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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2019

Liebesgeschichte mit überraschender Wendung

Das geheime Glück
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"Du bist mein Anfang und mein Ende und jeder Tag dazwischen." (Zitat Seite 423)

Das geheime Glück ist eine sehr besondere Liebesgeschichte, denn sie beginnt mit dem Ende und endet mit dem Anfang - ein ...

"Du bist mein Anfang und mein Ende und jeder Tag dazwischen." (Zitat Seite 423)

Das geheime Glück ist eine sehr besondere Liebesgeschichte, denn sie beginnt mit dem Ende und endet mit dem Anfang - ein Kniff, der mir sehr gut gefallen hat und der noch mehr Sinn macht, wenn sich das Geheimnis hinter Emilys und Robbies Glück lüftet.
Bis dahin ist es aber ein weiter Weg, der hier und da ein wenig schneller hätte verlaufen dürfen. Klar werden viele Jahre (ca. 50) behandelt, doch da immer nur einzelne Episoden wichtig sind, hätte ein wenig Raffung nicht geschadet.

Gelungen fand ich, dass Julie Cohen schwierige und brisante Themen in ihre Geschichte eingebaut hat, auf die ich leider nicht näher eingehen kann - großer Spoileralarm! Doch gerade die Auflösung finde ich recht mutig und mit so einem Ende (bzw. Anfang, je nachdem wie man es betrachtet...) hätte ich tatsächlich nicht gerechnet. Die Auflösung gefiel mir dann auch um einiges mehr als die, von der ich in der Mitte des Buchs angenommen hatte, dass sie es wäre. Ja, das klingt sehr verschwurbelt :) , aber ich möchte einfach nicht spoilern!

Die Auflösung hat dem Buch dann auch einen Extra-Punkt beschert, zumal sie für Gesprächsstoff sorgt. Durch die behandelten brisanten Themen hebt sich Das geheime Glück zudem von anderen Liebesgeschichten ab. Der Schreibstil ist einnehmend und ich habe die Sympathie der Autorin für ihre Figuren gespürt.

Ein empfehlenswerter Roman!

Veröffentlicht am 13.03.2025

Anders als erwartet

All the Devils
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Dark Academia, Geheimgesellschaften und Dämonen.
Erzählt wird von Andy, die zu Beginn der sich langsam entfaltenden Geschichte um ihre verstorbene Schwester trauert - nur um dann schnell festzustellen, ...

Dark Academia, Geheimgesellschaften und Dämonen.
Erzählt wird von Andy, die zu Beginn der sich langsam entfaltenden Geschichte um ihre verstorbene Schwester trauert - nur um dann schnell festzustellen, dass Violet doch nicht tot ist. Was ist denn hier los? Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, geht sie an die Ravenswood Academy. Sie entdeckt, dass immer wieder Mädchen von der Schule verschwinden. Mit Jae, hinter dem mehr steckt als zuerst gedacht, begibt sich Andy auf eine gefährliche Reise, um das dunkle Geheimnis der Schule zu ergründen.

Bei „All the Devils“ hat mich vor allem der Hinweis auf Dark Academia angelockt, doch ich muss sagen, dass mir das dann doch zu kurz kam. Dafür bekam ich viel mehr Fantasy als gedacht. Das war nicht schlecht, kam aber unerwartet. Ebenso wie der Fakt, dass es sich nicht um einen Einzelband handelt. Ich bin ja nicht so die Reihen-Leserin.

Zwischen Andy und Joe gibt es eine gewisse Dynamik, doch die Lovestory hält sich eher im Hintergrund. Ihr könnt also auch zum Buch greifen, wenn ihr kein Fan von Liebesgedöns in (Fantasy-)Büchern seid. Dafür solltet ihr aber eine Vorliebe für mythologische Themen und übernatürliche Geschichten haben, denn das bietet „All the Devils“ auf jeden Fall. Die düstere Atmosphäre ist spürbar (wenn auch für mich zu wenig) und es gibt jede Menge unerwarteter Wendungen.
Ich habe das Buch trotz ein paar Längen gerne gelesen, ein Highlight war es jedoch nicht. Wie erwähnt ist es der Auftakt einer Reihe, der auf Englisch „Sisters of the Occult“ heißt - so viel zur Richtung des Buches. Ich würde sagen, dass „All the Devils“ Young Adult-Fantasy mit einer guten Portion Mythologie ist.

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Veröffentlicht am 22.01.2025

Ein einfühlsamer Debütroman

9 Grad
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In „9 Grad“ geht es um Josie, die auf Wunsch ihrer schwer kranken Freundin Rena in winterlichkaltes Wasser begibt – und Gefallen daran findet. Mehr als das, es wird zu einer Obsession, hilft es ihr doch, ...

In „9 Grad“ geht es um Josie, die auf Wunsch ihrer schwer kranken Freundin Rena in winterlichkaltes Wasser begibt – und Gefallen daran findet. Mehr als das, es wird zu einer Obsession, hilft es ihr doch, sich selbst zu finden und sich zu fokussieren. Während des Kälteschwimmens geht es nur um sie, erst danach macht sie sich wieder Sorgen um ihre kranke Freundin, die möglicherweise stirbt, oder um ihre Beziehung zu Lee, der Depressionen hat und sich nicht immer so verhält, wie Josie es sich wünscht.

Josie führt mich als Ich-Erzählerin durch eine Geschichte, in der Themen wie physische und psychische Krankheiten behandelt werden. Es geht aber auch um den Druck, dem durch „manipulative Marketingstrategien“ idealisierten Körperbild (wie wahr!) zu entsprechen und das Unvermögen, sich in belastenden Situationen zu behaupten. Gelungen finde ich, dass Elli Kolb ihrer Hauptfigur authentische Gedanken in den Kopf setzt – auch, wenn sie nicht immer nett sind. Es ist doch natürlich, Wut über die schwere Krankheit der Freundin zu verspüren oder auch die depressiven Phasen des Freundes nicht nachvollziehen zu können. Während ich Josie durch ihre Gedanken recht nahe kam, blieben die Nebencharaktere leider etwas blass.

Großartig fand ich die Szenen mit dem Eisbaden. Elli Kolb beschreibt das Schwimmen im kalten Wasser so eindrücklich, teils poetisch, dass ich das Gefühl hatte, mit im Wasser zu sein. Ich habe die Kälte auf der Haut gespürt, wie sie in meine Poren eindringt, tief unter die Haut, mich ganz einnimmt.

„9 Grad“ ist ein einfühlsamer Debütroman, der zum Nachdenken anregt. Er erzählt von Freundschaft und Beziehungen, Leistungsdruck und Depression, aber auch von der Kraft, für sich selbst einzustehen und den eigenen Körper zu akzeptieren. Leider sind mir die Nebencharaktere nicht sehr nahe gekommen. Die starken Beschreibungen der Kältebäder waren hingegen ein Highlight.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Ein psychologischer Krimi

Die Frau des Serienkillers
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Alice Hunters Thriller „Die Frau des Serienkillers“ verspricht Spannung und Nervenkitzel, denn wie schlimm kann es sein, herauszufinden, dass der eigene Mann ein Serienkiller ist?

Der Weg ist allerdings ...

Alice Hunters Thriller „Die Frau des Serienkillers“ verspricht Spannung und Nervenkitzel, denn wie schlimm kann es sein, herauszufinden, dass der eigene Mann ein Serienkiller ist?

Der Weg ist allerdings nicht ganz so nervenaufreibend, wie ich gedacht habe. Das Buch lässt sich zwar sehr flüssig lesen, doch die Geschichte entfaltet sich sehr gemächlich. Deshalb fiel es mir am Anfang schwer, am Ball zu bleiben. Dabei geholfen haben dann aber die vielen Cliffhanger und verstreuten Hinweise, die zu immer noch einem Kapitel führten. Irgendwann las sich Die Frau des Serienkillers dann doch sehr flott. Leider habe ich schon früh am Anfang vermutet, was Beth so umtreibt und diese Vorahnung hat sich bewahrheitet, was dafür gesorgt hat, dass die Spannung gemindert wurde.

Sowohl Beth als auch Tom waren recht unsympathisch, was aber angesichts ihres Werdeganges nicht weiter verwunderlich ist. Mit einem fiesen Schmunzeln habe ich Beths Weg verfolgt und ihre Konsequenz in Sachen Zukunft bewundert. Wie sie mit der Situation umgeht und ihrem Mann trotzt, fand ich insgesamt dann doch sehr unterhaltsam. Als Thriller würde ich das Buch dennoch nicht bezeichnen (nicht im Sinne blutiger/nervenaufreibender Spannung).

Fazit: „Die Frau des Serienkillers“ ist ein psychologischer Krimi über eine Frau, deren Ehemann sich als Serienkiller entpuppt. Einige vorhersehbare Wendungen und die unsympathischen Charaktere dämpfen etwas die Lesefreude. Insgesamt bietet das Buch aber eine unterhaltsame Geschichte über eine Frau, die ihre Zukunft selbst in die Hand nimmt – koste es, was es wolle.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

NIcht überzeugt

Alles gut
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"Alles gut" ist mehr als nur die Liebesgeschichte zwischen Jess und Josh, die bis zum Ende des Buches wie eine Achterbahn verläuft. Dafür sorgen auch ihre teils sehr konträren Ansichten. Die Autorin Cecilia ...

"Alles gut" ist mehr als nur die Liebesgeschichte zwischen Jess und Josh, die bis zum Ende des Buches wie eine Achterbahn verläuft. Dafür sorgen auch ihre teils sehr konträren Ansichten. Die Autorin Cecilia Rabess baut zudem Gesellschaftskritik, (Alltags)Rassismus und Gleichberechtigung der Geschlechter ein.

Ihre Schwarze Protagonistin Jess muss sich nicht nur gegen Männer zur Wehr setzen, die sie an ihrer Arbeitsstelle von oben herab behandeln, sondern auch gegen Männer, die Dinge sagen wie „Mädchen wie dich“ (wobei es um die Hautfarbe geht).
Viele Zeitsprünge

Der Roman springt immer wieder den Zeiten, mal geht es in Jess‘ Kindheit, dann in ihre Studienzeit, dann wieder in die Gegenwart (und auch hier springt es oft hin und her). Diese vielen Sprünge gepaart mit dem Schreibstil haben leider dafür gesorgt, dass mir Alles gut nicht wirklich nahe kam. Zwischendurch haben mir einige Szenen ganz gut gefallen und ich dachte „jetzt hat sich der Knoten gelöst“, doch schon nach ein paar Seiten spürte ich wieder, dass meine Konzentration schwand.

„Du machst mich so glücklich“, sagt sie. Josh sagt: „Glück kommt nicht von außen. Es muss von innen kommen“, und als Jess die Augen verdreht, lächelt er und fügt hinzu. „Aber so oder so, du machst mich auch glücklich.“ (Zitat Seite 55)

Zusätzlich zu den bereits genannten Punkten konnten mich auch die Protagonisten nicht richtig von sich überzeugen, sie blieben mir fremd, irgendwie unnahbar, wie der Schreibstil. Und so kann ich trotz der behandelten wichtigen Themen und einiger recht guter Szenen leider keine wirkliche Empfehlung aussprechen.

Fazit: "Alles gut" ist eine Liebesgeschichte, die wichtige Themen wie Gleichberechtigung und Rassismus behandelt. Leider bleiben mir die Charaktere fremd und der Schreibstil konnte mich nicht abholen.

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