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Veröffentlicht am 09.12.2018

Man muss nicht an Schutzengel glauben, aber es kann nicht schaden

Das Weihnachtswunder
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Die Protagonisten und ihre Geschichte

Kathi hat ihren Vater nie kennengelernt, ihre Mutter schweigt sich bis heute über ihn aus. In ihrer Kindheit hat sie ihn manches Mal vermisst, doch mittlerweile ist ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte

Kathi hat ihren Vater nie kennengelernt, ihre Mutter schweigt sich bis heute über ihn aus. In ihrer Kindheit hat sie ihn manches Mal vermisst, doch mittlerweile ist sie erwachsen und steht mit beiden Beinen mehr oder weniger fest im Leben. Sie ist seit einiger Zeit Single und arbeitet in einer Werbeagentur namens Wunder. Kathi hat tolle Ideen für Werbekonzepte, lässt sich aber von ihrer Kollegin Sybille ausnutzen, die Kathis Ideen als ihre eigenen präsentiert, da diese ja „nur“ die Sekretärin ist. Kathi hat nicht gerade ein ausgeprägtes Selbstvertrauen und versucht immer, es allen recht zu machen. Ihren Frust kompensiert sie mit Essen, so dass sie auch ein paar Kilo zuviel auf den Rippen hat.

Jonas wurde als Fotograf von der Agentur Wunder gebucht. Beim Shooting lernt er Kathi kennen und da sie ihm gefällt, flirtet er mit ihr. Kathi wiederum kann sich gar nicht vorstellen, dass Jonas sich für sie interessiert, gefallen würde er ihr aber auch. Nur leider vermasselt sie es.

Angelo ist Kathis Schutzengel. Er darf auf die Erde und sich ihr zeigen. Sobald er ihr aber seine Identität verrät, muss er direkt zurück. Angelo will alles dafür tun, dass Kathi endlich glücklich wird.

Meine Gedanken zum Buch

Die Geschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen. Sie beginnt an dem Tag, an dem Kathi auf ihren Schutzengel trifft. Warum es sich dabei um einen der schlimmsten Tage in Kathis Leben handelt, verrät Angelika Schwarzhuber in den folgenden Kapiteln, in denen sie erzählt, was sich in den vergangenen Wochen zugetragen hat. Am Ausgangspunkt angekommen, dürfen wir mitverfolgen, wie Angelo versucht, Kathi zu ihrem Glück zu verhelfen. In einer weiteren Zeitebene lernen wir den jungen Angelo kennen, den es Ende der 1980er Jahre Richtung Süden gezogen hat.

Da u. a. unterschiedliche Schriftarten verwendet werden, konnte ich immer problemlos verfolgen, wann ein Kapitel spielt und wer gerade erzählt.

Die Protagonisten haben mich alle überzeugt. Kathi ist eine Seele von einem Mensch, aber das eine oder andere Mal hätte ich sie gerne in den Hintern getreten, weil sie sich einfach alles gefallen lässt. Jonas ist einer der Menschen, die man mitten in der Nacht anrufen kann und die sofort kommen, wenn man sie braucht. Angelo fand ich richtig gut gezeichnet. Ja, er möchte, dass Kathi glücklich ist, aber er erzwingt nichts, sondern unterstützt Kathi dabei, dass sie sich weiterentwickelt, ohne dass sie das selbst sofort bemerken würde.

Die Handlung ist oftmals emotional und geht ans Herz. Mir sind mehr als einmal die Tränen in den Augen gestanden, so sehr konnte mich die Geschichte berühren.

Wie ich es schon aus meinen bisherigen Büchern von Angelika Schwarzhuber kenne, hat sie auch hier einige Rezepte ans Ende des Buches gehängt.

Fazit: Man muss nicht an Schutzengel glauben, um Gefallen an diesem Roman zu finden, aber es kann auf jeden Fall nicht schaden.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Geht mehr in die Tiefe als Band 1

Starting Six: Sienna und Ridley
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Die Protagonisten und ihre Geschichte

Während die Spieler der Boston Razors Spielpause haben, ist Sienna Coleman damit beschäftigt, alles Notwendige für die Neuzugänge im Team in die Wege zu leiten.

Als ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte

Während die Spieler der Boston Razors Spielpause haben, ist Sienna Coleman damit beschäftigt, alles Notwendige für die Neuzugänge im Team in die Wege zu leiten.

Als Ridley Wilde früher als erwartet in Boston eintrifft, wird es stressig, denn noch ist nicht alles vorbereitet. Sienna holt den Neuling am Flughafen ab und muss feststellen, dass er ihr gefährlich werden kann. Doch einen Frauenhelden kann sie in ihrem Leben gar nicht gebrauchen.

Nun liegt es an Ridley, zu beweisen, dass mehr in ihm steckt, als ein attraktiver Sprücheklopfer.

Meine Gedanken zum Buch

Die Geschichte von Sienna & Ridley ist der zweite Band der Reihe Starting Six. Der Titel der Reihe bezeichnet die sechs Eishockeyspieler, die zu Beginn einer Partie auf dem Eis stehen. Die einzelnen Bände sind in sich abgeschlossen.

Ridley fand ich klasse. Nach außen hin ist er der immer gut gelaunte Typ, der gerne flirtet und das Leben genießt. Er ist aber auch tiefgründig und versucht, Sienna zu vermitteln, dass man das Leben nehmen muss, wie es kommt und dass es dazu eben auch gehört, die schönen Dinge zu sehen, locker zu sein und Spaß zu haben.

Mich hat das angesprochen, weil ich darin genau das gefunden habe, was mir mein Freundeskreis auch hin und wieder klar machen muss: dass es Dinge gibt, die ich nicht ändern kann, dass ich auch an mich denken darf und dass es wichtig ist, das Leben nicht an sich vorbei ziehen zu lassen.

Kim Valentine konnte mich einmal mehr berühren. Die Lovestory im ersten Band hat mir einen Ticken besser gefallen, doch dieses Buch geht mehr in die Tiefe und konnte dadurch ebenfalls überzeugen.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Tolle Protagonisten, tiefgründige Nebenhandlungen und viel Gefühl

Starting Six: Allie und Jason
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Allie Nash standen im Damen-Eishockey alle Türen offen, doch dann wurde bei ihr eine Herzerkrankung festgestellt. Schon die geringste Belastung hätte verheerende Auswirkungen ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Allie Nash standen im Damen-Eishockey alle Türen offen, doch dann wurde bei ihr eine Herzerkrankung festgestellt. Schon die geringste Belastung hätte verheerende Auswirkungen haben können, was dazu führte, dass sie die Schlittschuhe von heute auf morgen an den Nagel hängen musste. Ein Leben ohne Eishockey kann Allie sich nicht vorstellen. Deshalb ergreift sie die Möglichkeit, als Expertin bei Eishockey-Übertragungen vor dem Mikrofon zu sitzen, wo sie zu überzeugen weiß.

Jason Coltrane ist Team-Kapitän der Boston Razors und ein gefürchteter Interview-Partner. Als eine junge Frau ihm ein Mikro unter die Nase hält, schafft er es innerhalb von Sekunden, sie mit seiner „charmanten“ Art auf die Palme zu bringen. Als die Kleine ihn zu einem Shoot-Out herausfordert stimmt er amüsiert zu. Er kann ja nicht ahnen, dass Allie mehr kann, als sich nur auf den Kufen halten.

Doch nicht nur Allie kann beim Shoot-Out überraschen, es stellt sich heraus, dass Jason zwar in der Öffentlichkeit gerne den Bad-Boy, dass er aber auch eine ganz andere Seite hat. Die beiden kommen sich näher, doch dann werden sie von der Vergangenheit eingeholt.

Meine Gedanken zum Buch
Die Geschichte von Allie und Jason ist der erste Band der Reihe Starting Six. Der Titel der Reihe bezeichnet die sechs Eishockeyspieler, die zu Beginn einer Partie auf dem Eis stehen. Die einzelnen Bände sind in sich abgeschlossen.

Der Roman startet mit einem emotionalen Paukenschlag. Die Diagnose zieht Allie zunächst den Boden unter den Füßen weg. Doch schnell wird klar, dass Allie eine Kämpferin ist. Das zeigt sich auch wieder, als sie von ihrem männlichen Kollegen zunächst belächelt wird. Sie kann nicht nur mit Wissen überzeugen, sondern weiß sich durchaus auch gegen seine Sprüche zu Wehr zu setzen.

Mir hat sehr gut gefallen, wie Kim Valentine hier immer wieder die starke Protagonistin herausgestellt hat und auch perfekt mit den Vorurteilen jongliert, die weiblichen Sportreportern entgegen gebracht werden.

In einem Interview habe ich gelesen, dass die Autorin Eishockey liebt und das merkt man auch. Gerade durch Allies Job wird in diesem Roman der Sport auch thematisiert und dient nicht nur als Aufmacher für einen Protagonisten mit einem muskulösen Körper.

Der erste Roman der Reihe „Starting Six“ konnte mich mit tollen Protagonisten, tiefgründigen Nebenhandlungen und viel Gefühl überzeugen.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Überraschend tiefgründig

Him - Mit ihm allein
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Jamie Canning und Ryan Wesley kennen sich bereits seit sie in ihrer Teenie-Zeit Sommer für Sommer gemeinsam in einem Eishockey-Camp verbracht haben. Schon damals fühlte ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Jamie Canning und Ryan Wesley kennen sich bereits seit sie in ihrer Teenie-Zeit Sommer für Sommer gemeinsam in einem Eishockey-Camp verbracht haben. Schon damals fühlte Wes sich zu Jamie hingezogen. Mit einer dummen Wette hat er die Freundschaft aber aufs Spiel gesetzt und dann den Kontakt abgebrochen.

Zwischenzeitlich haben die beiden die 20 überschritten, spielen für verschiedene College-Mannschaften und stehen beide auf dem Sprung in Profi-Teams. Als sie für einen Sommer als Trainer in ihr altes Eishockey-Camp zurückkehren, sind sie bereit, ihre Freundschaft wieder aufzufrischen. Doch während Wes sich Jamie gegenüber in Zurückhaltung übt, wird Jamie klar, dass seine Gefühle weit über Freundschaft hinaus gehen.

Meine Gedanken zum Buch


Ich gehe davon aus, dass ich nicht zuviel verrate, wenn ich schreibe, dass die beiden Protagonisten eine Beziehung miteinander eingehen. Ehrlich gesagt hatte ich Befürchtungen, dass das auf der Schiene laufen wird, dass Jamie plötzlich merkt, dass er gar nicht auf Frauen sondern auf Männer steht. Aber meine Bedenken haben sich schnell zerstreut, denn das Autoren-Duo hat das anders und sehr gut umgesetzt.

Der Roman behandelt nicht nur die Liebe zwischen den beiden Männern, sondern auch ganz wesentliche Probleme. Jamie und Wes halten ihre Beziehung bedeckt, nicht, weil sie nicht zueinander stehen, sondern weil ihnen beiden klar ist, dass sie überall auf Intoleranz stoßen könnten.

Was passiert, wenn ihre Schüler sie zusammen sehen, wie reagieren die Eltern, wird es Konsequenzen haben für den Leiter des Eishockey-Teams, kommen Jamies Eltern besser damit klar, dass er einen Mann liebt, als das bei Wes Eltern der Fall war und nicht zuletzt: was passiert, wenn sie in die Profis-Teams wechseln und im Licht der Öffentlichkeit stehen, wie reagiert die Vereinsführung, wie die Team-Mitglieder? Diese Fragen beschäftigen die Protagonisten immer und immer wieder. Gleichzeitig frage ich mich, wie stark ihre Liebe sein kann und wie weit sie bereit sind zu gehen.

„Him“ sehr gefühlvoll, überraschend tiefgründig und kurzweilig. Hinweis meinerseits: das Buch enthält detaillierte erotische Szenen, das sollte jedem Leser vorher klar sein. Ich habe mich Mit Jamie und Wes zu jeder Zeit wohl gefühlt

Veröffentlicht am 09.12.2018

Hat mich aufgewühlt und bewegt und es hat mich von den Socken gehauen

Das Lied der Wächter - Das Erwachen
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Der Protagonist und seine Geschichte
Felix war gerade ein paar Monate alt, als der Schwarzwald nach einem verheerenden Atomunfall evakuiert und abgesperrt wurde. Angeblich ist die ganze Region unbewohnbar.

Erst ...

Der Protagonist und seine Geschichte
Felix war gerade ein paar Monate alt, als der Schwarzwald nach einem verheerenden Atomunfall evakuiert und abgesperrt wurde. Angeblich ist die ganze Region unbewohnbar.

Erst an seinem 16. Geburtstag erfährt er, dass seine Eltern sich zum Zeitpunkt des Unfalls auf einer Wanderung befanden, von der sie nicht mehr zurückgekehrt sind und dass die Frau, die er bisher für seine Mutter hielt, in Wirklichkeit seine Tante ist.

Er macht sich auf Spurensuche und findet heraus, dass die Regierung ein falsches Spiel spielt, denn es gibt sehr wohl noch Menschen hinter dem Zaun. Er muss wissen, ob seine Eltern noch leben und dringt in die Sperrzone ein. Dort stößt er auf eine unheimliche Kraft, die alles Lebendige gefährdet, was sich jenseits des Zaunes befindet.

Meine Gedanken zum Buch
Die Geschichte startet mit der Wanderung von Felix Eltern, mit seltsamen Vorkommnissen und Wetterkapriolen, der „Vorspann“ endet mit dem Eintritt der Katastrophe, so dass auch der Leser nicht weiß, wie und ob es mit den beiden weiterging. Es folgt der Sprung zu Felix, der zunächst nur etwas über seine Eltern erfahren möchte und dann immer tiefer hinein gezogen wird in die Recherchen seines Onkels und einer Gruppe, die vor 16 Jahren Menschen hinter dem Zaun verloren haben und fest daran glauben, dass es dort noch Leben gibt

Auf der Buchmesse hatte ich die Möglichkeit, mich mit anderen Lesern auszutauschen und wir haben darüber gesprochen, in welches Genre wir den Roman einordnen würden.

Es ist für mich kein typischer Fantasy-Roman, eher mystisch und vor allem spannend und zwar so spannend, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen wollte. Die Vorstellung, dass so ein riesiges Gebiet wie der Schwarzwald zur Sperrzone erklärt wird, hat mich bewegt, sicherlich hat dabei eine Rolle gespielt, dass ich die Region kenne, weil ich am Rand des Südschwarzwalds aufgewachsen bin und die Strecke, die Felix in diesem ersten Teil der Trilogie zurücklegt, gedanklich verfolgen konnte.

Das Leben der Menschen, die noch im Schwarzwald leben, wurde um Jahrzehnte zurück gesetzt, sie mussten sich Gedanken darüber machen, wie man kocht und Lebensmittel kühlt, wie macht man Feuer, Licht, was isst man. Das hat dem Schwarzwald etwas Ursprüngliches zurück gegeben. Ich fand das aber so interessant, weil die Menschen zu dem Zeitpunkt die Elektrizität schon kannten und zu diesem Bekannten dann eben Alternativen suchen mussten.

Der Autor erzählt hier eine Geschichte über die Folgen einer Atomkatastrophe, die – so unglaublich sie auch klingen mag – durchaus vorstellbar ist. Natürlich muss man als Leser dieses Buches bereit sein, sich auf das mystische, diese unheimliche Kraft, einzulassen. Sie ist immer wieder da und doch streift Thomas Erle die Thematik nur und klärt nicht auf, was dahinter steckt, so dass ich am Ende fasziniert zurückgeblieben bin und natürlich wissen wollte, wie es weitergeht.

„Das Erwachen“ hat mich aufgewühlt und bewegt und es hat mich von den Socken gehauen. Ich bin sehr gespannt, was in der Trilogie um „Das Lied der Wächter“ noch passiert und ich hoffe so sehr, dass Thomas Erle das Niveau dieses ersten Teils halten kann.