warmherzig erzählt, dass es nicht das wunderbare Leseerlebnis zerstört. Jetzt werde ich aber aufmerksam verfolgen, ob es nicht doch noch einen Folgeband geben wird. Die Charaktere haben sich so in mein Herz geschlichen, dass ich sie nur ungerne zurückgelassen habe.

Fazit: Ein wunderschöner Liebesroman mit Hund und Weihnachtsflair!

Veröffentlicht am 13.11.2018

Schon zu Lebzeiten ein Mythos

Queen Victoria
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Sie ist jedem ein Begriff: Queen Victoria hat ein Zeitalter geprägt und steht bis heute für ein fast mystisches Ideal. Eine große Königin, die so von Mythen umgeben ist, dass die Realität fast völlig in ...

Sie ist jedem ein Begriff: Queen Victoria hat ein Zeitalter geprägt und steht bis heute für ein fast mystisches Ideal. Eine große Königin, die so von Mythen umgeben ist, dass die Realität fast völlig in den Hintergrund tritt. Julia Baird hat sich durch sorgfältige Recherchearbeit und vorurteilsfreie, objektive Betrachtungen der Realität wieder genähert. Von den überraschenden Umständen, die dazu führten, dass sie tatsächlich zur Königin aufstieg über ihre legendäre Ehe mit Prinz Albert bis zum Leben und der Politik nach dem großen Verlust taucht der Leser in das bewegte Leben der außergewöhnlichen Victoria ein. Packend wie ein Roman und stets mit dem Blick über den Tellerrand hinaus rauscht man auf den knapp 600 Seiten durch fast ein Jahrhundert. Ein Jahrhundert, in dem sich das Bild der Welt fast völlig veränderte bis mit dem ersten Weltkrieg schließlich die Zeit der gewaltigen Monarchien endete.

Die Biografie lässt sich nicht aus der Hand legen! Manchmal wünschte ich mir noch mehr Illustrationen, doch wird man durchaus mit reichlich Bildern und Kartenmaterial versorgt. Der Anhang wartet außerdem nicht nur mit Literaturhinweisen, sondern umfangreichen Zusatzinformationen auf. Es lohnt sich also jede Fußnote nachzuschlagen und mehr über die wichtigen Persönlichkeiten, Original-Tagebucheinträge, Gesprächsnotizen oder auch politische Verwicklungen nachzulesen. Die umfangreiche Bibliographie lädt zu weiterer Lektüre ein.

Mit dieser Biografie wird ein frischer, unvoreingenommener Blick auf die Königin geworfen, die bis heute legendär ist. Manchmal ist das Bild geradezu schockierend menschlich. Die Autorin zog viele Quellen heran, die hier zum ersten Mal ausgewertet und zitiert werden – damit entstaubt sie Queen Victoria und schafft ein lebendiges, frisches und unzensiertes Bild – nicht nur einer außergewöhnlichen Frau und einer weltbeherrschenden Monarchie, sondern auch ein Bild der Zeit.

Brillant!