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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2018

Ungewöhnlich und gut

Bad Girls
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Die Autorin Emily Lockhart studierte das Schreiben an der Columbia Universität. Sie geht bei ihren Werken neue Wege, die sich stark von jenen ihrer Kollegen unterscheiden. Bad Girls wird nicht wie sonst ...

Die Autorin Emily Lockhart studierte das Schreiben an der Columbia Universität. Sie geht bei ihren Werken neue Wege, die sich stark von jenen ihrer Kollegen unterscheiden. Bad Girls wird nicht wie sonst üblich als Story vom Anfang zum Ende erzählt. Sie beginnt am Ende und geht bis zum Anfang zurück. Eigenwillig aber keineswegs überspannt.

Mir gefiel Bad Girls gut. Anfangs hatte ich allerdings Probleme, in die Story hineinzukommen. Es ist schwierig diese ungewohnte Erzählweise anzunehmen. Als mir das gelang, wurde ich bestens unterhalten. Die Hauptperson Jule gibt sich gerne als eine andere Person aus. Sie liebt ihre Freundin Immi sehr, aber diese hat nun mal einen Freund. Imogen (Immi) ist manipulativ und hat viel Geld, welches sie gerne für ihre Irreführungen einsetzt. Interessant war für mich, dass trotz des rückwärts gerichteten Erzählens eine anhaltende Spannung vorhanden war.

Das Cover ist schlicht aber dennoch ausdrucksstark gestaltet. Die kräftige gründe Farbe steht im guten Kontrast zu den auffallend und schwarz geschminkten Lippen im Hintergrund. Bad Girls ist in meinen Augen keineswegs ein Buch nur für Jugendliche. Es kann getrost in den Bereich „guter Thriller“ angesiedelt werden.

Veröffentlicht am 25.11.2018

Außergewöhnlich und spannend

Mörderische Renovierung
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Der junge Autor Edgar Cantero stammt aus Spanien. Spanische Schriftsteller, die ich bisher kennenlernen durfte haben die Eigenart, dass sie tatsächlich außergewöhnliche Bücher schreiben können. Das ist ...

Der junge Autor Edgar Cantero stammt aus Spanien. Spanische Schriftsteller, die ich bisher kennenlernen durfte haben die Eigenart, dass sie tatsächlich außergewöhnliche Bücher schreiben können. Das ist auch Herrn Cantero perfekt gelungen. Leser des Romans dürfen keinen sonst üblichen Ablauf erwarten. Der Autor „spielt“ mit unterschiedlichen Medien. Das sind Eintragungen ins Tagebuch, detaillierte Abschriften von mit Diktiergeräten aufgezeichnete Dialoge und Briefe. Hin und wieder schreibt die Hauptperson auch selbst.

Zur Story gibt es nicht viel zu schreiben. Ein junger Mann erbt ein großes Haus. Er zieht dort mit seiner Freundin ein und erlebt was es heißt, wenn Spukgeschichten wahr werden. Die Freundin ist stumm und sie kommuniziert in den meisten Fällen durch Nachrichten, die sie auf einen Block schreibt. Diesen hat sie stets dabei und auch ein Bleistift gehört zur üblichen Ausrüstung. Ein Tagebuch über die Träume des Erben gibt es ebenfalls in diesem besonderen Buch.

Die Aufmachung ist einzigartig. Schon das Cover lässt sich mit keinem anderen vergleichen. Aber auch die unterschiedlichen Schreibweisen der Tagebücher, Briefe und Notizen gehören zu den Besonderheiten des Buches. Der verstorbene Besitzer pflegte Freundschaften mit Männern, die einem Geheimbund angehörten. Zudem nahm er sich das Leben und der Leser fragt sich, ob diese Tatsachen zusammen hängen.

Mir gefiel das Buch sehr gut. Es ist außergewöhnlich gestaltet und entspricht in keiner Weise den „normalen“ Werk. In meinen Augen gehört es zur anspruchsvollen Literatur, die nicht zwingend für den „Mainstream“ geschrieben wurde.

Veröffentlicht am 24.11.2018

Gut, aber nicht umwerfend

Gun Love
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Der Titel des Buches heißt „Gun love“. Das sagt doch schon alles, oder? Wer kann Waffen lieben? Sind es nicht die US-Amerikaner, die in der Beziehung nicht viel mit uns Europäern gemein haben? Keine Ahnung, ...

Der Titel des Buches heißt „Gun love“. Das sagt doch schon alles, oder? Wer kann Waffen lieben? Sind es nicht die US-Amerikaner, die in der Beziehung nicht viel mit uns Europäern gemein haben? Keine Ahnung, ob diese Ansicht der Wahrheit entspricht. Fakt ist allerdings, dass das Waffengesetz in Deutschland wesentlich strenger geregelt ist, als es in den USA der Fall ist.

Das Hörbuch hat mich gefesselt. Ja, aber die junge Dame kann meiner Meinung nach ruhig noch ein wenig an ihrer Stimme arbeiten. Einige Passagen klingen identisch, obwohl unterschiedliche Menschen zu Wort kamen. Und die Nachahmung des amerikanischen Slangs klingen für mich nicht echt.

Das Buch beschreibt sehr einfühlsam, wie ein Mädel sich gegen seine strengen Eltern stellt und ihr Kind trotz aller Widerwärtigkeiten alleine zur Welt bringt. Sie weiß, dass ihr Vater niemals erlaubt, dass sie ihr Kind behalten darf. Aus dem Grund flüchtet sie aus dem reichen Elternhaus und lebt mit ihrer Tochter in einem Auto. Die Liebe zum Nachwuchs ist offensichtlich, bis ein Mann ins Leben der Mutter tritt. Er verändert alles.

Im weiteren Verlauf der Geschichte wird die Mutter ermordet und Pearl (die Tochter) muss alleine ihren Weg gehen. Wie sie das bewältigt und welche Erlebnisse sie hat, das werde ich nicht verraten. Mein Fazit zum Buch lautet, dass niemand auf seine Herkunft stolz sein sollte. Die Stimme der Vorleserin muss noch ein wenig reifen, um mich wirklich in ihren Bann zu ziehen.

Was mich sehr beeindruckte ist die Tatsache, dass das Hörbuch ohne Hülle aus Plastik angeboten wird. Das ist auf jeden Fall ein Beitrag für den Umweltschutz und sollte viele Nachahmer finden.

Veröffentlicht am 21.11.2018

Farbenfroh und abseits des Mainstreams

Dunkelgelb
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Eva Altjohann war auf dem Weg vom Chiemsee nach Lübeck und ihre Gedanken formulierten die Handlung zu einem neuen Roman. So beschreibt sie selbst, wie es zu diesem Buch kam. Mit dunkelgelb geht sie neue ...

Eva Altjohann war auf dem Weg vom Chiemsee nach Lübeck und ihre Gedanken formulierten die Handlung zu einem neuen Roman. So beschreibt sie selbst, wie es zu diesem Buch kam. Mit dunkelgelb geht sie neue Wege im Genre Liebesroman. Schon der Anblick des Covers zeigt das. Schlicht, ohne schmachtende Blicke oder „Nackenbeißer“, so wird dem Betrachter das Äußere des Buches präsentiert.

Einfühlsam und ganz anders als vergleichbare Bücher, kommt „Dunkelgelb“ beim Leser an. Hauptpersonen sind Benedikt und Sophia. Zwei Menschen, die sich bereits viele Jahre kennen, aber nicht den Mut fanden, sich aneinander zu binden. Im Zeitraffer wird ihr Leben mit anderen Partnern beschrieben und auch die Fraueninsel im Chiemsee hat ihren Platz in den Erinnerungen. Warum Sophia den Heiratsantrag Benedikts nicht annahm und wie sich ihr Leben so fern voneinander gestaltet, das beschreibt Eva Altjohann in ihrer einzigartigen Weise. Farben spielen bei den Gedanken und Erlebnissen Benedikts eine tragende Rolle.

Es dauerte eine Weile, bis ich mit der Eigenart Benedikts zurechtkam. Ich kenne dieses Farbempfinden nicht, ließ mich aber ohne Vorurteile darauf ein. Das war auch gut so, denn dadurch konnte ich in den Roman eintauchen. Ich folgte den beiden Hauptpersonen auf ihrem Weg und durch die klare Sprache und die exakten Beschreibungen der Orte und Personen, konnte ich mir alles sehr genau vorstellen. Mit „Dunkelgelb“ ist Frau Altjohann ein wunderbares Buch gelungen.

Veröffentlicht am 11.11.2018

Nette Unterhaltung

Das wunderbare Wollparadies
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Das war mein erstes Buch aus der Valerie Lane und wohl auch das letzte. Nein, es ist nicht schlecht. Es geht um Freundinnen, die alle ein Geschäft in der Straße haben. Jede von ihnen erlebte in der Vergangenheit ...

Das war mein erstes Buch aus der Valerie Lane und wohl auch das letzte. Nein, es ist nicht schlecht. Es geht um Freundinnen, die alle ein Geschäft in der Straße haben. Jede von ihnen erlebte in der Vergangenheit mehr oder weniger schlimme Traumen. In diesem Buch geht es um die Inhaberin des Wollladens, Susanne. Die Autorin beschreibt Gegenwart und Vergangenheit. Sie zeigt also, aus welchem Grund Susanne in gewissen Situationen so intensiv reagiert. Für mich ist diese Art von Romanen nichts. Es ist eher für junge Frauen aber dass er schlecht ist, heißt das nicht. Ich habe halt einen anderen Geschmack. Schreiben kann die Autorin, allerdings ist diese Geschichte hier über den Wollladen sehr vorhersehbar.