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Veröffentlicht am 13.11.2018

Spannend bis zur letzten Seite

Das Extrawurscht-Manöver
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Der frühere Polizist Sven Schäfer, der nach seiner Entlastung inzwischen sein Geld als Privatdetektiv in Augsburg verdient, erhält einen neuen Auftrag: Er soll für seine Klientin Rebecca Tronthoff ihre ...

Der frühere Polizist Sven Schäfer, der nach seiner Entlastung inzwischen sein Geld als Privatdetektiv in Augsburg verdient, erhält einen neuen Auftrag: Er soll für seine Klientin Rebecca Tronthoff ihre verschwundene Mitarbeiterin Iris Gulden finden. Was anfangs nach einem einfachen und langweiligen Job klingt, wo Schäfer sich keine großen Hoffnungen auf Erfolg macht, wird rasch zu einem Mordfall mit weltweitem HIntergrund - und einem Mops als Hauptzeugen.

Der Krimi, der vom Cover und den ersten Kapiteln wie ein gemütlicher "Durchlese-Krimi" mit Augsburger Lokal-Kolorit klingt, nimmt schon sehr bald an Fahrt und Spannung auf. Zusammen mit Elsa Dorn, Kriminalhauptkommissarin bei der Sitte und Schäfers Kontakt zur Polizei, fängt er nach der Entdeckung der Leiche von Iris Gulden an zu ermitteln. Die Brutalität des Mordes lässt ihn aufschrecken und er schwört, den Mörder zu finden. Einziger Nachteil: Der einzige Zeuge ist ein Mops mit Glitzer-Halsband. Elsa Dorn kümmert sich gleichzeitig um einen auszubrechenden Bandenkrieg, der sich um die Vorherrschaft in Augsburg im Menschenhandel dreht. Schnell vermutet man als Leser, dass es einen Zusammenhang zwischen den beiden Verbrechen geben muss und auch eine ganze Reihe unsymphatischer Personen wie der Europol-Ermittler Clemens van der Elst oder ein dubioser Schamane sind schnell als potenzielle Verdächtige ausgemacht.
Besonders gut gefallen hat mir der Perspektivwechsel zwischen Schäfer und Dorn, so dass beide Erzählstränge gleichmäßig weitergesponnen wurden. Dazu kommt, dass beim Wechsel häufig ein Cliffhanger am Kapitelende war, und man einfach weiterlesen wollte, um zu wissen, wie es weitergeht. Die Kapiel waren dabei nicht so lang, dass ich zwischendurch vorgeblättert habe, um zu erfahren, wie die jeweilige andere Erzählung weitergeht. Beide Ermittlungen, die am Ende zusammenlaufen, kreuzen sich auch schon vorher mal und sind beide gleich spannend geschrieben.

Als man dann denkt, ja, jetzt weiß ich alles und die inzwischen drei Morde sind aufgeklärt, merkt man plötzlich, dass noch mindestens 40 Seiten zu lesen sind. Und welche Aspekte der Geschichte man beinahe vergessen hat - in meinem Fall die Sache mit dem verschwundenen Mädchen, worauf Elsa Dorn von einer Prostituierten hingewiesen wurde.
Ganz zum Schluss war es für meinen Geschmack etwas übertrieben, zuviel Handlung auf zuwenig Raum mit zu vielen Beteiligten.

Mein Fazit: Ein toller Krimi, dem man von Titel, Cover und Einleitung nicht ansieht, dass er sich mit einem so aktuellen Thema wie Menschenhandel und Sklaverei auch in Deutschland befasst und dieses Thema auch sehr gut vermitteln kann.
Die Morde sind schon recht brutal, passen aber gut zur Thematik, wo man keine Zimperlichkeiten erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Humor
  • Lokalkolorit
Veröffentlicht am 30.05.2026

Auf der Suche nach Japans verborgenen Goldverstecken

Tokyo Lily. Auf der Jagd nach Hirohitos Gold
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„Tokyo Lily. Auf der Suche nach Hirohitos Gold“ von Meinrad Braun ist ein Kriminalroman, der in den 1950er Jahren spielt. Die junge Amerikanerin Mirabell reist nach Japan, um einen Kriegshelm gegen einen ...

„Tokyo Lily. Auf der Suche nach Hirohitos Gold“ von Meinrad Braun ist ein Kriminalroman, der in den 1950er Jahren spielt. Die junge Amerikanerin Mirabell reist nach Japan, um einen Kriegshelm gegen einen Holzschnitt zu tauschen und gerät dabei zwischen die amerikanischen und japanischen Fronten.
Die Story rund um Japans versteckter Kriegsbeute baut auf historischen Fakten auf und ist gut recherchiert. Der Schreibstil ist etwas ungewohnter, schlichter und erinnert an alte Agentenromane. Wie wenn man ein altmodisches Telefon mit Drehscheibe mit einem modernen Telefon vergleicht. Es brauchte ein wenig, bis ich mich an diesen Erzählstil gewöhnt hatte, aber wenn man sich drauf einlässt fühlt man sich mitten in den 1950er Jahren: einer Mischung aus Wiederaufbau-Stimmung, jungem Selbstbewußtsein, aber auch dem Festhalten von Traditionen und politischen Klüngeleien. Man kann schon fast die vielen Zigaretten riechen, die während der Geschichte geraucht werden. Gut gefallen hat mir der Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Protagonisten und damit verbunden die unterschiedlichen patriotischen Betrachtungsweisen auf die Handlung.
Fazit: ein solide recherchierter Kriminalroman, der einem aus verschiedenen Blickwinkeln in das Japan der Nachkriegszeit versetzt. Für alle, die mehr über Japans neuere Geschichte erfahren wollen, als die Kurzzusammenfassungen in Reiseführern bereithalten.

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  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2026

Unterhaltsame Cowboy Romance

Dust & Dreams
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„Dust and Dreams - Liebe in Texas“ von Melanie Thiele ist eine gefühlvolle Geschichte über das Erwachsenwerden im inneren wie im äußeren Sinn. Im Mittelpunkt stehen Hazel, die ihr altes Leben in New York ...

„Dust and Dreams - Liebe in Texas“ von Melanie Thiele ist eine gefühlvolle Geschichte über das Erwachsenwerden im inneren wie im äußeren Sinn. Im Mittelpunkt stehen Hazel, die ihr altes Leben in New York hinter sich lassen will und Wyatt, der grummelige Cowboy, der sich um die Familienfarm und seinen Neffen und seine Nichte kümmert.
Die Geschichte liest sich flüssig, und neben dem üblichen Auf und Ab gibt es durch die skurril-liebenswerten Nebenfiguren immer wieder lustige Momente. Besonders schön ist dadurch das Motiv der Found Family: Menschen, die sich nicht ausgesucht haben, aber dennoch zu einem Zuhause füreinander werden. Diese Beziehungen entwickeln sich langsam, glaubwürdig und mit viel emotionaler Tiefe. Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt stehen im Kontrast zu Einsamkeit und Zweifel und machen einen großen Teil der Wärme aus, die der Roman ausstrahlt.
Trotz aller Herausforderungen verliert die Geschichte nie den Hoffnungsschimmer aus den Augen. Melanie Thiele erzählt einfühlsam von mutigen Entscheidungen, neuen Wegen und einer Found Family, die Halt gibt, wenn alles andere bröckelt. Trotz Zweifel und Schmerz bleibt immer Hoffnung – und am Ende wartet ein ehrliches, warmes Happy End und die Aussicht auf eine weitere Lovestory. ✨📖

Fazit: für alle, die gerne unterhaltsame Geschichten mit Humor in den Tropes Sunshine meets Grumpy und found family lesen.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Eher für ältere Kinder geeignet

Karlchen hilft dem Weihnachtsmann, ob er will oder nicht (3)
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In „Karlchen hilft dem Weihnachtsmann, ob er will oder nicht“ von Lisa-Marie Dickreiter kümmert sich die 6-jährige Karla mit ihrem Opa darum, dass Weihnachten genauso ist wie immer, auch wenn sie inzwischen ...

In „Karlchen hilft dem Weihnachtsmann, ob er will oder nicht“ von Lisa-Marie Dickreiter kümmert sich die 6-jährige Karla mit ihrem Opa darum, dass Weihnachten genauso ist wie immer, auch wenn sie inzwischen weiß, dass ihre Mama in der Familie der „Weihnachtsmann“ ist.
Die Geschichte lässt sich gut vorlesen und ist in einem heiteren und lockeren Stil geschrieben, so dass man wissen möchte, was Karlchen als nächstes macht, um ihrem kleinen Bruder ein tolles Weihnachtsfest zu bescheren. Das Ganze wird von den Illustrationen von Andreas Götz sehr gut ergänzt.
Was aus dem Titel und dem Klappentext leider nicht hervorgeht, ist dass Karlchen klar weiß, dass es keinen echten Weihnachtsmann gibt. Die Altersangabe ab 6 Jahren ist deshalb eher eine ca-Angabe. Fazit: geeignet für Kinder, die nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben und die so spielerisch lernen, was es alles braucht um Weihnachten zu einem schönen Fest für die ganze Familie zu machen.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Bitterböse gut - leise Rache im Pflanzen-Shop

Plant Lady
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„Plant Lady“ von Minyoung Kang ist die bissig-makabre Geschichte über Yu-hee, die ihren Bürojob gegen einen eigenen Pflanzenladen tauscht und sich nicht nur resolut und endgültig um ihren sie übervorteilenden ...

„Plant Lady“ von Minyoung Kang ist die bissig-makabre Geschichte über Yu-hee, die ihren Bürojob gegen einen eigenen Pflanzenladen tauscht und sich nicht nur resolut und endgültig um ihren sie übervorteilenden Freund kümmert, sondern sich nach und nach auch der Probleme der Frauen aus der Nachbarschaft annimmt.
Was zunächst wie eine skurrile Geschichte über Pflanzenliebe und Außenseitertum anmutet, entpuppt sich schnell als bissige, stellenweise makabere Auseinandersetzung mit Einsamkeit, Obsession und gesellschaftlichen Erwartungen.
Das Cover ist ein absoluter Blickfang, wobei einem die fleischfressende Pflanze schon einen Tipp gibt, dass das hier kein Kuschelroman wird.
Besonders eindrucksvoll ist der makabre Unterton, der sich wie ein leiser Schatten durch die fast schon sachlich-nüchterne Geschichte zieht. Die Autorin spielt mit düsteren Motiven, die überraschend beiläufig daherkommen und dadurch umso stärker wirken.

Fazit: Mit „Plant Lady“ legt Minyoung Kang einen Roman vor, der ebenso unterhaltsam wie verstörend ist – und gerade deshalb lange nachwirkt. Für alle, die schwarzen Humor schätzen und Freude an ungewöhnlichen Perspektiven haben.

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