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Veröffentlicht am 10.02.2019

Leons Erbe

Leons Erbe
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Katja wird der Boden unter den Füßen weggerissen: Ihr Sohn Leon stirbt, weil er von einem Auto überfahren wurde. Sechs Monate zuvor ist Katjas Schwester Nicci verschwunden. Nach der Trauerfeier ihres Sohnes ...

Katja wird der Boden unter den Füßen weggerissen: Ihr Sohn Leon stirbt, weil er von einem Auto überfahren wurde. Sechs Monate zuvor ist Katjas Schwester Nicci verschwunden. Nach der Trauerfeier ihres Sohnes wird sie von einem Notar kontaktiert, der ihre Niccis Armband überreicht. Leon hat es dort für sie hinterlegt. Katja macht sich auf die Suche nach der Wahrheit der Tragödie und bekommt immer mehr Antworten...

Der Schreibstil ist sehr fesselnd, die Sätze sind kurz gehalten und lassen sich sehr gut lesen. Auch die Kapitel sind sehr kurz und enden jeweils oft mit einer offenen Frage seitens des Lesers. Daher habe ich das Buch in einem Rutsch gelesen, da ich unbedingt wissen wollte, was hinter Leons Tod und Niccis Armband steckt.
Im Verlauf des Buches steigt der Spannungsbogen und die Zusammenhänge, die dem Leser offenbart werden, lassen auf einige Theorien schließen. Im letzten Drittel erfolgt dann die Auflösung, für meinen Geschmack zu schnell. Die Fakten und Entwicklungen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, werden sehr schnell und nahezu lapidar dargelegt. Vieles finde ich in der Form sehr konstruiert und unglaubwürdig dargestellt.
Zwar gibt es einen roten Faden und die Puzzleteilchen passen am Ende zusammen, der Weg dorthin ließ mich allerdings stolpern.

Veröffentlicht am 04.10.2025

Dass ich das überhaupt gelesen habe

Dass es uns überhaupt gegeben hat
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Beschrieben als "literarisches Selbstportrait" und "bestechend ehrliches Buch über das Leben", war ich sehr gespannt auf Marco Wandas Buch, obwohl ich die Band kaum kenne. Sehr schnell trat jedoch Ernüchterung ...

Beschrieben als "literarisches Selbstportrait" und "bestechend ehrliches Buch über das Leben", war ich sehr gespannt auf Marco Wandas Buch, obwohl ich die Band kaum kenne. Sehr schnell trat jedoch Ernüchterung ein: Der Schreibstil ist wirr, konfus und literarisch meinem Empfinden nach nicht sonderlich gut gelungen. Ob es hier als "literarisches Selbstportrait" angekündigt wurde, weil Marco Wanda Sprachkunst studiert hat? Während der Lektüre hatte ich leider nicht den Eindruck, dass in der Umsetzung des Buches ein hoher sprachkünstlerischer Anteil steckte. Vielmehr bestand das Buch, gerade im ersten Drittel, aus endlosem Namedropping und der Beschreibung von Drogen-, Alkohol- und Gewaltexzesse. Man kann sicherlich darüber streiten, ob das nun zur damaligen Zeit, zur Branche oder zum Genre der Band passt. Wenn sich der Autor jedoch für ein autobiographisches Werk entscheidet, das im Übrigen mit einem Alkohol- und Drogenentzug endet, entscheidet er auch über die entsprechende Darstellung. Da hätten retrospektiv Einordnungen, Bewertungen oder Reflexion stattfinden können. Was ich vor allem gelesen habe, war ein Determinismus, den Marco Wanda unter und über alles gestellt hat. Mir wurde tatsächlich nicht deutlich, woher er diesen nimmt und weshalb er davon ausgeht, dass mit ihm und der Band inklusive der ganzen Exzesse alles so hat sein müssen und gar nicht anders hätte laufen können. Vielleicht, weil es nicht nur in gutem Rausch, sondern auch in Tragödien endete? Keine Ahnung.

Auf der Handlungsebene passiert auch kaum etwas. Es wurden Gespräche innerhalb der Musikbranche und zwischen Bandmitgliedern oder anderen Künstlern (ich meine, es waren auch ausschließlich Männer, an die sich hier erinnert wurde) beschrieben. Es gab Schilderungen von Auftritten, Albumproduktionen und Reisen - alles gut unterfüttert mit Drogen- und Alkoholkonsum, der auch in jeder sich bietenden Situation beschrieben und thematisiert wurde.

Zum Ende hin wurde das Buch etwas persönlicher, da Marco Wanda Einblicke in Rückschläge und Verlustmomente bietet, eine Bindung oder Nahbarkeit konnte ich jedoch bis zum Schluss nicht nachempfinden.

Unterm Strich war das Buch für mich eine Mischung aus Namedropping, exzessivem Alkohol- und Drogenkonsum und Gewalt. Außerdem enthält das Buch rassistische Sprache (das N-Wort), was für mich Grund genug ist für eine Ein-Stern-Bewertung.

Ein Buch, das vermutlich maximal Wanda-Fans begeistern kann - aber auch nur, wenn sie sich über die Musik hinaus für das Bandgeschehen und deren Exzesse interessieren.

Veröffentlicht am 13.11.2024

War gar nicht meins

Yoko
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Yoko, Ende zwanzig, übernimmt die Metzgerei ihres Vaters, wandelt sie jedoch in eine Glückskeksmanufaktur um und hat Großes vor. Allerdings nimmt ihr Leben eine plötzliche Wendung an, als sie zwei Männer ...

Yoko, Ende zwanzig, übernimmt die Metzgerei ihres Vaters, wandelt sie jedoch in eine Glückskeksmanufaktur um und hat Großes vor. Allerdings nimmt ihr Leben eine plötzliche Wendung an, als sie zwei Männer daran hindern will, einen Hund gewaltvoll zu quälen - und dann selbst Betroffene brutaler Gewalt wird. Yokos Entschluss steht fest: Da ihr Leben nun nicht mehr ist wie zuvor, schwört sie Rache.

Bernhard Aichners Bücher sind wohl keine, die allen gefallen, sondern eher solche, die polarisieren. Manche mögen seinen kurzen, knappen, sehr einfachen Schreibstil und die Brutalität, mir gefiel "Yoko" leider gar nicht. Der Schreibstil war zwar sehr einfach gehalten, sodass sich das Buch sehr schnell lesen ließ. Allerdings fehlte es mir an Plot und im besten Fall auch an Tiefe. Hier ging es jedoch ausschließlich um Rache und Vergeltung, die in Form blanker Gewalt und Brutalität daherkam.
Für mich hatte das Buch keinerlei Mehrwert und konnte mich auch nicht unterhalten - was das Mindeste für eine gelungene Lektüre ist.
Vielleicht gefällt mir ein anderes Buch von Bernhard Aichner wieder besser, dieses konnte mich jedoch nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 06.12.2020

Ein einziges, nicht überschaubares Chaos

Die Djurkovic und ihr Metzger
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Willibald Metzger will nach 13 gemeinsamen Jahren nun endlich seine Danjela Durkovic zur Frau nehmen. Kurz vor der Hochzeit wird er zwecks angekündigter Überraschung und gesteigerter Spannung aus der gemeinsamen ...

Willibald Metzger will nach 13 gemeinsamen Jahren nun endlich seine Danjela Durkovic zur Frau nehmen. Kurz vor der Hochzeit wird er zwecks angekündigter Überraschung und gesteigerter Spannung aus der gemeinsamen Wohnung ausquartiert und von seiner Liebsten direkt vorm Altar verlassen. Wortlos geht sie mit einem, Metzger bis dato unbekannten Mann, davon. Metzger fällt in ein tiefes Loch, gibt sich dem Alkohol hin und folgt schließlich doch dem hoffnungsvollen Gedanken, dass es für ihr Verschwinden eine Erklärung geben muss.

Thomas Raab gilt als Kult-Autor mit feiner Gesellschaftskritik und cleveren Wortwitzen. Leider habe ich für seinen Humor offenbar keinen Sinn. Auch mit seinem Schreibstil konnte Raab mich und meine Erwartungen an einen Krimi absolut nicht abholen. Während verschiedene Erzählarten zunächst aufregend und abwechslungsreich wirken, entpuppen sie sich bald als eine einzige Verwirrungstaktik. Es gibt rasche Orts-, Zeit- und Personenwechsel, ich konnte zu keinem Zeitpunkt einen guten Überblick gewinnen und das Buch leider nicht durchdringen. Die Stilwechsel, viele (unnötige) Informationen und hochgestochene Schachtelsätze verhinderten mir den Zugang - den ich auch zu Humor und Witz nicht finden konnte.

Spannung kam erst auf den letzten 20 Seiten auf, zu diesem Zeitpunkt waren mir die groben Zusammenhänge allerdings klar und kleinere Twists konnten mich auf den letzten Metern auch nicht mehr überraschen oder gar beigeistern.

Leider war dies absolut kein passender Krimi für mich.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Absolut enttäuschend und langweilig

Im Morgengrauen
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Henry Farrell ermittelt im von Wäldern geprägten Pennsylvania. Der Schreiner Kevin O'Keeffe meldet ihm seine drogenabhängige Freundin Penny Pellings als vermisst und räumt ein, jemanden erschossen zu ...

Henry Farrell ermittelt im von Wäldern geprägten Pennsylvania. Der Schreiner Kevin O'Keeffe meldet ihm seine drogenabhängige Freundin Penny Pellings als vermisst und räumt ein, jemanden erschossen zu haben. Henry stürzt sich also in die drogengeprägten gesellschaftlichen Abgründe.

Auch ich war vor den Abgründen beim Lesen nicht sicher. Statt prägnanter Handlung, kohärenter Entwicklungen und Spannungsmomenten - von einem Spannungsbogen gar nicht zu sprechen - erwartete mich ein unprofessioneller Ermittler, der absolut nicht nachvollziehbar ermittelt, sich beispielsweise unbefugten Zugang zu einer Wohnung beschafft, eine andere Polizeiaktion sprengt und kopflos handelt. Daneben steht das Thema Fracking zwar im Klappentext, ist im Buch dann nicht wirklich aufzufinden. Dafür sind Drogen sehr präsent - auch Henry ist ihnen gegenüber nicht abgeneigt.
Wer auf wenige, charakterstarke Personen im Fokus des Geschehens setzt, ist hier falsch. Selbst der Ermittler bleibt eher schwammig im Gedächtnis, daneben werden sämtliche Personen und weitere Handlungsstränge eingefügt - die Personen bleiben sehr blass und wurden von mir in keinerlei größeren Zusammenhänge gesetzt, sondern kurz nach dem Lesen bereits wieder vergessen, und die Handlungsstränge sind rückblickend betrachtet überwiegend nicht relevant für die Entwicklung des Falls.
Generell wird der Vermisstenfall Penny in den Hintergrund gerückt, Ermittlungen finden auf lauwarme und eigenartig unprofessionelle Art und Weise statt.
Das Ende bleibt für mich eher wirr und unverständlich als aufschließend und spannend. Das mag an meiner mangelnden Aufmerksamkeit beim Lesen oder aber an der Fülle der blass gebliebenen Personen und fehlender Spannung.
Einzig schön zu lesen waren die Landschaftsbeschreibungen - deretwegen ich jedoch nicht zum Krimi greife.
Leider von meiner Seite aus keine empfehlenswerte Lektüre, sondern wirr, langweilig und langatmig.
Hätte ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, wäre ich wohl nicht über Seite 50 hinausgekommen...