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Veröffentlicht am 06.04.2019

Zum Ende hin wird es besser, aber ich musste mich durch die fast 800 Seiten extrem quälen

Die Landkarte der Zeit
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Achtung. Um meine Rezension zu schreiben, so dass man auch versteht, was mich stört, muss ich leider etwas spoilern.





„Die Landkarte der Zeit“ von Felix J. Palma ist als erster Teil einer Trilogie ...

Achtung. Um meine Rezension zu schreiben, so dass man auch versteht, was mich stört, muss ich leider etwas spoilern.





„Die Landkarte der Zeit“ von Felix J. Palma ist als erster Teil einer Trilogie 2011 erschienen.

Der Klappentext verspricht dreierlei. Da ist von Zeitreisen die Rede, einmal zu der Zeit von Jack the Ripper, einmal ins Jahr 2000 und dann muss ein Inspektor einen Mörder fangen, der mit Waffen, die noch nicht erfunden worden sind, tötet.

Das klang für mich sehr vielversprechend. Doch die wahre Geschichte sieht ganz anders aus.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt. Jeder befasst sich mit einem der drei im Klappentext beschriebenen Sachverhalten. Im ersten Teil geht es um einen jungen Mann, der seine große Liebe an Jack the Ripper verloren hat und sich nun das Leben nehmen will, weil er ohne sie nicht mehr leben möchte. Sein Cousin ersinnt einen Plan, wie er ihn daran hindern kann. Er schlägt ihm vor, in der Zeit zu reisen, um den Mörder aufzuhalten. Doch ist das alles nur ein Trick, um Andrew wieder Lebensmut zu geben.

Im zweiten Teil glaubt eine junge Frau, dass sie bei einem Ausflug ins Jahr 2000 mitmacht und verliebt sich dort in einen Helden, der die Welt rettet. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte in Form von Briefen. Aber auch hier findet keine wirkliche Zeitreise statt, sondern die Frau erliegt ebenfalls einer Lüge.

Im dritten Teil wird es dann etwas spannender und die Zeitreise kommt ins Gespräch. Menschen werden mit einer Waffe getötet, die es bislang noch nicht gibt. Der Inspektor bekommt Hilfe von einem Autor (H.G. Wells) angeboten. Dieser macht im Laufe der Suche nach dem Mörder eine interessante Erfahrung. Es gibt sie wirklich die Zeitreisen und es liegt an ihm, wie die Geschichte der Menschen und sein Leben weitergeht.

Die Geschichten werden von einem allwissenden Erzähler geschildert. Zwischenzeitlich wird der Leser direkt von dem Erzähler angesprochen, dadurch soll wahrscheinlich eine Nähe zu dem Leser hergestellt werden. Mir gefällt diese Art der Erzählweise allerdings nicht so gut.

Die Charaktere bleiben alle ziemlich blass und Gefühle werden nicht groß übermittelt.

Der Schreibstil ist gut. Die Wortwahl ist gehobener und ein wenig der historischen Zeit, in der die Geschichte spielt angepasst. Allerdings hatte das Buch für mich ziemliche Längen. Es gab – vom dritten Teil abgesehen – keine unerwarteten Wendungen. Teil 1 und Teil 2 waren ziemlich vorhersehbar. Was die Zeitreisen betraf wurden nicht nur die Protagonisten betrogen, sondern auch ich fühlte mich etwas veralbert.

Zwischenzeitlich habe ich die Seiten mehr überflogen, in der Hoffnung, dass es nochmal besser wird. Der dritte Teil wurde dann interessanter, befasste sich tiefer mit dem Thema Zeitreisen und gab auch ein paar gute Denkanstöße zu Parallelwelten, Einfluss von Entscheidungen, Veränderungen des Zeitstrangs.

Fazit:
Zum Ende hin wird es besser, aber ich musste mich durch die fast 800 Seiten extrem quälen.

Veröffentlicht am 27.12.2018

Ich hatte mir deutlich mehr davon erhofft.

Snow Angel
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„Snow Angel“ ist der erste Teil der Dilogie „Doubt, Trust … Love“ von Izabelle Jardin. Die neu-überarbeitete Fassung ist im Oktober 2018 erschienen.

Das blaue Cover mit einer jungen, nachdenklich dreinblickenden ...

„Snow Angel“ ist der erste Teil der Dilogie „Doubt, Trust … Love“ von Izabelle Jardin. Die neu-überarbeitete Fassung ist im Oktober 2018 erschienen.

Das blaue Cover mit einer jungen, nachdenklich dreinblickenden Frau, im Hintergrund die Berge und ein See, sowie die verschnörkelte Schrift haben mich direkt angesprochen. Auch der Klappentext liest sich vielversprechend.

Nina dreht zum Entspannen und zum Kraft tanken eine Runde im Wald, doch als plötzlich ein Schneesturm aufkommt, stürzt sie einen steilen Abhang hinunter. Simon bzw. sein Hund findet sie und bringt sie in seine Blockhütte, um sie zu untersuchen und zu pflegen. Die Anziehung zwischen den beiden ist vom ersten Moment an greifbar, doch Simon verbirgt etwas vor Nina und dann ist da auch noch ein Wilderer, der den beiden ins Gehege kommt.

Der Schreibstil ist flüssig, aber auch sehr einfach gehalten. Es lässt sich gut lesen, doch fehlte mir die Tiefe bei den Charakteren, die Spannung in der Handlung (den Kriminalfall hätte man auch weglassen können, Spannung kam dadurch trotzdem nicht auf) und die Emotionen in der Liebesgeschichte.

Nina ist mir zu naiv und einfältig und Simon sehr besitzergreifend und bestimmend. Ich konnte nicht wirklich eine Bindung zu den beiden aufbauen. Entsprechend schwer fiel es mir auch, deren Handlungen nachzuvollziehen.

Fazit:
Ich hatte mir deutlich mehr davon erhofft.

Veröffentlicht am 27.12.2018

Auch der zweite Teil kann leider nicht überzeugen.

Crystal
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„Crystal“ ist der zweite Teil der Dilogie „Doubt, Trust … Love“ von Izabelle Jardin. Es ist im Oktober 2018 erschienen.

Auch bei dem zweiten Band der Reihe hat mich das Cover angesprochen. Dieses Mal ...

„Crystal“ ist der zweite Teil der Dilogie „Doubt, Trust … Love“ von Izabelle Jardin. Es ist im Oktober 2018 erschienen.

Auch bei dem zweiten Band der Reihe hat mich das Cover angesprochen. Dieses Mal ist es in zarten Rot-Gelb-Tönen gehalten. Wieder mit einer traurig dreinblickenden Frau im Vordergrund und dem See im Hintergrund.

In Crystal geht es um Jenny, Ninas bester Freundin, die bei einem Autounfall dem reichen Oliver begegnet. Im ersten Moment hält sie ihn für einen ziemlich arroganten Kotzbrocken, doch schon bald bemerkt sie, dass er nicht mehr aus ihren Gedanken verschwinden will. Zur selben Zeit hat sie aber auch den netten, sympathischen Polizisten Jens kennengelernt und schwankt nun zwischen den beiden Männern. Adrenalin oder Geborgenheit, Höhenflüge der Gefühle oder Bodenständigkeit, Herz oder Verstand.

Wie schon im ersten Band ist der Schreibstil zwar sehr flüssig, aber dennoch recht simpel und nicht unbedingt als Lesegenuss zu bezeichnen.

Die Charaktere sind mir durchweg unsympathisch. Oliver benimmt sich unmöglich, nur um dann kurz danach was Nettes zu sagen und schon schmilzt Jenny dahin.

Im ersten Teil kam mir Jenny als die solide, souveräne Freundin vor, wohingegen Nina absolut naiv und unfähig wirkte. In diesem Band kann Jenny auf einmal keinen klaren Gedanken mehr fassen und ist nur noch am Zweifeln und Jammern, wohingegen Nina etwas reifer wirkt (und dann doch wieder nicht). Dementsprechend empfinde ich die Zeichnung der Charaktere als nicht sehr konsistent und gelungen.

Die Kriminalistik nimmt bei Crystal einen größeren Stellenwert ein als im ersten Teil. Doch auch hier fehlt irgendwie die Spannung. Die wechselnden Perspektiven bewirken dabei eher ein Minus an Spannung, als dass sie diese positiv beeinflussen.

Fazit:
Auch der zweite Teil kann leider nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 14.02.2018

Seichte Urlaubslektüre ohne Überraschungen, dafür mit ein paar Längen

Vielleicht mag ich dich morgen
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Der Liebesroman „Vielleicht mag ich dich morgen“ von Mhairi McFarlane ist im Mai 2015 erschienen.

Anna begegnet 16 Jahre nach ihrem Schulabschluss auf einem Klassentreffen ihren damaligen Schwarm James ...

Der Liebesroman „Vielleicht mag ich dich morgen“ von Mhairi McFarlane ist im Mai 2015 erschienen.

Anna begegnet 16 Jahre nach ihrem Schulabschluss auf einem Klassentreffen ihren damaligen Schwarm James wieder. Er hat ihre Schwärmerei allerdings nicht erwidert, sondern ihr zusammen mit allen anderen Schülern das Leben in der Schule zur Hölle gemacht, weil sie dick und pickelig war. Mittlerweile hat Anna beträchtlich abgenommen und sich auch sonst körperlich verändert – so sehr, dass sie auf dem Klassentreffen keiner erkennt und sich James zu der unbekannten Schönen hingezogen fühlt.

Bedingt durch einen Arbeitsauftrag treffen sich die beiden wieder und müssen notgedrungen (aus Annas Sicht) einige Zeit mit einander verbringen. Anna stellt fest, dass James gar nicht so oberflächlich und arrogant ist, wie sie gedacht hat und fängt an, ihn zu mögen. James dagegen hat immer noch keine Ahnung, wer Anna wirklich ist. Und somit ist eigentlich auch schon der weitere Verlauf des Buches vorbestimmt.

Der Einstieg in die Geschichte gelingt gut, Annas Mobbingerfahrungen lassen einen mit ihr mitfühlen. Ihre Verwandlung vom hässlichen Entlein zum wunderschönen Schwan ist allerdings doch recht unrealistisch und folgt dem Hollywoodklischee. Die Charaktere sind gut gezeichnet, machten aber auf mich keinen allzu sympathischen Eindruck bedingt durch ihre Verhaltensweisen und Äußerungen.

Der Schreibstil ist angenehm und es liest sich flüssig, allerdings gibt es immer wieder langatmige Passagen, die die Leselust etwas eindämmen.

Im Großen und Ganzen ist der Roman sehr vorhersehbar und bedient jede Menge Klischees.

Das Cover wirkt fröhlich und spritzig, vom Titel mal abgesehen fehlt mir allerdings der Bezug zur Geschichte.

Fazit:
Seichte Urlaubslektüre ohne Überraschungen, dafür mit ein paar Längen.

Veröffentlicht am 11.08.2017

Konnte leider nicht so ganz überzeugen

Taste of Love - Geheimzutat Liebe
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Das Buch „Taste of Love – Geheimzutat Liebe“ von Poppy J. Anderson ist der erste Teil der „Köche von Boston-Reihe“ und ist am 13.01.2017 erschienen.

Andrew (kurz Drew) Knight ist ein junger, sehr erfolgreicher ...

Das Buch „Taste of Love – Geheimzutat Liebe“ von Poppy J. Anderson ist der erste Teil der „Köche von Boston-Reihe“ und ist am 13.01.2017 erschienen.

Andrew (kurz Drew) Knight ist ein junger, sehr erfolgreicher Küchenchef und Besitzer eines noblen Restaurants in Boston. Um einen Burn-out zu umgehen, macht er kurzentschlossen Urlaub und entflieht allen Verpflichtungen. In Maine begegnet er der kratzbürstigen Brooke Day, die in einem ziemlich heruntergekommenen Restaurant, allerdings mit hervorragender Küche arbeitet. Gemeinsam überlegen sie, wie sie das Restaurant wieder auf Vordermann bringen können. Dabei entdeckt Drew wieder den Spaß an seiner Arbeit. Als Brooke allerdings herausfindet, wer er wirklich ist, ist der Ärger vorprogrammiert.

Der Schreibstil kann mich nicht wirklich begeistern. Die Dialoge sollen zwar spritzige Wortgefechte zwischen den beiden Kampfhähnen darstellen, kommen aber eher gestellt und wie gewollt, aber nicht gekonnt rüber. Ebenso stören mich die häufigen Wiederholungen von Gedankengängen, Phrasen und Beschreibungen.

Die beiden Protagonisten Drew und Brooke sind voller Vorurteile dem anderen gegenüber, was auch immer wieder hervorgehoben wird. Dadurch wirken sie auf mich nicht sonderlich sympathisch, das ändert sich auch nur geringfügig im Laufe des Buches. Drews Motive, seine wahre Identität zu verbergen, sind nicht wirklich nachvollziehbar, ebenso empfinde ich Brooke Reaktion auf die Erkenntnis ziemlich überzogen.

Über die anderen Charaktere wird nicht viel erzählt, lediglich auf den Souchef wird etwas neugierig gemacht, da er ja Bestandteil des zweiten Teils ist.

Die Idee mit den Rezepten am Anfang und Ende des Buches ist ganz schön, auch die Gestaltung des Covers gefällt mir.

Fazit:
Die Geschichte ist ganz nett, kann mich aber nicht wirklich überzeugen.