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Veröffentlicht am 24.05.2019

Spürbare Verzweiflung beim Kampf ums Überleben

Dry
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Wieder ein absolut geniales Buch! Diesmal schreibt mein Lieblingsautor mit seinem Sohn Jarrod zusammen, aber ich kann nicht wirklich sagen, ob ich dadurch Unterschiede im Schreibstil gesehen habe. Ich ...

Wieder ein absolut geniales Buch! Diesmal schreibt mein Lieblingsautor mit seinem Sohn Jarrod zusammen, aber ich kann nicht wirklich sagen, ob ich dadurch Unterschiede im Schreibstil gesehen habe. Ich fand es wie gewohnt und wie erwartet unglaublich fesselnd und atmosphärisch.

Alyssa ist eigentlich eine ziemlich durchschnittliche Jugendbuch-Protagonistin. Sie ist hilfsbereit, meistens schnell von Begriff und clever, bleibt ruhig und ist die Stimme der Vernunft (und Moral), wenn alles wieder drunter und drüber geht. Sie ist schon sehr sympathisch, aber sie konnte mich auch nicht wirklich mit einem komplexen Charakter überzeugen.

Kelton ist ziemlich schräg und wirkt die meiste Zeit wie ein etwas unheimlicher Nerd, dessen Hobby es ist, sich auf den Zusammenbruch des Systems vorzubereiten. Das liegt aber vor allem am Einfluss seines fanatischen Vaters, der sehr engstirnige Ansichten hat und nur wenig menschliche Emotionen durchblicken lässt.
Als sich dann aber rausstellt, dass nur ihre Familie auf eine Katastophe wie den "Tap-Out" vorbereitet ist, ist Keltons Vater absolut nicht bereit, seine Ressourcen zu teilen und gibt höchstens Tipps, und das fand ich zwar ziemlich herzlos, aber ich konnte ihn auch verstehen. Zum einen ist er eben nicht besonders großzügig und außerdem sind das die ganzen Leute, die ihn schon immer schikaniert haben wegen der Eigenarten seiner Familie. Und Größe beweisen ist auch nicht so sein Ding.
Und daher ist Kelton ähnlich schrullig, aufdringlich und seine Gedanken fand ich teilweise auch etwas verstörend. Andererseits ist er ein lieber und im Kern aufrichtiger Kerl, der entgegen seiner Erziehung doch nicht so kaltherzig ist.

Es geht um Wasserknappheit - man kommt in dem Buch eigentlich gar nicht mehr an Wasser. Und ich hatte beim Lesen zwar nicht wirklich starken Durst, aber der brennende Durst und der verzweifelte Kampf um Wasser der Charaktere war für mich so spürbar, dass ich das Gefühl hatte, die Leute um mich herum hätten es auf mein Wasser abgesehen, ich müsste mein Wasser beschützen und draußen wäre es heiß und trocken. Nichts davon stimmte, aber immer, wenn ich bemerkte, wie sehr mich das Buch beeinflusste, war ich sehr beeindruckt vom Sog des Buches.
Inzwischen ist es wieder einige Tage her, dass ich das Buch beendet habe, aber man sieht Wasser schon direkt wieder mit anderen Augen als zuvor. Man sieht auch, dass man nichts für selbstverständlich nehmen darf und das man auch etwas für seine Umwelt tun sollte, um seine Welt mit all diesen schönen Seiten zu behalten.

Fazit
Die Suche nach einer sicheren Wasserquelle in "Dry" war spannend, fesselnd und einfach genial! Die Verzweiflung der Charaktere konnte ich beim Lesen definitiv spüren!

Veröffentlicht am 04.05.2019

Perfektes Finale!

Vollendet - Die Wahrheit (Band 4)
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Was für ein toller Abschluss! Nach einigen Jahren des Wartens durfte ich endlich das Ende der Reihe lesen und bin absolut zufrieden.
Da ich die Vorgänger noch mal aufgefrischt habe, konnte ich nochmal ...

Was für ein toller Abschluss! Nach einigen Jahren des Wartens durfte ich endlich das Ende der Reihe lesen und bin absolut zufrieden.
Da ich die Vorgänger noch mal aufgefrischt habe, konnte ich nochmal sehr gut beobachten, was für eine unglaubliche Entwicklung unsere Protagonisten Connor, Risa und vor allem Lev gemacht haben.

Die Umwandlung und die Verantwortlichen dafür sind nach wie vor der Feind, den es zu besiegen gilt, doch auch weitere Antagonisten gefährden die Mission. Der größenwahnsinnige Starkey und seine Storchenbrigarde machen weiter Krawall und auch der gute alte Nelson will Connor und Co. zur Umwandlung ausliefern.

Die Helden kämpfen auf ihre eigene Art gegen die Umwandlung. Während Connor und Risa versuchen, den Organdrucker zum Laufen zu bringen, will Lev flüchtige Wandler unterstützen und den Menschen die Augen öffnen. Auch Cam versucht etwas beim Proaktiven Bürgerforum zu bewegen, denn obwohl seine Erinnerungen manipuliert wurden, weiß er noch, wofür er kämpft.

Wie auch zuvor konnte mich die Handlung absolut begeistern. Es gibt wieder viele Perspektivwechsel, sodass das Buch eher langsam startet, weil so viele Handlungsstränge parallel verlaufen und es trotz einigen Todesfällen während der letzten Bücher so viele Charaktere gibt, die auch so viele unterschiedliche Dinge erleben.

Während die Spannung sich eher gemächlich entwickelte - wobei jeder einzelne Augenblick im Buch schön spannend, tiefsinnig und/oder einfach emotional war -, war mir das Ende schon fast zu schnell. An einer Stelle dachte ich mir noch, dass ja noch unglaublich viel passieren müsste und doch nur noch so wenig Seiten übrig sind - aber es hat doch noch gepasst, und mir hat nicht einmal etwas gefehlt. Ich hätte es aber auch gern ausführlicher gelesen, schließlich mag ich diese Welt so gern und hätte daher auch so viel mehr sehen wollen!

Aber ich bin ziemlich glücklich mit dem Ende. So viele lose Fäden kommen hier zusammen und schließen dieses Abenteuer wirklich so perfekt wie möglich ab.

Fazit:
"Vollendet - Die Wahrheit" ist ein wirklich perfekter Abschluss einer abstrakten und unglaublich spannenden Reihe! Von Neal Shusterman kann ich einfach nicht genug kriegen!

Veröffentlicht am 27.01.2019

Herzzerreißend!

All In - Tausend Augenblicke
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Jonah hält sich an seine Routine. Denn diese ist nicht ein Zeitplan, sondern gibt ihm auch ein Ziel, sodass er nicht über seine Situation verzweifelt. Denn Jonah hatte zwar eine Herztransplantation, aber ...

Jonah hält sich an seine Routine. Denn diese ist nicht ein Zeitplan, sondern gibt ihm auch ein Ziel, sodass er nicht über seine Situation verzweifelt. Denn Jonah hatte zwar eine Herztransplantation, aber diese konnte ihn nicht retten und nun bleibt ihm nicht mehr viel Zeit. Sein Leben besteht aus Arbeit und Treffen mit seiner Familie und einigen wenigen Freunden, die er nicht von sich gestoßen hat. Denn er möchte auch möglichst niemanden verletzen, wenn er fort ist. Und er erwartet auch kein Wunder, aber er will sich auch nicht weiter damit quälen und lenkt sich durch die gleichmäßigen Abläufe seiner Routine ab, die ihm nun mal Stabilität geben.

Aber Kasey kann er dann trotzdem nicht widerstehen. Trotz eines Alkoholproblems und einer grausamen Erziehung ist sie total liebenswürdig, macht schlechte Witze und sehnt sich nach Liebe. Bei Jonah erwacht sofort der Beschützerinstinkt, denn er durchblickt ihre taffe Erscheinung sofort und der einsame Mann in ihm will nicht nur für sie da sein, in seinem Leben fehlt auch etwas.

Kacey hat zwar eigentlich eine Tournee vor sich, aber sie fühlt sich in der Band nicht richtig wohl und verfällt immer wieder dem Alkohol, um sich von ihren Sorgen zu distanzieren, denn auch sie fühlt sich sehr einsam, auch wenn sie so viele Menschen kennenlernt und ständig One Night Stands hat. Erst ihre kleine Auszeit bei Jonah öffnet ihr wirklich die Augen und dann will sie nicht mehr wirklich zu diesem Leben zurück, das sie ja gar nicht glücklich macht.

Die beiden finden etwas sehr Kostbares, nachdem sie gar nicht gesucht haben, als sie es am dringendsten brauchten und erleben eine herzzerreißende Liebesgeschichte, bei der kein Augenblick verschwendet wird.

Fazit
"All In - Tausend Augenblicke" hält eine wahre Gefühlsachterbahn für den Leser bereit. Jonah und Kacey haben nicht nach Glück gesucht, aber sie haben es verdient!

Veröffentlicht am 21.01.2019

Überraschend schön und bewegend!

Cinder & Ella
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Beinahe ein Jahr hat sie sich nicht mehr gemeldet, doch dann ist Ella wieder zurück und meldet sich bei Cinder, der sie schon tot geglaubt hat. Denn Ella hatte einen furchtbaren Autounfall und hat dabei ...

Beinahe ein Jahr hat sie sich nicht mehr gemeldet, doch dann ist Ella wieder zurück und meldet sich bei Cinder, der sie schon tot geglaubt hat. Denn Ella hatte einen furchtbaren Autounfall und hat dabei nicht nur ihre Mutter verloren sondern auch ihr bisheriges Leben.
Als sie sich dann endlich wieder traut, ihrem Internet-Freund Cinder zu schreiben, freut sich dieser sehr über ein Lebenszeichen. Er hat in den letzten Monaten ständig an sie gedacht und würde sie so gern richtig kennenlernen, aber er hat auch etwas Angst davor, wie sie reagieren könnte, wenn sie herausfindet, wer er wirklich ist ...

Meinung
Der Autounfall stellt Ellas komplettes Leben auf den Kopf, denn nun ist sie physisch und psychisch gezeichnet und muss auch noch bei ihrem Vater leben, mit dem sie zehn Jahre nichts zu tun hatte. Mit ihm bekommt sie eine oberflächlich wirkende Stiefmutter und zwei weniger sympathische Stiefschwestern, die dazu beitragen, ihr den Neuanfang richtig schwer zu machen.
Dabei braucht sie mehr denn je Unterstützung, sie braucht jemanden, auf den sie sich verlassen kann. Und der einzige, dem sie sich im Moment anvertrauen kann, ist Cinder, und sie will ihn trotzdem nicht mit all ihren Problemen belasten.
Sie beißt sich durch und zeigt sich nach außen cool, aber innerlich ist sie gerade in einem sehr fragilen Zustand. Sie kämpft um ihr Selbstvertrauen und sucht ihren Weg zurück ins richtige Leben, auch wenn es oft so hoffnungslos für sie aussah. Auch wenn das Leben hart zu ihr ist, sie versucht, stark zu bleiben.

Cinder, oder eher Brian, ist ein sehr berühmter Schauspieler, aber er ist nicht so oberflächlich, dass er sich nur nach Erfolg sehnt, ihm sind die Rollen, die er spielt, sehr wichtig. Auch wenn es heißt, er sei ein Herzensbrecher, merkt man nichts hier eigentlich nichts von dieser Phase und ich habe ihn sehr schnell ins Herz geschlossen, weil er wirklich sehr an Ella hängt und ihre Freundschaft ihm viel mehr bedeutet als nur seine Karriere.

Ich mochte so ziemlich alles an diesem Buch und habe nur kleine Kritikpunkte, nämlich die perfekten Konversationen, die es fast regelmäßig gibt. Zwar wurde die Handlung nicht künstlich gezogen, aber die Gespräche waren oft sehr direkt und dabei unglaublich tiefsinnig und öffneten Ella jedes Mal die Augen und hauten sie um. Das war mir dann schon manchmal zu viel des Guten.

Auch wenn die Titel an Cinderella denken lässt, hat die Geschichte kaum etwas damit zu tun. Ein paar Parallelen findet man schon, aber es ist keine moderne Cinderella-Geschichte. So gibt es (böse) Stiefschwestern und eine Suche nach der Liebe, die man nicht vollständig kennt, aber es ist kaum erwähnenswert. Zum Schluss hin spielt die Geschichte aber mit den Parallelen und das fand ich wieder toll.
Das Ende war auch wirklich wunderschön! Ich habe zwar gesehen, dass es wohl eine Fortsetzung gibt, aber ich weiß nicht, ob ich diese lesen würde, weil das Buch an sich schon ziemlich perfekt war. An einigen Stellen hatte ich schon Tränen in den Augen, weil Ella so stark ist und weil sie und Cinder so süß sind, auch wenn ich die Szenen furchtbar kitschig fand. Und ich habe bis tief in die Nacht gelesen, weil ich einfach wissen musste, wie es mit Cinder und Ella ausgeht!

Fazit
"Cinder & Ella" hat mich wirklich positiv überrascht und konnte mich an einigen Stellen wirklich berühren. Eine süße Liebesgeschichte mit einer verletzten Protagonistin, die sich ihr Glück erkämpfen muss.

Veröffentlicht am 20.01.2019

Ein schöner Abschluss für ein magisches und romantisches Abenteuer!

Funkeln der Ewigkeit
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Enthält Spoiler zu den Vorgängern!

Seth hat sich seit dem Beginn der Reihe sehr verändert und entwickelt sich auch hier weiter. Seine Freundin Josie bedeutet ihm unglaublich viel und für sie würde er ...

Enthält Spoiler zu den Vorgängern!

Seth hat sich seit dem Beginn der Reihe sehr verändert und entwickelt sich auch hier weiter. Seine Freundin Josie bedeutet ihm unglaublich viel und für sie würde er alles tun. Und er hat ja auch schon einiges gemacht, das dann aber furchtbare Konsequenzen hatte. Doch er lernt aus seinen Fehlern und es ist großartig, wie er seine Schuld einsieht. Die Welt ist ihm nicht mehr egal und er lebt nicht mehr nur für sich und seine Rache - er lebt auch für Josie und für ihre gemeinsame Zukunft.
Und Josie unterscheidet sich durch ihre menschliche Erziehung schon sehr von anderen Charakteren, darum betonen ihre Ansichten schon oft die Ungerechtigkeiten in der weniger menschlichen Gesellschaft. Sie ist eine entschlossene Kämpferin und will die tyrannischen Titanen und die grausamen Reinblüter, die noch immer Halbblüter terrorisieren, besiegen. Gleichzeitig ist sie nicht gerade eine Befürworterin von Gewalt, aber sie gibt auch nicht auf sondern kämpft bis zum Schluss für das, woran sie glaubt. Und sie glaubt auch an Seth und dass in ihm mehr Gutes steckt, als die Leute von dem mächtigen Apollyon erwarten.

Ich muss zugeben, dass mich die Liebesszenen inmitten dieses großen Konflikts schon etwas geärgert haben, weil sie vergleichsweise langweilig waren, auch wenn sie natürlich trotzdem gut geschrieben sind. Ich wollte einfach mehr über die Magie und über den Krieg, obwohl ich den Humor ja auch wieder passend fand. Aber ich hatte einfach keine Geduld mehr, ich brauchte Antworten!
Und diese waren letztendlich sehr zufriedenstellend und ich bin sehr glücklich mit dem Ende, das man bekommen hat. Und nach neun Büchern habe ich immer noch nicht genug zu Alex, Aiden, Seth und ihren Göttern und wünschte mir ein weiteres Spin-Off.
Aber an sich ist die Geschichte wirklich abgeschlossen und das Ende war gut so, wie es war.

Fazit
"Funkeln der Ewigkeit" hat mir insgesamt wirklich gut gefallen und ich bin sehr zufrieden mit diesem Abschluss für dieses magische und romantische Abenteuer mit griechischer Mythologie!