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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.12.2018

Ein letztes Mal ins historische Venedig

Auf ewig uns
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Auch wenn es der zweite Teil schon etwas her war, war ich sofort wieder in Annas Welt gefangen: Das Buch beginnt mit ihrer Hochzeit, die man ja schon seit dem ersten Teil entgegenfiebert. Dass alles nicht ...

Auch wenn es der zweite Teil schon etwas her war, war ich sofort wieder in Annas Welt gefangen: Das Buch beginnt mit ihrer Hochzeit, die man ja schon seit dem ersten Teil entgegenfiebert. Dass alles nicht so wird, wie es sich das Brautpaar vorstellt, verrät ja schon der Klappentext - aber mal ehrlich, alles andere wäre auch langweilig gewesen.

Wie schon in den Vorgängern hat mich die Reise ins historische Venedig begeistert. So langsam fühlt man sich dort heimisch, auch wenn es immer etwas anders ist. Toll war auch, dass man vielen bereits bekannten Charakteren begegnet, deswegen sollte man auch die Vorgänger unbedingt kennen, sonst kommt man durcheinander.

Das ist allerdings auch ein kleiner Kritikpunkt: Manchmal hatte ich das Gefühl, genau das schon mal gelesen zu haben, da es eben keine neuen Aspekte oder Wendungen gibt. Es scheint die ganze Zeitreise-Welt hinter Annas ungeborenem Kind her zu sein - was aber auch schon im zweiten Teil der Fall war.

Positiv hingegen waren die Entwicklungen der Nebenfiguren wie Fatima und Ole. Und gut fand ich auch, dass man die ein oder andere liebgewonnene Figur verloren hat - denn das hat das Ganze für mich etwas glaubwürdiger gemacht - es kann ja nicht immer nur gut ausgehen.

Dass jetzt alles vorbei sein soll, kann ich aber immer noch nicht glauben. Doch das Ende der Trilogie lässt hier jede Hoffnung auf eine Fortsetzung schwinden - schade, aber man soll schließlich aufhören, wenn es am schönsten ist.

Insgesamt ein würdiger Abschluss, deswegen von mir 4 Sterne!

Veröffentlicht am 12.11.2018

Unter Wasser oder an Land...

Atlantia
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Der Einstieg in das Buch ist völlig unvermittelt: Man befindet sich in Atlantia und nimmt an einer Zeremonie teil, auf die man sich zuerst keinen Reim machen kann. Überhaupt ist alles neu in Atlantia, ...

Der Einstieg in das Buch ist völlig unvermittelt: Man befindet sich in Atlantia und nimmt an einer Zeremonie teil, auf die man sich zuerst keinen Reim machen kann. Überhaupt ist alles neu in Atlantia, denn hier hat die Autorin eine völlig andere Welt erschaffen. Sie ist meiner Meinung nach sehr durchdacht, sehr detailreich beschrieben und man kann sich vorstellen, dass es irgendwann in der Zukunft auch mal solche Unterwasser-Welten geben könnte.

Gleich zu Beginn lernt man auch die beiden Zwillingsschwestern kennen, wobei man über Bay nicht so viel erfährt, denn sie geht an die Oberfläche. Die Protagonistin Rio bleibt zurück unter Wasser, auch wenn das eigentlich nicht ihr Wunsch ist.

Rio ist sicher keine typische Protagonistin, denn man schließt sie nicht unbedingt sofort ins Herz. Sie wirkt sehr rational, auch wenn sie nach dem Verlust ihrer Schwester emotional große Tiefen durchmacht. In Hinblick auf andere scheint sie allerdings sehr egoistisch zu sein und niemanden zu trauen. Als Leser muss man ihr wirklich etwas Zeit geben, dann kann man eher nachvollziehen, warum sie so ist, wie sie ist.

Das große Geheimnis um Rio wird relativ schnell aufgelöst, was aber wichtig für die weiteren Geschehnisse ist. Gut finde ich aber, dass es im Klappentext nicht verraten wird, weswegen ich hier auch nicht weiter darauf eingehe.

Was mich etwas gestört hat ist, dass die Geschichte nur sehr langsam in Gang kommt. Zwar braucht man Zeit, um sich in die Welt Atlantias hineinzudenken und zu verstehen, warum es in der Zukunft dazu gekommen ist, die Menschheit in "unter Wasser" und "an Land" zu trennen, aber dennoch nimmt das sehr viel Raum ein, während das Ende dann schon fast plötzlich kommt. Während des Lesens hatte ich mehrmals das Gefühl, dass es sich doch um einen Mehrteiler handeln muss, da ich mir nicht vorstellen konnte, wie es auf den wenigen verbleibenden Seiten noch zu einem befriedigenden Abschluss kommen soll.

Doch die Autorin hat die Kurve bekommen und ich kann mit dem Ende sehr gut leben. Ich hatte einige schöne Lesestunden und die Welt von Atlantia hat mir wirklich gut gefallen - deswegen gibt es 4 Sterne!

Veröffentlicht am 12.11.2018

Mord wie damals...

Echo Killer
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Dass eine Polizeireporterin im Mittelpunkt eines Thrillers steht ist zwar nichts Neues, aber doch eine schöne Abwechslung zum klassischen Ermittler der Polizei. Harper McClain hat nämlich eine ganz andere ...

Dass eine Polizeireporterin im Mittelpunkt eines Thrillers steht ist zwar nichts Neues, aber doch eine schöne Abwechslung zum klassischen Ermittler der Polizei. Harper McClain hat nämlich eine ganz andere Sichtweise auf den Fall, über den sie eigentlich nur berichten soll.

Gut gefallen hat mir, dass man sofort in die Arbeit einer Polizeireporterin hineingeworfen wird: Den Polizeifunk abhören, zum Geschehen rasen, versuchen ein aussagekräftiges Foto zu schießen und natürlich mit der Polizei zu sprechen, um die Story als erster veröffentlichen zu können.

Nach der "Einleitung" geht es dann aber sehr schnell zum eigentlichen Inhalt des Thrillers: Wie der Klappentext bereits verrät - was ich ehrlich gesagt etwas schade finde - ähnelt der Mord sehr dem an ihrer Mutter. Deswegen lässt sie auch nicht locker, als der Fall eigentlich schon zu alt für Seite 1 ihrer Zeitung ist, sondern ermittelt auf eigene Faust weiter.

Dabei kann sie nicht wirklich auf die Unterstützung der Polizei hoffen, denn die sind eher von der Einmischung genervt. Hier wird von der Autorin schon etwas eine Grenze zwischen den "bösen Polizisten" und der "Heldin" Harper McCain gezogen. Das hat mich etwas gestört. Natürlich wäre es sonst nicht so spannend, aber sie übertritt dennoch häufig ihre Kompetenzen. Dass sie dafür aber auch zur Verantwortung gezogen wird, mag der ein oder andere Leser als unfair empfinden - ich dagegen fand es sehr gut, weil es das Buch realistischer gemacht hat.

Wie Harper auch tappt man lange im Dunkeln, wer denn hinter diesem und natürlich dem Jahre zurückliegenden Mord an ihrer Mutter stecken könnte. Daran, dass es ein und derselbe Täter war, hat man keinerlei Zweifel, denn Harper ist hier eine sehr überzeugende Protagonistin. Was sie allerdings am Ende durch ihren Mut und ihren Durchhaltewillen aufdeckt, ist wirklich sehr überraschend. Eine tolle Wendung, bei der mir der Mund offen stand.

Insgesamt hat mir der Thriller sehr gut gefallen, auch wenn es Kleinigkeiten gab, die mich etwas gestört haben. Von mir gibt es deswegen 4 Sterne!

Veröffentlicht am 12.11.2018

Zurück in der Valerie Lane

Das wunderbare Wollparadies
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Ach, es ist schön, wieder in die Valerie Lane zurückzukehren. Ich habe die Besitzerinnen der kleinen Läden mittlerweile sehr ins Herz geschlossen und würde sofort nach Oxford fahren, wenn es sie dort wirklich ...

Ach, es ist schön, wieder in die Valerie Lane zurückzukehren. Ich habe die Besitzerinnen der kleinen Läden mittlerweile sehr ins Herz geschlossen und würde sofort nach Oxford fahren, wenn es sie dort wirklich gäbe. Auf den Wollladen habe ich mich am meisten gefreut, da ich hier wohl als erstes stöbern würde...

Passend zur Jahreszeit ist das Buch in der Winterzeit rund um Weihnachten angesiedelt. Das hat für mich jetzt wunderbar gepasst, dennoch mindert es den Lesegenuss nicht, es zu einer anderen Jahreszeit zu lesen.

Diesmal steht Susan im Mittelpunkt, die in den Vorgängerbänden eher eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Im Gedächtnis ist sie mir vor allem wegen ihres Hundes Terry geblieben. Natürlich treffen wir auch auf die anderen jungen Frauen, die man schon näher kennengelernt hat und in deren Leben sich einiges verändert hat. Aus diesem Grund würde ich auch empfehlen, die anderen Bände vorher zu lesen. Dann kann man einiges einfach besser nachvollziehen.

Die Geschichte rund um Susan war ganz nett, aber sie hat mich nicht wirklich vom Hocker gerissen. Man lernt zwar ihre Vergangenheit kennen, über die sie nicht mal mit ihren Freundinnen spricht, was sehr interessant und auch ein bisschen passend war - trotzdem kam die Story für mich nicht so gut in Schwung. Es gab leider keine Überraschungen, alles war sehr vorhersehbar. Das fand ich sehr schade.

Gezeigt hat es sich unter anderem im Ende. Es gibt nochmal einen Twist, bei dem so etwas wie Spannung aufgebaut wird, aber als aufmerksamer Leser konnte man diesen sehr vorhersehen.

Weil ich aber die Valerie Lane trotzdem liebe und das Buch einfach wieder herrlich gemütlich ist, drücke ich bei der Geschichte ein Auge zu und gebe insgesamt 4 Sterne!

Veröffentlicht am 12.11.2018

Sing oder stirb

Schlusstakt
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Castingshows sind vor allem bei Jugendlichen immer noch ein großes Thema, denn irgendwie träumt man ja doch davon, entdeckt und ein Star zu werden. Auch wer die Sendungen nicht verfolgt, bekommt doch am ...

Castingshows sind vor allem bei Jugendlichen immer noch ein großes Thema, denn irgendwie träumt man ja doch davon, entdeckt und ein Star zu werden. Auch wer die Sendungen nicht verfolgt, bekommt doch am Rande immer wieder mit, was dort passiert. Und nicht selten werden die Kandidaten vorgeführt und als Lachnummer missbraucht.

Hier knüpft das Buch an: Zwar können die Teilnehmer, die mit Vicky in die letzte Runde der Castingshow kommen, alle singen, doch werden sie permanent getestet und gegeneinander aufgehetzt. Schnell wird Vicky klar, dass nur die Show zählt - wie es den Teilnehmern dabei geht, ist egal. Auf diese Weise wird meiner Meinung nach Jugendlichen die nicht so schöne Seite des Ruhms aufgezeigt, ohne den Finger zu heben und sie von oben herab zu belehren.

Das Singen an sich spielt in dem Buch auch eher eine untergeordnete Rolle. Der Aufbau der Show ist sehr an Deutschland sucht den Superstar angelegt, also bekommt man mit, wie sich die Teilnehmer auf ihre Auftritte vorbereiten und anschließend von der Jury bewertet werden. Für mich stand trotzdem das Miteinander, der Umgang untereinander und natürlich die Manipulationen durch die Produzenten der Show im Vordergrund. Das hat mir gut gefallen.

Spannung darf natürlich auch nicht fehlen. Bereits im Prolog werden wir mit einer Leiche konfrontiert, wer es ist, warum und natürlich wer die Person umgebracht hat ist allerdings lange unklar. Hier kann sich der Leser darauf freuen, mitzurätseln und sich selbst eine Meinung zu bilden.

Der Schreibstil ist sehr jugendlich, ohne vor Jugendsprache überzuquellen. Es lässt sich schnell und locker lesen.

Insgesamt finde ich das Buch für die Zielgruppe sehr gelungen, auch wenn es nicht an die Erwachsenen-Thriller von Arno Strobel herankommt. Von mir gibt es 4 Sterne!