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Veröffentlicht am 10.03.2017

Der elfte Fall für Ostfrieslands beliebteste Kommissarin

Ostfriesentod
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Erst als man sie des Mordes verdächtigt, begreift Ann Kathrin Klaasen, dass jemand ihre Identität gestohlen hat und sie vernichten will.
Zitat: Sie fand, die Dinge entwickelten sich gut. Bald schon, sehr ...

Erst als man sie des Mordes verdächtigt, begreift Ann Kathrin Klaasen, dass jemand ihre Identität gestohlen hat und sie vernichten will.
Zitat: Sie fand, die Dinge entwickelten sich gut. Bald schon, sehr bald würde Ann Kathrin Klaasen vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Der Verhörspezialistin der ostfriesischen Kriminalpolizei würden in Kürze selbst einige unbequeme Fragen gestellt werden. Wie viel musste denn noch passieren, damit sie endlich suspendiert wurde? »Ich geb dir keine zwei Wochen mehr, Ann Kathrin«, sagte sie leise, »dann sind wir in Phase fünf: der Tod.«
Ich bin ein großer Fan von Klaus-Peter Wolf und habe alle seine Kriminalromane gelesen. Zuletzt Ostfriesenschwur und Ostfriesenfete. Und so war ich schon gespannt auf Ostfriesentod. Doch diesmal wurde ich enttäuscht.
Nichts ist, wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Es geht um Mobbing, Manipulation - und Mord. Eine unglaubliche Geschichte, wenn auch reichlich konstruiert.
Die Figuren sind überzeichnet, allen voran das Männer verzehrende, mordende Monster, das über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen. Und Ann Kathrin merkt es nicht. So naiv ist sie doch sonst nicht?
Ein Glück, dass es Rupert gibt, der immer wieder für humorvolle Einlagen sorgt. Allerdings nervt es, dass real existierende Personen, wie der Maurer Peter Grendel, der Journalist Holger Bloem und Wolfs Ehefrau Bettina Göschl, penetrant genannt werden.
Zitat: »Ja, ich hätte auch lieber bei ten Cate Kaffee getrunken und Ostfriesentorte gegessen, aber ich war nicht bei Wünsch dir was, sondern bei So isses.« Ein Satz mit X - das war wohl nix.

Fazit: Spannendes Thema, groteske Umsetzung. Ein Krimi, den man lesen kann, aber nicht muss.

Veröffentlicht am 11.12.2016

Viel Action und große Gefühle, aber keine Vampire

The Chemist – Die Spezialistin
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Dr. Juliana Fortis hat viele Identitäten. Denn sie ist das Opfer einer Intrige und seit drei Jahren auf der Flucht vor ihrem ehemaligen Arbeitgeber, einem Dezernat, das für die US-Regierung arbeitet.
Sie ...


Dr. Juliana Fortis hat viele Identitäten. Denn sie ist das Opfer einer Intrige und seit drei Jahren auf der Flucht vor ihrem ehemaligen Arbeitgeber, einem Dezernat, das für die US-Regierung arbeitet.
Sie ist Chemikerin und eine Spezialistin in Sachen Folter. Aber nicht mit den einschlägigen Werkzeugen, sondern mit Drogen. Im Moment nennt sie sich Chris. Chris schläft mit einer Gasmaske in der Badewanne. Eine ihrer Vorsichtsmaßnahmen.
Julianas Ex-Chef Carston bietet ihr einen Deal an: Noch einmal soll sie einen Terroristen verhören. Danach wäre sie frei. Der Name der Zielperson: Daniel Beach, ein Lehrer. Aber ist er tatsächlich der Mann, der ein tödliches Grippevirus verbreiten will?
Und dann ist da noch Barnaby. Ihr ehemaliger Mentor kam bei einem Giftgasangriff ums Leben. Deshalb also ihre Paranoia. Heute heißt sie übrigens Jesse. Jesse entführt Daniel und foltert ihn. Trotzdem verliebt er sich in sie.
Daniels Bruder Kevin hatte seinen Tod inszeniert, um Daniel zu schützen. Kevin ist ein Profikiller und hat den Auftrag, Alex aka Juliana zu töten. Alex‘ Auftrag ist also eine Falle. Beide tun sich zusammen, um den Drahtzieher zu finden.
Eine atemlose Verfolgungsjagd quer durch die USA beginnt…
Ich habe Stephenie Meyers Twilight-Serie nicht gelesen. Aber der Klappentext und die Leseprobe zu „The Chemist - Die Spezialistin“ hatten mein Interesse geweckt. Ein Buch für Erwachsene. Story und Stil haben mir gefallen. Ein knallharter Thriller.
Im Verlauf der Handlung nimmt die Romantik jedoch einen immer breiteren Raum ein. Das geht zu Lasten der Spannung.
Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Zitat: »Nimm’s mir nicht übel, Danny, aber du bist in etwa so gefährlich wie eine handgestrickte Socke.« Viel Action, Waffen, Testosteron - und große Gefühle. Ein typisches Buch für den US-amerikanischen Markt.

Fazit: Mehr Liebesroman als Thriller und ein Happy End mit Zuckerguss. Das war mir dann doch „too much“!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Nix Neues aus Down Under

Eden
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HADES hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf den zweiten Teil der Thriller-Trilogie von Candice Fox. Doch meine Erwartungen wurden enttäuscht. Worum geht es?
Schauplatz ...


HADES hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf den zweiten Teil der Thriller-Trilogie von Candice Fox. Doch meine Erwartungen wurden enttäuscht. Worum geht es?
Schauplatz ist wieder Sydney in Australien. Mehrere Handlungsstränge, einen davon in der Vergangenheit, gilt es zu verfolgen.
Rückblenden in Kursivschrift erzählen von einem kleinen Jungen. Wie sich später herausstellt, handelt es sich um das Schicksal von Heinrich, genannt Hades, dem Ziehvater von Eden und ihrem toten Bruder Eric.
In der Gegenwart gibt es ein Wiedersehen mit Hades, Eden und Frank. Hades bekommt „Besuch“ von Kat. Sie ist eine Mörderin, die ihren „menschlichen Abfall“ auf Hades‘ Müllkippe entsorgt und mit Sex bezahlt.
Frank Bennett, der Ich-Erzähler und Partner von Eden, hat nach dem Tod seiner Freundin Martina angefangen zu trinken. Beide sind seit ihrem letzten Fall in therapeutischer Behandlung. Wobei Frank nicht gerade kooperiert.
Hades fühlt sich bedroht und bietet Frank einen Job an, während Eden undercover im Fall von drei verschwundenen Mädchen auf einer Farm für Biofleisch ermittelt. Ein Alleingang, der ihr fast zum Verhängnis wird…
Die Vergangenheit von Hades und einem Mädchen namens Sunday nimmt einen breiten Raum ein. Das fand ich langatmig und langweilig. Zudem haben mich die ständigen Wiederholungen bezüglich Band 1 genervt. Für mich ist EDEN daher eher ein Abklatsch, ein Aufguss von HADES. Schade.
Nichtsdestotrotz lässt sich die Geschichte wieder leicht und locker lesen. Es geht um Vergewaltigung, Mord - und einen Kannibalen. Alles wird letztlich schlüssig aufgelöst. Selbst wenn Candice Fox am Ende nochmal richtig Gas gibt, bin ich nicht sicher, ob ich mir FALL, den dritten Band, noch antun werde.

Fazit: Alles in allem ein spannender und gut zu lesender Hardcore-Thriller, der jedoch nicht an den ersten Band heranreicht.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Es ist niemals zu Ende

Am Ende aller Zeiten
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Um es gleich vorwegzunehmen, nach der Leseprobe hatte ich auf schräge Szenen und Figuren in einem spannenden postapokalyptischen Setting gehofft. In dieser Hinsicht wurde ich enttäuscht. Denn es geht ...


Um es gleich vorwegzunehmen, nach der Leseprobe hatte ich auf schräge Szenen und Figuren in einem spannenden postapokalyptischen Setting gehofft. In dieser Hinsicht wurde ich enttäuscht. Denn es geht eher ums Laufen - und um Kindergedöns.
Der 35-jährige Edgar ist mit seiner Vaterrolle überfordert: Sohn Arthur schreit, Tochter Alice weint. Ed ist phlegmatisch, chaotisch, mit sich und der Welt unzufrieden, ein Loser. Das hat mich genervt. Seine Frau Beth ist ein typisches Muttertier.
Aber dann werden Asteroideneinschläge angekündigt und Ed schafft es gerade eben noch mit seiner Familie in den Keller. Sie überleben und werden nach zwei Wochen von Soldaten gerettet. Die Zeit im Keller ist spannend erzählt.
Nicht nur Edinburgh ist verwüstet und verbrannt. Eds Familie kommt in einer Kaserne unter. Dort lernt er Harvey, Richard und Bryce kennen. Die reinste Freak-Show! Zu den Offizieren gehören Yuill, Henderson und die Soldatin Grimes.
Eine neue Organisation, die „sauver“, hat die Macht übernommen. Als die Vorräte zur Neige gehen, müssen die Männer raus und Beute machen. Während Ed unterwegs ist, werden Beth und die Kinder evakuiert. Eines Tages sind auch Yuill und Henderson plötzlich weg.
Ed und sein „Laufverein“ versuchen mit Gehen und Joggen Cornwall zu erreichen, wo die Schiffe nach Süden ablegen sollen. 500 Meilen durch das tote Land. Sie begegnen lauter skurrilen Figuren. Jeder kämpft gegen jeden ums blanke Überleben. Und die Zeit wird knapp!
Zitat Ed: „Hoffnung war meine Droge geworden.“
Ein düsteres, apokalyptisches Szenario, das Adrian J Walker sich ausgedacht hat. Die Geschichte beginnt in der Gegenwart und wird quasi rückwärts erzählt. In einer kraftvollen Sprache. Zwischendrin erinnert sich Ed immer wieder an die guten alten Zeiten. Das geht zu Lasten der Spannung.
„Am Ende aller Zeiten“ ist mehr eine Geschichte über das Laufen, meditatives Laufen, als ein postapokalyptischer Spannungsroman. Wie so oft passt der Titel der englischen Originalausgabe meines Erachtens daher viel besser: „The End of the World Running Club“.
Am Ende ist Ed über sich hinausgewachsen. Er ist jetzt süchtig nach Laufen. Sympathisch war er mir trotzdem nicht. Nachdem mein Lieblingscharakter tot war, hatte ich auch niemand mehr zum Mitfiebern. Gut gefallen hat mir, dass keine fantastischen Kreaturen vorkommen.
Ein emotionales Ende. Alles in allem ein sehr persönliches Buch. Düster und beklemmend. Dennoch konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln.

Fazit: Es ist niemals zu Ende. Weltuntergang für Erwachsene. Nicht nur für Fans von Elsbergs Blackout und Schätzings Schwarm.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Killer I ist tot. Es lebe Killer II.

Schattenkiller
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Auf diesen Thriller hatte ich mich so gefreut, denn die Bücher aus dem Gmeiner Verlag haben mich noch nie enttäuscht! Leider wurden meine Erwartungen diesmal nicht erfüllt. Worum geht es?
Rebekka, die ...


Auf diesen Thriller hatte ich mich so gefreut, denn die Bücher aus dem Gmeiner Verlag haben mich noch nie enttäuscht! Leider wurden meine Erwartungen diesmal nicht erfüllt. Worum geht es?
Rebekka, die Frau des Münchener Journalisten Wolf Schneider, bekommt Besuch von einem Unbekannten und soll irgendwelche Pläne rausrücken. Wolf findet seine Frau bewusstlos auf der Couch. Statt die Polizei einzuschalten, flüchtet er mit ihr an den Chiemsee. Doch der Täter hat einen Peilsender an Rebekkas Wagen angebracht und folgt ihnen.
Während Wolf beim Joggen ist, wird Rebekka ermordet. Wolf ruft wieder nicht die Polizei, sondern verlässt still und heimlich das Hotel und taucht bei seiner Halbschwester Eva unter. Sie ist Esoterikerin mit übersinnlicher Gabe. Sein Freund und Kollege Roman, ein Alkoholiker, soll ihm ein Alibi geben. Doch Rebekkas Mörder gibt nicht auf. Bald ist klar, dass Rebekka nicht die erste Tote ist.
Ein weiterer Handlungsstrang führt uns in die USA, nach Baltimore, zu Arthur, Ex-Banker und Kongressabgeordneter. Er feiert gerade seinen 60. Geburtstag. Es stellt sich heraus, dass er auch Wolfs Chef Bernie kennt. Beide machen Geschäfte am Rande der Legalität. Es geht um Geld, viel Geld. Weitere Menschen sterben…
Mit Gesellschaftskritik spart Michael Gerwien nicht: Die Gier nach Macht und Geld. Kurze Kapitel mit wechselnden Protagonisten und Perspektiven sorgen für Dynamik. Aber die Story war mir zu wirr und mit Klischees durchsetzt. Der Stil etwas hölzern. Von Anfang bis Ende kommt nie ein ordentlicher Spannungsaufbau zustande.
Wer ist Täter, wer ist Opfer? Mord ist Mord! Sympathie für Menschen zu empfinden, die aus Rache selbst zu Mördern werden, ist für mich obskur. Und so hält sich mein Mitleid mit Wolf in Grenzen. Das Ende lässt mich zwiegespalten zurück. Viele Fragen bleiben offen. Das scheint gewollt, denn „Schattenkiller“ ist der Auftakt einer Trilogie.

Fazit: Künftig bitte weniger Klischees, dafür mehr Spannung!