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Veröffentlicht am 11.02.2019

Vorhersehbare Liebesgeschichte , bei der durch die integrierten Kriminalfälle Spannung erzeugt wird

Rückkehr nach Sunset Cove
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Durch eine hinterliste Intrige seiner Widersacherin Gillian Mulhare wird der souveräne und bislang erfolgreiche Staatsanwalt Niclas Hunter von der Bezirksstaatsanwaltschaft Boston suspendiert. Aufgrund ...

Durch eine hinterliste Intrige seiner Widersacherin Gillian Mulhare wird der souveräne und bislang erfolgreiche Staatsanwalt Niclas Hunter von der Bezirksstaatsanwaltschaft Boston suspendiert. Aufgrund seines Fehltritts musste ein Verfahren gegen einen Sexualstraftäter wegen Formfehlern eingestellt werden, weshalb der des Mordes beschuldigte Täter auf freiem Fuß ist.
Niclas flüchtet in das Sommerhaus seiner Familie in Eastham auf Cape Cod und trifft dort überraschend auf eine junge Frau, die in das Haus eingedrungen ist. Niclas ist neugierig auf sie und bietet ihr ein Obdach, das sie widerwillig annimmt. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der Deutschamerikanerin um eine verurteilte Betrügerin handelt, die vor vier Jahren unschuldig ins Gefängnis gekommen ist und auch dabei wieder Staatsanwältin Mulhare ihre Finger im Spiel hatte.
Niclas' Ehrgeiz ist geweckt. Er möchte nicht nur seinen Ruf wieder herstellen, sondern auch das Verfahren gegen Marie wieder aufrollen, um ihre Unschuld zu beweisen. Je mehr Zeit die beiden während der Vorbereitung des Prozesses miteinander verbringen, desto inniger wird ihr Verhältnis und obwohl beide dachten, nie wieder dem anderen Geschlecht vertrauen zu können, entwickeln sie romantische Gefühle für einander.

"Rückkehr nach Sunset Cove" ist der erste Band der dreiteiligen Lighthouse-Saga. Es ist ein Roman mit sympathischen Charakteren, der auf der US-amerikanischen Halbinsel Cape Cod spielt, die ich im letzten Jahr selbst besucht hatte, weshalb mir die Schauplätze aufgrund des Wiedererkennungswertes gut gefallen haben.
Die Geschichte ist leicht zu lesen und man kann von Anbeginn den Verlauf der Liebesgeschichte erahnen. Dies empfand ich bei diesem Roman aber nicht als weiter schlimm oder gar langweilig, da der Auftakt der Reihe durch die Verknüpfung zweier Kriminalfälle mehr als nur eine Liebesgeschichte ist. So wird durch Niclas' Tätigkeit als Anwalt Spannung erzeugt und auch das Verhältnis zwischen ihm und Marie ist nicht vor Hürden gefeit.
Für echte Krimifans dürfte "Rückkehr nach Sunset Cove" dennoch nicht die richtige Wahl sein, da ich insbesondere den Freispruch eines Mörders aufgrund von Verfahrensfehlern fragwürdig fand und der Showdown am Schluss aufgrund der etwas unrealistischen und sehr heldenhaften Verhaltensweisen der Protagonisten arg konstruiert wirkte.

Veröffentlicht am 06.02.2019

Spannendes Katastrophenszenario, das etwas einseitig geschildert ist und am Ende bleibt der Leser zu sehr im Ungewissen

Die Träumenden
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An einem College in Kalifornien wacht ein Mädchen nach einer Party nicht mehr auf. Wie Dornröschen ist sie in einen Tiefschlaf gefallen, in dem sie allerdings zu träumen scheint. Sie bleibt nicht die einzig ...

An einem College in Kalifornien wacht ein Mädchen nach einer Party nicht mehr auf. Wie Dornröschen ist sie in einen Tiefschlaf gefallen, in dem sie allerdings zu träumen scheint. Sie bleibt nicht die einzig Schlafende. Das Phänomen breitet sich bald schon in der gesamten Stadt Santa Lora aus. Das Krankenhaus ist nach wenigen Tagen überfüllt. Es werden Zelte aufgebaut, um die Menschen zu versorgen. Großräumig wird die Kleinstadt abgeriegelt und all diejenigen in Quarantäne versetzt, die mit den Patienten in Berührung gekommen sind. Alle anderen decken sich, solange sie noch können, mit Proviant ein, bevor Benzin und Nahrungsmittel knapp werden.

Der Schlaf bleibt ein Rätsel. Niemand weiß, wodurch die ominöse Krankheit ausgelöst wird. Verschwörungstheorien machen sich breit: Möchte die Regierung so die Kontrolle über die Bevölkerung übernehmen? Handelt es sich um einen Giftgasanschlag von Außen? Nordkorea? Russland?


Fakt ist nur, dass die Betroffenen ungewöhnliche Gehirnaktivitäten aufweisen, mehr als jemals zuvor bei einem Menschen festgestellt wurde.

In "Die Träumenden" wird ein Katastrophenszenario geschildert, dass durch die intensiven Träume der Infizierten mysteriös ist. Die Reaktionen der Einwohner der Stadt mit 12.106 Einwohnern werden sehr anschaulich anhand von mehreren Familien geschildert. Die einen möchten fluchtartig die Stadt verlassen, die anderen verbarrikadieren sich, andere wiederum engagieren sich mutig und helfen als Freiwillige in den Krankenstationen aus oder retten Schlafende aus ihren Häusern.

Aufgrund der Vielzahl der Charaktere, die man durch einzelne Szenen kennenlernt, kommt man keinem Protagonisten wirklich nahe. Auch der Erzählstil der Autorin ist sehr sachlich und distanziert. Dennoch spürt man die Panik und Hilflosigkeit, die sich unter den Einwohnern breit macht.

Da völlig unklar ist, was den Tiefschlaf auslöst und woher die Gefahr stammt, weil jeder ihr schutzlos ausgelöst ist und plötzlich umfallen oder nicht mehr aufwachen kann, fesselt der Roman unweigerlich.
Die Perspektiven wechseln ständig von einem Schauplatz zum nächsten, was zusätzlich Spannung aufbaut. Ich hätte mir allerdings noch eine weitere Perspektive gewünscht, die sich mit der Lösung des Rätsels beschäftigt hätte, Forscher oder Journalisten, die sich dem Phänomen angenommen hätten. So tappt man als Leser völlig im Dunkeln und muss zusehen, wie sich die Zahl der Opfer von Tag zu Tag erhöht.

Die Autorin beschreibt ein durchaus realistisches Szenario, wenn eine Seuche oder Pandemie in einer Stadt ausbreiten sollte, lässt den Leser am Ende allerdings für meinen Geschmack zu sehr im Ungewissen. Um mich komplett fesseln zu lassen, fehlte dem Roman zudem ein Held, der versucht hätte, die Hintergründe dieses ominösen Zwischenfalls zu ergründen. Dieser Aspekt blieb mir durchweg zu sehr außen vor.

Veröffentlicht am 01.02.2019

Charmante Geschichte mit zwei Erzählsträngen, die den Leser in den Sommer nach Sardinien an einen nostalgischen Ort versetzt.

Das kleine Theater am Meer
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Faye hat gerade ihr Studium als Innenarchitektin beendet und steht, da auch ihr Freund sie verlassen hat, vor einem Neuanfang. Ihre Freundin Charlotte, die mit einem Italiener verheiratet ist und auf Sardinien ...

Faye hat gerade ihr Studium als Innenarchitektin beendet und steht, da auch ihr Freund sie verlassen hat, vor einem Neuanfang. Ihre Freundin Charlotte, die mit einem Italiener verheiratet ist und auf Sardinien lebt, bietet ihr an, bei ihr Urlaub zu machen, den sie mit einem ersten Auftrag als Innenarchitektin verbinden könnte. Freunde von Charlotte haben von ihrem Vater das örtliche Theater geerbt, das in neuem Glanz erstrahlen soll. Faye freut sich auf die neue Aufgabe, auch wenn sie nicht weiß, ob sie für eine Restaurierung tatsächlich die richtige Ansprechpartnerin ist. Vor Ort muss sie feststellen, dass die Besitzverhältnisse ungeklärt sind und das mehrere Familien sich aus persönlichen Gründen mit dem Theater verbunden fühlen. Faye fühlt sich ihren Auftraggebern, den Geschwistern Marisa und Alessandro Rinaldi verpflichtet, ist sich durch die Fehden zwischen den Familien in Deriu aber nicht sicher, inwieweit sie den Rinaldis, vor allem dem attraktiven Alessandro, der sie zunehmend nervös macht, trauen kann.

"Das kleine Theater am Meer" ist eine charmante Geschichte, die den Leser in den Sommer nach Sardinien versetzt. Deriu ist ein kleiner Ort auf Sardinien, der einerseits authentisch wirkt, andererseits aber auch etwas klischeehaft beschrieben ist.
Seit mehreren Generationen gibt es offene Konflikte zwischen den Familien Rinaldi und Volti, die sich nach dem Erbe des Theaters auch auf die Nachkommen auswirken. Intrigen werden gesponnen, Drohungen ausgesprochen und ein unaufgeklärtes Verbrechen beschäftigt darüber hinaus seit Jahren den malerischen Ort, in dem das Theater als Gemeinschaftsort für alle wirken könnte.

Neben dem Schauplatz Deriu, der im Mittelpunkt des Romans steht, sieht sich Faye mit Problemen zu Hause in Dorset konfrontiert, als sich ihre Eltern überraschend nach 34 Ehejahren trennen. Faye möchte vermitteln, ahnt aber nicht, was zwischen ihren Eltern Ade und Molly steht.

In beiden Handlungssträngen, die durch verschiedene Perspektiven der Protagonisten beschrieben werden, geht es zentral um (Familien-)geheimnisse, die im Verlauf des Romans aufgelöst werden und für interessante Wendungen sorgen. Fast jeder in Deriu scheint etwas zu verbergen zu haben und auch Ade und Molly waren nicht immer ehrlich zu einander und haben Faye die Wahrheit vorenthalten. Mit dem Wiederaufbau des Theaters und dem vorzeitigen Ruhestand von Vater Ade, werden die Steine ins Rollen gebracht.

Auch wenn die Beziehungskrise zwischen Ade und Molly weniger Umfang als die Geschichte in Deriu eingenommen hat, deshalb oberflächlicher abgehandelt und etwas enttäuschend gelöst wurde, bietet der Roman jetzt im Winter eine schöne sommerliche Unterhaltung an einem nostalgischen Ort.

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Veröffentlicht am 23.01.2019

Roman über Freundschaft und Liebe, der erfrischend unterhaltsam geschrieben ist

Romy und das Glück
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Romy wohnt in Köln und hat sich nach jahrelanger Tätigkeit bei einer Versicherung gerade als Personal Coach selbstständig gemacht. Schon im privaten Bereich hatte sie Freunde und Bekannte unterstützen ...

Romy wohnt in Köln und hat sich nach jahrelanger Tätigkeit bei einer Versicherung gerade als Personal Coach selbstständig gemacht. Schon im privaten Bereich hatte sie Freunde und Bekannte unterstützen und auf den richtigen Weg verhelfen können, so dass sie ihr Talent nun auch beruflich nutzen möchte.

Romy hat einen großen Freundeskreis, mit dem sie sich jeden Sonntag im "Schröder's" trifft. Aus einigen Freunden sind inzwischen Paare geworden, wofür Romy als Glücksfee verantwortlich gemacht wird. Chris und Lennard, Mona und Sergej sowie ihre besten Freundin Thea und Lars planen bereits ihre Hochzeiten, während Romy bisher weniger Glück in der Liebe hatte.

Da begegnet sie David und ist zum ersten Mal seit Langem selbst verliebt. Als sich ihre Beziehung mit David weiterentwickelt, machen ihr dann überraschend die Beziehungen ihrer Freunde Sorgen, die nacheinander zu kriseln beginnen. Ist es nur die Panik vor den anstehenden Hochzeiten oder liegt auf Romy tatsächlich ein Fluch, dass entweder nur ihr oder ihren Freunden das Liebesglück zuteil kommen kann, wie es angeblich schon bei ihrer Urgroßmutter Anita der Fall war?

"Romy und das Glück" ist ein Roman über Freundschaft und Liebe, der erfrischend unterhaltsam geschrieben ist. Trotz der Vielzahl der Charaktere und Paarkonstellationen verliert man nicht den Überblick. Es sind alles Figuren mit Ecken und Kanten, wobei schade ist, dass man bis auf Romy selbst keiner Person nahe kommt und eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Charakter stattfinden kann.
Es geht darum, Risiken einzugehen, einerseits im Hinblick auf Romys berufliche Weiterentwicklung und die Anfangsschwierigkeiten der Selbstständigkeit, andererseits aber auch um ihr Privatleben, wofür sie die Liebe erst zulassen muss.
Ob es den Fluch nun gibt oder nicht, bleibt letztlich offen oder der Fantasie des Lesers überlassen. So behält die Geschichte einen gewissen Zauber ohne den Bezug zur Realität zu verlieren.

Es ist ein Wohlfühlbuch, das sehr schnell zu lesen ist, ein reiner Unterhaltungsroman für gemütliche Lesestunden. Große Emotionen oder eine komplexe Handlung mit Tiefgang darf man sich trotz Romys magischer Gabe nicht erwarten.
Punkten konnte Romy jedoch noch mit ihren intelligenten Postkartensprüchen, die kleine Weisheiten fürs Leben sind, wie "Alles, was deinen inneren Frieden kostet, ist zu teuer."

Veröffentlicht am 19.01.2019

Guter Auftakt einer Krimireihe - aus der Perspektive einer Gefängnisärztin mal etwas anderes

Verborgen
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Eva Korell ist Allgemeinmedizinerin und gerade von Berlin nach München gezogen. Statt in einer Klinik arbeitet sie nun in der JVA Wiesheim als Gefängnisärztin. Schon während ihrer ersten Arbeitswoche trifft ...

Eva Korell ist Allgemeinmedizinerin und gerade von Berlin nach München gezogen. Statt in einer Klinik arbeitet sie nun in der JVA Wiesheim als Gefängnisärztin. Schon während ihrer ersten Arbeitswoche trifft sie zufällig auf eine verstörte Frau, der sie Erste Hilfe leistet und die sich später als die Ehefrau eines Insassen der JVA herausstellt. Die Frau, Nicole Arendt, wendet sich hilfesuchend an Eva, die sie jedoch zurückweist, um Privates nicht mit Beruflichem zu vermischen. Ihr Mann, Robert Arendt, hat seine Haftstrafe fast verbüßt und steht kurz vor der Entlassung. Er ist als gewalttätig bekannt und hat seine Frau in der Vergangenheit regelmäßig geschlagen. Als diese nach einem Wohnungsbrand verschwunden ist, ist unklar, ob sie aus Angst vor der Entlassung ihres Mannes untergetaucht ist, obwohl dieser sich einsichtig gezeigt hat un nun voller Sorge um seine Frau ist und ob sie durch die Brandstiftung versuchen wollte, etwas zu vertuschen.
Der Fall lässt Eva nicht los. Sie macht sich Vorwürfe, dass sie die verzweifelte Frau nicht angehört hat. Durch ihre Einmischungen und Parteinahme für die Inhaftierten macht sie sich in ihrem neuen Kollegenkreis dagegen zunehmend unbeliebter. Dabei entwickelt sie ein Interesse für den leitenden Ermittler Lars Brüggemann, hat jedoch mit den Dämonen ihrer Vergangenheit zu kämpfen.

"Verborgen" ist der erste Band einer neunen Reihe um die junge Gefängnisärztin Eva Korell. Eva ist eine etwas undurchsichtige, aber nicht unsympathische Protagonistin, deren Vergangenheit wie ein Schatten auf ihr liegt. Die Beziehung zu ihrem letzten Freund in Berlin ist zerbrochen, was sie allerdings nicht sonderlich mitgenommen hat. Sie hat offensichtlich Bindungsängste, auch wenn sie äußerlich einen toughen, selbstbewussten Eindruck auf andere macht.

Das Buch ist aus der Perspektive sowohl von Eva als auch von Nicole geschrieben, wobei der Schwerpunkt auf Evas Sichtweise liegt. Ich fand es interessant, einen Kriminalroman aus Sicht einer Gefängnisärztin zu lesen, das für mich im Vergleich zu den üblichen Romanen um oft problembehaftete Kriminalkommissare erfrischend anders war. Eva hat mit ganz anderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Auf der einen Seite steht die Gesundheit und die Heilung ihrer Patienten für sie im Vordergrund, auf der anderen Seite handelt es sich um (Schwer-)verbrecher, die das Vertauen der noch unerfahrenen Gefängnisärztin ausnutzen könnten.

Der Kriminalfall entwickelt sich gemächlich, bleibt aber durch Wendungen und die unterschwelligen, subtilen Drohungen, die Eva erreichen, bis zum Ende spannend. Zu keinem Zeitpunkt übertrieben, wirkt der Fall authentisch und macht neugierig auf weitere Bände um die Gefängnisärztin, von denen ich mir mehr Einblicke in den Gefängnisalltag wünsche.