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Veröffentlicht am 23.02.2019

Ein spannendes Abenteuer

Roman Quest - Flucht aus Rom
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In "Roman Quest: Flucht aus Rom" geht es um Juba und seine Geschwister, die aus Rom fliehen müssen, nachdem ihre Familie des Hochverrats bezichtigt wird. Ihr weit entfernt lebender Onkel soll ihnen Zuflucht ...

In "Roman Quest: Flucht aus Rom" geht es um Juba und seine Geschwister, die aus Rom fliehen müssen, nachdem ihre Familie des Hochverrats bezichtigt wird. Ihr weit entfernt lebender Onkel soll ihnen Zuflucht bieten, doch die Reise dorthin ist für die vier Kinder alles andere als gefahrlos. Auf ihrer Flucht werden sie von Soldaten des Kaisers verfolgt, die Überfahrt nach Britannien ist nicht leicht und selbst vor Ort sind die Protagonisten noch nicht in Sicherheit, da sie sich völlig allein in einer für sie fremden Welt zurechtfinden müssen.

Durch die verschiedenen Hindernisse, die sich den Charakteren in den Weg stellen, war die Geschichte durchgehend fesselnd und auch wendungsreich. Es gab ein paar vorhersehbare Entwicklungen und Zufälle sowie ein paar recht bequeme Fügungen, doch da es sich um ein Kinderbuch handelt, hat mich dies nicht wirklich gestört. Alles in allem ist die Handlung interessant und die Autorin hat es sehr gut geschafft, die brenzligen Situationen altersgerecht und zugleich spannend darzustellen. Auch das Setting wurde toll ausgearbeitet und ich kann mir vorstellen, dass die lebendige Schilderung junge Leser neugierig darauf macht, mehr über die damalige Zeit zu erfahren. Schön fand ich, dass lateinische Worte in die Handlung eingegliedert und die wichtigsten Begriffe in einem Glossar am Ende erklärt wurden. Die Karte vorne im Buch ist ebenfalls hilfreich, weil man auf ihr die Reise der Protagonisten verfolgen kann.

Die Geschwister selbst sind recht gut ausgearbeitete Charaktere, die alle ihre eigenen Stärken, Schwächen und Besonderheiten haben. In diesem Band steht Juba im Mittelpunkt, sodass man viel über ihn erfährt. Er muss einige Entscheidungen treffen, die alles andere als leicht sind und denen er sich nicht gewachsen fühlt, doch mir hat gefallen, wie er sich der Lage gestellt hat und dass er fest entschlossen war, seine Familie zu beschützen. Die anderen kommen aber ebenfalls zu Wort und sie sind mir alle schnell ans Herz gewachsen. Zudem gab es noch Figuren, deren Handeln fragwürdig war und ich fand die daraus hervorgehenden Situationen interessant. Die Konfrontation am Ende wurde jedoch meiner Meinung nach zu schnell aufgelöst, wobei natürlich möglich ist, dass der zweite Band sie wieder aufgreifen wird.

"Flucht aus Rom" bekommt von mir 4 Sterne. Ich fand das Buch sehr fesselnd und wollte es kaum aus der Hand legen, die Protagonisten sind sympathisch und handeln weitgehend altersgerecht und ich mochte, wie das historische Setting benutzt wurde. Die Entwicklungen in den letzten Kapiteln machen außerdem neugierig darauf, wie es weiter gehen wird, da die Geschichte sich nun in eine neue Richtung zu bewegen scheint.

Veröffentlicht am 19.02.2019

Emotionale Liebesgeschichte

Fourth Chance
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Nachdem in den ersten beiden Bänden der Reihe Tanner und Nash ihr Glück gefunden haben, geht es in "Fourth Chance" um den dritten und letzten der Brüder, Everett, der auf die eher kratzbürstige, aber sehr ...

Nachdem in den ersten beiden Bänden der Reihe Tanner und Nash ihr Glück gefunden haben, geht es in "Fourth Chance" um den dritten und letzten der Brüder, Everett, der auf die eher kratzbürstige, aber sehr verletzliche Loreen (die von allen Lori genannt wird) trifft. Die beiden wollen eigentlich gar keine feste Beziehung, obwohl sie sich sehr zueinander hingezogen fühlen, doch sie stellen schnell fest, dass sie nicht nur guten Sex haben, sondern auch zusammen lachen und Spaß haben können. Es war schön zu sehen, wie sie sich näher gekommen sind und sich einander nach und nach geöffnet haben.

Natürlich gibt es, wie in vielen Liebesgeschichten, Hindernisse, die ihnen im Weg stehen. Beide wurden von ihrer Vergangenheit geprägt, die bei Lori einen schmerzhaften Verlust und bei Everett eine schreckliche Kindheit beinhaltete. Aus diesem Grund war es realistisch, dass sie Probleme hatten, andere Menschen an sich heranzulassen, aber die Autorin hat gut dargestellt, wie die Protagonisten begonnen haben, Vertrauen zueinander aufzubauen. Es hat ein wenig gedauert, bevor eine gewisse emotionale Nähe zwischen den beiden entstand und das war definitiv realistisch.

Im Laufe der Handlung gibt es eine Enthüllung, die mich nicht wirklich überraschen konnte, allerdings war es interessant, wie die Charaktere damit umgegangen sind. Im ersten Moment fand ich es tatsächlich etwas unrealistisch, dass sie so reagiert haben, doch da das Buch aus der Sicht beider Figuren erzählt wird, wurde schnell erklärt, was in ihnen vor sich ging. Mir hat außerdem gut gefallen, dass die Geschichte hier anders verlaufen ist, als ich erwartet hatte; es hätte einiges an Drama geben können, aber in den letzten Kapiteln kam auch ohne einen Konflikt zwischen den Protagonisten genug Spannung auf.

Gegen Ende ging mir zwar alles etwas zu schnell und ich fand es ein bisschen schade, dass es im Epilog einen größeren Zeitsprung gab, da ich gerne gesehen hätte, was währenddessen passiert ist, doch alles in allem war die Entwicklung der Liebesgeschichte mehr als zufriedenstellend. Beide Protagonisten waren sehr sympathisch und ich mochte sie zusammen, es war schön, mehr über die Paare aus den vorherigen Bänden zu erfahren und auch die Handlung an sich konnte mich überzeugen. Deshalb vergebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 06.02.2019

Guter Krimi mit einem interessanten Schauplatz

Tod am Aphroditefelsen
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In "Tod am Aphroditefelsen" geht es um Sofia Perikles, deren Leben sich von einem Tag auf den anderen schlagartig ändert. Politische Gründe beenden ihre Träume von einer Karriere im Innenministerium von ...

In "Tod am Aphroditefelsen" geht es um Sofia Perikles, deren Leben sich von einem Tag auf den anderen schlagartig ändert. Politische Gründe beenden ihre Träume von einer Karriere im Innenministerium von Zypern und stattdessen wird sie in das griechisch-türkische Grenzgebiet beordert, wo sie als Dorfpolizistin fungieren soll. Die Protagonistin ist davon verständlicherweise nicht begeistert, vor allem, da sie bisher ein behütetes, recht sorgenfreies Leben geführt hat und schon bald mit der harten Realität ihrer neuen Stelle konfrontiert wird.

Ich muss sagen, dass es eine Weile gedauert hat, bevor Sofia mir wirklich sympathisch wurde, da ich sie oberflächlich und überheblich fand, doch im Laufe der Handlung wird deutlich, dass viel mehr in ihr steckt und deshalb wurde ich langsam mit ihr warm. Besonders gefallen hat mir, wie ernst sie ihre Arbeit genommen hat. Sie wollte eigentlich nicht Polizistin werden, aber dennoch gibt sie sich von Anfang an Mühe und ist fest entschlossen, den Fall aufzuklären und herauszufinden, was wirklich passiert ist. Meiner Meinung nach hat das sehr viel über ihren Charakter ausgesagt. Man merkt natürlich, dass sie nicht ausgebildet wurde, doch wenn man die Umstände bedenkt, stellt sie sich sehr gut an. Zudem fand ich es unterhaltsam, dass sie ihr Wissen teilweise aus Krimis gezogen hat. Es kam mir ein wenig übertrieben vor, wie kompetent sie letztlich war, doch in der Inhaltsangabe auf dem Buchrücken ist schon die Rede davon, sie sei Zyperns beste Polizistin und wisse es nur noch nicht, sodass der Leser 'vorgewarnt' ist. Innerhalb der Geschichte wirkt die Entwicklung auch durchaus stimmig.

Es handelt sich um einen eher ruhigen Krimi und Spannung kommt erst im letzten Drittel richtig auf, aber das Buch hat mich trotzdem von Anfang an gefesselt. Der Schreibstil des Autors hat mir sehr gefallen und der Humor der Geschichte hat funktioniert. Die Charaktere waren gut ausgearbeitet und es war interessant zu sehen, wie Sofia mit ihren veränderten Umständen umgegangen ist; den Handlungsstrang um ihr Liebesleben fand ich zwar ein bisschen überflüssig, doch er hat natürlich dazu beigetragen hervorzuheben, wie sehr sie sich schon in kurzer Zeit verändert hat. Der Fall selbst war gut konstruiert (obwohl ich ein paar Dinge vorhersehbar fand) und Yanis Kostas hat ihn geschickt mit Informationen über Zypern verknüpft, sodass man hier einige Einblicke in das Leben vor Ort und die bewegte Geschichte des Landes bekommt, was ich faszinierend fand. In diesem Zusammenhang muss ich die tolle Gestaltung des Buches hervorheben, das nicht nur eine Karte, sondern auch vereinzelt kleine Illustrationen enthält.

"Tod am Aphroditefelsen" bekommt von mir 4 Sterne. Es hat mich gut unterhalten, der Fall war interessant und das Potential für weitere Bände ist definitiv vorhanden. Ich bin schon auf sie gespannt.

Veröffentlicht am 06.02.2019

Weitgehend packende und spannende Fortsetzung

Scythe – Der Zorn der Gerechten
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"Der Zorn der Gerechten" hat mir ebenso gut gefallen wie der erste Band der Reihe. Ich fand das Buch zwar gelegentlich etwas zäh und nicht alle Handlungsstränge konnten mich fesseln, aber die absolut spannenden ...

"Der Zorn der Gerechten" hat mir ebenso gut gefallen wie der erste Band der Reihe. Ich fand das Buch zwar gelegentlich etwas zäh und nicht alle Handlungsstränge konnten mich fesseln, aber die absolut spannenden letzten Kapitel und die alles verändernden Entwicklungen haben dies mehr als ausgeglichen. Das Ende ist ziemlich gemein, da der Leser hier mit mehreren dramatischen Geschehnissen konfrontiert und gezwungen wird, sich mit den potentiellen Auswirkungen und Konsequenzen zu befassen... und dann endet das Buch und um zu erfahren, wie es weiter geht, muss man die Wartezeit bis zum Erscheinen des dritten Bandes in Kauf nehmen. Shusterman weiß ohne Zweifel, wie man einen Cliffhanger schreibt, der neugierig auf mehr macht.

Auch der Rest der Erzählung war gut konstruiert. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die gleichzeitig verfolgt werden und der Autor hat die Verknüpfungen zwischen ihnen schön herausgearbeitet. Mir hat gefallen, dass die Ereignisse aus "Die Hüter des Todes" die Vorkommnisse in diesem Buch auf unterschiedliche Art beeinflusst haben, vor allem da gezeigt wurde, wie komplex die Lage ist. Die Kluft zwischen der sogenannten Alten Garde und der Neuen Ordnung wird immer größer und auch die Protagonisten selbst werden von mehreren Seiten bedroht, wodurch stets eine gewisse Spannung vorhanden war. Es wurde deutlich, dass das Buch auf irgendeinen bedeutsamen Moment hinarbeitete, da die Situation mehr und mehr aufgeladen und angespannter wurde, doch das Ausmaß des Ganzen war definitiv nicht vorhersehbar.

Wie schon im Vorgänger war das World Building für mich ein Highlight. Der Autor hat seine Welt sehr sorgfältig ausgearbeitet und die vielen kleinen Einzelheiten und Hintergrundinformationen waren faszinierend. Besonders toll war es aber, in diesem Band mehr über den Thunderhead zu erfahren. Ich habe die kurzen Einschübe aus seiner Sicht sehr gerne gelesen und fand es spannend zu sehen, was in ihm vor sich geht und wie er die verschiedensten Dinge wahrnimmt. Ein größerer Fokus hierauf wäre schön gewesen, doch auch die anderen Perspektiven haben mir gut gefallen. Neben den Charakteren, die man bereits im ersten Band kennen lernen konnte, spielt auch Greyson Tolliver eine große Rolle. Die Prämisse seiner Geschichte war sehr interessant, aber ich muss sagen, dass sie mich nicht wirklich fesseln konnte und ich nicht mochte, wie er sich bis zu einem gewissen Punkt entwickelt hat - auch wenn es unter den gegebenen Umständen wohl realistisch war. Die späteren Kapitel aus seiner Sicht konnten mich allerdings überzeugen und ich bin sehr gespannt darauf, wie es mit ihm weiter gehen wird.

"Der Zorn der Gerechten" bekommt von mir 4 Sterne. Mich konnten nicht alle Entwicklungen begeistern und ich fand die erste Hälfte des Buches gelegentlich etwas zäh, doch alles in allem handelt es sich um eine packende, spannende Lektüre und das Ende eröffnet viele Möglichkeiten für den nächsten Band, sodass ich schon sehr gespannt darauf bin.

Veröffentlicht am 18.01.2019

Eine fesselnde, zum Nachdenken anregende Geschichte

Die Essenz des Bösen
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"Die Essenz des Bösen" ist der fünfte Teil der Reihe um Max Wolfe, der Detective bei der Londoner Polizei ist. Er wird, wie schon in den vorherigen Bänden, mit einem Fall konfrontiert, der brandaktuelle ...

"Die Essenz des Bösen" ist der fünfte Teil der Reihe um Max Wolfe, der Detective bei der Londoner Polizei ist. Er wird, wie schon in den vorherigen Bänden, mit einem Fall konfrontiert, der brandaktuelle Themen behandelt - dieses Mal geht es um Terrorismus, muslimische Migranten und ihre Rolle in der britischen Gesellschaft sowie Fanatismus in verschiedenen Formen, vor allem in religiöser Hinsicht.

Die Geschichte beginnt damit, dass der Protagonist bei einem Terroranschlag, der viele Tote fordert, verletzt wird und so ist die Spannung schon von Anfang an hoch. Es gibt neben den zahlreichen mitreißenden Momenten zwar Phasen, in denen die Ermittlungen nicht wirklich vorangehen, doch das Buch war dennoch durchgehend fesselnd. Parsons hat die Situationen, in die Wolfe und seine Kollegen geraten, sehr gut geschildert und man hat beinahe das Gefühl, dabei zu sein und schreckliche Dinge mitansehen zu müssen. Gerade gegen Ende gab es eine Szene, die mich erschüttert hat, aber auch zuvor hat der Autor sich nicht gescheut, seine Figuren in verschiedener Hinsicht herauszufordern und mit brenzligen Lagen zu konfrontieren. Ein paar der Entwicklungen waren etwas vorhersehbar (andere wiederum konnten mich überraschen) und ich hatte einmal den Eindruck, dass den Figuren recht offensichtliche Hinweise entgehen, doch das sind nur kleine Kritikpunkte.

Den Fall selbst fand ich interessant; er war sowohl gut durchdacht als auch komplex, ohne überladen oder zu kompliziert zu sein und ich mochte die unterschiedlichen Facetten, die beleuchtet wurden. Die einzelnen Charaktere sind nicht immer einer Meinung und haben teilweise radikal andere Blickwinkel auf die Ereignisse, was dazu anregen kann, sich selbst über diese Konflikte Gedanken zu machen - obwohl man natürlich meistens dazu neigt, Max, den man schon seit mehreren Bänden begleitet, zuzustimmen. Wie bereits erwähnt war das Buch zudem sehr spannend und ich konnte es (gerade in den letzten Kapiteln) gar nicht aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen wollte, was noch passieren würde - und die Ereignisse am Ende machen auf jeden Fall neugierig auf den nächsten Band.

Wie schon in den anderen Büchern wird auch das Privatleben des Protagonisten beleuchtet und das hat mir gut gefallen; es war zwar nicht immer leicht, diesen Handlungsstrang zu verfolgen, da Max in einer schwierigen Situation ist, aber diese wurde sensibel behandelt und zugleich bildeten die familiären Szenen eine gute Abwechslung zu den Ermittlungen, die sich immer weiter zugespitzt haben.

"Die Essenz des Bösen" bekommt von mir 4 Sterne. Das Buch hat mir sehr gefallen, es konnte mich definitiv packen und gerade die emotionale Komponente hat mich überzeugt. Zudem fand ich, dass der Autor gut mit dem brisanten Thema seiner Geschichte umgegangen ist und zum Nachdenken anregt.