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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2019

Guter Auftakt zu einer neuen Reihe

Hexenzirkel 1: Das Lied von Usgar
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Das Lied von Usgar von R.A. Salvatore, erschienen im Cross Cult Verlag am 3. Dezember 2018

Aoleyn w’aechst bei einem kriegerischen Stamm hoch in den Bergen auf dessen Frauen zum Teil eine Kristallmagie ...

Das Lied von Usgar von R.A. Salvatore, erschienen im Cross Cult Verlag am 3. Dezember 2018

Aoleyn w’aechst bei einem kriegerischen Stamm hoch in den Bergen auf dessen Frauen zum Teil eine Kristallmagie beherrschen und dadurch den Kriegern ihres Stammes die Extraportion Kampfkraft verleihen um die Staemme unten am See besiegen zu koennen und deren Frauen und Kinder zu entfuehren um sie als Sklaven zur Arbeit zu zwingen und die Frauen zu vergewaltigen. In Aeleyn zeigt sich frueh, dass sie magisch sehr begabt ist, gleichzeitig hat sie ihren eigenen Kopf und versucht sich gegen einen Krieger der sie dazu benuetzen moechte der naechste Stammesfuehrer zu werden zu wehren.

Dieser Auftaktband einer Trilogie findet in einem sehr begrenzten Setting statt. Erzaeht werden die Geschichten von Aoleyn und einem Perlenhaendler der die Doerfer am See besucht und mit den Einheimischen Handel treibt. Durch ihn wird dem Leser ein Ueberblick ueber die Gegend und die Bewohner erzaehlt und es tauchen auch schon Monster auf die vermutlich in der Reihe noch eine Rolle spielen werden. Dieser erste Band beschaeftigt sich damit wie Aoleyn aufwaechst, wie sie lernt die Kristallmagie zu nutzen und wie der Zirkel aus Magieanwenderinnen die Magie gewoehnlich nutzt. Es ist eine Geschichte der absoluten Unterdrueckung der Frauen in der auch dargestellt wird wie Frauen selbst dazu beitragen, dass diese Unterdrueckung so stattfinden kann.

Einige Figuren aus frueheren Romanen des Autors bekommen hier einen kleinen Platz, aber es ist nicht notwendig etwas vom Autor gelesen zu haben um dieses Buch geniessen zu koennen. Es ist Fantasy wie sie sein sollte. Spannend, durchdacht und mit einem guten Aufbau der Protagonisten. Es gibt Liebe, Intriegen, fremde Rassen und Monster durch deren Augen man sehen darf und die einem dann viel weniger wie Monster erscheinen.

Guter Auftakt zu einer neuen, modernen Fantasy Geschichte die darauf aufbaut, dass man schon etwas vertraut mit dem Genre ist. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 05.01.2019

Aberglaube und Glaubensunfriede

Der Astronom und die Hexe
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Der Astronom und die Hexe: Johannes Kepler und seine Zeit von Ulinka Rublack, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 16. Dezember 2018.

In diesem Sachbuch werden die Lebensumstände der Familie Kepler dargestellt ...

Der Astronom und die Hexe: Johannes Kepler und seine Zeit von Ulinka Rublack, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 16. Dezember 2018.

In diesem Sachbuch werden die Lebensumstände der Familie Kepler dargestellt und wie es zur Hexenanklage gegen Johannes Keplers Mutter gekommen ist. Der eigentliche Hexenprozess bleibt dabei recht unspektakulär und bekommt in diesem Buch nur genau den Raum den er brauchte. Viel wichtiger werden die Lebensumstände der Familienmitglieder beschrieben und es entsteht ein ausführliches Bild der Zeit die durch die Spaltung der Kirche es für die Wissenschaft nicht einfacher machte zu forschen ohne ins Fadenkreuz derer zu kommen, die wissenschaftliche Erkenntnisse gerne als teuflischen Humbug abtun wollten.

Ich gebe zu, dass ich mir etwas mehr Sensation vorgestellt hatte bei dem Wort Hexe im Titel, aber ein Sachbuch ist nun einmal kein Hollywoodstreifen und nüchterne Fakten erlauben selten ein Mitfiebern mit den Protagonisten. Vor allem da die Rahmenbedingungen der Geschichte ja bekannt sind.

Einfühlsam wird hier die Geschichte einer Familie und die Problematik des beginnenden Protestantismus geschildert. Katharina Kepler ist früh verwitwet und muss die Kinder alleine groß ziehen. Sie entspricht nicht der Erwartungshaltung ihrer Mitbürger und führt ein Leben nach dem Tot ihres Mannes was zu Misstrauen führt und Aberglaube wird mit christlicher Tünche versehen um eine Frau los zu werden die manchen Leuten unbequem erscheint und eine gute Entschuldigung warum man selbst nicht leistungsfähig ist.

Ulinka Rublack zeichnet ein interessantes Bild der Lebensumstände auch anhand von Personen, die in der Zeit und Umgebung von Johannes Kepler gelebt haben. Meine anfängliche Enttäuschung keinen spektakulären Hexenprozess zu bekommen hat sich schnell gelegt, weil ich ein Stück Zeitgeschichte kennen lernen durfte welches interessant und zu keinem Zeitpunkt langweilig beschrieben wird.

Klare Leseempfehlung für Leute die mehr aus der Zeit erfahren möchten als Dröges Zahlenmaterial und kurze Fakten hergeben. Das Buch fühlt sich mehr als historischer Roman statt Geschichtsstunde an. Mehr kann man nicht erwarten, wenn man Geschichte lebendig werden lassen möchte.

Ich habe das Buch als eBook gelesen und habe mich etwas geärgert, dass ich die Bilder nicht wirklich gut sehen konnte. Ich würde eine gedruckte Ausgabe dem eBook vorziehen.

Veröffentlicht am 22.12.2018

Gehe auf die Suche und finde

Der Wortschatz
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Der Wortschatz von Elias Vorpahl, Illustrationen von Julia Marie Stolba, erschienen als gebundene Ausgabe im Buchblatt Verlag am 1. Dezember 2018.

Gerade noch hat das Wort eine Diskussion mit dem Vater ...

Der Wortschatz von Elias Vorpahl, Illustrationen von Julia Marie Stolba, erschienen als gebundene Ausgabe im Buchblatt Verlag am 1. Dezember 2018.

Gerade noch hat das Wort eine Diskussion mit dem Vater darüber gehabt, ob Worte Menschen brauchen, da wird es von einem Menschen unsachgemäß ausgesprochen und verliert seine Bestimmung. Als namenloses, wertloses Opfer ohne Bedeutung wird es nun gejagt ohne es zu wissen, von jenen, die die Wortwelt aufräumen und Füllworte und Worte die die Welt verkomplizieren fangen und sie auslöschen. Seine Suche nach seinem Sinn wird zur Reise durch die Welt der Sprache.

Elias Vorpahl schickt uns auf eine Reise, auf der uns das Herz für die Sprache geöffnet wird und auf der wir sehr unsere eigene Vorstellung benutzen müssen. Wir selbst müssen dieses Buch mit Vorstellungen füllen. Der Weg dahin wird erleichtert da der Autor aus klassischen Kindergeschichten mit kleinen literarischen Ausflügen den Leser mit Bekanntem lockt. Wenn ich mir z.T. die Rezensionen ansehe hat er sich damit aber auch gleichzeitig ein Bein gestellt da diesen Ausflügen darin viel mehr Raum gegeben wird als sie im Buch eine Rolle spielen. Man könnte die Poesie von Elias Vorpahl genießen ohne eines der Bücher auf die angespielt wird gelesen zu haben. Vielleicht versinkt man sogar noch mehr in der Geschichte ohne das Wissen, dass sie in diesem Buch lauern und man ja ein furchtbarer Nicht-Bibliophiler Mensch ist, sollte man die Chuzpe haben solch ein Werk, ohne das entsprechende Vorwissen zu lesen.
Probleme werden einem höchstens die Abstraktheit der Protagonisten machen und manche Begebenheit, die irgendwie ohne wirklichen Halt innerhalb der Geschichte passiert. Da hat sich ein Mathematiker mal auf einem Feld ausgetobt auf dem fünf gerade sein dürfen.

Ich bin wirklich begeistert von der Aufmachung des Buches. Die Illustrationen sind einfach wundervoll. Zusammen ergibt sich für mich ein Buch welches ich nicht nur sehr gerne gelesen habe, sondern ein Buch, welches ich auch gerne in meinem Regal stehen habe und ab und zu darin blättern möchte.

Diese Geschichte ist für Menschen, die in ihrem Herzen Kinder geblieben sind und die Pusteblume ob ihrer tanzenden Schirmchen lieben und mit ihnen die Reise in eine fremde wundervolle Welt antreten würden. Der Zauber des Buchs wird schon in der Leseprobe entfacht. Wem die gefällt sollte zumindest Spaß an diesem Buch haben.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Alles hängt mit Allem zusammen

Ein Reif von Silber und Gold
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Ein Reif von Silber und Gold (Die Königschroniken, Band 3) von Stephan M. Rother, erschienen im rowohlt Poloaris Verlag am 20. November 2018

Die vergessenen Götter zürnen. Die Geschichte geht weiter ...

Ein Reif von Silber und Gold (Die Königschroniken, Band 3) von Stephan M. Rother, erschienen im rowohlt Poloaris Verlag am 20. November 2018

Die vergessenen Götter zürnen. Die Geschichte geht weiter dort wo sie aufgehört hat. Leyken sitzt auf der Esche fest die vor Erdbeben und madigen Angreifern erbebt, Sölva hat in der Raunacht Vater und Brüder verloren und die Völker des Nordens stehen vor den Trümmern ihres Königtums. Wer wird das Erbe des großen Otta antreten?
Der Autor hilft dem Leser mit kleinen Hinweisen schnell wieder in die Geschichte zu finden. Der Prolog ist wahrlich düster und ziemlicher Tobak. Wer nun erwartet, dass sich die dunklen Wolken verziehen irrt. Der abschließende Band der Königschroniken bleibt düster und die Protagonisten müssen gegen Fabelwesen antreten, die sich wunderbar in die unterkühlte Endzeitstimmung der Geschichte des hohen Nordens einfügen. Derweilen fallen andere Steinchen der Geschichte an ihren Platz und lassen den Leser endlich das große Ganze betrachten um dann einen recht unerwarteten Schluss, der den wirklichen Fans der Geschichte ein Lächeln aufs Gesicht zaubern wird, denen, die zweifelnd gewesen sind jedoch den Rest geben wird.
Auch dieser letzte Band ist wunderbar geschrieben. Allerdings wunderbar düster und fröhliche Stimmung sucht man vergebens. Man möchte sich beim lesen ein warmes Jäckchen anziehen, weil Rother es schafft, dass man sich fast fühlt als würde man in Kälte und Untergang live dabei sein.

Veröffentlicht am 25.11.2018

Noch besser als das letzte Buch

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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Muttertag von Nele Neuhaus (Bodenstein-Kirchhoff Reihe Band 9), erschienen im Ullstein Verlag am 19.11.2018

Pia Sander wird zum Haus des ehemaligen Unternehmers Theo Reifenrath gerufen der schon einige ...

Muttertag von Nele Neuhaus (Bodenstein-Kirchhoff Reihe Band 9), erschienen im Ullstein Verlag am 19.11.2018

Pia Sander wird zum Haus des ehemaligen Unternehmers Theo Reifenrath gerufen der schon einige Tage zuvor gestorben ist. Pia und Oliver lassen das Anwesen untersuchen wobei ein halb toter Hund in seinem Zwinger gefunden wird. Die Knochen in seinem Zwinger entpuppen sich bei näherem Hinsehen als menschlich. Weitere Untersuchungen des Grundstücks bringen weitere Funde zu tage.

Auch hier arbeiten Pia und Oliver wieder zusammen und auch diesmal ist es ein Fall dessen Wurzeln schon Jahrzehnte zurück liegen. Ist der Verstorbene ein Mörder, oder wurde durch seinen Tot eine Reihe beendet? Wenn Theo Reifenrath nicht der Mörder ist, wird dieser wieder zuschlagen da es bald wieder Mai ist und alle identifizierten Opfer verschwanden an einem Sonntag im Mai.

Der Krimi kann, ohne die Vorgänger zu kennen sehr gut gelesen werden, aber wie immer bei dieser Reihe ist auch das Privatleben der Ermittler interessant und man nimmt sich etwas den Spaß daran, wenn man einen Sprung ins kalte Wasser macht aber die wesentlichen Fakten werden nochmals erwähnt.

Spannend ist dieser Neue auf jeden Fall wieder und zwar so, dass man ihn fast nicht aus der Hand legen mag. Dazu trägt auch ihr flüssig zu lesender Stil bei der gradlinig und sehr gut lesbar daher kommt. Wer den letzten Krimi aus der Bodenstein-Kirchhoff Reihe mochte, der wird diesen noch einen ticken besser finden. Klare Leseempfehlung.