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Veröffentlicht am 09.12.2018

Gleichnisse Jesu neu erzählt

Der Fremde im Zug
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Jesus erzählte viele Gleichnisse. Dabei benutzte er Beispiele aus der Lebenswelt seiner Zuhörer. Der Autor dieses Buchs nimmt den Grundgedanken einiger Gleichnisse, und erzählt sie neu mit Beispielen aus ...

Jesus erzählte viele Gleichnisse. Dabei benutzte er Beispiele aus der Lebenswelt seiner Zuhörer. Der Autor dieses Buchs nimmt den Grundgedanken einiger Gleichnisse, und erzählt sie neu mit Beispielen aus unserer heutigen Zeit. Ob die wertvolle Perle, der barmherzige Samariter, die zehn Jungfrauen, der verlorene Sohn oder die verlorene Münze, mit diesen Geschichten eröffnet sich dem Leser eine ganz neue Dimension einer oft gehörten Geschichte.

Dabei sind manche Geschichten treffender als andere. Bei einigen scheint der Vergleich etwas weit hergeholt oder unpassend. Bei der Vielfalt dieser zwanzig Geschichten, ist es klar, dass der Leser einige ansprechender finden wird als andere. Und jeder wird seine persönlichen Favoriten haben.

Genau genommen sind es auch nicht nur Gleichnisse, die hier aufgegriffen werden. So wird, zum Beispiel, bei der berührenden Geschichte über den Wert jedes einzelnen Kindes auf die Kindersegnung verwiesen.

Die Erzählweise ist durchweg anschaulich, und insgesamt ist das Buch sehr gut lesbar. Manche Gedanken hätten besser ausgearbeitet werden können. Die Geschichten können gut unabhängig voneinander gelesen werden.

Manche Geschichten entstammen Erlebnissen des Autors, andere sind erfunden oder beruhen auf aktuelle Ereignisse, wie der Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt oder das Erdbeben in Haiti. Am Ende jeder Geschichte wird die biblische Geschichte eingeflochten, manchmal wirkt das allerdings etwas konstruiert. Es wäre vielleicht besser gewesen einfach das Gleichnis jeweils am Ende der Geschichte abzudrucken, ohne dass einer der Beteiligten bei jeder Geschichte sagen muss, „Das erinnert mich an eine Geschichte aus der Bibel ...“

Fazit: Ein interessanter, neuer Zugang zu den Gleichnissen Jesu. Ein empfehlenswertes Buch, das viel Stoff zum Nachdenken bietet.

Veröffentlicht am 02.12.2018

Indien konkret: Hingabe und Retterliebe

Glauben. Lieben. Ernten.
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Der im Jahr 1947 geborene Augustine Jebakumar wächst in einfachen Verhältnissen in Indien auf. Wegen Geldmangel kann er nicht, wie er sich erträumt, Ingenieur werden, aber er schließt eine technische Ausbildung ...

Der im Jahr 1947 geborene Augustine Jebakumar wächst in einfachen Verhältnissen in Indien auf. Wegen Geldmangel kann er nicht, wie er sich erträumt, Ingenieur werden, aber er schließt eine technische Ausbildung mit Auszeichnungen ab.

Seine Familie ist christlich geprägt, aber erst als Jugendlicher erkennt er, was es bedeutet von Jesus gerettet zu werden. Voller Liebe für seinen Retter, ist er fortan mit feurigem Eifer für Jesus unterwegs. Wo er nur kann, evangelisiert er.

Eines Tages spürt er, dass Gott ihn nach Bihar ruft. „Mein Sohn, wenn du nicht gehst, habe ich sonst keinen, den ich senden könnte.“ Von seiner Heimat im Süden, Tamil Nadu, nach Bihar im Norden Indiens, sind es über zweitausend Kilometer, eine riesige Entfernung in einem Land, in dem das Reisen mühsam ist. Nicht nur, dass er damit weit von seinem Elternhaus lebt, er muss auch seine gutbezahlte Arbeitsstelle aufgeben, mit der er seine Familie unterstützt. Hin und her gerissen zwischen dem Auftrag seines Herrn und den Erwartungen seiner Familie, entscheidet sich Jebakumar schließlich Gott zu gehorchen, auch wenn er damit seine Familie schwer enttäuscht.

Bihar ist der ärmste Bundesstaat Indiens. Sehr viele Menschen haben noch nicht einmal das Nötigste zum Leben, und nur Wenige können lesen. Es fällt Jebakumar sehr schwer sich zu verständigen, denn auch wenn er noch immer in Indien ist, wird in Bihar eine andere Sprache gesprochen als in seiner Heimat. Trotz aller Härten ist er wie ein Getriebener. Er leidet darunter, dass Menschen ohne Jesus verloren gehen, darum nutzt er jede freie Minute um von seinem Glauben zu erzählen. Er reist in abgelegene Dörfer und ist am Aufbau von Schulen, Krankenhäusern und Waisenheimen beteiligt. Trotz vieler Rückschläge, wächst sein Dienst schnell, und er wird bald von vielen Mitarbeitern unterstützt. In späteren Jahren kommt er mit Missionsorganisationen im Ausland in Kontakt, die seine Arbeit vor allem finanziell unterstützen. Dadurch kann viel mehr Menschen geholfen werden.

Dieses Buch wurde aus dem Tamilischen übersetzt. Der Schreibstil ist für deutsche Leser etwas ungewohnt. Es wird über eine Fülle von Erlebnissen berichtet, und manchmal ist das Lesen ermüdend, weil so viele einzelne Ereignisse nebeneinanderstehen. Das Erzählte wirkt manchmal eher wie ein Rechenschaftsbericht für Missionsfreunde. Es kommen auch viele Namen von Menschen und Orte vor, die den meisten Lesern vermutlich unbekannt sind. Und obwohl Jebakumar immer wieder betont, dass allein Gott die Ehre gebührt, klingt manchmal aus seinen Erzählungen etwas Eigenlob oder Stolz heraus, was befremdend wirken kann. Das alles liegt vermutlich in erster Linie an den kulturellen Unterschieden zwischen dem indischen Autor und dem deutschen Leser.

Dafür ist es aber auch gerade dieser anderen Erzählweise zu verdanken, dass der Leser mit diesem Buch einen außergewöhnlichen, authentischen Bericht über das Leben und Wirken in Indien erhält. Gerade wer sich für fremde Kulturen interessiert, wird es sehr schätzen hier ein Zeugnis eines indischen Christen in Händen zu halten. Kaum vorstellbar für Christen in wohlhabenden Ländern ist z.B. die Freude über das Geschenk einer eigenen Decke für jedes Familienmitglied. Aspekte, die in unserer Kultur grundlegend anders sind, z.B. die Rolle des Sohnes in der Familie, oder die Brautsuche der Eltern, könnten nicht besser wiedergegeben werden, als von einem Menschen, der in dieser Kultur Zuhause ist.

Neben vielen Erfolgen, schreibt Jebakumar auch von harten Niederlagen; z.B. von Mitarbeitern, die nur auf ihre eigenen Vorteile bedacht sind oder dem Tod eines Kindes; und immer wieder erzählt er von dem starken, teils lebensbedrohlichen Widerstand gegen den Glauben, dem er und seine Mitarbeiter ausgesetzt sind.

Es ist bewegend zu lesen, wie Jebakumar und seine Mitarbeiter Gottes Führung und Eingreifen erleben. Auch da wirkt manches vielleicht für westliche Leser befremdend, aber wie gut wäre es, einfach mal bei Christen einer fremden Kultur hinzuhören, ohne gleich nach dem eigenen Maßstab zu werten und urteilen.

Das Herausragende an diesem Buch ist die Begeisterung, mit der Jebakumar und seine Freunde alles für ihren Glauben einsetzen. Unermüdlich überlegen sie, wie sie noch mehr Menschen mit dem Evangelium erreichen können. Angesichts diesen Eifers, wirken Christen in Europa müde und selbstsüchtig. Vielleicht ist es der Wohlstand, der lähmt. Auf jeden Fall dient dieser Bericht als Herausforderung den Glauben ernster zu nehmen und sich etwas kosten zu lassen.

Fazit: Ein faszinierender Bericht über das Wachsen einer einheimischen Missionsorganisation in Indien. Die vielen Glaubenserfahrungen, aber auch die Bereitschaft zum Verzicht, sind eine Herausforderung für europäische Christen, auch wenn die Erzählweise stellenweise ungewöhnlich ist. Die ermutigenden Zeugnisse in diesem Buch bieten einen authentischen Einblick in das Leben der Christen in Indien.

Veröffentlicht am 29.11.2018

Gott kann das Unmögliche tun

Auf dünnem Eis
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Drei ausgelassene 14jährige freuen sich, dass sie über den zugefrorenen See laufen können. Sie tragen nur Muskelshirts und kurze Hosen, denn es ist ein warmer Wintertag. Vergnügt und ausgelassen, fotografieren ...

Drei ausgelassene 14jährige freuen sich, dass sie über den zugefrorenen See laufen können. Sie tragen nur Muskelshirts und kurze Hosen, denn es ist ein warmer Wintertag. Vergnügt und ausgelassen, fotografieren sie sich gegenseitig. Nach dem Sieg ihrer Schulmannschaft übernachten sie alle bei einem der Jungen, denn der nächste Tag ist ein Feiertag.

Morgens wollen sie noch einmal kurz auf das Eis, aber die Temperaturen sind gestiegen, und das Eis bricht ein. Alle drei fallen ins eisige Wasser. Zwei der Jungen können schnell befreit werden, und sie kommen mit leichten Verletzungen davon. Der dritte jedoch, John, bleibt etwa eine Viertelstunde unter dem Wasser, bevor er gefunden und geborgen werden kann. Schnell wird er in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht, aber alle verzweifelten Wiederbelebungsversuche sind vergebens.

In aller Eile und völlig aufgelöst, macht sich die Mutter von John ins Krankenhaus. Unablässig fleht sie Gott an, ihren Sohn am Leben zu lassen. In der Notaufnahme angekommen, betet sie laut, dass der Heilige Geist ihren Sohn retten möge. Und nach einer Stunde ohne Herzschlag kommt in diesem Moment wieder Leben in Johns Körper.

Er hat aber noch einen weiten Weg der Genesung vor sich, und die Ärzte bezweifeln, dass er derselbe sein wird, den er vorher war, wenn er überhaupt überlebt. Joyce ist aber überzeugt, dass Gott ihren Sohn vom Tod auferweckt hat, und dass er ihn darum vollständig heilen wird. Sie lässt keine negativen Gedanken zu, und im Krankenhaus kämpft sie, beharrlich wie eine Bärenmutter, um die beste Pflege für ihren Sohn.

Fesselnd geschrieben, wird es beim Lesen dieser Erzählung selten langweilig, obwohl auf über 300 Seiten über einen relativ kurzen Zeitraum berichtet wird. Der Leser erfährt viele Details über die Vorgänge im Körper bei einer Erfrierung, manchem Leser wird das zu sehr ins Detail gehen. Beeindruckend ist die Unterstützung der Schulkameraden, vor allem aber auch der Gemeinde.

Die Mutter, Joyce, ist eine Kämpferin, wie sie mehrmals selbst feststellt. Ihr starker Glaube an die Genesung ihres Sohnes steht im Mittelpunkt dieses Buchs. Darum wehrt sie sich vehement gegen alles und jeden, der diese Zuversicht in Frage stellt. Das kann auf den Leser manchmal befremdlich wirken, z.B., wenn sie sagt sie hätte am liebsten ihren Mann erwürgt, als er sich schwertat, dieselbe Zuversicht zu haben.

Ihre Charakterstärke wird auch an ihren schimpfenden Selbstgesprächen deutlich, z.B. als sie ins Krankenhaus eilt und andere Autofahrer ihr im Weg sind, oder wenn Krankenschwestern, ihrer Meinung nach, ihrem Sohn mehr schaden als helfen. Es stellt sich die Frage, wie sich diese unfreundlichen Gedanken mit ihrem festen Glauben an Gott vertragen. Und doch ist es erfrischend, dass sie offen über ihre Fehler und Schwächen schreibt, und wie sie sich schließlich Ermahnungen anderer zu Herzen nimmt. Trotz der verzweifelten Situation, beschreibt Joyce manche Ereignisse mit einem wohltuenden Humor. Auch ihre ironischen Bemerkungen über Teenager lockern das Erzählte auf.

Erst spät im Buch, als Joyce am Krankenhausbett über ihre Kinder nachsinnt, erfährt der Leser mehr über diese ungewöhnliche Familie, und wie John ein Teil davon wurde. Solche Einschübe sorgen dafür, dass die Spannung dieses Buchs erhalten bleibt.

Befremdend wirkt manchmal, dass es so scheint, als wäre die Genesung in erster Linie von Joyces Glauben abhängig. So schreibt sie, „Irgendwie wusste ich: Wenn John dies alles überstehen würde, dann wegen unseres Glaubens.“ Es ist schade, dass das „Werk“ der Menschen, nämlich der Glaube, der keine Zweifel zulässt, an manchen Stellen dieses Buchs das Wirken Gottes überdeckt. Mit diesem Glaubensverständnis stellt sich auch die Frage, ob andere Kindern nicht genesen, weil der Glaube der Angehörigen nicht stark genug war. Dieser Gedanke widerspricht aber Gottes Souveränität, der am besten weiß, was für uns gut ist, und nach seinem guten Plan handelt.

Fazit: Ein bewegender Bericht über den starken Glauben einer Mutter, die wie eine Bärenmutter mit Gott und dem medizinischen Personal ringt, weil sie ihren geliebten Sohn nicht verlieren will.

Veröffentlicht am 29.11.2018

Im richtigen Tempo unterwegs

Gehen. Weiter gehen
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Der Norweger, Erling Kagge, ist ein Abenteurer. Nicht nur, dass er zum Nordpol, Südpol und Mount Everest unterwegs war, auch unter den Straßen New Yorks kämpfte er sich, inmitten von Kakerlaken und Ratten, ...

Der Norweger, Erling Kagge, ist ein Abenteurer. Nicht nur, dass er zum Nordpol, Südpol und Mount Everest unterwegs war, auch unter den Straßen New Yorks kämpfte er sich, inmitten von Kakerlaken und Ratten, durch die stinkende Kanalisation. Bei seinen Abenteuern ist er größtenteils zu Fuß unterwegs. Darum weiß er wovon er spricht, wenn er über das Gehen schreibt.

Aber ein ganzes Buch über das Laufen? Warum? Und gibt es überhaupt so viel dazu zu sagen? Der Autor sammelt in diesem Band viele verschiedene Gedanken über das Gehen. Von der Schwierigkeit des Gehens im Alter und den ersten Gehversuchen eines Kleinkindes, über dem gesundheitlichen Nutzen des Gehens, bis hin zur seelischen Entspannung beim Gehen, stehen hier ganz unterschiedliche philosophische Gedanken über das Unterwegssein nebeneinander. Wer eine durchstrukturierte Abhandlung über das Gehen sucht, wird in diesem Buch nicht fündig. Aber wer auf der Suche ist nach ganz unterschiedlichen Perspektiven und Gesichtspunkten zu diesem Thema, wird an diesem schön gestalteten Buch viel Freude haben.

Ein Gedanke klingt immer wieder durch; es würde uns guttun, wenn das Gehen eine größere Rolle in unserem Leben spielen würde. Wir haben uns angewöhnt sehr viel zu sitzen, was nicht gesund ist. Gehen hat viele gesundheitliche Vorteile und kann das Leben verlängern. Aber nicht nur das, Gehen führt auch zur Entschleunigung des Lebens. Wir sind meistens viel zu schnell unterwegs und nehmen uns nicht die Zeit auf den Weg und unsere Umgebung zu achten. Wie gut könnte es uns tun unser Lebenstempo etwas zu verringern, und den Weg zum Ziel zu machen. Dazu bietet dieses Buch einige Anregungen.

Veröffentlicht am 21.11.2018

… und schnell noch die Welt retten!

Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten
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Der beliebte hundertjährige Allan beginnt sich zu langweilen. Der Dauerurlaub auf Bali kostet nicht nur viel, es gibt dort auch nicht allzu viel zu tun. Mit einem Tablet eröffnen sich dem Hundertjährigen ...

Der beliebte hundertjährige Allan beginnt sich zu langweilen. Der Dauerurlaub auf Bali kostet nicht nur viel, es gibt dort auch nicht allzu viel zu tun. Mit einem Tablet eröffnen sich dem Hundertjährigen neue Welten. Nun ist er immer am Laufenden, denn er weiß immer was in der großen, weiten Welt geschieht. Sein Freund Julius beschäftigt sich derweil mit dem Anbau von Spargel. In Bali angebaut, kann dieser „schwedische Spargel“ mit Gewinn verkauft werden. Trotzdem herrscht im Geldkoffer bald gähnende Leere. Julius und Allan müssen sich etwas überlegen, um ihre hohen Kosten zu decken, aber zuerst soll gefeiert werden.

Zu Allans hundertersten Geburtstag muss es etwas Besonderes sein, nämlich eine Fahrt im Heißluftballon. Aber wie so oft bei diesem abenteuerlustigen Hundertjährigen läuft es nicht wie geplant, und Allan und Julius befinden sich bald auf weitem Meer in einem sinkenden Ballonkorb. Wie gut, dass sie schnell gerettet werden. Oder ist diese Rettung eher ein Unglück? Denn das Schiff, das sie aufsammelt, ist auf dem Weg nach Nordkorea. Allan, phantasievoll wie immer, lässt sich rasch etwas einfallen. Da der Kapitän des Schiffs schließlich überzeugt ist in Allan einen ausgezeichneten Atomwissenschaftler gefunden zu haben, lässt er die beiden Männer am Leben. Allan steht jedoch in Nordkorea vor der nächsten Herausforderung. Er soll für Nordkorea eine Atombombe bauen.

Es scheint fast unmöglich, aber schließlich können sich die beiden Männer retten. Von Nordkorea geht es nach Amerika, dann nach Schweden, und schließlich nach Afrika. Allan verhandelt mit mehreren Staatschefs, immer in dem Bestreben die Welt zu retten. Denn wie schlecht es um die Welt steht, verrät ihm stets sein treuer Begleiter mit dem Apfelzeichen.

Dieses Buch lässt sich auch dann gut lesen, wenn man den ersten Band nicht kennt. Der zeitliche Zusammenhang stimmt nicht allerdings ganz, denn dieses Buch spielt im Jahr 2017, aber Allan ist nur um ein Jahr gealtert.

Während es im ersten Buch des Hundertjährigen um geschichtliche Ereignisse im zwanzigsten Jahrhundert ging, sind die Geschehnisse in diesem Buch aus jüngster Vergangenheit. Dadurch ist die Erzählung allerdings nicht so überzeugend, denn vermutlich zeigt sich erst mit einem größeren zeitlichen Abstand, welche Ereignisse wichtig oder gar weltbewegend waren. Allan bringt viele aktuelle Begebenheiten ins Gespräch, die vielleicht im Jahr 2017 einigermaßen interessant waren, in der Rückschau aber eher belanglos sind.

Die Sympathien des Autors sind ganz klar. Kanzlerin Merkel erscheint größtenteils als Heldin, Präsident Trump eher als Idiot. Leser werden sich vielleicht an dieser Überzeichnung stören.

Sehr sympathisch ist die positive Ausstrahlung Allans, der in jeder Situation fröhlich und hoffnungsvoll ist, ob in Seenot oder unter Beschuss von einem verrückten Nazi. Und mit seiner Lebensfreude und seiner charmanten Art gelingt es ihm immer wieder, sich und seine Begleiter aus jeder noch so verzwickten Situation zu befreien.

Fazit: Dieses Buch ist nicht ganz so gut, wie der erste Band über Allan, aber trotzdem spitze! Wer sich nicht an der Meinung des Autors zu Politikern und Ereignissen aus der jüngeren Vergangenheit stört, kann sich auf eine unterhaltsame, lesenswerte Geschichte aus dem Leben dieses sympathischen, lebenslustigen, hunderteinjährigen Mannes freuen.