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Veröffentlicht am 18.02.2019

mehr philosophisch als emotional

Die Antwort auf Vielleicht
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Adam fährt ein sogenanntes Krebstaxi. Das bedeutet, er fährt schwerkranke Menschen über mehrere Wochen hinweg zur Chemotherapie. Eine dieser Patientinnen ist Jessi, eine junge Mutter. Auf jeder Fahrt ...



Adam fährt ein sogenanntes Krebstaxi. Das bedeutet, er fährt schwerkranke Menschen über mehrere Wochen hinweg zur Chemotherapie. Eine dieser Patientinnen ist Jessi, eine junge Mutter. Auf jeder Fahrt lernen die zwei einander etwas besser kennen und bald bleibt es nicht mehr beim beruflichen Kontakt. Doch Jessis Zeit ist sehr begrenzt…

Bei diesem Buch hatte mich der Klappentext direkt angesprochen. Die Ausgangssituation versprach viele Emotionen. Leider hat mich das Buch aber nicht so berühren können, wie erhofft.

Jessi hat Krebs und ihre Chancen stehen sehr schlecht. Doch für ihre fünfjährige Tochter kämpft Jessi jeden Tag, um so lange wie möglich ein möglichst normales Leben zu führen. Sie hat schwache Momente, aber häufiger wirft sie ihren Mitmenschen klare Worte um die Ohren, ohne zu beschönigen, ohne um Mitleid zu heischen. Aber nicht nur Jessi bringt ihr Umfeld zum Umdenken, auch sie selbst erhält durch die Freundschaft zu Adam Input, der zu neuen Träumen führt, die sie gern noch verwirklichen würde.

Adam ist Tag für Tag von todkranken Menschen umgeben. Ein harter Job, der ihn mal mehr und mal weniger mitnimmt. Er selbst ist zwar gesund, dennoch steht sein Leben still. Das macht ihm aber erst Jessi wirklich bewusst. Und so wird die Handlung an vielen Stellen sehr philosophisch. Es geht um Träume im Leben. Um verpasste Chancen. Um das Aufschieben von Wünschen, das Verstreichenlassen von Möglichkeiten. Um Ausreden und falsche Prioritäten. Die Geschichte bietet Grübelpotential ohne Ende. Doch die Emotionen kamen mir dabei an vielen Stellen zu kurz. Wirklich gefühlsgeladen wurde es nur, wenn es um Jessis noch zu erreichende Ziele ging – die nicht jeder in ihrem Umfeld akzeptieren konnte.

Die Nebencharaktere sind sehr unterschiedlich. Eine liebevolle, aber vergessliche Großmutter, ein aufgewecktes Kind, besorgte Bikereltern, ein ätzender, erfolgsorientierter Arzt, dem der Blick für den Patienten als Mensch verloren gegangen ist, und eine Berliner Freundin, die nicht einen hochdeutschen Satz sprechen kann. Letztere fand ich etwas anstrengend, aber insgesamt war es interessant, wie all die Charaktere zu Jessi stehen und wie sie sich auch mit Fortschreiten der Krankheit entwickeln.

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Adam. Zahlreiche Dialoge geben aber auch einen Einblick in Jessis Gefühlswelt. Der Schrebistil ist locker, flüssig und dank vieler ironischer und sarkastischer Kommentare stellenweise witzig.
Dabei konnte ich gerade Adams Handlungen nicht immer nachvollziehen. Durch seinen Job weiß er, wie kurz das Leben sein kann. Dennoch trifft er leichtsinnige Entscheidungen, die ihn unnötig in Gefahr bringen. Dadurch hadere ich besonders mit dem Ende des Buches.
Dass der Autor selbst Krebstaxi gefahren ist und einige der geschilderten Schicksale miterlebt hat, verstärk die vorhandene bedrückende Atmosphäre nachträglich.

Fazit

Meine Erwatungen einer gefühlsgeladenen Geschichte wurden nur bedingt erfüllt. Das Problem dabei ist, dass Jessis Schicksal eigentlich ja total berührend ist – die Gefühle aber einfach nicht bei mir ankamen. Zwar gibt es einige emotionale Momente, die philosophischen Gespräche dominieren deutlich. Die sich zart entwickelnde Liebesgeschichte konnte mich leider auch nicht ganz packen – für mich bleiben die beiden eher auf einer Freundschaftsebene. Neben einigen dramatischen Passagen und vielen intensiven Gesprächen plätschert die Handlung streckenweise etwas vor sich hin.
Dennoch hat mich das Buch nicht kalt gelassen, denn was die Geschichte definitiv hinterlässt, ist die Aufforderung, über das eigene Leben, über Ziele und Träume, nachzudenken. Warum Wünsche aufschieben, wenn man sie auch gleich verwirklichen könnte?! Wer weiß, wie viel Zeit noch bleibt. Heißt ‚vielleicht’ eher möglich oder unmöglich? Jessi und Adam haben verschiedene Meinungen dazu…

Veröffentlicht am 14.01.2019

tiefgründiger als erwartet

Bad Bachelor
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In New York gibt es eine neue App, um Single-Männer nach einem Date zu bewerten. Als der schlechteste Fang überhaupt wird Reed dargestellt, der Frauen nur ausnutzen und abweisen würde. Viel zu lange lässt ...

In New York gibt es eine neue App, um Single-Männer nach einem Date zu bewerten. Als der schlechteste Fang überhaupt wird Reed dargestellt, der Frauen nur ausnutzen und abweisen würde. Viel zu lange lässt Reed den Gerüchten seinen Lauf.
Derweil soll der PR-Berater Darcy dabei helfen, Spenden für ihre Biblithek zu sammeln. Natürlich weiß Darcy, mit wem sie es zu tun hat und ist nicht gerade begeistert. Wie soll jemand, der seinen eigenen Ruf nicht im Griff hat, ihrer Bibliothek helfen? Doch da sie das Geld dringend benötigt, stimmt sie der Zusammenarbeit zu und lernt Reed dabei näher kennen. Den echten Reed, nicht den Band Boy, als der er dargestellt wird…

Medien bestimmen unser Leben – warum also nicht beim Dating? Eine App, um Date-Partner zu bewerten, klingt dabei doch ziemlich hilfreich, oder? Tja, oder auch nicht. Ich finde die Vorstellung eher gruselig, schließlich kann niemand voraussagen, ob die Chemie zwischen zwei Menschen stimmen könnte. Was für Erwartungen und Vorurteile dabei schon im Vorfeld gebildet werden… Und wer garantiert eigentlich den Wahrheitsgehalt all dieser Einträge? Genau vor diesem Problem steht auch Reed McMahon, der in der App den Rang des absoluten Bad Bachelors inne hat. Dutzende Frauen melden sich, die Reed als kalt oder skrupellos darstellen. Zunächst ist Reed diese App egal, er steht dazu, dass er gern One-Night-Stands hat und sucht keine Frau für eine Beziehung. Doch als Geschäftskontakte darauf aufmerksam werden und Frauen sich über seine Arbeitsweisen auslassen, wird es problematisch.

Darcy weiß bereits bei ihrer ersten persönlichen Begegnung, wer Reed ist – denn sie kennt all die App-Einträge über ihn und packt ihn entsprechend sofort in diese Schublade. So fällt es ihr schwer, dieses Wissen bei ihrer Geschäftsbeziehung auszublenden. Immer wieder stichelt sie gegen Reed, was zu zahlreichen bissigen – witzigen – Wortgefechten führt.

Je länger Darcy mit Reed zusammenarbeitet, desto mehr Einblicke bekommt sie in sein Wesen. Auch das ein oder andere private Detail schnappt sie auf, das so gar nicht zu ihrem Bild des Bad Bachelors passen will. Dadurch bekommt die Geschichte sehr viele emotionale Facetten und eine gewisse Tiefe.

Das Zusammenspiel beider Figuren ist toll zu verfolgen. Anfangs hat Darcy kaum ein gutes Wort für Reed übrig – der hingegen mag gerade ihre biestige Art sehr. Es entwickelt sich eine Art Freundschaft, die beide aber plötzlich vor gewisse Probleme stellt – schließlich haben sie einen gewissen Ruf zu wahren und ein gemeinsames Projekt zu bewältigen.
Während Darcy einfach Darcy ist, zeigt gerade Reed sehr unterschiedliche Seiten von sich, die ihn zu einem spannenden Charakter machen.

Die Handlung bietet viele Emotionen und ein paar kleine Überraschungen. Schließlich gilt es ja auch noch das Rätsel um den Ursprung der App zu lösen. Allerdings bleiben diesbezüglich für mich noch ein paar Fragen offen.

Fazit

Eine Dating-App sorgt für Furore. Jeder kennt Reed und jeder hat eine Meinung über ihn. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr Seiten von Reed zeigen sich. Die Handlung entwickelt sich viel facettenreicher, als der Klappentext vermuten lässt. Die erwartete Liebesgeschichte gibt es zwar auch, diese macht aber aufgrund bissiger Wortgefechte und prickelnder Erotik jede Menge Spaß.

Veröffentlicht am 13.01.2019

spannende Story voller Intrigen und Überraschungen

Das Mädchen aus Feuer und Sturm
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Die 17-jährige Mariko ist dem Sohn des Kaisers versprochen. Auf dem Weg zu ihm wird ihre Karavane angegriffen. Sie kann unbemerkt entkommen, doch sonst überlebt niemand. Mariko beschließt, herauszufinden, ...



Die 17-jährige Mariko ist dem Sohn des Kaisers versprochen. Auf dem Weg zu ihm wird ihre Karavane angegriffen. Sie kann unbemerkt entkommen, doch sonst überlebt niemand. Mariko beschließt, herauszufinden, warum der Schwarze Clan ihren Tod wollte und schwört auf Rache. Doch ihr Vorhaben gerät ins Schwanken, als sie sich dem Clan als Junge verkleidet heimlich anschließt. Denn nicht alles ist so, wie es scheint…

Ich hatte Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden. Den Schreibstil fand ich anfangs anstrengend, irgendwie stelzig und abgehakt, mit unnötig vielen Ellipsen und Aufzählungen. Dadurch habe ich eine Weile gebraucht, um mich einzulesen. Danach hat mir die Geschichte aber ziemlich gut gefallen.

Es eröffnet sich eine fremde Welt voller magischer Fähigkeiten und politischer Intrigen. Eine Prise Mulan plus ein Hauch Robin Hood sorgen für eine abwechslungsreiche Story.

Mit Mariko musste ich erst warm werden. Sie ist wie eine kleine Prinzessin aufgewachsen und diese von-oben-herab-Haltung blitzt auch immer mal wieder durch. Angetrieben von ihrem Wunsch nach Vergeltung wächst sie aber über sich hinaus und stellt sich mutig den Gefahren. Und je näher sie die Banditen kennenlernt, desto loyaler fühlt sie sich einigen von ihnen verbunden.

Das Geschehen wechselt zwischen verschiedenen personalen Perspektiven, die zum einen Einblicke in die Ereignisse an verschiedenen Orten und in die einzelnen Motive der Figuren liefern, teilweise aber auch neue Fragen aufwerfen, weil nicht immer klar ist, was die Charaktere beabsichtigen.
Es gibt eine Vielzahl sehr facettenreicher Charaktere. Während beispielsweise die Absichten von Marikos Bruder immer deutlich scheinen, sind andere Figuren weniger durchsichtig. Dadurch gibt es immer wieder unerwartete Wendungen. Besonders spannend fand ich es dabei, mit Mariko den angeblich so bösen schwarzen Clan zu erkunden – allerdings kommt mir dieser insgesamt noch etwas zu kurz.

Und überhaupt bleiben am Ende noch viele Fragen offen.
Die Handlung gewinnt immer mehr an Tempo, je weiter Marikos Weg voranschreitet. Sie muss verschiedene Gefahren überstehen – doch nicht nur der dunkle Wald birgt seine Schwierigkeiten, auch ihre aufgewirbelten Gefühle werden für Mariko zu einem Problem, denn sie beginnt an der Bosheit des Schwarzen Clans zu zweifeln. Das führt letztlich auch zu ziemlich dramatischen Ereignissen, doch dann endet die Geschichte mit einem fiesen Cliffhanger, der mich neugierig auf den nächsten Band zurücklässt.

Fazit

Nach Startschwierigkeiten aufgrund des für mich anstrengenden Schreibstils konnte mich die Geschichte mit den vielen spannenden und dramatischen Momenten fesseln. Auch an Gefühlen mangelt es nicht – nicht zuletzt, da Mariko in ihrem eigenen Lügennetz einige unerwartete Entdeckungen macht, die sie ziemlich aus der Bahn werfen. Undurchsichtige Charaktere sorgen für einige Überraschungen. Am Ende bleiben noch viele Fragen offen.

Veröffentlicht am 03.01.2019

gefühlvoll aber vorhersehbar

Maybe this Time - Und auf einmal ist alles ganz anders
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Abby möchte sich nach der Trennung von Eishockey-Profi Dean und dem Umzug in ihre Heimatstadt ein neues Leben mit ihrer Tochter aufbauen. An der örtlichen Grundschule bewirbt sie sich daher um einen Job. ...

Abby möchte sich nach der Trennung von Eishockey-Profi Dean und dem Umzug in ihre Heimatstadt ein neues Leben mit ihrer Tochter aufbauen. An der örtlichen Grundschule bewirbt sie sich daher um einen Job. Dass ihre Tochter sich ausgerechnet für Eishockey interessiert, behagt ihr nicht besonders, doch Dani ist sehr talentiert. Und so landet sie in der Jugendmannschaft, welche von Jackson trainiert wird. Jackson, der mit ihrem Ex-Mann befreundet ist und Abby früher immer behandelt hat, als würde er sie hassen… Wenn Abby da mal nicht irgendwas völlig missverstanden hat.

Ich hatte ein paar Probleme ins Buch reinzukommen, weil mich der Beginn sehr an eine Geschichte erinnert hat, die ich erst vor kurzem gelesen habe. In beiden Fällen sind die Protagonistinnen samt ihrer Tochter im Grundschulalter nach ihrer dreckigen Scheidung von einem „Promi“ von L.A. in ihr kleines Heimatörtchen zurückgegangen und treffen dort auf einen Freund ihres Ex-Mannes, den sie anziehen finden… In beiden Fällen sind die Erwachsenen aufgrund einer Kinderfreundschaft (wobei es nicht das eigene Kind des Auserwählten ist) gezwungen, näher in Kontakt zu treten…

Nachdem sich also der Anfang wie ein Déjà-vu anfühlte, von dem ich mich erst mal ein wenig lösen musste, habe ich gehofft, dass sich die folgende Handlung möglichst überraschend anders weiterentwickelt. Letztlich hat mir Maybe this time auf jeden Fall etwas besser gefallen als „One best man“, wobei ich auch hier die Überraschungen in der Handlung vermisst habe.

Abwechselnd wird das Geschehen in der personalen Sicht von Abby und Jackson geschildert. Das ist gerade am Anfang recht amüsant, weil Abby denkt, Jackson würde sie meiden, weil er sie nicht leiden kann. Jackson verhält sich allerdings nur etwas eigenartig, weil er Abby schon seit Jahren liebt und nicht weiß, wie er es ihr zeigen soll… Es kommt also zu einigen Missverständnissen, bis beide sich soweit normal Verhalten können, dass sie eine Freundschaft zueinander aufbauen, aus der mehr werden könnte… Wenn das Leben nur nicht so kompliziert wäre.
Auch wenn ich die Handlung nicht langweilig fand, haben mir die großen Wendungen gefehlt. Es gibt ein paar kleinere Dramen und Konflikte. Manchmal scheint die Zukunft klar, dann wieder wirkt sie hoffnungslos, aber insgesamt entwickelt sich die ganze Handlung sehr vorhersehbar. Schwierigkeiten, die sich andeuten, verlaufen im Sand und werden später gar nicht wieder aufgegriffen. Dafür, dass Abby und Jackson einige Umwege nehmen, in denen die Handlung nicht so recht vorankommt, kommt das Ende dann recht abrupt. Manche Geschehnisse, die im Verlauf eingefädelt werden, werden am Ende nicht mehr aufgegriffen und aufgelöst. Allerdings werden die beiden ja vermutlich auch in den Folgebänden zumindest eine Nebenrolle spielen, sodass ich hoffe, dass auch die letzten offenen Fragen noch geklärt werden. Auch bei einigen Nebenfiguren – wie ein Blick auf die Klappentexte zeigt, sind diese allesamt Protagonisten der kommenden drei Bücher – sind noch Handlungsstränge offen.

Fazit

Der erste Band der Colorado Ice-Reihe lässt sich aufgrund des lockeren, flüssigen Erzählstils schnell lesen. Die Hauptfiguren und auch die meisten Nebencharaktere sind sympathisch und facettenreich dargestellt. Die Handlung ist zwar sehr gefühlvoll, aber leider insgesamt auch recht vorhersehbar. Große Überraschungen bleiben aus. Kleine Konflikte sorgen dennoch dafür, dass das Buch zu keinem Zeitpunkt langweilig wird.
Besonders schön zu verfolgen ist, wie beide Protagonisten im Verlauf ihre Meinung darüber, was im Leben wichtig ist und was sie dafür zu geben bereit sind, überdenken und sich weiterentwickeln.

Veröffentlicht am 03.01.2019

ereignisreich, überraschend, aber auch etwas überdreht

Die Vereinten
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Achtung: 2. Band der Reihe. Inhaltliche Spoiler zum Vorgänger möglich

Den ersten Band habe ich vor über einem Jahr gelesen und ich hatte große Schwierigkeiten, wieder in die Geschichte hineinzukommen. ...

Achtung: 2. Band der Reihe. Inhaltliche Spoiler zum Vorgänger möglich

Den ersten Band habe ich vor über einem Jahr gelesen und ich hatte große Schwierigkeiten, wieder in die Geschichte hineinzukommen. Die Handlung der Perfekten ist sehr komplex, mit zahlreichen handelnden Figuren. Es gibt jede Menge Lügen, Intrigen und Verrat, sodass es hilfreich ist, möglichst viele Details im Kopf zu haben – leider fehlten mir diese größtenteils. Auch ein Personenregister, das einen groben Überblick geben würde, sucht man vergeblich. So fiel es mir schwer, die vorhandenen Andeutungen zu bisherigen Geschehnissen zuzuordnen, sodass ich einige Seiten benötigt habe, mich wieder halbwegs in die Handlung einzufinden.

Was das Lesen zusätzlich etwas schwierig gemacht hat, waren die neuen übernatürichen Science-Fiction-Komponenten die plötzlich die komplexe Handlung ergänzen. Zu dem vorhandenen Konflikt zwischen Rebellen und Gesegneten kommt eine weitere Partei hinzu, die das Geschehen ordentlich durcheinander bringt, mir aber teilweise etwas zu spacig war. Allerdings kommen dadurch auch weitere interessante Hintergründe zur Geschichte der Perfekten ans Licht.

Dennoch hat mich das Buch, nachdem ich mich eingefunden hatte, insgesamt gut unterhalten. Rain und Lark – die zwei Hauptfiguren, an die ich mich sogar noch erinnern konnte ? – müssen nach den bisherigen Ereignissen ihr Leben neu ordnen. Dabei müssen sie einige schwierige Entscheidungen treffen – wobei sie nicht immer wirklich eine freie Wahl haben. Um sie herum spinnt sich ein neues Netz aus Feinden und Verbündeten, wobei sich nicht immer sofort offenbart, wer auf welcher Seite steht. So gibt es im Verlauf etliche Wendungen, auf die sich auch die Figuren immer wieder neu einstellen müssen. Dabei hat es mir besonders gefallen, Rains und Larks Entwicklung mitzuverfolgen. Immer wieder müssen sie kritisch hinterfragen, was um sie herum passiert. Sie müssen Prioritäten setzen und Risiken einschätzen – ein schier aussichtsloses Unterfangen, das sie vor zahlreiche Herausforderungen stellt.

Als etwas holprig empfand ich teilweise den Erzählstil. Es gibt keine klare personale Sicht, aber auch keinen tatsächlich allwissenden Erzähler. Die Handlung springt zwischen verschiedenen Perspektiven sich wiederholender Charaktere – manchmal auch mittem in einem Absatz – und bleibt dabei streckenweise etwas emotionslos.

Das Ende ist zwar durchaus passend für die beteiligten Charaktere, lässt aber bezüglich der nun kommenden Zukunft vieles offen.

Fazit

Der Wiedereinstieg fiel mir aufgrund großer Erinnerungslücken und nur spärlicher, angrissener Rückblicke nicht ganz leicht. Die Handlung entwickelt sich aufgrund diverser Intrigen und Verräter sehr spannend und stellt die Figuren damit vor immer neue Probleme. Dabei entwickelt sich die ohnehin schon sehr komplexe Handlung an einem Punkt in eine extrem übernatürliche Richtung, an die ich mich erst gewöhnen musste. Insgesamt, trotz offener Fragen am Ende, ein ereignisreicher, aufregender Abschlussband der Dilogie, der mich gut unterhalten konnte.