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Veröffentlicht am 22.12.2018

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Der Wortschatz
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Der Wortschatz von Elias Vorpahl, Illustrationen von Julia Marie Stolba, erschienen als gebundene Ausgabe im Buchblatt Verlag am 1. Dezember 2018.

Gerade noch hat das Wort eine Diskussion mit dem Vater ...

Der Wortschatz von Elias Vorpahl, Illustrationen von Julia Marie Stolba, erschienen als gebundene Ausgabe im Buchblatt Verlag am 1. Dezember 2018.

Gerade noch hat das Wort eine Diskussion mit dem Vater darüber gehabt, ob Worte Menschen brauchen, da wird es von einem Menschen unsachgemäß ausgesprochen und verliert seine Bestimmung. Als namenloses, wertloses Opfer ohne Bedeutung wird es nun gejagt ohne es zu wissen, von jenen, die die Wortwelt aufräumen und Füllworte und Worte die die Welt verkomplizieren fangen und sie auslöschen. Seine Suche nach seinem Sinn wird zur Reise durch die Welt der Sprache.

Elias Vorpahl schickt uns auf eine Reise, auf der uns das Herz für die Sprache geöffnet wird und auf der wir sehr unsere eigene Vorstellung benutzen müssen. Wir selbst müssen dieses Buch mit Vorstellungen füllen. Der Weg dahin wird erleichtert da der Autor aus klassischen Kindergeschichten mit kleinen literarischen Ausflügen den Leser mit Bekanntem lockt. Wenn ich mir z.T. die Rezensionen ansehe hat er sich damit aber auch gleichzeitig ein Bein gestellt da diesen Ausflügen darin viel mehr Raum gegeben wird als sie im Buch eine Rolle spielen. Man könnte die Poesie von Elias Vorpahl genießen ohne eines der Bücher auf die angespielt wird gelesen zu haben. Vielleicht versinkt man sogar noch mehr in der Geschichte ohne das Wissen, dass sie in diesem Buch lauern und man ja ein furchtbarer Nicht-Bibliophiler Mensch ist, sollte man die Chuzpe haben solch ein Werk, ohne das entsprechende Vorwissen zu lesen.
Probleme werden einem höchstens die Abstraktheit der Protagonisten machen und manche Begebenheit, die irgendwie ohne wirklichen Halt innerhalb der Geschichte passiert. Da hat sich ein Mathematiker mal auf einem Feld ausgetobt auf dem fünf gerade sein dürfen.

Ich bin wirklich begeistert von der Aufmachung des Buches. Die Illustrationen sind einfach wundervoll. Zusammen ergibt sich für mich ein Buch welches ich nicht nur sehr gerne gelesen habe, sondern ein Buch, welches ich auch gerne in meinem Regal stehen habe und ab und zu darin blättern möchte.

Diese Geschichte ist für Menschen, die in ihrem Herzen Kinder geblieben sind und die Pusteblume ob ihrer tanzenden Schirmchen lieben und mit ihnen die Reise in eine fremde wundervolle Welt antreten würden. Der Zauber des Buchs wird schon in der Leseprobe entfacht. Wem die gefällt sollte zumindest Spaß an diesem Buch haben.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Alles hängt mit Allem zusammen

Ein Reif von Silber und Gold
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Ein Reif von Silber und Gold (Die Königschroniken, Band 3) von Stephan M. Rother, erschienen im rowohlt Poloaris Verlag am 20. November 2018

Die vergessenen Götter zürnen. Die Geschichte geht weiter ...

Ein Reif von Silber und Gold (Die Königschroniken, Band 3) von Stephan M. Rother, erschienen im rowohlt Poloaris Verlag am 20. November 2018

Die vergessenen Götter zürnen. Die Geschichte geht weiter dort wo sie aufgehört hat. Leyken sitzt auf der Esche fest die vor Erdbeben und madigen Angreifern erbebt, Sölva hat in der Raunacht Vater und Brüder verloren und die Völker des Nordens stehen vor den Trümmern ihres Königtums. Wer wird das Erbe des großen Otta antreten?
Der Autor hilft dem Leser mit kleinen Hinweisen schnell wieder in die Geschichte zu finden. Der Prolog ist wahrlich düster und ziemlicher Tobak. Wer nun erwartet, dass sich die dunklen Wolken verziehen irrt. Der abschließende Band der Königschroniken bleibt düster und die Protagonisten müssen gegen Fabelwesen antreten, die sich wunderbar in die unterkühlte Endzeitstimmung der Geschichte des hohen Nordens einfügen. Derweilen fallen andere Steinchen der Geschichte an ihren Platz und lassen den Leser endlich das große Ganze betrachten um dann einen recht unerwarteten Schluss, der den wirklichen Fans der Geschichte ein Lächeln aufs Gesicht zaubern wird, denen, die zweifelnd gewesen sind jedoch den Rest geben wird.
Auch dieser letzte Band ist wunderbar geschrieben. Allerdings wunderbar düster und fröhliche Stimmung sucht man vergebens. Man möchte sich beim lesen ein warmes Jäckchen anziehen, weil Rother es schafft, dass man sich fast fühlt als würde man in Kälte und Untergang live dabei sein.

Veröffentlicht am 25.11.2018

Noch besser als das letzte Buch

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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Muttertag von Nele Neuhaus (Bodenstein-Kirchhoff Reihe Band 9), erschienen im Ullstein Verlag am 19.11.2018

Pia Sander wird zum Haus des ehemaligen Unternehmers Theo Reifenrath gerufen der schon einige ...

Muttertag von Nele Neuhaus (Bodenstein-Kirchhoff Reihe Band 9), erschienen im Ullstein Verlag am 19.11.2018

Pia Sander wird zum Haus des ehemaligen Unternehmers Theo Reifenrath gerufen der schon einige Tage zuvor gestorben ist. Pia und Oliver lassen das Anwesen untersuchen wobei ein halb toter Hund in seinem Zwinger gefunden wird. Die Knochen in seinem Zwinger entpuppen sich bei näherem Hinsehen als menschlich. Weitere Untersuchungen des Grundstücks bringen weitere Funde zu tage.

Auch hier arbeiten Pia und Oliver wieder zusammen und auch diesmal ist es ein Fall dessen Wurzeln schon Jahrzehnte zurück liegen. Ist der Verstorbene ein Mörder, oder wurde durch seinen Tot eine Reihe beendet? Wenn Theo Reifenrath nicht der Mörder ist, wird dieser wieder zuschlagen da es bald wieder Mai ist und alle identifizierten Opfer verschwanden an einem Sonntag im Mai.

Der Krimi kann, ohne die Vorgänger zu kennen sehr gut gelesen werden, aber wie immer bei dieser Reihe ist auch das Privatleben der Ermittler interessant und man nimmt sich etwas den Spaß daran, wenn man einen Sprung ins kalte Wasser macht aber die wesentlichen Fakten werden nochmals erwähnt.

Spannend ist dieser Neue auf jeden Fall wieder und zwar so, dass man ihn fast nicht aus der Hand legen mag. Dazu trägt auch ihr flüssig zu lesender Stil bei der gradlinig und sehr gut lesbar daher kommt. Wer den letzten Krimi aus der Bodenstein-Kirchhoff Reihe mochte, der wird diesen noch einen ticken besser finden. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 23.11.2018

Es kehrt keine Ruhe ein in Barrington Cove

Ein MORDs-Team - Der Fall Corey Parker 1: Die fünfte Dynastie (Bände 13-15)
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Ein MORDs-Team - Der Fall Corey Parker 1: Die fünfte Dynastie (Bände 13-15, All-Age Krimi) von Andreas Suchanek, erschienen im Greenlight Press Verlag am 31. Oktober 2018

Als Sonja für eine Reportage ...

Ein MORDs-Team - Der Fall Corey Parker 1: Die fünfte Dynastie (Bände 13-15, All-Age Krimi) von Andreas Suchanek, erschienen im Greenlight Press Verlag am 31. Oktober 2018

Als Sonja für eine Reportage mit einem Teil des Teams auf Angel Island unterwegs ist, finden sie die Überreste einer Leiche. Es fehlt nur kein Vermisster mehr vom Unglück in 1985. Wer ist der Tote und warum vermisst ihn niemand?
Nahtlos geht der alte Fall von Marietta King in den Neuen um Corey Parker über. Es empfiehlt sich vorher die Bände eins bis zwölf gelesen zu haben, um die Gruppendynamik der handelnden Personen besser verstehen zu können. Inzwischen sind unsere Protagonisten Helden und können sich nicht einfach so in der Stadt bewegen, ohne den Dynastien auf die Füße zu treten. Wie schon der Titel verrät kommt die Gruppe einer bis dahin unbekannten fünften Dynastie auf die Schliche.

Wie immer atemberaubend spannend geschrieben erleben wir in Zeitsprüngen zwischen 1985 und der aktuellen Zeit die Teams um Jamie bzw. Mason bei ihren Ermittlungsarbeiten. Der Humor kommt wieder mal nicht zu kurz, dafür darf um die einzelnen Mitglieder des Teams gehörig gezittert werden.

Klare Leseempfehlung für Jung und Alt.

Veröffentlicht am 14.11.2018

Was passiert, wenn nichts passiert?

Die Hungrigen und die Satten
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Die Hungrigen und die Satten von Timur Vermes, erschienen im Bastei Entertainment Verlag am 27.08.2018.

Nach Einführung der Obergrenze für Asylsuchende endstehen unüberschaubare Lager in der Wüste, in ...

Die Hungrigen und die Satten von Timur Vermes, erschienen im Bastei Entertainment Verlag am 27.08.2018.

Nach Einführung der Obergrenze für Asylsuchende endstehen unüberschaubare Lager in der Wüste, in denen die Hoffnungslosen festsitzen. Die Preise für Schlepper sind so explodiert, dass man eigentlich keinen Weg mehr findet um ins Schlaraffenland Europa zu gelangen. Als das Trash-TV das Lagerleben als TV-Format entdeckt und Flüchtlingsfrauen als Modells entdeckt, wird aus ihrer Moderatorin Nadeche Hackenbusch schnell der „Engel des Elends“. In ihrer naiven Art versucht sie das Format für sich zu nutzen um ihren Platz in der Hackordnung des Senders zu sichern, unterstützt von einer selbstsüchtigen Journalistin, die sich selbst völlig überschätzt und glaubt für ihren Schmierenjournalismus Pulitzerpreis-verdächtig zu sein. Als sich Nadeche den sexy Vorzeigeflüchtling Lionel ins Bett holt sieht dieser seine Chance doch noch ins abgeschottete Deutschland zu kommen. Als der Sender die erste Staffel beendet und durch ein anderes Format ersetzen will sucht sich Lionel mit Hilfe von Schleppern einen Weg 150.000 Lagerinsassen auf den Weg Richtung Deutschland zu bringen und der Privatsender hält die Kamera drauf wie sich der Zug der Hoffnungslosen auf den weiten Fußmarsch Richtung Deutschland macht.

Timur Vermes ist ein kleiner Geniestreich gelungen. Er schreibt ernsthafte Satire ohne, dass es sich als Widerspruch anfühlt. Er lässt sich offensichtlich vom aktuellen TV Programm inspirieren und lässt eine naiv dumme, selbstverliebte Moderatorin deren Welt sich nur um sie selbst und ihre Luxuswünsche dreht, die extrem beliebt beim Publikum ist auf einen Höllentrip gehen. Eigentlich soll sie ja nur hübsche Flüchtlingsfrauen in Mode stecken um Programm zu machen ohne Programm machen und bezahlen zu müssen. Das der gewitzte Lionel ihr Assistent wird und alles dran setzt von ihr am Ende vom Dreh mit nach Deutschland genommen zu werden fällt ihr nicht mal auf. Die deutsche Regierung ist das was sie eigentlich in den letzten Jahren immer ist: überfordert und in abwartender Haltung.

Das Buch, in wechselden Perspektiven erzählt, blickt auf die Lage der Migranten, die Schlepper, das TV Gewerbe und was den Politikern dazu einfällt. So nebenbei werden die Reaktionen „der Deutschen“ eingeflochten die nicht alle grenzenlos begeistert sind vom wachsenden Flüchtlingsstrom der sich da aufgemacht hat.

Genervt bin ich etwas von den Passagen gewesen wo die Moderatorin ihrem Englisch freien Lauf geben durfte. Ja, hier wird vorausgesetzt, dass man wenigstens rudimentäres Englisch beherrscht. Das ist dann wirklich nicht „the yellow of the egg“.

Der Autor denkt die Flüchtlingskrise einfach mal weiter. Was passiert, wenn wir uns abschotten und entwurzelte Menschen über Jahren versuchen ein unerreichbares Ziel zu erreichen? Hier bekommt jeder sein Fett weg ohne dass die Würde angekratzt wird. Klare Leseempfehlung.