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Philomena

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Hell und Dunkel. Gut und Böse.

Die Attentäter
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Cliff und Alain sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Nicht nur äußerlich. Trotzdem werden sie Freunde und teilen die Leidenschaft fürs Zeichnen. Zwischen ihnen steht Margarete, die versucht die beiden ...

Cliff und Alain sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Nicht nur äußerlich. Trotzdem werden sie Freunde und teilen die Leidenschaft fürs Zeichnen. Zwischen ihnen steht Margarete, die versucht die beiden am Boden zu halten. Doch dann konvertiert Cliff zum Islam und geht ins Ausland. Als er zurück kommt, ist er verändert und er hat etwas vor. Alain spürt, dass es nichts gutes sein kann und versucht hinter Cliffs Pläne zu kommen.

Antonia Michaelis' Schreibstil ist sehr eigen und etwas besonderes. Es braucht seine Zeit, um in diese fast schon poetische und bildgewaltig beschriebene Welt abzutauchen. Die Kapitel sind nach einem Schema aufgebaut. Zuerst erzählen Alain und Cliff abwechselnd aus der Gegenwart, dann aus ihrer Vergangenheit. Abschließend werden Briefe von Margarete aufgeführt.

Alain und Cliff. Hell und Dunkel. Gut und Böse. Anfangs könnte man das als klischeehaft bezeichnen, aber hinter Cliffs Charakter steckt mehr. Auch wenn der Leser nie genau herausfindet, was das Dunkle in ihm ist. Zwei so unterschiedliche Persönlichkeiten, die trotz allem Gemeinsamkeiten haben und irgendwie voneinander angezogen werden. Dazwischen Margarete, die einen Ruhepol darstellen soll, aber zwischen den beiden untergeht. Sie gehört dazu, aber wird nie wirklich in die Welt von Alain und Cliff passen.

Es ist schwierig die Eindrücke zu diesem Buch in Worte zu fassen. ES geht um unerschüttliche Freundschaft, die Wichtigkeit von Familie und immer wieder ums Verzeihen. Terrorismus und der Islamismus sind aktuelle, wichtige und kontroverse Themen, zu denen jeder eine eigene Meinung hat. Sobald Religion im Spiel ist, wird es kompliziert.

Die Autorin schafft es trotzdem beide Seiten neutral darzustellen ohne erhobenen Zeigefinger den Leser in eine Richtung zu drängen. Sie greift aktuelle Ereignisse des Terrors auf und versucht die Beweggründe von Extremisten zu verdeutlichen.

Es ist ein sehr intensives Buch. Man taucht sehr tief in die Gefühls- und Gedankenwelt der Personen ein. Lernt sie von Kindheit an kennen und schafft eine Verbindung zu ihnen.

Die Altersempfehlung vom Verlag ist mehr als gerechtfertigt, da diverse brutale Szenen detailliert beschrieben werden. Man sollte sich mit diesem Buch Zeit lassen und über die Geschichte nachdenken. Das Ende war zu gleichen Teilen vorhersehbar, überraschend und verstörend. Manchmal etwas zu dramatisch.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wenn die Vergangenheit dich einholt

Scherbenkind
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Ein anonymer Anruf geht beim Stuttgarter Polizeipräsidium ein. Ein kleines Mädchen behauptet den Mörder eines früheren Mordfalles zu kennen. Hauptkommissarin Verena Sander macht sich auf die Suche nach ...

Ein anonymer Anruf geht beim Stuttgarter Polizeipräsidium ein. Ein kleines Mädchen behauptet den Mörder eines früheren Mordfalles zu kennen. Hauptkommissarin Verena Sander macht sich auf die Suche nach der Zeugin. Doch das Mädchen scheint spurlos verschwunden zu sein. Dann taucht eine weitere Leiche auf, die irgendwie mit dem ersten Mord zusammenhängt. Verena kommt auf die Spur einer jungen Frau, die mehr zu wissen scheint, als sie preisgibt. Was aber wirklich dahinter steckt, bringt Verena an ihre Grenzen.

Die Autorin wartet mit vielen ungewöhnlichen Charakteren auf. Verena Sander scheint zu Beginn eine starke Frau, die für ihren Beruf lebt. Doch auch sie hat private Probleme, die sie während der Ermittlungen in Schwierigkeiten bringen.

Sina ist eine der wichtigsten Personen in diesem Fall. Wie wichtig erfährt man erst nach und nach. Sie ist wohl die außergewöhnlichste Person in diesem Buch. Auch wenn für mich relativ schnell klar war, was ihr Geheimnis ist.

Die vielen liebevoll gestalteten Nebencharaktere machen es zu einem besonderen Krimi. Neben den ersten Ermittlungsarbeiten und den grauenvollen Entdeckungen bringt die Autorin trotzdem hin und wieder ihren Humor ein.

Hier bekommt man mehr als nur einen gewöhnlichen Krimi. Man erhält erschreckende Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele und zu welch grausamen Taten manche Menschen fähig sind. Psychologisch ist das Buch ausgezeichnet recherchiert und erklärt. Immer wieder gibt es Wendungen, die einen überrumpeln und Zusammenhänge werden aufgedeckt, die man nicht erwartet hätte.

Während man anfangs nach über den Titel rätselt, wird die Bedeutung dessen bald sehr deutlich. An manchen Stellen kommen die Ermittlungen doch sehr durch Zufälle voran, was aber auch mein einziger Kritikpunkt ist. Ansonsten ein spannender Krimi, der nichts für schwache Nerven ist.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Hat Potenzial nach oben

Secret Fire
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Sacha kann nicht sterben. Zumindest noch nicht. Darum lässt er sich auf die waghalsigsten Wetten ein. Seine Familie nennt seinen Zustand Fluch und an seinem 18. Geburtstag muss er sterben. Taylor dagegen ...

Sacha kann nicht sterben. Zumindest noch nicht. Darum lässt er sich auf die waghalsigsten Wetten ein. Seine Familie nennt seinen Zustand Fluch und an seinem 18. Geburtstag muss er sterben. Taylor dagegen lebt ihr stinknormales Leben, bis ihr Großvater ihr etwas Unglaubliches offenbart. Kann sie Sachas Fluch brechen? Und ist sie auch wirklich dafür bereit?

Taylor ist wirklich mal eine weibliche Hauptcharakteren, die ich von Anfang an sympathisch fand. Eigentlich ist sie eine Streberin und konzentriert sich nur aufs Lernen. Man stellt sich vor, dass man selbst ähnlich wie Taylor mit der Situation umgehen würde. Man kann sich also gut in sie hineinversetzen.

Sacha ist schon mehr der Draufgänger. Bei seinen Gegebenheiten aber auch nicht weiter verwunderlich. Trotzdem sorgt er sich um seine Familie und sogar um Leute, die nicht mal seine Freunde sind. Die Szenen mit den beiden zusammen, waren eine meiner Lieblingsstellen. In diesem Band waren es aber leider noch nicht so viele.

Eigentlich habe ich ein relativ normales Jugendbuch erwartet, aber dann doch mehr Fantasy-Elemente erhalten, als erwartet. Was mich aber nicht weiter gestört hat. Interessant fand ich vor allem, wie der Zustand von Sacha und auch Taylors Besonderheiten erklärt wurden. Leider kann ich ohne Spoiler nicht weiter darauf eingehen.

Man merkt sehr deutlich, dass es sich um einen ersten Band handelt. Die Geschichte braucht eine Weile, um in Fahrt zu kommen. Der Schreibstil ist aber sehr angenehm und trägt einen durch das Buch. Ich finde, man merkt auch nicht, dass zwei verschiedene Autorinnen an dem Buch gearbeitet haben.

Ein interessanter Auftakt mit viel Potenzial nach oben. Es gab schon die ein oder andere spannende Stelle, aber ich hoffe da kommt noch mehr. Die Ausgangslage verspricht ja so einiges.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Liebesgeschichte ohne große Überraschungen

Eigentlich bist du gar nicht mein Typ
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Abi wird von ihrem Freund Joseph verlassen. Er denkt sie wären zu verschieden. Doch Abi ist er Meinung, Joseph ist der richtige Mann für sie. Als Joseph eine Kiste mit Abis Sachen vorbeibringt, bietet ...

Abi wird von ihrem Freund Joseph verlassen. Er denkt sie wären zu verschieden. Doch Abi ist er Meinung, Joseph ist der richtige Mann für sie. Als Joseph eine Kiste mit Abis Sachen vorbeibringt, bietet sich ihr die perfekte Gelegenheit ihn wieder zurück zu erobern. In der Kiste liegt Josephs Bucket-Liste. Abi fasst den Entschluss, alle Dinge auf dieser Liste selbst zu machen, um Joseph zu zeigen, dass sie doch mehr gemeinsam haben. Aber auf der Liste stehen Dinge, die Abi nie freiwillig machen würde.

Ein locker-leichter Liebesroman. Das habe ich mir bei der Beschreibung vorgestellt und das habe ich auch bekommen. Abi ist mir - abgesehen von der Tatsache, dass sie ziemlich verzweifelt ihren Ex-Freundin wieder haben will - recht sympathisch. Sie weiß, was sie will und kämpft mit allen Mitteln dafür. Die anderen Charaktere bleiben etwas im Hintergrund, was ich sehr schade finde. Einige davon hätten gerne mehr Auftritte habe können, da das Potenzial definitiv dagewesen wäre.

Große Überraschungen gibt es nicht wirklich. Es wird zwar mit den Zwischenfällen auf Abis Arbeit etwas Spannung aufgebaut, aber neben der Haupthandlung erscheint einem das nicht wirklich wichtig. Es ist dennoch trotzdem interessant, Abi bei ihren Aufgaben zu begleiten. Die Wandlung, die sie dabei durchmacht, ist nachvollziehbar und bringt einem selbst zum Nachdenken, was man vom Leben möchte und was auf der eigenen Bucket-Liste stehen würde.

Natürlich kommt auch die Romantik nicht zu kurz. Es ist aber schon nach den ersten Begegnungen zwischen Abi und Ben klar, wie das Buch ausgehen wird. Die Sache wird noch etwas damit aufgebauscht, dass Ben in einer Beziehung steckt und es zu einem Konflikt zwischen Abi und Ben kommt.

Eine erfrischende Sommerlektüre mit einer kleinen Botschaft, die berührt. Das Ende war leider etwas zu vorhersehbar, aber trotzdem war es sehr unterhaltend.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Rasante Geschichte

Highspeed Love
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Die neue Supercross-Saison beginnt. Unglücklicherweise braucht Cole - ein erfolgreicher Rennfahrer der Szene - einen neuen Mechaniker. Die Wahl fällt ausgerechnet auf Maxwell. Der Zwillingsbruder von Miles, ...

Die neue Supercross-Saison beginnt. Unglücklicherweise braucht Cole - ein erfolgreicher Rennfahrer der Szene - einen neuen Mechaniker. Die Wahl fällt ausgerechnet auf Maxwell. Der Zwillingsbruder von Miles, mit dem Cole nicht nur ein Geheimnis teilt, das auf keinen Fall ans Licht kommen darf, sondern auch eine jahrelange Konkurrenz. Während der Kampf um den großen Sieg voranschreitet, häufen sich auffällig viele technische Defekte an den Maschinen der Fahrer. Es wäre nicht der erste Fall von Sabotage in diesem Sport.

Am Anfang war ich noch nicht ganz von dem Buch überzeugt, da ich Angst vor einem Übermaß an Klischees hatte. Zum Glück wurde diese Befürchtung nicht ganz bestätigt. Natürlich gibt es einige Aspekte, die solche Liebesgeschichten immer gemeinsam haben werden, aber bei diesem Buch hat man es kaum gemerkt, da einen die Geschichte ziemlich mitgerissen hat.

Ich habe auch endlich mal zwei Hauptcharaktere gefunden, die ich beide fast sofort sympathisch fand und die nicht zu übertrieben oder aufgesetzt wirkten. Es ist zwar schon auffällig, dass fast alle näher beschriebenen Personen wieder mal besonders gutaussehend sind, aber bei solchen Genre sollte man darauf wohl gefasst sein.

Die beiden Hauptprotagonisten haben beide eine bewegte Vergangenheit, hinter die man als Leser im Verlauf des Buches langsam blickt. Neben der Liebesgeschichte an sich wird mit den vermeintlichen Sabotageaktionen Spannung aufgebaut und bringt einen sogar dazu, mit zu rätseln wer der Übeltäter sein könnte. Auch ein paar unvorhergesehene Wendungen machen das Lesen wirklich spannend.

Das Buch ist sehr flüssig und locker geschrieben, mit interessanten Details über Supercross und die Rennen ohne, dass es zu überladen oder anstrengend zu lesen wird. Die Autorin hat mich außerdem auf diesen Sport aufmerksam gemacht, den ich sehr interessant finde.