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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2019

Sehr oberflächlich, nicht kritisch und wenig informativ

Scharfstellung
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Heike Melzer konnte mich mit "Scharfstellung" leider nicht überzeugen. Gerade der Untertitel "neue sexuelle Revoluion" klingt vielversprechend und lässt auf neue Informationen und einen aufklärerischen ...

Heike Melzer konnte mich mit "Scharfstellung" leider nicht überzeugen. Gerade der Untertitel "neue sexuelle Revoluion" klingt vielversprechend und lässt auf neue Informationen und einen aufklärerischen Charakter des Buches schließen.

Positiv aufgefallen sind mir die persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse von Heike Melzer, die sie privat oder als Sexual- und Paartherapeutin gemacht hat. An dieser Stelle schließt sich jedoch auch gleich meine Kritik an.
"Scharfstellung" beinhaltet zwar einige interessante Fakten, jedoch werden sie deskriptiv aufgeführt und aneinandergereiht. Dazu gehören Themen wie immer zunehmendere Verwendung von Dating-Apps, früher Pornokonsum oder Sextoys. Kaum eine Information ist neu für Leser, die mit offenen Augen durch das Leben gehen. Insgesamt werden Thesen aufgestellt und teilweise durch Fakten oder Erfahrungen untermauert.
Wie von einer Sexual- und Paartherapeutin erwartet, werden sie jedoch nicht kritisch hinterfragt, psychologisch erklärt oder Ursachen und Konsequenzen aufgezeigt. Im Gesamten herrscht eine sehr negative Perspektive auf die gegenwärtige Sexualität und deren Anwendung und Handhabung.

Ganz nett zu lesen, aber ich konnte nichts mitnehmen oder gar Aha-Momente beim Lesen erleben.

Veröffentlicht am 20.01.2019

Eher Erotikroman als spannender Thriller

Tödlich ist die Versuchung
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Emanuela Wolf ist nicht nur eine erfolgreiche Psychologin mit einem hervorragenden Job, sondern ist so attraktiv, dass ihr die Männer scharenweise hinterherschauen. Doch seit ihre Jugendliebe Rasmus sie ...

Emanuela Wolf ist nicht nur eine erfolgreiche Psychologin mit einem hervorragenden Job, sondern ist so attraktiv, dass ihr die Männer scharenweise hinterherschauen. Doch seit ihre Jugendliebe Rasmus sie ohne Erklärung von jetzt auf gleich verlassen hat und ihr Bruder Peter kurz darauf starb, bindet sie sich nicht an längerfristige Beziehungen.
Aus Interesse sucht sie den Beziehungscoach Bernhard Rett auf, der vermeintlich fragwürdige Therapiemethoden anwendet, und dem sie gern auf den Zahn fühlen will. Bereits von der ersten Sitzung an gibt er ihr Hausaufgaben auf: Sie soll auf verschiedene Arten unterschiedliche Männer verführen. Während sich Emanuela und der Coach in den Sitzungen näher kommen, sterben nach und nach die Männer, mit denen sie geschlafen hat.

Die Ausgangsstory birgt großes Potential für einen spannenden Thriller, der mit erotischen Szenen gespickt ist. Gina Jacobsen hat das Verhältnis hier jedoch gedreht und eher einen Erotikroman mit Thrill-Momenten geschrieben.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und daher ist das Buch formal sehr angenehm zu lesen. Allerdings hatte ich meine Schwierigkeiten mit den Figuren und den Handlungsabläufen. Emanuela ist auf der einen Seite absolut intelligent, tough und lässt sich nicht unterkriegen. Andererseits ist sie unsicher und naiv. Sowohl die einzelnen Figuren, ihre Verhältnisse zueinander und das Verwobensein in den weiteren Handlungsablauf wirkt vor allem konstruiert. Es ist zwar ein roter Faden erkennbar, daneben sind es jedoch auch viele andere Ebenen, die angerissen werden. Grund dafür ist wohl, dass die Autorin viele (große) Themen in das Buch einarbeiten wollte: wissenschaftliche Studien, psychologische Denkmuster, Persönlichkeitsstörungen, verschiedene Männer und Flirttypen - verpackt sowohl in Thrill als auch in Erotik. Für die knapp 300 Seiten ist das einfach zu viel.
Die erotischen Szenen treffen nicht immer meinen Geschmack, sind jedoch in sich weitestgehend schlüssig. Die Entwicklungsschritte sind oftmals wirr, teilweise an den Haaren herbeigezogen oder zu konstruiert. Der Thrill kommt fast ausschließlich am Schluss zum Tragen. Der ist jedoch spannend und hält eine Überraschung bereit.

Der Plot ist vielversprechend, allerdings konnte sich keiner der vielen eingearbeiteten Aspekte insofern entfalten als eine in sich geschlossene, nachvollziehbare, spannende und erotische Geschichte entstanden ist.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Leons Erbe

Leons Erbe
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Katja wird der Boden unter den Füßen weggerissen: Ihr Sohn Leon stirbt, weil er von einem Auto überfahren wurde. Sechs Monate zuvor ist Katjas Schwester Nicci verschwunden. Nach der Trauerfeier ihres Sohnes ...

Katja wird der Boden unter den Füßen weggerissen: Ihr Sohn Leon stirbt, weil er von einem Auto überfahren wurde. Sechs Monate zuvor ist Katjas Schwester Nicci verschwunden. Nach der Trauerfeier ihres Sohnes wird sie von einem Notar kontaktiert, der ihre Niccis Armband überreicht. Leon hat es dort für sie hinterlegt. Katja macht sich auf die Suche nach der Wahrheit der Tragödie und bekommt immer mehr Antworten...

Der Schreibstil ist sehr fesselnd, die Sätze sind kurz gehalten und lassen sich sehr gut lesen. Auch die Kapitel sind sehr kurz und enden jeweils oft mit einer offenen Frage seitens des Lesers. Daher habe ich das Buch in einem Rutsch gelesen, da ich unbedingt wissen wollte, was hinter Leons Tod und Niccis Armband steckt.
Im Verlauf des Buches steigt der Spannungsbogen und die Zusammenhänge, die dem Leser offenbart werden, lassen auf einige Theorien schließen. Im letzten Drittel erfolgt dann die Auflösung, für meinen Geschmack zu schnell. Die Fakten und Entwicklungen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, werden sehr schnell und nahezu lapidar dargelegt. Vieles finde ich in der Form sehr konstruiert und unglaubwürdig dargestellt.
Zwar gibt es einen roten Faden und die Puzzleteilchen passen am Ende zusammen, der Weg dorthin ließ mich allerdings stolpern.

Veröffentlicht am 04.10.2025

Dass ich das überhaupt gelesen habe

Dass es uns überhaupt gegeben hat
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Beschrieben als "literarisches Selbstportrait" und "bestechend ehrliches Buch über das Leben", war ich sehr gespannt auf Marco Wandas Buch, obwohl ich die Band kaum kenne. Sehr schnell trat jedoch Ernüchterung ...

Beschrieben als "literarisches Selbstportrait" und "bestechend ehrliches Buch über das Leben", war ich sehr gespannt auf Marco Wandas Buch, obwohl ich die Band kaum kenne. Sehr schnell trat jedoch Ernüchterung ein: Der Schreibstil ist wirr, konfus und literarisch meinem Empfinden nach nicht sonderlich gut gelungen. Ob es hier als "literarisches Selbstportrait" angekündigt wurde, weil Marco Wanda Sprachkunst studiert hat? Während der Lektüre hatte ich leider nicht den Eindruck, dass in der Umsetzung des Buches ein hoher sprachkünstlerischer Anteil steckte. Vielmehr bestand das Buch, gerade im ersten Drittel, aus endlosem Namedropping und der Beschreibung von Drogen-, Alkohol- und Gewaltexzesse. Man kann sicherlich darüber streiten, ob das nun zur damaligen Zeit, zur Branche oder zum Genre der Band passt. Wenn sich der Autor jedoch für ein autobiographisches Werk entscheidet, das im Übrigen mit einem Alkohol- und Drogenentzug endet, entscheidet er auch über die entsprechende Darstellung. Da hätten retrospektiv Einordnungen, Bewertungen oder Reflexion stattfinden können. Was ich vor allem gelesen habe, war ein Determinismus, den Marco Wanda unter und über alles gestellt hat. Mir wurde tatsächlich nicht deutlich, woher er diesen nimmt und weshalb er davon ausgeht, dass mit ihm und der Band inklusive der ganzen Exzesse alles so hat sein müssen und gar nicht anders hätte laufen können. Vielleicht, weil es nicht nur in gutem Rausch, sondern auch in Tragödien endete? Keine Ahnung.

Auf der Handlungsebene passiert auch kaum etwas. Es wurden Gespräche innerhalb der Musikbranche und zwischen Bandmitgliedern oder anderen Künstlern (ich meine, es waren auch ausschließlich Männer, an die sich hier erinnert wurde) beschrieben. Es gab Schilderungen von Auftritten, Albumproduktionen und Reisen - alles gut unterfüttert mit Drogen- und Alkoholkonsum, der auch in jeder sich bietenden Situation beschrieben und thematisiert wurde.

Zum Ende hin wurde das Buch etwas persönlicher, da Marco Wanda Einblicke in Rückschläge und Verlustmomente bietet, eine Bindung oder Nahbarkeit konnte ich jedoch bis zum Schluss nicht nachempfinden.

Unterm Strich war das Buch für mich eine Mischung aus Namedropping, exzessivem Alkohol- und Drogenkonsum und Gewalt. Außerdem enthält das Buch rassistische Sprache (das N-Wort), was für mich Grund genug ist für eine Ein-Stern-Bewertung.

Ein Buch, das vermutlich maximal Wanda-Fans begeistern kann - aber auch nur, wenn sie sich über die Musik hinaus für das Bandgeschehen und deren Exzesse interessieren.

Veröffentlicht am 13.11.2024

War gar nicht meins

Yoko
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Yoko, Ende zwanzig, übernimmt die Metzgerei ihres Vaters, wandelt sie jedoch in eine Glückskeksmanufaktur um und hat Großes vor. Allerdings nimmt ihr Leben eine plötzliche Wendung an, als sie zwei Männer ...

Yoko, Ende zwanzig, übernimmt die Metzgerei ihres Vaters, wandelt sie jedoch in eine Glückskeksmanufaktur um und hat Großes vor. Allerdings nimmt ihr Leben eine plötzliche Wendung an, als sie zwei Männer daran hindern will, einen Hund gewaltvoll zu quälen - und dann selbst Betroffene brutaler Gewalt wird. Yokos Entschluss steht fest: Da ihr Leben nun nicht mehr ist wie zuvor, schwört sie Rache.

Bernhard Aichners Bücher sind wohl keine, die allen gefallen, sondern eher solche, die polarisieren. Manche mögen seinen kurzen, knappen, sehr einfachen Schreibstil und die Brutalität, mir gefiel "Yoko" leider gar nicht. Der Schreibstil war zwar sehr einfach gehalten, sodass sich das Buch sehr schnell lesen ließ. Allerdings fehlte es mir an Plot und im besten Fall auch an Tiefe. Hier ging es jedoch ausschließlich um Rache und Vergeltung, die in Form blanker Gewalt und Brutalität daherkam.
Für mich hatte das Buch keinerlei Mehrwert und konnte mich auch nicht unterhalten - was das Mindeste für eine gelungene Lektüre ist.
Vielleicht gefällt mir ein anderes Buch von Bernhard Aichner wieder besser, dieses konnte mich jedoch nicht überzeugen.